Dienstag, 18.September

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Heute haben
Truman Capote * 1924
Élie Wiesel * 1928
Dorothee Sölle * 1929
Jurek Becker * 1937
und Cecelia Ahern * 1981
Geburtstag.
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Friedrich Hebbel
Der heilige Wein

Es schlichen zwei schlimme Gesellen
sich in die Kapelle hinein:
in Kannen, in goldnen, geweihten,
stand dort der heilige Wein.

Da spricht der eine mit Lachen
zum andern in sündigem Mut:
„Komm, willst du dich mit mir berauschen
in Christi eigenem Blut?“

Der andere greift nach der Kanne
und setzt sie flugs an den Mund;
sie trinken und trinken und trinken,
doch kommen sie nicht auf den Grund.

Sie trinken und trinken und trinken
und treiben viel frostigen Scherz,
doch steigt keine Glut auf die Wangen,
doch flammt keine Lust durch das Herz.

Sie trinken und trinken und trinken,
die Kanne bleibt voll, wie sie war,
da packt sie ein innersten Grausen,
sie stürzen hin zum Altar.

Sie rufen: „Er blutet aufs neue,
wer stillt des Blutes Lauf!
Er zeigt uns die offenen Wunden,
o weh uns, wir rissen sie auf!“

Nun schauen sie ewig den Heiland,
ein blasses, blutendes Bild;
er blickt sie an, nicht finster,
ach, so unendlich mild“
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9783455003468

Mimi Beaven, Anja Dunk, Jen Goss:Einmachen
Tempo bei Hoffmann & Campe € 12,00

In der Taschenbuchreihe „Do“, in der schon Titel wie Anpflanzen, Imkern, Erzählen, Bestimmen, Design, … erschienen sind, können wir jetzt das Einmach-Buch dringend gebrauchen. Die Bäume hängen voll mit Zwetschgen, Birnen und kleinen Äpfeln. Wohin damit? Vor dem Laden haben wir immer wieder Tüten mit Zwetschgen verschenkt, zu Hause Marmelade gekocht, Mus im Backofen gebrutzelt und zum ersten Mal Birnen eingemacht. Da kommt mir das kleine Buch gerade recht. Die Rezepte sind einfach, vielfältig und ohne Firlefanz.
Hier lernen wir zuerst etwas über die Grundlagen und Methoden des Einmachens. Gerade auch über Handwerkzeug und Zutaten, die man zu Anfang braucht. Es folgt ein Kapitel über: Zucker Essig, Alkohol, Öl und Salz, die besten Haltbarmacher der Natur.
Und los geht’s. Über 100 Rezepte mit einer wunderbaren Bandbreite, von Rhabarberkompott mit Orange und Kardamom, Strudel mit Apfelfüllung, Grünem Tomaten Chutney bis Erdbeer Gin Fizz.
Das Buch passt in jedes Küchenregal und sieht wahrscheinlich nach kurzer Zeit komplett Zerlesen aus mit vielen Eselsohren und Einlegezettelchen. Gut so.
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index

Heute haben liest Clemens Grote aus den sechs Bücher der Shortlist zum Deutschen Buchpreis vor.
María Cecilia Barbetta: Nachtleuchten
Maxim Biller: Sechs Koffer
Nino Haratischwili: Die Katze und der General
Inger-Maria Mahlke: Archipel
Susanne Röckel: Der Vogelgott
Stephan Thome: Gott der Barbaren

Der Beginn ist pünktlich um 19 Uhr.
Der Eintritt ist frei.
Bitte viel gute Laune für die Abstimmung mitbringen.

Mittwoch, 4.Oktober

Gefunden im Gedichte Kalender 2018

Christian Morgenstern
Der Mond

Als Gott den lieben Mond erschuf,
gab er ihm folgenden Beruf:

Beim Zu- sowohl wie beim Abnehmen
sich deutschen Lesern zu bequemen,

ein a formierend und ein z –
daß keiner groß zu denken hätt’.

Befolgend dies ward der Trabant
ein völlig deutscher Gegenstand.
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Heute haben
Jeremias Gotthelf * 1797
Anne Rice * 1941
Luis Sepúlveda * 1949
Geburtstag.
Aber auch Luis Trenker, Buster Keaton, Robert Wilson und Christoph Waltz
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Virginie Despentes:Das Leben des Vernon Subutex
Aus dem Französischen von Claudia Steinitz
Kiepenheuer & Witsch Verlag € 22,00

Die großen Zeitungen waren voll mit Besprechungen zu diesem Buch. Überall das größte Lob. Was ja an sich schon mit Vorsicht zu genießen ist. Immer wieder nahm ich das Buch in die Hand und legte es wieder weg. Dann gab es wieder neue Lobeshymnen. Als dann ein Kunde, ein Vielleser und eigentlich gar kein Vernon Subutex-Typ mit erzählte, dass er gerade diesen Roman gelesen habe und es der beste seit Monaten gewesen wäre, war es für mich klar: Jetzt möchte ich auch.
Die paar Tage Urlaub waren genau richtig für die 400 Seiten und ich wurde nicht enttäuscht. Doch, doch, eine große Verwunderung gab es schon, als ich, mitten im Lesen, erfahren habe, dass es nicht bei den 400 Seiten bleiben würde, sondern dass noch zwei weitere Bände folgen würden. Mist, wie und wann soll ich das denn schaffen?
Zurück zu Band eins. Virginie Despentes, eine französische Autorin, die mit ihrem ersten Roman, den sie auch selbst verfilmte, für ordentlich Krawall gesorgt hat, deren Verfilmung aus den Kinos genommen worden ist und nur noch in Pornokino gezeigt werden konnte, ist hier viel gefälliger geworden. Sprache und Handlung sind dem Mainstream angepasst und gleichzeitig aber immer hart an der Grenze. Frech, witzig, durchgeknallt, politisch unkorrekt, sehr aktuell und mit dem Finger auf die französische Gesellschaft gelegt, erzählt die Autorin aus dem Leben des Vernon Subutex. (Vernon war das Pseudonym von Boris Vernon und Subutex ist ein Antischmerzmittel und Opiat). Subutex hatte eine Plattenladen, war im Zentrum des Musikgeschehens und musste seinen Laden schließen. Zuerst machte er sich keine Sorgen, verkaufte später seine Reste und Musikdevotionalien, bis nix mehr übrig blieb. Danach begann der richtige Absturz. Und hier beginnt die Autorin. Subutex sucht im Freundeskreis nach Übernachtungsmöglichkeiten, schwindelt ihnen wilde Geschichten vor, nur damit er ein Dach über dem Kopf hat. Despentes lässt aber um ihren Protagonisten noch weitere Figuren kreisen und entwickelt damit einen Kosmos der französischen (Neben)-Gesellschaft. Was bei „Sex and the City“ die High Society und irgendwie alles ganz nett war, ist hier erdig, direkt, und nicht unbedingt vorabendtauglich.
Subutex und sein Umfeld hat die Autorin in einem großen Wurf hingeschmissen. Was bei Ferrante Neapel, ist bei ihr Paris.
Ich bin gespannt auf die beiden weiteren Bände.

Leseprobe
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Nicht vergessen:
Heute abend ist Shortlistlesen mit Marion Weidenfeld und Clemens Grote.
Beginn: 19 Uhr.
Pünktlich!

Dienstag, 26.September

Heute haben
Truman Capote * 1924
Élie Wiesel * 1928
Dorothee Sölle * 1929
Jurek Becker * 1937
und Cecelia Ahern * 1981
Geburtstag.
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Friedrich Nietzsche
Der Herbst

Dies ist der Herbst:
der – bricht dir noch das Herz!
Fliege fort! fliege fort!
Die Sonne schleicht zum Berg
Und steigt und steigt
Und ruht bei jedem Schritt.

Was ward die Welt so welk!
Auf müd gespannten Fäden spielt
Der Wind sein Lied.
Die Hoffnung floh –
Er klagt ihr nach.

Dies ist der Herbst:
der – bricht dir noch das Herz!
Fliege fort! fliege fort!
O Frucht des Baums,
Du zitterst, fällst?
Welch ein Geheimnis lehrte dich
Die Nacht,
Daß eisiger Schauder deine Wange,
Die Purpur-Wange deckt? –

Du schweigst, antwortest nicht?
Wer redet noch? – –

Dies ist der Herbst:
der – bricht dir noch das Herz!
Fliege fort! fliege fort!
Ich bin nicht schön
– so spricht die Sternenblume –,
Doch Menschen lieb ich
Und Menschen tröst ich –

Sie sollen jetzt noch Blumen sehn,
Nach mir sich bücken
Ach! und mich brechen –
In ihrem Auge glänzet dann
Erinnerung auf,
„Erinnerung an Schöneres als ich: –
– ich seh’s – und sterbe so.“ –

Dies ist der Herbst:
der – bricht dir noch das Herz!
Fliege fort! fliege fort!
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Claudia Wiltschek empfiehlt:

Paolo Cognetti: „Acht Berge
DVA € 20,00

Pietro lebt mit seinen Eltern in Mailand, eine Stadt, in der sich sein Vater, aber auch seine Mutter nicht zurechtfinden, sind sie doch beide in den Bergen aufgewachsen. So oft wie möglich wird in die Berge gefahren, der Vater schnürt die Wanderschuhe und stürmt jeden nur möglichen Gipfel. Mit sieben Jahren ist auch Pietro soweit und möchte mit und damit beginnt ihre gemeinsame Zeit der grossen Bergtouren und Gipfeleroberungen. In Grana, einem kleinen Bergdorf im Aostatal wird eine kleines primitives Haus gemietet , in dem Mutter und Sohn den ganzen Sommer verbringen, der Vater kommt dazu, wenn es die Arbeit erlaubt. In Grana leben nur noch 14 Menschen, früher waren es einmal hundert und einer davon ist Bruno, das einzige Kind in diesem Dorf.
Bruno ist ganz anders als der gleich alte Pietro, meist sich selbst überlassen und muss die Kühe seines Onkels hüten. Nach anfänglichem Fremdeln freunden die beiden sich an, täglich sind sie gemeinsam unterwegs, streifen an endlosen Sommertagen durch schattige Wälder und folgen dem Wildbach bis zu seiner Quelle, oder erklimmen zusammen mit Pietros Vater die Gipfel.
„Acht Berge“ folgt dem Leben der Freunde über drei Jahrzehnte, aus der Perspektive von Pietro erzählt. Als der Vater stirbt, hinterlässt er seinem Sohn ein Grundstück bei Grana und nach vielen Jahren und ganz verschiedenen Lebenswegen treffen sich beiden wieder.
Man schlägt „Acht Berge“ auf und ist sofort in der Höhe, geniesst die Gipfel und die Natur und möchte nicht mehr absteigen. Ein stilles, berührendes Buch, das uns nicht nur in die Berge führt, sondern auch ganz feinfühlig über Freundschaft, Familie und den Lauf des Lebens erzählt.
Paolo Cognetti, 1978 in Mailand geboren, verbringt die Sommermonate immer in seiner Hütte im Aostatal auf 2000 Metern Höhe. Er hat Mathematik studiert, die Filmhochschule in Mailand besucht und gemeinsam mit einem Freund eine Produktionsfirma für Dokumentarfilme geleitet. Paola Cognettis neuestes Buch „Acht Berge“ stand wochenlang in den Top Ten der italienischen Bestsellerliste.

Leseprobe

Interview mit Paolo Cognetti
Im Gespräch mit Paolo Cognetti über Männerfreundschaften, Berge und die Sehnsucht nach einem einfachen Leben
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Liebe Leserinnen und Leser des Jastramblogs.
Ich verabschiede mich für eine Woche in den Urlaub.

Bitte nicht vergessen:

Am Mittwoch, den 4.Oktober findet unser Shortlistlesen statt.
Es lesen Marion Weidenfeld und Clemens Grote.
Bitte reservieren Sie sich rechtzeitig Plätze,
Beginn ist, wie immer, um 19 Uhr

(Die Erste Seite am Dienstag, den 3.Oktober fällt aus)