Mittwoch, 16.März

Die Bilderbuch-Autorin/ -Illustratorin Antja Damm schreibt:
„Ich bin traurig und hilflos dieser ganzen Situation gegenüber, da schnitzt man eben solche Figuren, die beten …“

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Wir brauchen Verstärkung für unsere Buchhandlung.
Wer hat Lust uns in Teilzeit zu unterstützen?

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Heute haben
César Vallejo * 1892
Sybille Bedford * 1911
Tiziano Scarpa * 1963
Zoe Jenny * 1974
Geburtstag
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John Höxter
Pro domo

Wenn ich wollte, was ich könnte,
Könnt’ ich eher, was ich wollte;
Doch wie will ich wollen können,
Und wie kann ich können wollen
Ohne Muß zum Können wollen,
Da man wollen kann, wer muß!
Müßt’ ich wirklich, was ich müssen wollte,
Könnt’ ich sicher, was ich können muß.
Seht! Ein Mann, der manches können könnte,
Wenn der gute Mann nur wollen wollte.
Er verstummt und macht vorzeitig Schluß,
Weil (nach Nathan) kein Mensch müssen muß!
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Unser Romantipp:


Laurent Petitmangin: „Was es braucht in der Nacht
Aus dem Französischen von Holger Fock und Sabine Müller
dtv € 20,00

Trauer liegt über der kleinen Familie, seit die Mutter an Krebs gestorben ist. Der Vater arbeitet als Monteur bei der Bahn und versorgt nun seine beiden Jungs Fus und Gillou, 10 und 7, organisiert den Haushalt und kümmert sich um die Erziehung. Fußball ist ein wichtiges Thema und so sind die Wochenende ausgefüllt mit den Transporten zu den Spielen, da Fus ein sehr talentierter Spieler ist. Leicht ist das nicht, aber es geht eine zeitlang sehr gut, bis Fus in der Schule schlechter wird und er nicht an einer Universität in Paris studieren kann, sondern wohl in der Provinz bleiben muss. Als der Vater entdeckt, dass sein Ältester in die rechtsradikale Szene abdriftet und seinen kleinen Bruder auch immer wieder zu seinen Kumpels mitnimmt, bricht für den Vater, als linker Gewerkschaftler, sein Weltgebilde zusammen.
Wie kann er damit umgehen? Ist das nur eine Phase und wie tief steckt Fus wirklich in der Szene? Wie kann sein kleiner Bruder Gillou auf den Großen einwirken? Wie geht der Vater damit um?
Das Ganze endet in einer großen Tragodie und trotzdem bleibt zwischen den Dreien eine Verbindung.
Ein bewegender, schmaler Roman, der ein aktuelles Thema zu Papier bringt.

Der Roman wurde in ein Dutzend Sprachen übersetzt und verfilmt.

Samstag, 15.Januar


Heute haben
Moliere * 1622
Franz Grillparzer * 1791
Walter Serner * 1889
Ossip Mandelstam * 1891
Franz Fühmann * 1922
Geburtstag
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„Zynismus: Äußerster Mangel an Einseitigkeit.“
Walter Serner
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An meinem freien Samstag ist u.a. lesen angesagt.
Im Moment:

Laurent Petitmangin: „Was es braucht in der Nacht
Aus dem Französischen von Dr. Holger Fock und Sabine Müller
dtv € 20,00
Das Buch erscheint Mitte März

Dies schreibt der Verlag:
Fus und Gillou, 10 und 7, sind sein ganzer Stolz. Doch als seine Frau stirbt, steht er mit seinen Jungs allein da. Die Arbeit als Monteur, Haushalt, Erziehung: Er gibt sein Bestes, bringt die Jungs zum Fußball, zeltet mit ihnen in den Ferien. Die ersten Jahre läuft alles glatt. Nur Fus wird in der Schule schlechter, sodass er danach nicht in Paris studieren kann. Der Vater tröstet sich damit, dass sein Ältester nicht wegzieht – bis er entdeckt, dass der 20-Jährige neuerdings mit einer rechtsextremen Clique rumhängt. Wie fühlt man sich, wenn der Sohn in falsche Kreise gerät? Was kann man tun? Er weiß sich nicht anders zu helfen, als mit erbittertem Schweigen seine Missbilligung kundzutun. Ein Drahtseilakt, der in einer Tragödie gipfelt.

Die Verzweiflung des Vaters ist auf jeder Seite zu spüren und vieles, was nicht angesprochen wurde, verdecktgehalten, eskaliert gegen Ende hin.
Ich bin auf den Schluss des Romanes gespannt.