Dienstag, 19.Oktober

Alma bastelt

Heute haben
Choderlos de Laclos * 1741
Miguel Angel Asturias * 1899 (Nobelpreis 1967)
Hilde Spiel * 1911
John Le Carré * 1931
Geburtstag
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„Der Wiener ist ein Träumer.
Hilde Spiel
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Ein Rätselspaß für die ganze Familie:


Norbert Pautner: „Landkarten
Rätselbuch für Kinder ab 10 Jahren
Topp Verlag € 10,00

Straßennamen erraten und auf der Karte finden, ein Tier auf der Karte entdecken, Fehler auf Karten finden, Malen nach Zahlen und dann die Motive auf der Karte finden, Kreuzworträtseln, Bildrätseln, Puzzle-Teile auf der Karte finden und mit einem Riesen-Rätsel-Karte zum Ausklappen.
Norbert Pautner hat mit diesem Buch/Heft seine Landkartenrätsel für Kinder erweitert, aber gleichzeitig ein Spaß für die ganze Familie geschaffen. Dabei beutzt er aktuelle Stadtpläne, die U-Bahn-Karte von München, alte, historische Landkarten, Städtesilhouetten und die verschiedensten Ansichten auf berühmte Stadtteile, wie z.B. Manhattan.

Schauen Sie sich die Leseprobe an.
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Der Deutsche Buchpreis 2021 ist vergeben:


Die blaue Frau“ von Antje Rávik Strubel wurde mit dem Deutschen Buchpreis 2021 ausgezeichnet.

Damit hat die Jury sich doch noch ein Herz gefasst und ein Buch ausgewählt, das politisch haargenau in unsere Zeit passt. Antje Rávik Strubel benutzt dafür eine sehr präzise, genaue Sprache, die die Gefühlslage der jungen Frau herausstellt. Sie, die in ihrer Heimat missbraucht wurde und vom Osten in den hohen Norden nach Finnland reist, dort unter prekären Bedingungen arbeitet und lebt. Ihr Verhältnis zu einem aufgeschlossenen, intellektuellen Mann ist eines der zentralen Themen in diesem Buch. Frau Strubels Text umfasst Themen wie Ost-West, Gewalt gegen Menschen und speziell gegen Frauen, die Welt von Geflohenen Menschen, die kein Zuhause mehr haben. Gleichzeitig aber auch das Innenleben einer jungen Frau, die mit ihrem Trauma zu kämpfen hat und versucht in diesem Europa wieder Fuß zu fassen und dabei auch feststellt, dass die Denk- und Handlungsweisen von Männern und Frauen sehr unterschiedlich sind. Und immer wieder taucht die blaue Frau auf, als Gegenstück zur realen Welt, in der viele Menschen versuchen ihr Glück zu finden und schwer damit zu kämpfen haben.

Eine gute Wahl der Jury, die damit auf die Autorin aufmerksam macht, die schon viele Romane geschrieben hat, als Übersetzerin arbeitet und sich auch politisch immer wieder zu Wort meldet.

Antje Rávik Strubel: „Die blaue Frau
S.Fischer Verlag € 24,00

Montag, 11.Oktober

Heute haben
Conrad Ferdinand Meyer * 1825
Gertrud von Le Fort * 1876
Francois Mauriac * 1885
Boris Pilnjak * 1894
Geburtstag
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Conrad Ferdinand Meyer
Zwei Segel

Zwei Segel erhellend
Die tiefblaue Bucht!
Zwei Segel sich schwellend
Zu ruhiger Flucht!

Wie eins in den Winden
Sich wölbt und bewegt,
Wird auch das Empfinden
Des andern erregt.

Begehrt eins zu hasten,
Das andre geht schnell,
Verlangt eins zu rasten,
Ruht auch sein Gesell.
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Harald Welzer: „Nachruf auf mich selbst
Die Kultur des Aufhörens
S.Fischer Verlag € 22,00

Harald Welzer, Zukunftsforscher, Autor, Direktor von Futurzwei, streitbarer Intellektueller, der sich u.a. mit Nachhaltigkeit und Klimawandel beschäftigt, stellt fest, dass unsere Kultur kein Konzept vom Aufhören hat. Deshalb baut sie Autobahnen und Flughäfen für Zukünfte, in denen es keine Autos und Flughäfen mehr geben wird. Harald Welzer hatte einen Herzinfarkt und macht sich deshalb Gedanken über die Endlichkeit des eigenen Leben und die Endlichkeit vieler unserer Ideen. Warum arbeitet unsere Industrie immer noch so, als gäbe es keine Endlichkeit von Rohstoffen? Warum leben wir weiter so, obwohl die Erde unseren Wohlstand nicht mehr verarbeiten kann? Unser Leben könnte durch Weglassen und Aufhören besser werden. Unsere Kultur hat den Tod genauso zur Privatangelegenheit gemacht, wie sie die Begrenztheit der Erde verbissen ignoriert.
Welzer zieht alle Register seines Wissen, zitiert Marx und Arendt, redet u.a. mit Reinhold Messner und einer Sterbebegleiterin und bringt sich selbst immer wieder mit seiner Infarkterfahrung ins Spiel.
Ich habe das Buch fasziniert gelesen und die große Bandbreite der Argumente, vom Urmensch bis in die Gegenwart, von der Philsosophie bis zur Hirnforschung, sehr genossen.
Für mich ein wichtiges Buch über unsere Zeit, warum wir so sind, wie wir sind und woran es liegt, dass wir uns mit Veränderungen so schwer tun.

Leseprobe

Mittwoch, 24.März





Dies schickte uns unser Verband Baden-Württemberg:

Sehr geehrter Herr Wiltschek,
bis spät in die Nacht tagten die Bundeskanzlerin und die Regierungschefs und Regierungschefinnen der Länder, heraus kamen zum Teil sehr strenge neue Maßnahmen, die wie üblich nun von der Landesregierung Baden-Württemberg umgesetzt werden müssen.
Da wir aber voraussichtlich erst am Wochenende die neuen rechtlichen Grundlagen haben werden, vorab die für uns wichtigsten Punkte im Überblick: 
Vom 1. bis 5. April 2021 soll es einen harten Lockdown geben.
Bis auf den Lebensmittelhandel im engeren Sinne soll alles geschlossen bleiben.
Was das genau bedeutet ist noch offen, wir müssen aber davon ausgehen,
dass am Gründonnerstag und Ostersamstag u.a. Buchhandlungen geschlossen bleiben.
Auch die Einordnung des Buchhandels in den Bereich der „Waren des täglichen Bedarfs“ wird nochmals überprüft werden. Anlass dafür ist vor allem die Entscheidung des OVG Münster, wonach in Nordrhein-Westfalen die bevorzugte Behandlung von Baumärkten, Blumenläden und eben auch Buchhandlungen als Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz gewertet und gerichtlich für unwirksam erklärt wurde. Wie diese „Überprüfung“ in Baden-Württemberg ausfällt, müssen wir abwarten.
Mit der geänderten Verordnung ist angesichts der rechtlichen Probleme erst am Wochenende zu rechnen, sie gilt dann voraussichtlich ab Montag, den 29. März 2021.
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Und trotzalledem gibt es von uns auch jetzt einen Buchtipp:


Sharon Dodua Otoo: „Adas Raum“
S.Fischer Verlag € 22,00

Endlich ist er da, der erste Roman der Bachmann-Preisträgerin.
Und was für den Debüt.
Ada lebt in vier Zeitebenen: Im 15.Jahrhundert, im 19.Jahrhundert, 1945 und 2019 im jetzigen Berlin.
Ada durchlebt vier verschiedene Leben und immer sind diese Biographien von Leid, Tod, Erniedrigung und Gewalt und Rassismus geprägt. Wie Sharon Otoo dieses Kapitel miteinander verknüpft, Verbindungen herstellt, Bezügung von jetzt in eine komplett andere Welt vor vielen Jahren herstellt, ist schon sehr gekonnt. So finden wir den täglichen Rassimus und Sexismus, der in den letzten Jahren sehr in die öffentliche Diskussion gekommen ist, schon immer und überall. Gleichzeitig erleben wir mit diesen Frauen Glück, Hoffnung und erfüllte Sehnsucht, die durch ein Armreif symbolisiert wird, der von Frau zu Frau gereicht wird.
Sharon Otoo hat diesen Roman in deutsch geschrieben, obwohl dies nicht ihre Muttersprache ist.
Ein kleines. großes Meisterwerk, das es zu entdecken gilt.

Leseliste von Sharon Dodua Otoo während sie „Adas Raum“ schrieb.

Interview auf dem Dach des S.Fischer Verlages.

Heute abend ab 19.30 Uhr im Literaturhaus Stuttgart
https://www.literaturhaus-stuttgart.de/event/adas-raum-4893.html
Bitte bis eine Stunde vorher Karten reservieren.

Sharon Dodua Otoos Bachmann-Rede von 2020: „Dürfen Schwarze Blumen Malen