Freitag, 25.Oktober

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Heute haben
Peter Rühmkorf * 1929
Harold Brodkey * 1930
Geburtstag
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Heute auf dem Gedichtekalender:

Otto zur Linde
Amarylle

Oh stille Amarylle,
Du blühst, wenn Herbst schon leer.
Von Frucht- und Blütenfülle
Bliebst du mir und nichts mehr.

Ich trug dich in mein Zimmer,
Balkon war schon zu kalt.
Leucht Sommers letzten Schimmer
Du mir. Das Jahr ist alt.

Und alt ist auch mein Herz schon,
Und weiß ist schon mein Haar.
Sei du mein letzter Herbstlohn –
Stumm, traurig. Und was mir war

An Herzblühn und Geistfruchtzeit,
Ist abgewelkt, wurmtaub.
Auf Schmerz und Mühn und Sucht streut
Enttäuschung totes Laub.

Ach wenn auf meinem Grab nur
Die stille Flamme ständ!
Oh Amaryll, ich hab nur
Das Licht, das jenseits brennt.
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Sarah Wiltschek empfiehlt:

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Judith Schalansky: „Der Hals der Giraffe“
Bildungsroman
Suhrkamp Verlag € 10,00

Judith Schalansky widmet ihren Roman denen, die in ihren Köpfen und Herzen nicht den Sprung geschafft haben in ein neues System, das die Wende ihnen beschert hat. Denjenigen, die die alten Zeiten heimlich zelebrieren. Im Lehrerzimmer. Denn der Roman spielt in einem mecklenburgischen Gymnasium, das aufgrund dramatischen Schülerschwunds, in vier Jahren geschlossen werden soll.
Damit gibt es für Inge Lohmark, Lehrerin für Biologie und Sport, noch weniger Zukunft als zuvor. Sie hat sich, trotz Wende und Bildungsreform, nicht abbringen lassen von einem nahezu militanten Unterrichtsstil, frei von jeder Empathie, unnahbar für die noch übrig gebliebenen Schüler. So kommt sie gut voran im Lehrplan, scheucht die lethargischen jungen Menschen verbittert über den Sportplatz und denkt dabei an die Jahre, in denen die Schüler noch für den Kader gesichtet wurden. Damals war, zumindest für sie, alles besser.
Was ihr bleibt, ist die Leidenschaft zur Biologie und ein Ehemann, der Strauße züchtet und mit dem sie nicht mehr verbindet, als das gemeinsame Dach überm Kopf.
Inge Lohmark sieht wie ihre kleine Stadt immer kleiner wird, entvölkert durch die Stadtflucht und wie sich die Natur durch brüchige Straßen und leerstehende Gemäuer frisst. Sie findet keinen Zugang zu dieser neuen Welt, hält sich fast schon pathologisch fest an den Regelmäßigkeiten und Verlässlichkeiten der Biologie und seziert ihr Umfeld nach den Kriterien eines Biologiebuchs. Aber alle naturwissenschaftliche Analyse hilft ihr nicht über den Schmerz hinweg, den der Verlust ihrer Tochter hinterlässt. Früher ein schüchternes, sozial unfähiges Wesen, zu dem sie nie Zugang bekam und schließlich und erwachsen, ausgewandert nach Amerika. Wo sie blieb und den Kontakt aufs Nötigste beschränkte. Obwohl Inge Lohmark immer darauf gehofft hatte, sie käme zurück und würde bauen auf dem elterlichen Grundstück.
Was Judith Schalansky 2011 in ihrem, damals zum Bestseller avancierten Bildungsroman als schonungsloses Gesellschaftsportrait skizziert hat, liest sich heute noch immer wie ein Tableau zu den aktuellen Debatten über den Osten des Landes.
Gerne würde man wissen, was Inge Lohmark in Frührente jetzt wohl macht?

Leseprobe
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Nicht vergessen.
Heute abend ab 19:30 in der Stadtbibliothek Ulm.

Das-Buch-der-Schicksale-Spirito

und

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Am kommenden Dienstag, den 29.Oktober kommt Elisabeth Hager zu uns in die Buchhandlung liest aus ihrem Buch „Fünf Tage im Mai“.
Beginn: 19 Uhr
Eintritt: € 8,00

Mittwoch, 23.Oktober

 

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Heute haben
Adalbert Stifter * 1805
Aravind Adiga * 1974
Geburtstag.
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Adalbert Stifter
Müdigkeit

Ich hab‘ geruht an allen Quellen,
Ich fuhr dahin auf allen Wellen,
Und keine Straße ist, kein Pfad,
Den irrend nicht mein Fuß betrat.

Ich hab‘ verjubelt manche Tage,
Und manche hin gebracht in Klage,
Bei Büchern manche lange Nacht,
Und andere beim Wein durchwacht.

Viel mißt‘ ich, viel hab‘ ich errungen,
Auch Lieder hab‘ ich viel gesungen,
Und ausgeschöpft hat dieses Herz
Des Lebens Lust, des Lebens Schmerz.

Nun ist der Becher leer getrunken,
Das Haupt mir auf die Brust gesunken,
Nun legt‘ ich gern mich hin und schlief‘,
Unweckbar, traumlos, still und tief!

Mir ist, mir ist, als hört ich locken
Von fernher schon die Abendglocken,
Und süße, weiche Traurigkeit
Umweht mich: Komm, ’s ist Schlafenszeit.

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Heute abend stellen wir (in Zusammenarbeit mit der Familienbildungssstätte Ulm) neue Bücher des Jahres 2019 vor.

Beginn: 19 Uhr
Eintritt: € 9,00
FBS Kursnummer: 19F2580
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Wer möchte nicht sein Schicksal erfahren?
In der Stadtbibliothek Ulm wird das erstmals auf Deutsch vorliegende Wahrsagebuch aus dem Jahr 1482 vorgestellt.
Stadtbibliothek Ulm
Freitag, 25.Oktober
Beginn 19:30

Eintritt: frei

Das-Buch-der-Schicksale-Spirito

Lorenzo Spirito: „Das Buch der Schicksale“
Ein Würfellosbuch
Aus dem Altitalienischen gereimt übersetzt von Werner Menapace unter Mitarbeit von Donatella Capaldi
Mit einer Einleitung von Alexander Rosenstock
Gebunden, mit Faksimiles und drei Würfeln
Folio Verlag € 30,00

Im „Buch der Schicksale“ bekommt der Ratsuchende auf zwanzig Schicksalsfragen des Lebens, von denen jeweils eine auszuwählen ist, je nach Würfelglück einen Wahrsagespruch aus dem Mund eines Propheten. Auf dem Weg dorthin trifft er auf Könige, Flüsse, aber auch Zeichen und Sphären.
Diese erste deutschsprachige Ausgabe, nachgedichtet vom Südtiroler Übersetzer Werner Menapace, erscheint in diesem Jahr im Folio-Verlag Bozen/Wien. Sie ist zugleich die erste moderne Edition des frühneuzeitlichen Longsellers, die alle Facetten des Gebrauchs des Klassikers in unsere Zeit überträgt

Sowohl der Orakelsuchende wie der Spieler als auch der wissenschaftlich Interessierte werden an dieser Literaturgattung Gefallen finden.

Seit Menschengedenken wollen Menschen wissen, was die Zukunft ihnen bringen wird. Stets brauchen sie dafür ein Medium, das mit geheimnisumwitterter Autorität die Brücke in die Zukunft schlägt. Dafür besonders geeignet waren und sind stets die Gestirne, aber auch der Flug der Vögel, die Form von Knochen oder aufsteigender Rauch. In schriftlicher Zeit galten auch besondere Bücher, handschriftliche wie gedruckte, „Losbücher“ genannt, als geeignete Medien, zukünftiges Schicksal zu entschlüsseln. Spielkarten, gemalte oder gedruckte und Würfel gehörten ebenfalls dazu.

Das einzige erhaltene Exemplar des ersten gedruckten Würfellosbuches (Perugia 1482) wird seit dem 17. Jahrhundert in Ulm aufbewahrt und liegt seit 1826 in der Stadtbibliothek Ulm. Seit 1482 gab es insgesamt 50 Ausgaben in italienischer (23), französischer (17), spanischer (4), flämischer (3) und in englischer (3) Sprache.

Eine Auswahl aus den Sprüchen der Propheten mit der dazugehörenden Frage.

Wird mein Leben mir Glück bescheren oder nicht?

Sei froh und glücklich ohne Schranken,
weil alle Welt und Gott dich liebt.
Das hast du deinen Wurzeln zu verdanken.

Erhoffe dir von Gott ein langes Leben,
Gesundheit, Wohlstand, Glück für immerdar.
Er möge, was du wünschst, dir allzeit geben.

Wenn du nicht hörst, was andere dir sagen,
wirst du sehr bald in Not geraten
und musst die Menschen dann um Hilfe fragen.

Wie werde ich sterben und wann?

Den Tod wirst dieses Jahr du knapp vermeiden.
Du wirst am Leben bleiben
und betagt und heiter aus dem Leben scheiden.

Reich und alt wirst du dorthin gelangen,
wo alles endet. Dabei begleitet dich jedoch
die Last der Sünden, die du einst begangen.

Im Jenseits wirst du samt den großen Meistern
an einem heißen Plätzchen residieren.
Ich denk, das wird dich nicht so sehr begeistern.

Man sollte dich auf schnellstem Wege abservieren.
Dein Ende wird ganz ohne jede Hoffnung sein.
Und lebst du lang, dann wirst du jämmerlichkrepieren.

Werde ich einen Kampf gewinnen?

Mut sowie Könnerschaft, die in dir walten,
gepaart mit deines Gegners Niedertracht,
werden dein Vorhaben siegreich gestalten.

Nicht immer kann man siegen und nicht überall.
Üb’ in Geduld dich, denn der Himmel
er füllt dir deinen Wunsch auf jeden Fall.

Ist meine Frau rechtschaffen?

Nicht wirklich glücklich ist dein liebes Weib.
Charmant ist sie und attraktiv, drum bitte Gott,
dass sie es nicht bereut und bei dir bleibt.

Leseprobe
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Bei uns in der Buchhandlung am Dienstag, 29.Oktober ab 19 Uhr

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Freitag

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Heute haben
Blaise Pascal * 1623
Gustav Schwab * 1792
Wassili Bykow * 1924
Salman Rushdie * 1947
Geburtstag

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Navid Kermani erhält den diesjährigen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
Die Ulmer Stadtbibliothek hatte ihn letzte Woche zu einer Veranstaltung eingeladen, wir betreuten den Büchertisch und haben somit (fast) alle Bücher von ihm vorrätig.
Die Online-Ausgabe unseres Fachblattes (Börsenblatt) führte gestern ein Interview mit dem Schriftsteller, Orientalisten und Essayisten.
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Unser Buchtipp:

1 food
„Food Trucks“ herausgegeben von Toby Binder, Gabriela Herpell,
Birthe Steinbeck, Nicola von Velsen

Kreative Küche auf Rädern
Prestel Verlag € 29,95

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Gestern schrieb ich noch über die Entdeckung der Langsamkeit und heute geht es schon wieder um Street Food. Aber vielleicht kann ich mich ja rausreden, dass hier das Essen auf Rädern zu uns kommt und wir davor sitzen und in Ruhe genießen. Umgebaute Busse, alte Bullis und italienische Ape – alles ist hier vertreten. Genauso abwechslungsreich sind auch die Menüs, die hier angeboten werden.
Berlin stellt mit Abstand die meisten Essensbullis. Wer hätte das gedacht.
Aber die HerausgeberInnen wissen halt auch noch nichts vom kleinen Gefährt des „Café Alba“ auf dem Ulmer Samstagsmarkt und dem riesigen schwarzen Laster von den „Damn Burgers“ bei uns um die Ecke. Und so sind die kleinen Lasterchen auch hier angekommen, wo wir sie doch sonst nur von den klingelnden Eiswagen in New York kennen.
Jetzt also vegane Küche, Donuts, Sandwichs und natürlich Burger. Süßes Eis und Frozen Yoghurts, Nudeln und Wraps, Schnitzel und Kaffee rollen über die Straßen der Großstadt. Und wen es Sie mal in die Hauptstadt zieht, dann schnappen Sie sich vorher die Adresse aus dem Buch, wo die Laster stehen.
Nachdem wir im Buch zu Beginn informiert werden, wie und wo die Food Trucks zu finden sind, gehen die HerausgeberInnen näher auf die jeweiligen Besitzer und Betreiber ein, stellen ihre Philosophien und Speisekarten in kleinen Interviews vor. Am Ende noch Internet-Adressen dieser kreativen Küchen.
Und wenn uns auch nie so ein bunter Laster untergekommen ist, genießen Sie einfach dieses freundliche Foto-Bilder-Koch-Ess-Buch.
Vielleicht sollte ich mit meinen Büchern, ner Mütze auf dem Kopf und einem Bart im Gesicht ….?
Ne, lieber doch nicht.

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Heute abend ab 19:3o im 5.Stock in der Ulmer Stadtbibliothek:
Michael Watzka stellt den Ulmer Barocklyriker Johann Martin Miller vor, dessen gesammelte Gedichte er in einem Band gesammelt und kommentiert hat.
Gedichte und Klaviermusik.
Eintritt frei

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