Donnerstag, 16.Mai


Heute haben
Friedrich Rückert * 1788
Jakob van Hoddis * 1887
Juan Rulfo * 1918
Adrienne Rich * 1929
Lothar Baier * 1942
Achim Bröger * 1944
Geburtstag
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Friedrich Rückert
Die Welt ist schön

Die Welt ist schön, die Welt ist gut, gesehn als Ganzes
Der Schöpfung Frühlingspracht, das Heer des Sternentanzes.

Die Welt ist schön, ist gut, gesehn im einzelst Kleinen
Ein jedes Tröpfchen Tau kann Gottes Spiegel scheinen.

Nur wo du Einzelnes auf Einzelnes beziehst
Oh, wie vor lauter Streit du nicht den Frieden siehst.

Der Frieden ist im Kreis, im Mittelpunkt ist er.
Drum ist er überall, doch ihn zu sehn ist schwer.

Es ist die Eintracht, die sich aus der Zwietracht baut,
Wo mancher, vom Gerüst verwirrt, den Plan nicht schaut.

Drum denke, was dich stört, daß dich ein Schein betört
Und was du nicht begreifst, gewiß zum Plan gehört.

Such erst in dir den Streit zum Frieden auszugleichen
Versöhnend dann soweit du kannst umherzureichen.

Und wo die Kraft nicht reicht, da halte dich ans Ganze;
Im ewgen Liebesbund steht mit dir Stern und Pflanze.
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Unser Bilderbuchtipp:

Jane Godwin: „Denk daran
Mit Illustrationen von Anna Walker
Aus dem australischen Englisch von Maike Harel
Carlsen Verlag € 14,00
Bilderbuch ab 5 Jahren

Zu Beginn des Bilderbuches steht das „Denk daran“ als Ermahnung.
Denk daran, dein Bett zu machen,
und an Socken, die dir passen.
Denk daran, die Zähne zu putzen
und denk an deine Hausaufgaben.

Aber wir merken schon an den Illustration zu diesen ersten Zeilen, dass es in diesem Buch gar nicht um die lästigen Erledigungen geht, sondern um Zusammenhalt. Um ein gemeinsames Leben, um Achtsamkeit, um unseren Umgang mit der Welt. Und darum, dass jedes einzelne Kind gebraucht wird. Denn nur zusammen und mit großer Zuneigung gelingt ein friedliches Leben auf unserem Planeten.
Vergiss nicht: Du bist nicht allein.
Du bist stark, wenn auch noch klein, wirst immer unter Freunden sein,
wir zusammen – das ist fein! 

„Denk daran“ ist ein luftig leicht illustriertes Buch, in dem Text und Bild wunderbar mit einander korrespondieren.

Leseprobe
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Heute Abend ab 19 Uhr
Stadthaus Ulm
Bund für Umwelt und Naturschutz
lädt ein:
Die kandidierenden Parteien und Wählergruppen zur Gemeinderatswahl am 9. Juni positionieren sich zu Umweltthemen und geben Antworten zu Fragen aus dem Publikum.

Freitag, 17.Mai, 19 Uhr
Uli Wittmann: „Wanderungen für Langschläfer auf der Schwäbischen Alb“

Ein Outdoor-Feuerwerk bei uns in der Buchhandlung
Eintritt frei
Uli Wittmann ist Vater von vier Kindern. Viele Jahre leitete er Pfadfindergruppen und sammelte dabei Ideen fürs Outdoor-Basteln. Er ist studierter Betriebswirt und Journalist. Als freier Redakteur arbeitet er für verschiedene Zeitschriften und schrieb etliche Wanderführer, davon einige für Familien. Uli Wittmann betreibt die erfolgreiche Website www.Kinderoutdoor.de sowie den gleichnamigen YouTube Kanal und stellt dort regelmäßig Ideen für Aktionen im Freien vor.

Di., 21. Mai, ab 9 Uhr
11. Stolpersteinverlegung
Treffpunkt Am Roten Berg / Ecke Kellerhalde, Söflingen, Ulm

An diesem Tag werden durch den Kölner Künstler Gunter Demnig weitere 12 Stolpersteine in Ulm verlegt. Wir laden alle interessierten BürgerInnen zu den fünf Verlegungsorten ein. Da die Verlegungsorte weit auseinander liegen, steht für alle Strecken ein Bus zur Verfügung. Der Bus fährt von der Touristenbushaltestelle (Glöcklerstraße / Neue Straße) um 08:30 Uhr ab und fährt direkt zum ersten Verlegungsort:

09:00 Uhr Familie Eckstein: Am Roten Berg/Ecke Kellerhalde, Söflingen
09:40 Uhr Katharina Ruopp: Uhrenmachergasse 21, Söflingen
10:20 Uhr Maria Knoll: Hauptstraße 44, Wiblingen
11:00 Uhr Dr. Ernst Moos und Julius Salomon: Ensingerstraße 3
11:30 Uhr Friedrich Bürzele: Schwilmengasse 7 gegenüber

Sie können hier den Flyer herunterladen:
Download Flyer
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https://www.tagesschau.de/wissen/klima/klimawandel-duerre-ueberschwemmungen-100.html

https://www.tagesschau.de/ausland/ozeanien/kanada-waldbrand-alberta-100.html

Mittwoch, 15.Mai


Durch’s Land radeln für’s Stadtradeln
Stand heute: 3.217 km
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Heute haben
Arthur Schnitzler * 1862
Emily Dickinson * 1886
K.A.Porter * 1890
Michail Bulgakow * 1891
Max Frisch * 1911
Raymond Federman * 1928
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Die Welt unter deinen Füßen

Ein Heim
Ist ein Heim
Nur für wen, fragt sich
Wenn du nicht wirklich zu Hause bist
In dir
Mit dir
Wenn du den Teppich beleidigst
Über den du schleichst
Den du am Boden hältst
Obwohl er fliegen will
Wenn du dich zurückziehst
Auf dein Kanapee
Wo du dich mit einem wolkigen Display
Vor Augen
Der Welt verschließt

Warum nur
Ziehst du sie nicht aus, die Pantoffeln
Und spürst die Welt unter deinen Füßen
Geh in Kontakt
Mit den Haaren der Ziege
Mit dem Fell des Bären
Mit Gossyps Samenhaaren
Schmecke, sehe, höre, rieche
Zum Teufel mit den Allergenen
Verdammt
Es sei dir vergeben
Aller Gene Ziel bleibt doch
Weiß Gott
So glaube mir
Das Leben
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Es geht weiter. Mit voller Windstärke.


Caroline Wahl: „Windstärke 17
DuMont Verlag € 24,00

Einige Jahre sind vergangen seit Tilda die Kleinstadt verlassen hat, um zum Studieren zu gehen.
Zurück blieb ihre jüngere Schwester Ida und ihre alkoholkranke Mutter. Nach deren Tod beginnt für Ida ein neuer Lebensabschnitt. Zur Beerdigung hat sie es nicht geschafft. Abschiednehmen ist nicht ihre Sache. So findet sie sich auf Rügen wieder. Die längste Zugstrecke, die sie gefunden hat. Mit nicht mehr als dem alten verschrabbelten Hartschalenkoffer der Mutter, ein paar Klamotten und ihrem MacBook, um weiter an ihren Texten zu arbeiten. Ohne Plan und voller Trauer, Verzweiflung und großen Schulgefühlen wirft sie sich ins eiskalte Wasser und kämpft sich durch die hohen Wellen.
Mehr mag ich hier nicht verraten. Caroline Wahls zweiter Roman, einer Fortsetzung von „22 Bahnen“, ist trotz aller Trauer ein tröstliches Buch, ein Buch, das Hoffnung macht.
Ein intensives Leseerlebnis, das uns die Autorin in ihrer sehr eigenen Sprache, die wir aus dem ersten Roman kennen, hier präsentiert. Ein Muss für alle, die „22 Bahnen“ geliebt haben. Viel Vergnügen.
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Heute, Mi., 15.Mai, 19 Uhr
Hospiz Ulm

AnsprechBar: Best of Rundbriefe
Bei uns in der Buchhandlung

Do., 16.Mai, 19 Uhr
Stadthaus Ulm
Bund für Umwelt und Naturschutz
lädt ein:
Die kandidierenden Parteien und Wählergruppen zur Gemeinderatswahl am 9. Juni positionieren sich zu Umweltthemen und geben Antworten zu Fragen aus dem Publikum.

Freitag, 17.Mai, 19 Uhr
Uli Wittmann: „Wanderungen für Langschläfer auf der Schwäbischen Alb“

Ein Outdoor-Feuerwerk bei uns in der Buchhandlung
Eintritt frei
Uli Wittmann ist Vater von vier Kindern. Viele Jahre leitete er Pfadfindergruppen und sammelte dabei Ideen fürs Outdoor-Basteln. Er ist studierter Betriebswirt und Journalist. Als freier Redakteur arbeitet er für verschiedene Zeitschriften und schrieb etliche Wanderführer, davon einige für Familien. Uli Wittmann betreibt die erfolgreiche Website www.Kinderoutdoor.de sowie den gleichnamigen YouTube Kanal und stellt dort regelmäßig Ideen für Aktionen im Freien vor.

Donnerstag, 11.April

Vela Supernova Remnant
© ESO_VPHAS+ team

KlangHaus 2024
Neue Musik im Stadthaus Ulm
Künstlerische Leitung: Jürgen Grözinger
https://stadthaus.ulm.de/klanghaus-2

Do 11. April 2024, 20 Uhr
Sa 13. April 2024, 20 Uhr
So 14. April 2024, 18 Uhr

Donnerstag / Programm

  • Gavin Bryars: Lauda Dolce II (für Viola)
  • Terry Riley: Keyboard Etude No 2 (für Klavier)
  • Kaija Saariaho: Lonh (für Gesang & Elektronik)
  • John Adams: American Berserk (für Klavier)
  • David Lang: Let me come in, 2021 (für Gesang und Ensemble)
    —-
    Jürgen Grözinger im Gespräch mit der Komponistin Áine Mallon
  • Áine Mallon: Songs from revered scorned women (für Gesang und Ensemble)
    Uraufführung in Anwesenheit der Komponistin
  • Steve Reich: Different Trains (für Streichquartett und Tape)

Samstag / Programm

Ensemble S
Gérard Grisey: Le noir de l’Étoile (für sechs Percussionisten und Klänge eines Pulsars)
Mit Live Visuals von Laurenz Theinert

Sonntag / Programm

  • Salvatore Sciarrino: La Malinconia (für Violine und Viola)
  • Unsuk Chin: ParaMetaString (für Streichquartett und Elektronik)
  • Olivier Messiaen: Quatour pour la fin du temps (für Klarinette, Klavier, Violine und Cello)

Ensemble European Music Project

Vorverkauf und Preise

Der Eintritt kostet für jedes Konzert 25,-  bzw. 20,- (ermäßigt für Schüler*innen, Studierende, Schwerbehinderte, Mitglieder des Fördervereins freunde der neuen musik im stadthaus e.v. sowie des Vereins für moderne Musik Ulm / Neu-Ulm e.V.)
Vvk inkl. Vvk-Gebühr: Stadthaus Ulm, Ebene 3, Katalogstand oder online unter www.ulmtickets.de

Samstag, 23.März

Unser Tipp:

Michael Hampe: „Wozu?
Eine Philosophie der Zwecklosigkeit
Hanser Verlag € 25,00

Von der Geburt bis zum Tod: Was weiß die Philosophie über die Stationen unseres Lebens?

Was bedeutet es, auf die Welt zu kommen? Wir treffen Unterscheidungen und Bewertungen, noch bevor wir Begriffe bilden, sprechen und urteilen. Wir verlieben uns und begreifen, dass das Leben endlich ist. All das kann man philosophisch untersuchen: Entsteht da ein Subjekt? Warum braucht es einen „Sinn“? Wozu das alles? Kann man ein Leben mit all seinen Erfahrungen und Emotionen überhaupt in Worte fassen? Wenn wir uns aber nur über Ausschnitte unseres Lebens austauschen können, geraten Regeln und Zwecke ins Wanken, weil sie nur einen Teil unserer Existenz betreffen. Damit ist der Weg frei für eine Selbsterkundung, die eine größere innere Freiheit verspricht als die Jagd nach Zielen und die Suche nach Sinn.

Leseprobe
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UNESCO-Weltwasserbericht
2,2 Milliarden Menschen ohne sauberes Trinkwasser

Sauberes Trinkwasser ist eine überlebenswichtigste Ressource – zu der weltweit noch immer mehr als zwei Milliarden Menschen keinen Zugang haben. Aus Sicht der UN droht Wasserknappheit zunehmend Konflikte zu schüren.
Die Vereinten Nationen haben sich zum Ziel gesetzt, dass bis 2030 alle Menschen weltweit Zugang zu sauberem Trinkwasser und zu einer sanitären Grundversorgung bekommen sollen. Doch noch liegt dieses Ziel in weiter Ferne: Zahlen des aktuellen Weltwasserberichts der UNESCO zufolge leben nach wie vor etwa 2,2 Milliarden Menschen ohne eine sichere Versorgung mit sauberem Trinkwasser. Circa 3,5 Milliarden Frauen, Männer und Kinder können keine sauberen Sanitäranlagen benutzen.
„Aus heutiger Sicht werden wir die Nachhaltigkeitsziele für die Wasser- und Sanitärversorgung verfehlen“, warnte Ulla Burchardt, Vorstandsmitglied der deutschen UNESCO-Kommission mit Blick auf diese Zahlen. Derzeit leidet laut dem Bericht mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung zumindest saisonal unter Wasserknappheit. Ein Viertel aller Menschen sei einem „extrem hohen Wasserstress“ ausgesetzt, da sie mehr als 80 Prozent des jährlichen erneuerbaren Süßwasservorrats in ihrer Region verbrauchen. Und der Verbrauch an Süßwasser nimmt weltweit zu – Schätzungen der UNESCO zufolge pro Jahr um knapp ein Prozent. Dabei entfällt der höchste Verbrauch mit etwa 70 Prozent des aus dem natürlichen Kreislauf entnommenen Süßwassers auf die Landwirtschaft. Allerdings sind es vor allem die Industrie mit aktuell etwa 20 Prozent und die privaten Haushalte mit zehn Prozent, die immer mehr Süßwasser verbrauchen. …

https://www.tagesschau.de/ausland/europa/unesco-weltwasserbericht-100.html

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Umweltverschmutzung auf Bali
Müllberge statt Traumstrände

Dass an Balis Stränden Müll aus dem Ozean angeschwemmt wird, ist kein neues Phänomen. Doch jetzt scheint das Problem außer Kontrolle zu geraten. Verantwortung dafür trägt auch die Bevölkerung.
Bali leidet seit Jahren unter einem enormen Müllproblem. Doch die Abfallflut, die viele Strände und Flussufer seit einigen Tagen überrollt, ist selbst für die indonesische Urlaubsinsel erschreckend – und macht in örtlichen Medien und auf sozialen Netzwerken Schlagzeilen. Besonders schlimm betroffen seien die Strände Kedonganan und Jimbaran in der bei Surfern beliebten Gegend rund um Kuta, sowie der Ort Pecatu mit dem berühmten „Dreamland Beach“, berichtete die Zeitung „Bali Sun“.
Durch heftige Westwinde werden regelmäßig ganze Abfallteppiche aus dem Meer und von Schiffen an Balis Küsten gespült. Die Müllabfuhr habe zusammen mit freiwilligen Helfern seit Mittwoch bereits 100 Tonnen Unrat eingesammelt, hieß es im Zeitungsbericht weiter. Und es gebe „noch jede Menge mehr“. Besonders Plastikmüll macht den Menschen auf Bali zu schaffen. Auch viele Feriengäste beteiligen sich laut „Bali Sun“ an den Sammelaktionen an besonders verdreckten Stränden. …

https://www.tagesschau.de/ausland/asien/bali-umwelt-muell-100.html

Dienstag, 23.Januar

Heute haben
Clara Reeve * 1729
Stendhal * 1783
Camilla Collett * 1813
Sergej Eisenstein * 1898
Anna Maria Jokl * 1911
Derek Walcott * 1930
Joao Ubaldo Ribeiro * 1941
Geburtstag
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„Das ist doch eine sehr seltsame Sache: Man hat etwas geschrieben und es ist mal erschienen – und das Leben ist völlig anders weitergegangen, die Welt ist völlig anders weitergegangen, alles hat sich verändert.“
Anna Maria Jokl
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Endlich wieder lieferbar:

Charles Simmons: „Salzwasser
Asu dem Amerikanischen von Susanne Hornfeck
C.H.Beck Verlag 14,00

Es sind oft die ersten Sätze eines Romanes, die erste Seite, sogar das erste Wort, das uns aufmerksam werden lässt. Anna Kareninas Beginn ist weltberühmt und „Im Sommer 1963 verliebte ich mich, und mein Vater ertrank.“ des Romanes „Salzwasser“ enthält schon alle Elemente dieser wehmütig schönen Geschichte.
Charles Simmons erzählt hier die Erzählung „Erste Liebe“ von Iwan Turgenjew nach. Er hält sich streng an das Gerüst und den Plot der Geschichte. Und doch ist es ein sehr gegenwärtiges Bild der großbürgerlichen Gesellschaft im Sommer an der Ostküste der USA. Sie kennt keine Sorgen, ist weltoffen und doch sieht es hinter den jeweiligen Fassaden ganz anders aus.
In der Rückschau von 30 Jahren berichtet der Erzähler von seiner ersten Liebe. Vielmehr über die Zeit der Liebe vor der ersten Liebe, als eine junge Frau mit Tochter in den Sommerferien bei der Familie auftaucht. Liebe und Schmerz, Sehnsucht und Heimlichkeiten verbindet Charles Simmons zu einem luftig leichten und doch hochdramatischen schmalen Roman. Er klingt fast wie eine Novelle.
Ich glaube, es war das damalige Literarische Quartett, das diesen Roman hochgelobt und den Autor in Deutschland bekannt gemacht hat. Jetzt hat der Beck Verlag dieses schmale Meisterwerk (mal wieder) veröffentlicht und in dieser Taschenbuchausgabe passt es in jede Tasche und wir können beruhigt das Smartphone steckenlassen und „Salzwasser“ herausziehen. Wir haben sicherlich mehr davon.

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Einladung zur Gründungsveranstaltung am 26.01.2024

Liebe Mitglieder und Unterstützer*innen der Donau-Energie eG, liebe Interessierte,
mit den besten Wünschen für ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2024 möchten wir Sie, wie bereits
angekündigt, ganz herzlich zu unserer Gründungsveranstaltung am Freitag, den 26. Januar um 18 Uhr im Stadthaus Ulm einladen. Es erwartet Sie ein informativer Abend mit Raum für Ihre Fragen. Vorstand, Aufsichtsrat und die Aktiven der Donau-Energie eG stellen sich vor. Wir freuen uns außerdem, dass wir hochkarätige Vortragende begrüßen dürfen:

Prof. Gerd Heilscher, Technische Hochschule Ulm
Die Rolle der Donau-Energie bei der regionalen Energiewende

Almut Petersen, Aufsichtsratsvorsitzende der Bürgerwerke eG Heidelberg
Bürgerenergiegenossenschaften: warum sie so wichtig für das Gelingen der Energiewende sind und wie sie kooperieren können.

Zum Ausklang gibt es eine Poster-Ausstellung zu unseren Arbeitsbereichen und die Möglichkeit, bei einem kleinen Sektumtrunk miteinander ins Gespräch zu kommen.

Freundliche Grüße
Das gesamte Team der Donau-Energie eG
Wir schaffen die Energiewende in der Region Ulm und Neu-Ulm
Donau-Energie eG, Ostpreußenweg 36, 89075 Ulm
info@donau-energie.org
www.donau-energie.org

Vorstände: Dr. Wilfried Clauß, Eugen Schlachter
Aufsichtsratsvorsitzender: Manfred Bächle

Donnerstag, 6.April


Heute haben
Erich Mühsam *1878
Leonora Carrington * 1917
Günter Herburger * 1932
Friederike Roth * 1948
Brigitte Schwaiger * 1949
Geburtstag
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„Wer ein echter Dichter sein will, der muß das Kind in sich lebendig erhalten. In jedem Kinde aber steckt ein echter Dichter.“
Erich Mühsam (1878 – 1934)
Deutscher Schriftsteller, Anarchist und Pazifist. Ermordert im KZ Oranienburg
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Unser Buchtipp für alle Lesefreudigen:


Alex Johnson: „Schreibwelten“
Wie Jane Austen, Stephen King, Haruki Murakami, Virgina Woolf u.v.a. ihre Bestseller schufen
Mit Illustrationen von James Oses
Aus dem Englischen von Birgit Lamerz-Bechschäfer
wbgTheiss € 28,00

Ein tyisches Buch, das sich wunderbar zum immer wieder Durchblättern eignet.
Mit welcher Tinte schrieb Jane Austen? Warum beginnt Isabel Allende alle Romane am 8. Januar? Was kostete Ray Bradburys Schreibmaschine? Alex Johnson unternimmt in „Schreibwelten“ eine unterhaltsame Reise durch die Weltliteratur und erzählt von den kleinen Geheimnissen und merkwürdigen Gewohnheiten unserer Lieblingsschriftsteller*innen – von Astrid Lindgrens Geheimschrift über Victor Hugos Ofen bis zu Mark Twains Gartenlaube, von Stephen Kings Schreibtisch und Schreibblockade, zu „Chez Baldwin“, dem Haus von James Baldwin in Südfrankreich, das es nicht mehr gibt.
Wir erhalten hier ein kleinen Einblick in die privaten Lebensräumen dieser Schreibenden, gespickt mit Anektoden, Marotten und vielen Illustrationen.
Proust im Bett, Agatha Christie in der Badewanne, Nabokov im Auto und Margaret Atwood im Flugzeug.
Und dabei bekommt man richtig Lust auf die Romane, die dabei entstanden sind.

Leseprobe
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Vernissage: „Kunstwerke von Jesiden
Heute, Donnerstag, den 06. April um 18.00 Uhr
im Stadthaus Ulm, Münsterplatz,

Donnerstag, 2.Februar

Heute haben
Johann Christoph Gottsched * 1700
James Joyce * 1882
Aldo Palazzeschi * 1885
Ayn Rand * 1905
Hella Haasse * 1918
Joanna Bator * 1968
Geburtstag
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Kurt Tucholsky

Ich gucke freundlich um die Oecke
und greife voller Seelenruh
der Muse unter ihre Röcke . . .
Und dabei, Leser, siehst du zu –?

Sie quietscht. Ich grinse. Sie verstehen:
Nicht immer gilt der Klassik Maß.
Denn was wir im Verborgnen drehen,
macht uns am allermeisten Spaß –!

(aus: Fromme Gesänge)
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Unser Bilderbuchtipp:


Franz Hohler (Text) und Kathrin Schärer (Illustrationen):
Das kleine Wildschwein und die Krähen
Hanser Kinderbuchverlag € 16,00
Bilderbuch ab 3 Jahren

Das Wildschwein-Ehepaar bringt ihren Kindern bei, wie sie die Erde aufwühlen, um an Wurzeln zu kommen, oder Stängel abknicken, um Maiskolben essen zu können.
Das kleinste Wildschwein hört jedoch lieber den Vögeln zu und grunzt im Bass mit. das gelingt so gut, dass es in den Vogelchor aufgenommmen wird. Großes Kopschütteln bei den verwirrten Eltern. Das kleine Wildschwein teilt sogar seine Maiskolben mit den Vögeln. Das geht so lange gut, bis es krank wird und auch Kastanien, die der Vater extra jenseits des Gotthardpasses holt nichts mehr helfen. Immer dünner wird das Kleine. Auch der Gesang der Vögel nützt nichts mehr. Nur Kastanien aus Paris würden es retten, meint der Wildschweindoktor. Aber so weit kann kein Wildschwein rennen. Wie gut, wenn man Freunde hat, die fliegen können …

Eine herrliche Tiergeschichte von Franz Hohler und in ihrer gekonnten Art passend illustriert von Kathrin Schärer.

Leseprobe
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Hier eine kleine Vorschau unserer Veranstaltungen:

Dienstag, 7.Februar, 19 Uhr
„Die 1.Seite“

Wir stellen folgende Bücher vor:
Claire Keegan: „Das dritte Licht“
H. W. Richter: „Geschichten aus Bansin“
Milena Michiko Flasar: „Oben Erde, unten Himmel“
Adi Hübel & Dietmar Herzog präsentieren ihr Buch: „Bei Anruf Wort“

Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt frei

Die „1.Seite“ gibt es immer am 1.Dienstag im Monat um 19 Uhr.
Also am 7.3., 4.4. … Im Mai fällt die „1.Seite“ aus.

Dienstag, 14.Februar, 19 Uhr
Jana Bürgers und ihre Zeit in der Ukraine

Im Rahmen der „Winterhilfe für die Ukraine“
des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.
Im Anschluß Lyrik auf ukrainisch und deutsch
Bei uns in der Buchhandlung
Eine Spendenkasse steht bereit

Dienstag, 28.Februar, 19 Uhr
SüdwestPresse Forum
Elisabeth Zoll: „Wir bleiben!“

Warum sich Frauen aus der katholischen
Kirche nicht vertreiben lassen.
Im Stadthaus Ulm
Eintritt € 6,50

Mittwoch, 19.April, 19 oder 20 Uhr
Janina Hecht: „In diesen Sommern“

Sparkasse Ulm, Neue Mitte

Freitag, 28.April, 19 Uhr
Milena Michiko Flasar: „Oben Erde, unten Himmel“

Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt € 10,00

Mittwoch, 25.Oktober, 19 Uhr
Judith Hermann: „Wir hätten uns alles gesagt“

Ort noch nicht bekannt
Eintritt € 10,00
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Konferenz Arctic Frontiers
„Die Arktis verliert ihren Schutzschild“

Das arktische Eis schmilzt schneller als gedacht. Über die Folgen debattieren Experten auf einer Konferenz im norwegischen Tromsö. Warum die Lage trotzdem nicht ausweglos ist, erklärt Meeresbiologin Boetius im Interview.

tagesschau.de: Bei der Konferenz geht es darum, wie der Klimawandel die Arktis verändert. Wie sehen die Auswirkungen aus?

Antje Boetius: Die sind recht dramatisch, so sagen es alle hier. Ob es die Vereinigung der Bürgermeister der Arktis ist, ob es die Vertreterinnen und Vertreter der indigenen Völker sind, ob Wissenschaft oder Politik – alle sind sich einig: Keine andere Region der Erde steht vor solchen Herausforderungen, denn die Erderwärmung schreitet hier drei- bis viermal so schnell voran wie im Rest des Planeten.

Und das merkt man bei Eis und Schnee, bei Extremwettern oder bei der Frage nach den Chancen der jungen Generation. Die Frage ist: Wie geht man damit um, dass diese Krise überall zu merken ist und alle betrifft?

.

Das komplette Interview finden Sie hier auf tagesschau.de vom 1.2.2023

Mittwoch


Gestern Abend im Stadthaus Ulm
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Heute haben
Daniel Casper von Lohenstein * 1635
William Somerset Maugham * 1874
Virginia Woolf * 1882
Eva Zeller * 1923
Silvio Blatter * 1946
Dzevad Karahasan * 1953
David Grossman * 1954
Alessandro Baricco * 1958
Geburtstag
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Jung sein ist Glück und vergeht wie Dunst, jung bleiben ist mehr und ist eine Kunst.
Friedrich Theodor Vischer
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Jetzt neu als Taschenbuch:


Lana Bastašić: „Fang den Hasen
Aus dem Bosnischen von Rebekka Zeinzinger
Fischer Taschenbuch € 14,00

„Eine europäische Literatur, [die] vollbringt, was hervorragende Literatur vollbringen sollte – uns hoffen lassen, dass sich Wunder erfüllen. Lana Bastašićs Geschichten müssen erzählt werden.“
Saša Stanišić

Ausgezeichnet mit dem Literaturpreis der Europäischen Union 2020.

Eigentlich wollte ich hier schreiben, wie gut mir der Roman gefallen hat, wie er mich überrascht, überrollt und auf falsche Fährten gebracht hat. Ihnen die vielen tollen Besprechnungen zeigen, die es gab, als der Roman neu erschienen ist. Dann fällt mir auf der Seite des S.Fischer Verlages dieses Interview auf. Na, besser kann ich es doch gar nicht schreiben. Nehmen Sie sich die Zeit. Es lohnt sich.

Roadtrip ins Identitätskuddelmuddel

Lana Bastašić steht ihrer Lektorin Teresa Pütz Rede und Antwort zu ihrem international gefeierten Debütroman „Fang den Hasen“, der Bedeutung weiblicher Solidarität und ihrem Verhältnis zur zersplitterten jugoslawischen Heimat.

Wovon handelt dein Roman, welcher Hase will da gefangen werden – oder eben nicht? Und ohne das Ende vorwegzunehmen, was hat Dürers berühmte Hasenradierung damit zu tun?

An der Oberfläche handelt mein Roman von Lejla und Sara, zwei Kindheitsfreundinnen, die sich nach zwölf Jahren plötzlich wiedersehen und gemeinsam auf einen ziemlich verrückten Roadtrip durch den Balkan bis nach Wien gehen – um Armin zu finden, Lejlas Bruder, der damals in den Kriegswirren verschwand.

Tiefergehend handelt er vom Geschichtenerzählen und Erinnerungen: inwiefern wir eine andere Person und ihr Leben jemals verstehen und beschreiben können, und wie unsere Erinnerungen von ihr anders oder irreführend sein können. Den Hasen zu fangen bedeutet für mich die Suche danach, den anderen zu verstehen. Dürers Hase in der Albertina war dafür eine nützlicher Erzählschluss – der symbolhafte Hase in meinem Roman entwickelt sich von etwas Lebendigem zu etwas Starrem, zur Kunst, und damit zum Unsterblichen.

Mit Lejla und Sara begegnen wir zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und die trotzdem eine ganz besondere Freundschaft verbindet. Was bedeutet Freundschaft für dich persönlich, insbesondere unter Frauen?

Ich empfinde Freundschaft als etwas sehr Schönes, Komplexes und schwer zu Definierendes. Manchmal sind die Grenzen fließend, so dass es schwierig zu sagen ist, was Freundschaft eigentlich ist. In meinem Buch wollte ich einen Blick auf die Beziehung zwischen zwei Frauen werfen, die manchmal wie eine Freundschaft aussieht und dann wiederum sehr toxisch und zerstörerisch sein kann.

Für mich persönlich sind Frauenfreundschaften in der stark patriarchalischen Gesellschaft, in der ich aufgewachsen bin, und die uns gelehrt hat, uns gegenseitig als Konkurrentinnen zu betrachten, immer besonders wichtig gewesen. Ich glaube an weibliche Solidarität und die Praxis der Integration im Gegensatz zum patriarchalischen und kapitalistischen Drang andere zu bekämpfen und auszuschließen.

Wie war es im Bosnien der 90er aufzuwachsen? Warum hast du dein Heimatland verlassen, schreibst aber jetzt darüber – und lässt deine Erzählerin harte Worte dafür finden? An einer Stelle in deinem Roman vergleicht Sara Bosnien mit einer Frau, die von einem Mann vergewaltigt und zurückgelassen wird.

Für uns war es völlig normal, einfach weil wir nichts anderes kannten. Ich darf auch behaupten, dass ich eine privilegierte Kindheit hatte – ich war ein serbisches Mädchen, das in einer Stadt lebte, in der Serben die Mehrheit stellten. Meine Eltern waren zudem Zahnärzte, ich konnte mir Dinge leisten, die manchen meiner Freunde verwehrt blieben. Diese Privilegien wollte ich unter anderem in meinem Roman verdeutlichen. Mir ging es wie Sara, die im Gegensatz zu ihrer Freundin Lejla damals den ›richtigen‹ Nachnamen und die ›richtige‹ Religion hatte. Doch im Unterschied zu meiner Protagonistin habe ich mein Land erst mit 25 Jahren verlassen, um in Barcelona zu leben. Ich ging, weil ich fühlte, dass wenn ich im Nachkriegsbosnien – zerrissen von Nationalismus, Korruption und Hass – bleiben würde, ich zu einer bitteren und zornigen Person werden würde. Und dann wäre ich nicht imstande gewesen zu schreiben. Der jugoslawische Literaturnobelpreisträger Ivo Andrić hat einmal gesagt: Ein Mann, der nicht hassen kann und sich entscheidet, nicht zu hassen, wird immer ein Fremder in Bosnien sein. Dennoch ist meine Beziehung zu Bosnien nicht so düster, nicht so bitter wie die meiner Erzählerin. Ich kehre immer wieder zurück in meine Heimat, schreibe in meiner Muttersprache. Aber ja, ich musste zuerst aus bosnischen Denkmustern ausbrechen. Ich brauchte die Distanz, um meinen Roman zu schreiben.

Dein Roman erschien zuerst in einer bosnischen und kroatischen Ausgabe. Von dir kursieren ganz unterschiedliche Biographieangaben, die alle versuchen, deine Nationalität und Muttersprache einzukreisen: Jugoslawisch, Bosnisch, Serbisch, Kroatisch, Montenegrinisch, Serbokroatisch? Würdest du für uns etwas Licht ins Dunkel bringen?

Meine Freundin und Schriftstellerin Dubravka Ugrešić sagte einmal zu mir, dass ich »die letzte jugoslawische Autorin« sei. Damit meinte sie, dass ich zu einer jüngeren Generation gehöre, aber mein Hintergrund so kompliziert ist, dass nur dieses allumfassende Adjektiv es festnageln kann: jugoslawisch. Meine Familie war serbisch, aber wie viele Serben lebten wir in Kroatien. Die Sprache ist die gleiche, nur die Religion eine andere.

Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre war der Nationalismus überall auf dem Vormarsch, auch in Kroatien. An Kiosken wurden Dosen verkauft, die »reine kroatische Luft« beinhalten (Ugrešić schreibt darüber in einer ihrer Essays). Mein Vater verlor seine Arbeit und auf uns wurde Druck ausgeübt, Zagreb zu verlassen. Das taten wir dann auch. Wir zogen nach Bosnien, und mein Bruder und ich blieben bei unseren Großeltern auf dem Land, bis unsere Eltern Arbeit fanden. Jeder glaubte, dass das Ganze schnell vorbei gehen würde. Dann aber begann der Krieg und wir blieben in Banja Luka. Nur hatte sich das Blatt jetzt gewendet: plötzlich waren wir die Mehrheit und die nicht-serbische Bevölkerung wurde niedergemetzelt, vergewaltigt und ins Exil geschickt.

Die Sprache, die in Bosnien, Kroatien, Serbien und Montenegro gesprochen wird, wurde ursprünglich einmal als Serbokroatisch bezeichnet. Serbokroatisch haben meine Eltern in der Schule gelernt. Nach dem Zerfall Jugoslawiens und durch den Krieg wollten diese Länder nichts miteinander zu tun haben. Plötzlich wurden Serbisch und Kroatisch zwei unterschiedliche Sprachen. Vielleicht kann man sich das wie Deutsch, Schweizerdeutsch und Österreichisch vorstellen, wenn diese Länder in den Krieg miteinander gezogen wären? Zur gleichen Zeit tauchten zwei neue Sprachen auf, die vorher nicht existiert hatten: Bosnisch und Montenegrinisch. Für einige von uns war das seltsam, wir waren an diese Namen nicht gewöhnt. Im Grunde passierte es also, dass Politik und Nationalismus wichtiger als Sprache und Verstand wurden. Die Wahrheit ist, niemand braucht einen Übersetzer, wenn Menschen aus diesen vier Ländern miteinander sprechen. Aus diesem Grund bevorzuge ich, meine Sprache Serbokroatisch zu nennen, auch wenn ich weiß, dass sie nicht mehr geführt wird – aber sie verdeutlicht mir einfach, dass Sprache keine nationalen Grenzen kennt.

Was bedeutet Heimat für dich als eine Autorin, die ständig unterwegs ist?

Ich habe nur ein Zuhause und das ist die Literatur. Das klingt schmalzig, ist aber wahr. Es ist meine Republik, die ich mit meinen Schriftstellerkolleg*innen teile. Ich sage das nicht, weil ich romantisch bin. Ich sage das, weil ich in einem Land geboren bin, das nicht länger existiert, ich eine Sprache gelernt habe, die nicht länger existiert, und nun habe ich drei verschiedene Nationalitäten. Ich habe also sehr früh verstanden, dass Nationen recht beliebig sind, und dass meine Heimat etwas Größeres sein muss als ein Reihe Koordinaten. Ich bin sehr oft umgezogen und ich reise viel, aber die eine Konstante in meinem Leben, die nie ihre Bedeutung verliert, ist die Literatur.

Welche Bedeutung hat der Literaturpreis der Europäischen Union für dich, mit dem du letztes Jahr ausgezeichnet wurdest? Welche Erfahrungen machst du generell als Autorin im Literaturbetrieb?

Dieser Preis hat mir sehr viel bedeutet, auch weil ich ihn mit zwölf anderen europäischen Preisträgern teile und das Gefühl hatte, zu einer Gemeinschaft zu gehören, die größer ist als die der serbischen und bosnischen Autor*innen. Frauen werden im Balkan kaum ausgezeichnet, oder überhaupt nominiert. Wir müssen dreimal so hart arbeiten und uns und unseren Platz in der Literaturwelt ständig rechtfertigen. Uns lässt man keine mittelmäßigen oder schlechten Bücher durchgehen – wir müssen Meisterwerke schreiben, um einen Platz an der Tafel zu ergattern. Das ist so ungerecht und leider immer noch allzu sehr Realität. Für mich persönlich bedeutete der Literaturpreis und alle Übersetzungen, die daraus folgten, dass ich woanders akzeptiert werden konnte, dass ich jetzt aufstehen kann und sagen: »Ich bin eine Schriftstellerin«. Ich verstehe heute, dass der sexistische Literaturbetrieb, aus dem ich komme, nur ein winziger Teil einer viel größeren, viel offeneren Gemeinschaft ist.

Was möchtest du Leser*innen zum Schluss mit auf dem Weg geben?

Ich wünsche mir, dass sie sich generell für Bosnien und die Literatur des Balkans interessieren. Mir ist bewusst, dass das, was sie bisher aus Bosnien bekommen, immer nur typische Kriegsgeschichten mit Helden, Bösewichten und Opfern sind. Daher hoffe ich, dass mein Roman sie einen Blick auf die Frauen und jungen Mädchen werfen lässt, die in meiner Heimat aufgewachsen sind und die sich von früh an mit diesem Identitätskuddelmuddel auseinandersetzen mussten. Schlussendlich hoffe ich, sie können sich mit dem ganz universellen Thema identifizieren, dass wir stets bemüht sind, unsere Leben in Geschichten zu verwandeln, dass wir alle versuchen, uns auf die eine oder andere Weise unsterblich zu machen.

Das Gespräch führte und übersetzte Teresa Pütz.

Leseprobe
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Die Bundesregierung soll sich wegen mutmaßlichen Verstoßes gegen die gesetzlichen Klimaziele vor Gericht verantworten. Einem Zeitungsbericht zufolge reichte der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland Klage gegen die Regierung ein. Er verklagt die Bundesregierung wegen Verfehlung der Klimaziele in den Bereichen Verkehr und Gebäude. Das berichtet unter anderem die „Süddeutsche Zeitung“. Der BUND verlangt in seiner beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingereichten Klage den Beschluss von Sofortprogrammen, wie sie das Klimaschutzgesetz vorsieht. …

Den kompletten Artikel gibt es tagesschau.de

Samstag, 21.Januar

Heute haben
Ludwig Thoma * 1867
Egon Friedell * 1878
Antonio Gramsci * 1891
Geburtstag
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„Man muß die Leute an ihren Einfluß glauben lassen – Hauptsache ist, daß sie keinen haben.
Ludwig Thoma
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Heute ab 15 Uhr auf dem Münsterplatz, Ulm
Kundgebung/Mahnwache
Lützerath lebt

Die Klimakatastrophe und das Versagen der Politik
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Bilanz des Weltwirtschaftsforums
„Klimawandel stärker präsent als erwartet“

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos drohte angesichts der vielfältigen globalen Krisen ein Thema in den Hintergrund zu rücken: der Klimawandel. Doch am Ende kam es anders, berichtet Wolfgang Blau im Interview mit tagesschau.de.

tagesschau.de: Herr Blau, Sie beraten für die Brunswick Group Unternehmen zum Thema Grüne Transformation, also in der Frage, wie sie sich gegen die Herausforderungen des Klimawandels wappnen können. Wie war Ihr Eindruck? Ist der Klimawandel tatsächlich angesichts der anderen Themen in den Hintergrund geraten?

Wolfgang Blau: Mein Eindruck war, dass der Klimawandel stärker präsent war, als ich es erwartet hätte, und auch stärker als bei bisherigen Weltwirtschaftsforen. Es gibt hier im offiziellen Programm des Weltwirtschaftsforums 235 Veranstaltungen, Podiumsdiskussionen, Vorträge, und davon waren 33 ausschließlich der Energiewende, also dem Umstieg zu erneuerbaren Energiequellen, der Klimakrise und dem Naturschutz gewidmet. Und es wurde auch von vielen Kolleginnen und Kollegen hier bemerkt, dass die Klimakrise mehr Platz im Programm hat als bisher.

Man kann natürlich die Frage stellen: War es ausreichend? Nein, natürlich nicht. Aber auch in den Diskussionen wurde klar: Die Kontroverse ist nicht mehr, ob eine Energiewende, ein Umstieg hin zu erneuerbaren Energien stattfinden muss. Die Kontroverse ist nur, wie schnell dieser Umstieg stattfinden muss und wie schnell er stattfinden kann.

Mehr auf tagesschau.de
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Nächste Woche im Stadthaus Ulm
Dienstag, 24.Januar, 19 Uhr
„Kommissar Dupin und die Revolution

Foto: Jürgen Kanold : Bannalec/Bong 2020 im „L’Amiral“ in Concarneau

Als Jean-Luc Bannalec schreibt er die beliebten Bretagne-Krimis – am 24. Januar, 19 Uhr,  kommt Jörg Bong ins Stadthaus zu einem Forum der Südwest Presse.

Im neuen Fall „Bretonischer Ruhm“ verbringen Kommissar Dupin und Claire, die Ärztin, ihre Flitterwochen an der Loire, im herrlichen Pays de Retz. Eine Reise von Weingut zu Weingut? Eine Freundin von Claire braucht Hilfe, und ein ungeheuerlicher Mord geschieht. Am 21. Juni erscheint der zwölfte Bretagne-Krimi von Bestsellerautor Jean-Luc Bannalec, aber schon für den 9. März hat der Verlag Kiepenheuer & Witsch einen Reiseführer zur millionenfach verkauften Krimi-Reihe angekündigt: „Dupins Bretagne“. Wobei ja schon Bannalecs Romane gespickt sind mit touristischen Tipps, denn auch das Restaurant „L‘Amiral“ in Concarneau, wo Dupin seine Entrecôtes verspeist, gibt‘s ja wirklich.

Auch von der traumhaften Bretagne wird Jörg Bong am 24. Januar, 19 Uhr, im Ulmer Stadthaus erzählen – als Gast eines „Forums“ der Südwest Presse. Jean-Luc Bannalec ist nämlich der Künstlername des in Frankfurt am Main und im südlichen Finistère lebenden Literaturwissenschaftlers und langjährigen Verlegers von S. Fischer. Aber da wäre noch ein ganz anderes, aktuelles Thema, denn Bong hat ein leidenschaftliches Buch über die deutsche Revolution 1848/49 geschrieben, geradezu einen historischen Tatsachenroman: „Die Flamme der Freiheit“. Vor jetzt bald 175 Jahren konstituierte sich das erste gesamtdeutsche Parlament in der Frankfurter Paulskirche – und Bong gehört auch zu den Herausgebern einer Buchreihe, in der erstmals die frühen deutschen Demokratinnen und Demokraten mit ihren Schriften, Biografien und politischen Forderungen versammelt und gewürdigt werden.

So sind am 24. Januar gewissermaßen zwei Schriftsteller zu Gast beim SWP-Forum,  Jörg Bong und Jean-Luc Bannalec. Der 57-Jährige stellt sich den Fragen von Chefredakteur Ulrich Becker und Jürgen Kanold, Leiter der Kulturredaktion. Tickets für 6,50 Euro (Abonnenten zahlen fünf Euro) im SÜDWEST PRESSE + Hapag Lloyd-Reisebüro im Hafenbad und unter swp.de/ticketshop


Donnerstag, 31.März

Heute haben
Francois Villon * 1431
Alexandra Kollontai * 1872
Octavio Paz * 1914
John Robert Fowles* 1926
Hartmut Lange * 1937
Geburtstag.
Und es ist der Todestag von Christian Morgenstern.
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„Es gibt keine größere Enttäuschung, als wenn du mit einer recht großen Freude im Herzen zu gleichgültigen Menschen kommst.“
Christian Morgenstern
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Am 13.Oktober 2020 haben wir den Roman hier vorgestellt
und ab heute gibt es ihn als Taschenbuch.

Anne Weber: „Annette, ein Heldinnenepos
Matthes & Seitz Verlag € 12,00

Damals habe ich geschrieben:

Anne Weber ist immer für eine Überraschnung gut. Und dieses Mal erreicht sie damit das Finale zum Deutschen Buchpreis 2020. Zurecht, wie ich meine. Sperrig steht es knallrot im Regal und nennt sich „Ein Heldinnenepos“. Nicht gerade verkaufsfördernd. Wenn wir das Buch aufschlagen, sieht es aus, wie in langes Gedicht, ein Epos. Mmmh?
Wenn wir aber zu Lesen beginnen, macht es peng und Sie kommen nicht mehr weg von dieser Lektüre über eine außergewöhnliche Frau, ein selbstbestimmtes Leben.
Anne Webers leicht ironischer Ton, ihre flotte Schreibe, machen das Buch zu einem wirklichen Lesevergnügen.
Geboren wurde die Heldin 1923 in der Bretagne, aufgewachsen in einfachen Verhältnissen, schon als Jugendliche Mitglied der kommunistischen Résistance, Retterin zweier jüdischer Jugendlicher — wofür sie von Yad Vashem später den Ehrentitel »Gerechte unter den Völkern« erhalten wird –, nach dem Krieg Neurophysiologin in Marseille, 1959 zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt wegen ihres Engagements auf Seiten der algerischen Unabhängigkeitsbewegung… und noch heute an Schulen ein lebendiges Beispiel für die Wichtigkeit des Ungehorsams.
Das wär’n Ding, wenn das den Deutschen Buchpreis bekäme. Es passt haargenau in unsere Zeit, in der Courage gefordert ist.

Jaaa, sie hat den Deutschen Buchpreis 2020 erhalten.
Und vor ca. zwei Wochen ist Anne Beaumanoir (die Heldin des Romanes) gestorben.

Und: Anne Weber hat gerade eben den Buchpreis der Leipziger Buchmesse 2022 für ihre Übersetzung von „Nevermore“ von Cécile Wajsbrot bekommen.

Leseprobe
Hörprobe

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