Donnerstag, 20.März

Internationaler Tag gegen den Rassismus

Heute haben
Jean Paul * 1763
Peter Hacks * 1928
Hubert Fichte * 1935
Michael Dibin * 1947
Andrea Maria Schenkel * 1962
Geburtstag
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Matthias Claudius

’s ist Krieg! s‘ ist Krieg! O Gottes Engel wehre,
         Und rede du darein!
’s ist leider Krieg – und ich begehre
         Nicht schuld daran zu sein!

Was sollt ich machen, wenn im Schlaf mit Grämen
         Und blutig, bleich und blaß,
Die Geister der Erschlagenen zu mir kämen,
        Und vor mir weinten, was?

Wenn wackre Männer, die sich Ehre suchten,
         Verstümmelt und halbtot
Im Staub vor mir sich wälzten und mir fluchten
          In ihrer Todesnot?

Wenn tausend, tausend Väter, Mütter, Bräute,
          So glücklich vor dem Krieg,
Nun alle elend, alle arme Leute,
          Wehklagten über mich?

Wenn Hunger, böse Seuch und ihre Nöten
            Freund, Freund und Feind ins Grab
Versammelten, und mir zur Ehre krähten
            Von einer Leich herab?

Was hülf mir Kron und Land und Gold und Ehre?
            Die könnten mich nicht freun!
’s ist leider Krieg – und ich begehre
            Nicht schuld daran zu sein!
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Unser Bilderbuchtipp:

Mike Unwin (Text) und Jenni Desmond (Illustrationen): „Wanderungen
Aus dem Englischen von Stephanie Menge
Sauerländer/S.Fischer Verlag € 16,99


Viele Tiere machen sich Jahr für Jahr auf eine unglaublich lange und anstrengende Reise.
Um zu überleben, durchqueren sie unseren Planeten bei Wind und Wetter und müssen dabei ihren hungrigen Feinden, manchmal auch den Menschen, aus dem Weg gehen. Sie überqueren Gebirge und Kontinente, wandern durch Wüsten und schwimmen durch die Ozeane dieser Welt. Jedes Tier hat seine ganz eigene und besondere Reisegeschichte. Der Kaiserpinguin watschelt bis zu 100 Kilometer, um im Polarwinter ins Inland zu gelangen. Die Schwalben legen sogar 10.000 Kilometer zurück, um ausreichend Nahrung zu finden. Und große Elefantenherden machen sich alle Jahre wieder auf den Weg zu neuen Wasserstellen. Große Heringsschwärme suchen den Weg in kalte Gewässer.
Dieses besondere Reisetagebuch erzählt von 20 verschiedenen Tieren jeglicher Art und Größe.
Ein besonderes Wissensbuch mit liebevoll erzählten Tierportraits, farbenfroh und warm illustriert.
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Gestern war Annika Stahl bei uns in der Buchhandlung und erzählte aus ihrem „Ulmer Geheimisse“-Buch. Vielen Dank für den informativen, amüsanten Abend.

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Buchpreis für Omri Boehm
„Frieden gibt es nicht ohne Gleichheit“

Zum Auftakt der Leipziger Buchmesse hat Philosoph Omri Boehm den Buchpreis für Europäische Verständigung erhalten. In den tagesthemen ging er auf den Nahost-Krieg ein. Die Rede von Kanzler Scholz wurde mehrfach unterbrochen.
Die diesjährige Leipziger Buchmesse ist am Abend mit einem Festakt im Gewandhaus offiziell eröffnet worden. Dabei erhielt der deutsch-israelische Philosoph Omri Boehm den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung für sein Buch „Radikaler Universalismus. Jenseits von Identität“. Die Auszeichnung ist mit 20.000 Euro dotiert. In der Jury-Begründung hieß es, Boehm verteidige den Kern des humanistischen Universalismus, die Verpflichtung zur Anerkennung der Gleichheit aller Menschen, gegen jegliche Relativierung. …

Mehr dazu auf tagesschau.de

Dienstag, 17.August

Heute haben
Theodor Däubler * 1876
Ted Hughes * 1930
VS Naipaul * 1932 (Nobelpreis 2001)
Herta Müller * 1953
Jonathan Franzen * 1959
Geburtstag.
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Theodor Däubler
Weg

Mit dem Monde will ich wandeln:
Schlangenwege über Berge
Führen Träume, bringen Schritte
Durch den Wald dem Monde zu.

Durch Zypressen staunt er plötzlich,
Daß ich ihm entgegengeh.
Aus dem Ölbaum blaut er lächelnd,
Wenn michs friedlich talwärts zieht.

Schlangenwege durch die Wälder
Bringen mich zum Silbersee:
Nur ein Nachen auf dem Wasser,
Heilig oben unser Mond.

Schlangenwege durch die Wälder
Führen mich zu einem Berg.
Oben steht der Mond und wartet,
Und ich steige leicht empor.
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Unser Bilderbuchtipp:

Mary Hoffman (Text) & Ros Asquith (Illustrationen): „Du gehörst dazu
Das große Buch der Familien
Aus dem Englischen von Stephanie Menge
Sauerländer Verlag € 14,90
Sachbilderbuch ab 4 Jahren

Früher bestand eine typische Familie aus Vater, Mutter, Kindern, vielleicht noch einem Hund oder einer Katze. Alle lebten in einem Haus mit Garten. So zumindest wurde es in den Kinderbüchern dargestellt. In diesem Bilderbuch wird damit aufgeräumt. Ganz unaufgeregt sehen wir Familien mit zwei Vätern, oder nur einer Mutter, Pflegeeltern und adoptierte Kinder. Ganz normal ist es, dass beide Eltern zur Arbeit gehen.
Heute gibt es Familien in allen Größen und Formen. Manche, sehen wir hier. Wir sind so unterschiedlich, wie die Farben im Regenbogen. Und nicht nur um die Welt verteilt, sondern auch direkt vor unserer Nase. Unsere Städte sind vielfältiger geworden. Viele Nationalitäten versammeln sich hier. Mit vielen Traditionen wurde gebrochen und Neues eingeführt.
Alles zusammen genommen, macht unsere bunte Gesellschaft aus.

Leseprobe
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1. Welches Buch lesen Sie gerade?
2. Welches Buch empfehlen Sie unbedingt?
3. Welches Buch wollen Sie schon immer mal (wieder) lesen

Hartmut Bögel (Altenpfleger und Weltumradler) empfiehlt:

1.“Hard Land“ von Benedict Wells mit großer Freude.
2. Die Bücher von Joachim Meyerhoff über seine Kindheit und Jugend im Elterhaus mitten im Psychiatriegelände. „Alle Toten fliegen hoch – Amerika„, „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war„, „Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke„. Weil ich das so sehr mitfühlen kann.
3. „Sieh diese Erde Leuchten. 30 Jahre mit dem Fahrrad um die Welt“ von Tilmann Waldthaler.
Ein rundum positiver und motivierender Bildband voller faszinierender Geschichten.
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Heute auf tagesschau.de:

Flut in Höllentalklamm
Acht Menschen gerettet, weitere vermisst

Starker Regen hat in der Höllentalklamm im Zugspitz-Massiv eine Flutwelle ausgelöst. Mehrere Menschen wurden mitgerissen. Einsatzkräfte konnten acht Wanderer retten, zwei weitere werden noch vermisst.

Überflutungen und Brände
Tote in der Türkei, Evakuierungen bei Athen

Extremes Wetter am Schwarzen Meer und am Mittelmeer: In der Türkei sind mindestens 77 Menschen bei Überflutungen ums Leben gekommen. Brände lodern dagegen nahe Athen in Griechenland und bei Jerusalem in Israel.

Russland
Waldbrände im Osten, Starkregen im Süden

Russland hat derzeit mit gleich zwei Naturkatastrophen zu kämpfen: Während in Jakutien Millionen Hektar Wald in Flammen stehen, sorgt Starkregen im Süden des Landes für Überschwemmungen.

Samstag, 27,März

Achtung. Änderung.

Voraussichtlich dürfen Buchhandlungen in Baden-Württemberg ab Montag, 29. März 2021 nur noch Click&Collect und Click & Meet anbieten, je nach Inzidenz ihrer Stadt oder ihres Landkreises.
Das Abholen an der Ladentüre und Ausliefern bestellter Ware (Click & Collect) ist generell weiterhin erlaubt, und bleibt es auch inzidenzunabhängig! 
Einkaufen mit Termin (Click & Meet) gestaltet sich komplizierter und darf in Landkreisen, in denen die 7-Tage-Inzidenz drei Tage in Folge über 100 liegt, nicht angeboten werden (Notbremse).

Wir halten Sie auf dem Laufenden.
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Nachdem ich schon fast 4.000 km mit dem Lastenrad geradelt bin,
stellte mir der Ulmer Radladen Pedaleur, das kleine Babboe-Baby ins Schaufenster.

Heute haben Geburtstag:
Heinrich Mann * 1871
Golo Mann * 1909
Hansjörg Schneider * 1938
Harry Rowohlt * 1945
Patrick McCabe * 1955
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Winfried Hermann Bauer
Frühlingsverlangen

Heiß erwartet
Treiben fleischig Knospen
Sie sind schon am Zerreißen
Der nackte Faun erwacht

Schamlos
Tropft die Zeit
Von nassen Zweigen
Der alte Mond schaut zu

Frech spreizt sich die Lust in dieser Nacht…
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Unser Buchtipp:

Stefan Casta (Test) und Maj Fagerberg (Illustrationen):
Die kleine Hummel baut ihr Nest
Übersetzt von Angelika Kutsch
Sauerländer Verlag € 13,00
Bilderbuch ab 3 Jahren

Ein weiteres Bilderbuch über die kleine Hummel.
Die Frühlingssonne wärmt die Erde. Brummend macht sich die kleine Hummel auf die Suche nach einem Nest. Bald schon werden die Larven schlüpfen und ein summender Schwarm kleiner Hummeln ausfliegen, um den Blütennektar von Apfelblüten, Glockenblumen und wildem Klee zu sammeln.

Wie schon im ersten Band lernen wir wieder viel über Hummeln, was sie sammeln, welche Blumen die passenden sind. Wie so ein Nest aussieht, wie sie aufwachsen und wer für was zuständig ist.

Der kindgerechter Text und die liebevolle Illustrationen ergänzen sich hier wieder ausgezeichnet.

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Die Earth Hour 2021 findet heute am Samstag, 27.März statt.
Um 20.30 Uhr Ortszeit gilt dann bei Millionen Menschen auf der ganzen Welt, tausenden Städten und Unternehmen für eine Stunde: Licht aus. Klimaschutz an.
Gemeinsam setzen wir so ein globales Zeichen für den Klimaschutz und einen lebendigen Planeten.

Donnerstag, 10.August

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Heute haben
Alfred Döblin * 1878
Milena Jesenská *1896
Jorge Amado * 1912
Emine Sevgi Özdamar * 1946
Geburtstag
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Christian Wagner (* 05.08.1835, † 15.02.1918)
Spätes Erwachen

So wie ein Mensch nach lärmendem Gelag
Noch spät zu Mitternacht nicht schlafen mag
Und seine Ruh′ erst findet knapp vor Tag,

Und süß erst schläft bei hellem Morgenschein,
So reichte in die Jugend mir hinein
Versäumter Schlaf von einem vorigen Sein.

O wüßt′ ich doch, was mich nicht schlafen ließ!
Ob mich ein Gott vom Bacchanal verstieß?
Ob ich betrunken kam vom Paradies?
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Ein Bilderbuchtipp für die ganze Familie:

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Anne Kostrzewa
Illustriert von Inka Vigh
„Nasengruß und Wangenkuss“
So macht man Dinge anderswo

Sauerländer Verlag  € 14,99
Bilderbuch ab 5 Jahren

Was wir kennen und verstehen, müssen wir nicht fürchten!

In diesem farbenfrohen Bilderbuch gibt es Vieles zu entdecken. Schon im Vorwort (wann gibt es schon in einem Bilderbuch ein Vorwort) sind folgende Wörter fett hervorgehoben:
Reisen, Wanderschaft, zu Hause, Unbekannte, weltweit, Lebensweisen, Kultur, Alltag, Vielfalt.
Daran lässt sich erkennen, wohin die Reise gehen wird. Und die Illustration zu diesem Vorwort versucht auch schon die ganze Welt einzufangen. Von fliegenden Drachen bis zu Hölzhütten. Vom blickenden PC zu den Pinguinen.
Das erste Thema heisst: „Warum migrieren Menschen?“ wird in folgende Abschnitte gegliedert: Sicherheit, Freiheit, Arbeit, Liebe.
Danach gibt es eine Doppelseite zu: „Was haben wir alle gemeinsam?“
Danach dann: „Wie fühlst du?“ und „Was isst du?“, „Woran glauben wir?“.
Gemeinsame und unterschiedliche Feste und Riten werden genauso erläutert und witzig illustriert, wie unsere Art uns auszudrücken. Wir sprechen natürlich nicht nur mit der Stimme. Unsere Gesten und Körperhaltung gehört auch dazu. Wieviele Sprache gibt es überhaupt? Begrüßungen mit Verbeugungen, Wangenkuss und Händeschütteln sind mit verschiedenen Ländern und Völkern verknüpft. Wie und wann überreichen wir welche Geschenke? Umgangsformen, Respekt und Konflikte und natürlich Spiele finden wir auch.
Was uns fremd ist, macht uns Angst. Wir haben jedoch sehr vieles gemeinsam.

„Wir alle brauchen Freunde und unsere Familie, sind manchmal traurig oder wütend. Wir feiern und spielen gerne. Wir freuen uns über Geschenke, möchten ein sicheres Leben in Freiheit führen, lachen gerne und wollen glücklich sein.
Die Vielfalt unserer Welt ist bunt und faszinierend. Gehe sie selbst entdecken! Überall auf der Welt warten neue Freunde auf dich.“

Dienstag, 9.Mai

Heute haben
José Ortega y Gasset * 1883
Walter Dehmel * 1903
Richard Adams * 1920
Geburtstag.
Aber auch Sophie Scholl * 1921 und
Anne Sofie von Otter * 1955.
Und es ist der Todestag von
Friedrich Schiller + 1805
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Friedrich Schiller
Spruch des Konfuzius

Dreifach ist der Schritt der Zeit:
Zögernd kommt die Zukunft hergezogen,
Pfeilschnell ist das Jetzt entflogen,
Ewig still steht die Vergangenheit.

Keine Ungeduld beflügelt
Ihren Schritt, wenn sie verweilt.
Keine Furcht, kein Zweifeln zügelt
Ihren Lauf, wenn sie enteilt.
Keine Reu, kein Zaubersegen
Kann die Stehende bewegen.

Möchtest du beglückt und weise
Endigen des Lebens Reise,
Nimm die Zögernde zum Rat,
Nicht zum Werkzeug deiner Tat.
Wähle nicht die Fliehende zum Freund,
Nicht die Bleibende zum Feind.
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Claudia Wiltschek empfiehlt:

Jan Birck:Zarah und Zottel
Ein Pony auf vier Pfoten
Sauerländer Verlag € 9,99
ab 6 Jahren

Zarah ist wütend und traurig und allein. Mama und sie sind umgezogen, in eine neue Wohnung, in einem neuen Viertel. Mama hat keine Zeit für sie, sie hämmert, putzt und bohrt Löcher in die Wände. Wenn sie das nicht tut, muss sie am Tag schlafen, weil sie oft in der Nacht als Notärztin Dienst hat. Da passt dann die Nachbarin Frau Heuschkel auf sie auf, die aber dann so laut schnarcht, dass Zara nicht schlafen kann.
Sarah geht raus auf den Hof, wo schon einige Kinder sind und stellt sich ganz mutig: „Hallo, ich heiße Zarah und bin neu hier“ vor, bekommt aber prompt die Antwort von Hubert: „Geh wieder dahin, wo Du hergekommen bist.“
Tja, das macht wenig Mut und Zarah tritt den Rückzug an, nimmt ihre Indianerbücher zur Hand und weiss nun wiees ihr besser gehen würde: Ein Pferd muss her! Mama ist über diese Lösung wenig begeistert. So zieht Zarah alleine los, landet in einem Laden für Alles und der nette Herr hat tatsächlich ein Pony für Zarah, das er ihr zum Ausprobieren mitgibt. Sarah steigt begeistert auf, das Pony wedelt mit dem Schwanz und hebt das Bein zum Pinkeln. Stolz stellt sie ihr Pony den Kindern im Hof vor, aber alle lachen sie aus, weil das Pony Hundefüße hat……
Zarah aber ist glücklich mit ihrem Pony, Mama etwas irritiert und das Blatt im Hof wendet sich, nachdem Hubert von seinem Skateboard stürzt, heulend und schreiend im Hof liegt, denn Mama ist ja Notärztin!

Eine erfrischende, zauberhafte Geschichte, von kindlichen Sehnsüchten nach Freundschaft und Geborgenheit, mit Illustrationen, die vor Witz nur so sprühen und auch den Großen riesig Spaß beim Anschauen bereiten.
Perfekt zum Vorlesen und auch zum ersten Selberlesen.

Dienstag, 14.März

Heute haben
Peter Paul Zahl * 1944
Jochen Schimmang * 1948
Christian Dithfurth * 1953
Geburtstag
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Der Gedichte Kalender hat heute nur drei Strophen abegedruckt.

Wilhelm Raabe
Wenn über stiller Heide

Wenn über stiller Heide
des Mondes Sichel schwebt,
mag lösen sich vom Leide
Herz, das in Leiden bebt.

Tritt vor aus deiner Kammer
und trage deinen Schmerz,
trage des Weltlaufs Jammer
der Ewigkeit ans Herz.

Das Ewige ist stille,
laut die Vergänglichkeit;
schweigend geht Gottes Wille
über den Erdenstreit.

In deinen Schmerzen schweige,
tritt in die stille Nacht;
das Haupt in Demut neige,
bald ist der Kampf vollbracht.

Schweige in deinem Schmerze,
geh vor aus deinem Haus
und trag dein armes Herze
an Gottes Herz hinaus.

Weil‘ nicht im dunklen Walde,
zwischen den Tannen nicht;
über die freie Halde
trag deinen Schmerz ins Licht.

Wenn hinter dir versunken,
was Ohr und Auge bannt,
dann hält die Seele trunken
das Firmament umspannt.

Wie aus dem Nebelkleide
der Mond sich glänzend ringt,
so aus dem Erdenleide
aufwärts das Herz sich schwingt.

O Heide, stille Heide,
wie sehnet sich hinaus
zu dir das Herz im Leide,
gefangen Herz im Haus!
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Stefan Casta:Das kleine Hummelbuch
Mit Illustrationen von Maj Fragerberg
Sauerländer Verlag € 12.99
ab 6 und auch für alle Großen

Viele Bücher sind mittlerweile über die Bienen erschienen, das ist auch notwendig, haben wir doch endlich hoffentlich verstanden, dass wir ohne diese wertvollen intelligenten Tierchen nicht leben können. Nun kommen die Hummeln, die genauso wichtig sind und wir sehr wenig über diese kleinen Brummerchen wissen.
Also es gibt: Erdhummeln, Distelhummeln, Baumhummeln, Feldhummeln, Deichhummeln, Ackerhummeln, Mooshummeln, Alpenhummeln, Waldhummeln, Sandhummeln, Obsthummeln … und noch viele mehr, es hummelt ganz vielseitig um uns herum.
Hummeln bauen ihre Nester im Boden und die Königin baut kleine niedliche Töpfchen, in die sie ihre Eier legt und setzt sich wie ein Huhn zum brüten drauf. In anderen Töpfchen wird der Honig aufbewahrt, der im Gegensatz zu den Bienen nicht als Vorrat dient, sondern bei Bedarf verzehrt wird, deswegen sind sie wohl auch so pummelig. Die Männchen duften vor der Paarung nach Lindenblüten, andere ein bisschen wie Zitrone. Wir merken, dass die Hummel für uns bis jetzt ein kleiner netter Brummer war, und mit diesem Büchlein tauchen wir in das wundersame, faszinierende Hummelreich ein.
Der Text ist so liebevoll und kindgerrecht, die traumhaften Zeichnungen lassen uns in das Tier- und Pflanzenreich eintauchen und die Hummeln, sind kleine Wesen, ohne kitschig zu wirken. Ich weiss nun auch endlich, dass Hummeln stechen können, aber ganz selten, weil sie eher gemütlich sind und dass es tatsächlich Hummelhonig gibt!
Liebe Eltern, macht Euch und Euren Kinder im Frühling ein schönes Geschenk, und dann wisst ihr auch, dass im Frühling die Hummeln am größten sind, weil sie alle Königinnen sind. Also verehrt sie auch dementsprechend, damit sie ein grosses Volk bilden können.

Dienstag, 7.Juni

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Heute haben
Mascha Kaleko * 1907
Orhan Pamuk * 1952
Louise Erdricj * 1954
Fred Vargas * 1957
Geburtstag.
Aber auch Ckaus Peymann.

Anja Reiprich hat dieses Jugendbuch auf die heute Speisekarte gesetzt:

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Jessi Kirby:Mein Herz wird dich finden
Sauerländer Verlag € 16,99
Jugendbuch ab 14 Jahren

Mia und Jacob sind unzertrennlich. Doch dann hat Jacob einen tödlichen
Autounfall und für Mia ist nichts mehr so wie es war. Sie zieht sich zurück,
bricht den Kontakt mit Ihren Freunden ab, will eigentlich nur noch alleine sein.
Da ihre grosse Liebe Organspender war, beginnt sie zu recherchieren, wer Dank
Jacob weiterleben kann. Sie schreibt Briefe und nimmt Kontakt auf, bekommt auch
meistens eine Antwort. Doch eine Person hat sich nicht zurückgemeldet, derjenige
der sein Herz nun trägt. Sie weiss, dass Sie es nicht darf, aber es lässt ihr keine Ruhe, sie möchte wissen wer das Herz bekommen hat. Sie geht noch einen Schritt weiter und fährt zu dem Jungen hin, möchte ihn sehen und kennenlernen.
Nervös und etwas neben der Spur fährt sie zu dem Laden, in dem Noah arbeitet. Sie
trifft ihn zum ersten Mal im Cafe und es erwischt sie vom ersten Augenblick an.
Von da an treffen die beiden sich immer öfters, unternehmen viel und verlieben
sich. Mia weiss, dass es eigentlich nicht sein darf, zudem Noah auch nicht weiss
wer sie ist. Doch Noah hilft ihr ins Leben zurückzufinden und das ist für sie
gerade sehr wichtig..

Eine wunderbare Herzschmerz Liebesgeschichte für alle Mädchen ab 14 Jahren.

Und wer danach noch mehr von der Autorin lesen möchte, dem empfehle ich das
Vorgänger Buch “ Dein eines, wildes, kostbares Leben“.
Viel Spass beim Lesen!

Leseprobe
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Werner Färbers Ungereimtheiten

Gauland als Nachbar?

Kaum hatt‘ es sich herumgesprochen,
dass Gauland zög‘ hier in ein Haus,
löste dies nach ein, zwei Wochen
’ne große Flüchtlingswelle aus.
Die Nachbarschaft hatte gehört,
Gauland spräche wie ein Rassist.
Das hat dann alle so gestört,
dass er nun ganz allein dort ist.

Der Angsthase

Meister Lampe hockt und zittert,
weil er hat Gefahr gewittert
sehr bedrohlich und ganz dicht –
eine Flucht hilft ihm wohl nicht!

Packt ihn gleich der böse Fuchs?
Wird er verspeist von einem Luchs?
Er hat vor Angst nicht hingesehen.
Ist es nun bald um ihn geschehen?

Schon vernimmt der Hase Schritte!
»Verschon’ mein armes Leben bitte«,
haucht der Mümmelmann sehr leise
in höchst flehentlicher Weise.

Mit großen Kulleraugen schauend
und zugleich behäbig kauend,
fragt ihn muhend eine Kuh:
»Was für’n Hasenfuß bist du?«

Als er sieht den Pflanzenfresser,
geht’s dem Hasen wieder besser.
Ziemlich kühn, beinah verwegen,
wagt er nun wieder sich zu regen.
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Heute abend ab 19 Uhr.
Clemens Grote liest aus vier neuen Büchern.
Dieses Mal stehen Erzählungen im Mittelpunkt.

Robert Macfarlane: Alte Wege
Colin Barrett: Junge Wölfe
Sasa Stanisic: Fallensteller
und Judith Hermann: Lettipark

Wir freuen uns auf Ihr/Euer Kommen.

Donnerstag

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Heute haben
Anna Seghers * 1900
Max Kruse * 1921
Elisabeth Reichart * 1953
Geburtstag

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Unsere Kinderbuch Expertin Anja Reiprich empfiehlt:

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Mary Norton:Die Borger
Aus dem Englischen von Christiane Jung
Neu illustriert von Emilia Dziubak
Sauerländer Verlag € 14,99
Hörbuch gesprochen von Katharina Thalbach € 16,95

Die Borger sind ein kleines Volk und leben meistens in großen Häusern unter den Küchendielen, Teezimmerfussböden oder Speisekammerdielen. Und was sie zum Leben brauchen, borgen sie sich aus. Das oberste Gebot ist jedoch, man darf sie beim Borgen nicht erwischen. Das Buch erzählt die Geschichte der letzten Familie Borger, bestehend aus Vater Pod, Mutter Homily und Tochter Arriety. Arriety war noch nie beim Borgen dabei und Pod nimmt sie diesmal mit mulmigen Gefühl zum Borgen mit, denn Schnelligkeit ist gefragt. Und es kommt wie es kommen musste.
Arriety ist von der „Aussenwelt“ so beeindruckt, dass Sie nicht schnell genug wieder ins Versteck kommt und wird von dem Jungen, der im Haus wohnt gesehen…

Mehr möchte ich von der Geschichte gar nicht verraten, es lohnt sich dieses geheimnisvolle kleine Volk zu entdecken und mitzufiebern. Zum Vorlesen ab 7 Jahren und zum Selberlesen ab 9 Jahren geeignet.
Im Februar erscheint Teil 2.

Leseprobe

Mary Norton wurde 1903 in London, England, geboren und wuchs in einer alten georgianischen Villa in der Grafschaft Bedfordshire auf, dem Manor House. Dieses Haus und die Erinnerung an seine Ecken und Winkel waren Ursprung und Schauplatz für Mary Nortons berühmte Geschichten über die Borger. 1952 erschien ›Die Borger‹, der erste Band über Pod, Homily und Arrietty Clock, der noch im selben Jahr mit der begehrten Carnegie Medal ausgezeichnet wurde. Mary Norton zählt zu den führenden englischen Kinderbuchautorinnen der Nachkriegszeit. Sie starb 1992.
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Pressegespräch mit Manfred Spitzer bei uns in der Buchhandlung.
Morgen findet ab 19:30 sein Vortrag „Cyberkrank“ in der Ratiopharm Arena in Neu-Ulm statt.

http://www.regio-tv.de/video/393445.html

Samstag

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Heute haben
Dorothea von Schlegel * 1764
August von Platen * 1796
Zsuzsa Bánk * 1965
Geburtstag.
Herzlich Glückwunsch zum Festtag, liebe Zsuzusa Bánk.
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Unser Buchtipp für die bunten Herbsttage.

Philip Stead und Erin A. Stead:Als Bär erzählen wollte
Aus dem Amerikanischen von Uwe-Michael Gutzschhahn
Sauerländer im S.Fischer Verlag € 14,99
Bilderbuch ab 3 Jahren

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Philip Stead als Texter und hauptsächlich Erin Stead als Malerin tauchen immer wieder auf dem deutschen Bilderbuchmarkt auf. Zurecht. Sie wurden mit der Caldecott Medaille ausgezeichnet, der höchsten Würdigung für Bilderbücher auf dem us-amerikanischen Buchmarkt.
Auf unserem Blog finden Sie Besprechungen zu „Und dann ist Frühling!“, das jetzt nicht in die Jahreszeit passt. „Wenn du einen Wal sehen willst“ und natürlich die wunderschöne, sentimentale Geschichte um den kranken Tierwärter, der von seinen Schützlingen Besuch bekommt, weil er sich doch sonst so fürsorglich um sie kümmert. („Der Tag, an dem Amos Goldberg zu Hause blieb“). Diese Bilderbücher enstanden in verschiedenen Kombinationen von Textern und Illustratoren und gehören in jede Bibliothek
Das Frühlingsbuch passt im Moment nicht so richtig, am 24.(!)10., dafür aber das neue, über einen Bären, der eine Geschichte erzählen will. Gemeinsam zusammensitzen, es sich gemütlich machen und Geschichten erzählen. Was gibt es Schöneres. Gerade in diesen Wochen, wenn die Nächte immer länger werden (Achtung! Ab Sonntag gilt die Winterzeit und es wird noch früher dunkel) und wenn draußen die Kälte hochzieht.
Bär möchte eine Geschichte erzählen, trifft die kleine Maus, die jedoch keine Zeit hat. Ist es doch so knapp vor dem Winterund sie muss sich noch ein Nest bauen, um darin überwintern zu können: Bär hilft ihr und wackelt weiter. Aber auch die Ente hat keine Zeit, sie bereitet sich auf ihren Flug in den Süden vor. So geht es Bär mit all seinen Freunden, dem Frosch, dem Maulwurf,  und wird seine Geschichte einfach nicht los. Der Winter kommt, er legt sich hin und schläft unter einer dicken Schneedecke ein. Als die Frühlingssonne ihn weckt, sind seine Freunde alle schon eifrig am Arbeiten und warten auf Bärs Geschichte. Doch er hat sie vergessen. Was tun? Sie setzen sich zusammen und Bärs Freunde erzählen ihm eine Geschichte, von einem Bären, der seinen Freunden eine Geschichte erzählen will.
Eine Endlosgeschichte, prima zum Vorlesen und zum Weitererzählenlassen.


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Morgen gibt es wieder Sonntagsskizzen von Detlef Surrey.
Diesmal vom Skizzenfestival in Stralsund im Sommer 2012.

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Montag

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Heute haben
Catharina Regina von Greiffenberg * 1633
Edith Sitwell * 1887
Geburtstag.

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Ein ganz besonderes Buch ist unser heutiger Buchtipp.
Bilderbuch für Kinder, oder für Erwachsene?
Nein, für alle und in seiner Aussage sehr aktuell.

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Armin Greder: „Die Insel
Eine alltägliche Geschichte“
Sauerländer/S.Fischer Verlag € 16,99

Der Schweizer Autor und Zeichner Armin Greder, der lange Jahre in Australien und jetzt in Lima lebt, gibt hier uns einen brandaktuellen Stoff in die Hand und macht es uns nicht leicht damit. Mit seinen sehr ausdrucksstarken Zeichnungen, seinen dunkelblauen Wellen, die sich bedrohlich mehrfach über Doppelseiten hinwegziehen, seinen fast karikaturhaften Fratzen der Inselbewohner, trifft er genau die jetzige Stimmung in unserem Land. Bemerkenswert, dass diese Buch 2002 zum ersten Mal erschienen ist.
Ein Fremder taucht auf einer Insel auf. Er ist anders. Er ist nackt. Er ist nicht wie die Inselbewohner. Dieser Fremde steht am rechten Rand, klein auf einer Doppelseite und schlagen wir um, so sehen wir eine Menschenmenge, die fast die Doppelseite ausfüllt. Diese Menschen schauen verstört, verängstigt, auch gewaltbereit und gehen mit Mistgabeln und Harken bewaffnet auf diesen Fremden zu. Sie wissen überhaupt nicht, mit dieser neuen Situation umzugehen und meinen, dass es wohl besser wäre, wenn er wieder weggehen würde. Es würde ihm hier auf dieser Insel sowieso nicht gefallen. So weit weg von seinen eigenen Leuten. Nur eine Stimme, die mehrfach auftaucht, mahnt. Es ist der Fischer, der nie abgebildet ist. Aber er weiss, wie es auf dem Meer aussieht und dass es der Tod des Fremden wäre, ihn wieder hinauszuschicken. „… und den möchte ich nicht auf dem Gewissen haben. Wir müssen ihn aufnehmen.“
So geschieht es auch. Sie sperren ihn in einen unbenutzten Ziegenstall und gehen ihrer normalen Arbeit nach. Sie versuchen ihn zu vergessen, was ihnen aber nicht gelingt, da schon die Kinder diese neue Situation nachspielen. Als der Fremde eines Tages in der Ortschaft erscheint, ist der Schrecken groß, wie eine verängstigte Figur, die an den Schrei von Munch erinnert, zeigt. Die Bewohner packen ihn und schreien ihn an, bis sie hören, was der Fremde zu sagen hat. Er habe Hunger, er habe seit Tagen nichts gegesssen, meint er und der Fischer sagt, dass sie ihm helfen müssen. Aber durchfüttern geht nicht, sagen die anderen und versuchen ihn als billige Arbeitskraft einzustellen, damit er ihnen nicht auf der Tasche liegt.
Doch die Stimmung kippt, der Hass auf den Fremden, von dem vielleicht eine große Gefahr für die Inselbewohner ausgehen könnte, schwillt weiter an, bis die Situatuion eskaliert.
Armin Greder hat hier ein beeindruckendes Bilderbuch geschrieben und gezeichnet, das für (mehr) Menschlickeit plädiert, in einer Zeit, in der Ängste geschürt werden. Gleichzeitig ist unsere Welt voller Kriege, in denen wir als reiche Länder involviert sind, ohne dass wir es auf den ersten Moment wahrhaben wollen. Und so ist es unsere Pflicht, dass wir uns diesen Menschen annehmen, obwohl dies nicht leicht werden wird und Konflikte schon vorprogrammiert sind.
Heribert Prantl hat ein Nachwort zu diesem Buch geschrieben und mahnt uns, diese fremden Menschen wie unsereins zu behandeln, denn sie sie brauchen Hilfe und haben Angst in dieser fremden, neuen Welt. Es ist eine alltägliche Geschichte, wie der Untertitel sagt und das Ende zeigt große Parellen zur Politik der EU, die sich abschotten will, eine große Mauer um ihre Insel errichtet, damit sie nicht belästigt wird von dieser neuen Situation, obwohl sie sich schon seit Jahrzehnten angekündigt hat. Sollen sich doch anderen Länder darum kümmern.

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Illustration aus: Die Insel von Armin Greder
© S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main, 2015
erstmals erschienen 2002 im Sauerländer Verlag