Donnerstag, 8.Februar


Heute haben
Jules Vernes * 1828
Theodor Lessing * 1872
Martin Buber * 1878
Heinrich Spoerl * 1887
Siegfried Kracauer * 1889
Ludwig Marcuse * 1894
Eva Strittmatter * 1930
Gert Jonke * 1946
John Grisham * 1955
Geburtstag.
Aber auch Paula Modersohn-Becker und James Dean.
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Winfried Hermann Bauer
Omen

Wieder
Steigt Rauch
Aus alten Kaminen
Wie Weihrauchschwaden
Weht er
Durch die Geistesschlingen der Zeit
Irrlichternd
Vor Einfältigen und Eiferern
Die sich über Brandopferaltäre
Beugen
Immer wieder
Oder sich wortvergessen
Einem lichtlosen Himmel
Zuwenden
Unter dem sie verglühen
Aufrecht
Wie Krieger
Die sich selbst Gewalt antun
Indem sie ihren Schmerz mit Feuer artikulieren
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Bastelspaß nicht nur für die Sommerferien.


Sabine Lohf: „Sommer, Sonne, Sand und mehr!
Kunterbunt + kinderleicht
Gerstenberg Verlag € 16,00

Gastern haben wir Kinder- und Jugendbücher des Gerstenberg Verlages ausgepackt und eingeräumt.
So ein Bastelspaß im Sommer mit Sonne und Sand springt mir gleich ins Auge, weil die Sehnsucht nach Frühling doch schon sehr groß ist.
Sabine Lohf folge ich auf Instagram und es tut immer gut, ihre kreativen, einfachen Bastelsachen anzuschauen. Auch hier brauchen wir nicht viel und müssen nicht unbedingt im Fachgeschäft Bastelmaterial einkaufen. Es sind die Schätze aus der Natur, oder einfache Dinge aus dem Haushalt, die für die hierzu notwendig sind.
Ein Clownfisch aus Pappteller, Filzsandalen, einen Sonnenhut, Mücken fangende Frösche als Spiel, Sonnen in den verschiedensten Varianten, ein richtigen Leuchtturm und eine Fee für das Mitsommernachtsfest werden hier vorgestellt. Aber auch ein Wiesenblumenkranz für ein Blütenfest, ein Rindenboot zum Schwimmenlassen.
Kinderleichte Anleitungen für Kunstwerke zum Verschenken, Dekorieren und Spielen.


Es lohnt sich ein Blick auf die Webseite von Sabine Lohf, denn auch hier ist der Kreativität keine Grenze gesetzt.

www.sabinelohf.de
https://www.instagram.com/sabinelohf/
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Unsere Veranstaltung mit Elena Fischer und ihrem Buch „Paradise Garden“ haben wir in den Felix Fabri Saal im Haus der Begegnung verlegt. Unsere Buchhandlung wurde einfach zu klein.

Elena Fischer: „Paradise Garden“
Haus der Begegnung, Grüner Hof 7, Ulm

Beginn 19 Uhr
Eintritt € 10,00


Vielen Dank für die tolle Kooperation.

Samstag, 27.Mai


Heute haben
Max Brod * 1884
Dashiel Hammett * 1894
Louis-Ferdinand Celine * 1894
John Cheever * 1912
Andrei Bitow * 19367
Said * 1947
Geburtstag
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„Lernen kann man immer nur von dem, der seine Sache liebt, nicht von dem, der sie ablehnt.“
Max Brod
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Unser Buchtipp:

Charles Ferdinand Ramuz: „Sturz in die Sonne“
Aus dem Französischen und mit einem Nachwort von Steven Wyss
Limmat Verlag € 26,00

Ende Juli 1921 wird in Genf ein Temperaturrekord von 38.3 Grad verzeichnet. Was damals ein Jahrhundertereignis ist, sind wir inzwischen gewöhnt. Zu jener Zeit aber ist eine derartige Hitze aussergewöhnlich. Den waadtländischen Autor Charles Ferdinand Ramuz hat der Sommer 1921 zu einem Gedankenexperiment inspiriert: Was, wenn diese Hitze nie mehr weggeht? Was, wenn es immer heisser und heisser wird? Und: Wie reagieren Menschen im Angesicht einer Katastrophe?
Ausgangspunkt des Romans ist ein Gravitationsunfall im Universum. Wissenschaftler haben entdeckt, dass die Erde dabei ist, in die Sonne zu stürzen. Die Erde wird verglühen, alles Leben enden. Es bleiben nur noch wenige Wochen.Diese Nachricht geht um die Welt.
Was die Menschen nun tun? Zunächst ignorieren sie ihr Schicksal. Als sie merken, dass es tatsächlich immer wärmer wird, reden sie sich die Sache schön: Sie preisen das tolle Wetter, den blauen Himmel, hoffen auf guten Wein. Doch schon bald wird sich nichts mehr schönreden lassen. Die soziale Ordnung gerät aus den Fugen.
Bei Erscheinen des Romanes im Jahr 1922 wurde er von der Kritik nicht beachtet, oder verrissen. Vielleicht lag es am ungewohnten Thema, oder den unterschiedlichen Sprachvarianten, die Ramuz in seinem Buch benutzt. Auch gibt es keine stringente Handlung. Der Autor springt von Handlungsort zu Handlungsort und beschreibt aus unterschiedlicher Sicht, wie sich die Freude über den blauen Himmel in Gewalt verändert.
Aus heutiger Sicht, 100 Jahre später, ist dieser Text aktueller denn je. Aus einem Gedankenspiel, vor einem ganz anderen Hintergrund, wurde und wird Realität durch die heranrollende Klimakatastrophe.

Sonntag, 19.März


Heute haben
Philip Roth * 1933
Kirsten Boie * 1950
Thomas Lang * 1967
Geburtstag
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Friedrich Hölderlin

Die Sonne kehrt zu neuen Freuden wieder,
Der Tag erscheint mit Stralen, wie die Blüte,
Die Zierde der Natur erscheint sich dem Gemüte,
Als wie entstanden sind Gesang und Lieder.

Die neue Welt ist aus der Tale Grunde,
Und heiter ist des Frühlings Morgenstunde,
Aus Höhen glänzt der Tag, des Abends Leben
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Angela McAllister und Anna Shepta (Illustrationen): „Gutenachtgeschichten rund um die Welt
Aus dem Englischen von Kristin Lohmann
Ravensburger Verlag € 18,99


Ene Reise ins Land der Träume

50 zauberhafte Gutenachtgeschichten aus aller Welt nehmen Groß und Klein mit auf eine Reise und erzählen fantastische Geschichten von Träumen, Abenteuern und Tieren.
Europa, Afrika, Asien, Australien und Ozeanien, Nordamerika, Naher Osten, Südamerika u.a. mit „Aladin und die Wunderlampe“ (Orient), „Das Sternenmädchen“ (Nordamerika), „Das Schwert im Stein“ (England), „Die Frau, die das Meer stahl“ (Fidschi), „Der Mäsuekönig“ (Bolivien), „Die schlaue Schildkröte“ (Nigeria), „Der Sack voller Winde“ (Griechenland) und vielen mehr.
Es sind Geschichten die wir (in Varianten) kennen und Entdeckungen aus fernen Ländern und Kontinenten. Der Umfang einer Gutenachtgeschichte beträgt meistens nicht mehr als eine Seite, dazu noch die märchenhaften, folkloristischen Illustrationen. Somit eignen sie sich bestens für das Vorleseritual im Bett.

Donnerstag, 30.April

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Heute haben
Fritz von Herzmanovsky-Orlando * 1877
Jaroslav Hasek * 1883
Luise Rinser * 1911
Ulla Hahn * 1946
Geburtstag
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Thomas Dietrich
Maskenball

„Masken kommen vors Gesicht!“,
heißt die neue Bürgerpflicht.
Schützen so vor bösen Viren,
weshalb wir uns auch nicht zieren.

„Das ist neu und ungewohnt.“,
manch ein Bürger flugs betont.
„Und mit Brille macht´s Beschwerden,
wenn die Gläser neblig werden.“

Leute, hört jetzt auf zu stöhnen,
und tut einfach Euch gewöhnen.
Doch nur drinnen, rät der Richter.
Draußen zeigen wir Gesichter.

Klinisch grün muss es nicht sein.
Farbe bringt mehr Freude rein.
Bunt und lustig, schrill und laut,
sowas traget auf der Haut.

Phantasie und tolle Muster
machen auch das Hirn robuster.
Nehmt dem Trübsinn seine Kraft,
Heiterkeit mehr Mut uns schafft.

Darum greift zum schönen Tuch,
lest auch wieder mal ein Buch,
und trotz alldem bleibet heiter:
So nur geht das Leben weiter!

© Thomas Dietrich
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Dorthe Nors: „Die Sonne hat Gesellschaft“
Aus dem Dänischen von Frank Zuber
Kein & Aber Verlag € 20,00

„I would love people to be entertained, to love and to cry with these stories!“
Dorthe Nors

Dieses Zitat setzte ich 2015 (Jastram Blog Januar 2015) vor die Besprechung ihres letzten Erzählbandes. Fünf Jahre sind ins Land gezogen, im Moment ist so vieles anders – die Erzählungen von Dorthe Nors sind immer noch unglaublich gut.

„Es ist immer möglich, sich ein Stück weiter zurückzuziehen“,
steht diese Mal als Motto vor den Texten.
Gerade in den letzten Wochen haben wir im Buchladen gemerkt, wie wichtig vielen Menschen Bücher sind. Unsere Zeit wurde entschleunigt. Nicht freiwillig. Unsere abendlichen Aktivitäten wurde auf null heruntergefahren. Dieser oben erwähnte Rückzug traf voll unseren Alltag.
Dorthe Nors schreibt diesen Alltag, die Besonderheiten bestimmter Situationen auf. Wie ein „Handkantenschlag“ (so der Titel ihres letzten Buches) treffen uns diese kurzen Erzählungen, in der, in „Auf einem Hochstand“, ein Mann vor seiner Frau flieht, da er jeden Streit mit ihr verliert. Nass, verfroren und mit einem verletzten Fußgelenk sitzt er auf einem Hochstand, denk die ganze Zeit darüber nach, wie seine Frau sich Sorgen um ihn macht und wie Wölfe unter ihm lauern.
Mit „Es war nur eine Frage der Zeit“ beginnt die Erzählung und endet mit „Nebel ist aufgezogen, es wird eine kalte Nacht, und jemand hat Wölfe gesehen.“
Kleinste Episoden aus verschiedenen Biografien verpackt die Autorin zu messerscharfen Betrachtungen und komprimiert sie zu extrem guten Short Stories. In den USA erntet sie seit Jahren höchstes Lob, ihre Texte werden im New Yorker abgedruckt. Hier im deutschsprachigen Raum tut sie sich deutlich schwerer. Schade.