Mittwoch, 2.Dezember


Frank Grillparzer
Dezemberlied


Harter Winter, streng und rauch,
Winter, sei willkommen!
Nimmst du viel, so gibst du auch,
Das heißt nichts genommen!

Zwar am Äußern übst du Raub,
Zier scheint dir geringe,
Eis dein Schmuck, und fallend Laub
Deine Schmetterlinge,

Rabe deine Nachtigall,
Schnee dein Blütenstäuben,
Deine Blumen, traurig all
Auf gefrornen Scheiben.

Doch der Raub der Formenwelt
Kleidet das Gemüte,
Wenn die äußere zerfällt,
Treibt das Innere Blüte.

Die Gedanken, die der Mai
Locket in die Weite,
Flattern heimwärts kältescheu
Zu der Feuerseite.

Sammlung, jene Götterbraut,
Mutter alles Großen,
Steigt herab auf deinen Laut,
Segenübergossen.

Und der Busen fühlt ihr Wehn,
Hebt sich ihr entgegen,
Läßt in Keim und Knospen sehn,
Was sonst wüst gelegen.

Wer denn heißt dich Würger nur?
Du flichst Lebenskränze,
Und die Winter der Natur
Sind der Geister Lenze!
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Das zweite Türle wird aufgemacht.
Auch hier wieder die Frage: Wer verhält sich gar nicht winterlich?

Ganz leicht, oder?
Wenn Sie wollen, schicken Sie uns Ihre Antwort über die Kommentarfunktion (hier unten auf der Blogseite) oder wieder per Mail: info@jastram-buecher.
Die gestrigen Antworten waren alle richtig. Es waren die Naturgedichte, die im Krimiregal nichts zu suchen haben. Ein Kommentar lautete jedoch, dass das mit der Natur im Moment schon ein richtiger Krimi ist. Stimmt!
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Unser Jahresrückblick

Vor einem Jahr brachte uns Rok seinen zweiten Gedichtband, der jetzt (ein Jahr später) in die zweite Auflage gegangen ist.

ROK: „fünf sterne für eine durchzechte nacht“
Eigenverlag € 12,00

billiges zimmer

das zimmer war nicht ohne grund
das billigste mit meerblick
und lavendelduft
das konzert der grillen zur
langsam fallenden dunkelheit
lenkt den blick nach draußen
auf das licht der fischerboote
am schwarzen horizont
einsamkeit der lust
der duft der sonne strömt aus dir
das flüstern der wellen
legt sich auf grün blaue augenblicke
fledermäuse fliegen lautlos
über uns
sie sind auf beute aus
warten auf den alles vernichtenden kuss

exil

in deiner nähe fällt schnee
fällt regen
bricht das eis
kommt sturm auf
starker wind hohe wellen
brennt die luft
heulen die wölfe
singt die nachtigall
kommt die flut

wenn du gehst

wenn du gehst spielt die zeit
verrückt für immer
tritt mich gegen die strömung
milchstraßenblues
der letzte tango der aasgeier
unter gewitterhimmel
die segel zerrissen
geisterschiffe treiben
auf stürmischer see
und ich sehe dein zartes gesicht
verpackt in freiheit
alles brennt
die häuser die felder die wolken
die bäume die blumen
die sehnsucht die kälte

Freitag, 9.Oktober

Heute haben
J.C.Powys * 1872
M.Zwetajewa * 1892
H.J.Schädlich * 1935
Geburtstag
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ROK
mokassin

der rote mond spiegelt
sich in deinen
winteraugen
im schatten von
millionen funkelnder
sterne
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Auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis:

Deniz Ohde: „Streulicht“
Suhrkamp Verlag € 22,00

„Ich sagte meiner Mutter auf dem Heimweg, welches Wort ich gehört hatte kurz vor dem Stoß. Ich fragte, was es bedeutete. Es ist ein Schimpfwort, sagte sie. Aber du kannst nicht gemeint sein. Du bist Deutsche.“

Aufgewachsen in einem Industrieviertel bei Frankfurt, beschreibt die 1988 geborene Autorin ihre Kindheit und Jugend in der Enge der Arbeitersiedlung mit einem schweigenden Vater und einer türkischen Mutter, die ihre Hoffnungen nach Freiheit schon längst begraben hat. Doppelt stigmatisiert durch ihre Adresse in der Siedlung und durch ihre „fremde“ Mutter, kämpft sie sich durch die Schule, stoßt immer wieder an unsichtbare Grenzen und findet daheim oft keinen Tros,t keine Hilfe.
Deniz Ohde hat für diese Geschichte, die sich hart, düster und deprimierend anhört, einen sehr klaren Ton gefunden. Sie erzeugt eine Atmosphäre, so dass ich mich als Leser sehr gut in die Situation des jungen Mädchens hineinversetzen konnte.
Der Großvater sitzt blind im Sessel, hat seine Arbeitertradition an den Sohn weitergegeben, schweigt und kann nichts wegwerfen. Beide Männer horten jedes Zettelchen, kaufen jedes Sonderangebot, bis die Wohnungen aus allen Nähten platzen. Der Alkoholkonsum des Vaters machen das Zusammenleben mit ihm nicht einfacher. Die Mutter hat sich arrangiert, bis sie es nicht mehr aushält. Und das Mädchen stößt immer wieder an unsichtbare Grenzen aus Standesdünkel, Rassismus und Gefühlskälte. Sie scheitert in der Schule, bis sie in einem zweiten Durchgang den Weg an die Universität schafft. Aber auch dort sieht sie sich mit alten Vorurteilen konfrontiert.
Deniz Ohde hat mit diesem Erstlingswerk ein sehr intensives Buch geschrieben, das durch die Sprache, ihren ruhigen, genauen Blick auf blinde Flecken unserer Gesellschaft heraussticht aus der Vielzahl der Romane junger SchristellerInnen.
Zurecht steht sie auf der Shortlist zum Dt. Buchpreis.

Weiter Auszeichnungen:
aspekte-Literaturpreis des ZDF (Shortlist) 2020
Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung 2020

Leseprobe

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Ich gratuliere Louise Glück zum Literaturnobelpreis und bin sehr gespannt auf ihre Gedichte. Der Luchterhand Verlag hat vor Jahren zwei Bände veröffentlicht, die natürlich im Moment nachgedruckt werden.
Ich bin gespannt.

Freitag, 24.April

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#NetzstreikFürsKlima – Jetzt online mitstreiken!

Zusammen mit Fridays For Future laut fürs Klima

Die aktuelle Virus-Pandemie zeigt uns: Um Krisen zu bewältigen ist es entscheidend, auf die Wissenschaft zu hören, solidarisch zusammenzustehen und entschlossen zu handeln. Genau dies gilt auch für die Klimakrise. Am 24.4. wären wir mit Fridays For Future zum globalen Klimastreik auf die Straßen gegangen – nun verlegen wir die Demonstration ins Netz. Beim Livestream for Future werden wir von zu Hause aus und doch alle gemeinsam laut fürs Klima! (Klick hier, um zum Stream zu gelangen)

Die Antworten der Politik auf die Krise müssen so gestaltet werden, dass sie unsere Wirtschaft und Gesellschaft langfristig gerechter, widerstandsfähiger und nachhaltiger machen. Wenn jetzt Hunderte Milliarden fließen, dann muss jedes Konjunkturpaket auch gezielt den Klimaschutz voranbringen. Wenn Du das genauso siehst, dann sei am 24. April um 12 Uhr beim großen Online-Streik von Fridays for Future dabei!

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Heute haben
Karl Leberecht Immermann * 1796
Anthony Trollope * 1815
Sue Grafton * 1940
Geburtstag
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Und heute das wunderbare zweite Gedicht von Rok:

blütenstaub

unter blühenden apfelbäumen
ein kalter atemzug
mit zitternden lippen und
taschen voller steine
gehen wir durch fremde gassen
sind das schiffe in der ferne
wo ist der hafen
der geruch von totem fisch
der hahn kräht mitten in der
nacht
weckt die schlafenden hunde
rasierklingenscharf durchschneiden
wir die einsamkeit
unserer betrunkenen sucht nach
lieben ohne schmerz

rok
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krimi

Helmut J. Bicheler: „Rache“
Kriminalinspektor Hintz und der tote Franzose
Edition Ulm-Krimi
Erhältlich bei uns in der Buchhandlung für € 10,00

Zum Buch

Der Kriminalroman beruht in Teilen auf einer wahren Ge-schichte. Das heißt: Manches ist wirklich so geschehen, man-ches hätte so geschehen können, manches wurde so kolportiert, und wiederum manches ist einfach nur der Phantasie des Autors entsprungen. Die Namen der Personen sind frei erfunden – mit Ausnahme der Personen der Zeitgeschichte.

Zum Autor

Helmut J. Bicheler ist in den 40er Jahren in der Ulmer West-stadt aufgewachsen. Als gelernter Buchhändler hat es ihn später in die Verlagsbranche gezogen, wo er bis zu seiner Rente ar-beitete. Er lebt im Allgäu und im Piemont. Dieser Kriminal-roman ist sein erstes größeres Werk.

Der Autor bedankt sich vor allem bei seinen Lektoren. Finden sich keine Fehler, ist das ihr Verdienst. Tauchen dennoch Fehler auf, so ist das einzig und allein die Schuld des Autors. Dank geht auch an Rudi Kübler, Dr. Andreas Lörcher und Karl Ulrich Scheib, ohne deren Veröffentlichungen die Idee zu diesem Buch nicht entstanden wäre, sowie an das Grafik-Büro mack&mack.

In Söflingen passiert drei Tage später ein abscheulicher Mord an zwei Jugendlichen. Wer steckt hinter dieser Tat? Und was hat der Mord mit einem toten Franzosen zu tun?
Kriminalinspektor Albert Hintz ermittelt.

Und heute kommt Teil 2:
(Vorwort und Kapitel 1 waren im gestrigen Eintrag)

2.

Er brauchte dringend etwas zu essen. In der Schlösslesgasse gab es Bäckereien. Hoffentlich waren sie nicht alle ausgebombt. Und wenn er erstmal seine Brezel hatte, dann, ja dann, ging manches wie von alleine. Er sah, wie Wümmer weiter vorne in der Weihgasse verschwand. Vielleicht war er doch nicht ganz so blöd …
Hintz lief durch die Kapellengasse, vorbei an der Wirtschaft „Zur Quelle“, wo im August vergangenen Jahres 20 Menschen ums Leben gekommen waren. Er war dabei, als die Opfer geborgen wurden. Das Jammern der Angehörigen klang ihm jetzt noch in den Ohren. Das sollte aber erst der Anfang sein. Es kam alles schlimmer, viel schlimmer.
Der Kriminalinspektor schaute nach links. Der Gemeinde-platz war der Treffpunkt der Söflinger Jugend. Ein paar Burschen standen jetzt schon zu früher Stunde an der Litfaß-säule, was sollten sie auch sonst tun? Unterricht gab es keinen, fast alle Schulen waren dem Erdboden gleich gemacht. Der Gemeindeplatz versprach Abwechslung. Hier war fast immer etwas geboten. Einer der Halbwüchsigen lehnte gegen die Säule und rauchte. Höchstens 13 war das Bürschchen, konnte der überhaupt gerade pinkeln? Hoffentlich hatte er die Hose zugebunden. Wobei: Zubinden hätte nicht viel genützt, er hatte wie die anderen kurze Hosen an.
50 Meter weiter, die Bäckerei hatte geöffnet. Als Hintz mit seiner Brezel zum Gemeindeplatz zurückkehrte, fiel ihm erst auf, dass die Straßenbahn gar nicht mehr fuhr. Klar, die Tramlinie war nach dem schweren Angriff vor etwas mehr als zwei Monaten, bei dem fast 200 Söflinger ums Leben gekom-men waren, eingestellt worden. Das hatte er völlig vergessen. Also, kein Fahrrad, keine Straßenbahn. Da blieb ihm wohl nichts anderes übrig, als die drei Kilometer in die Stadt zurück-zulaufen.

3.

Schau doch mal bei den Kollegen nach, Wümmer, ob in den vergangenen zwei Tagen irgendwelche Vermisstenfälle reingekommen sind.“
Wümmer setzte sich in Bewegung. Das konnte dauern. Das war Hintz klar. Denn Vermisstenfälle gab es en masse. Immer noch lagen Bombenopfer unter den Trümmern, die Bergungs-trupps waren abgezogen. Meist stieß man eher zufällig auf Leichen, wenn Arbeiter die Grundstücke entschutteten.
Hintz stand auf und ging zum Fenster. Frischluft rein lassen, würde den grauen Zellen gut tun. Der Südtrakt des Neuen Baus, wo er unterm Dachstuhl sein Büro hatte, war nur leicht beschädigt worden, während der Nordtrakt, der Teil, der zum Münsterplatz zeigte, ein Raub der Spreng- und Brandbomben geworden war. Beim Anblick des zerstörten Fischerviertels wurde ihm wieder eng ums Herz. Nur ein Bruchteil der Häuser in der Gerber- und Schwilmengasse stand noch, eine graue Steinwüste starrte ihm entgegen. In der Fischergasse war sein Ein und Alles in der Nacht des 17. Dezember 1944 umge-kommen: Klärle, seine Frau, und sein Augenschein, die 14-jährige Tochter Paula. Ihm liefen die Tränen über die Wangen. Er stand am Fenster. Sah nichts, hörte nichts. Spürte nur einen ungeheuren Schmerz in seiner Brust.
In Russland hatte sich seine Seele mit einer Hornhaut überzogen. Das hatte er geglaubt. Das ließ ihn letztlich auch überleben, nachdem Anfang August 1942 während der Kessel-schlacht bei Kalatsch die Bombe in nächster Nähe explodiert war. Fünf Kameraden waren sofort tot, er kam mit sieben anderen ins Lazarett. Der Arm war nicht mehr zu retten, aber er hatte Glück im Unglück und wurde ausgeflogen. Als Einarmiger war er nicht mehr fronttauglich, deshalb fing er nach etwa eineinhalb Jahren, nachdem die „Sache“, wie er seinen fehlenden Arm immer bezeichnete, einigermaßen verheilt war, wieder in seinem alten Beruf als Kriminaler bei der Ulmer Polizeidirektion an. Und dann kam der 17. Dezember …
Wie lange er so am Fenster stand? Minutenlang. Bis er hinter sich ein Räuspern hörte. Er drehte sich nicht sofort um, sondern fuhr sich mit der linken Hand übers tränennasse Gesicht. Wümmer war das nicht, der hätte sich nicht so zurückhaltend geräuspert, sondern mit seiner tollpatschigen Art einen Heidenlärm veranstaltet.
„Grüß Gott, Herr Hintz.“
Hörte sich auch nicht wie einer der Kollegen an, die begrüßten ihn nicht mit seinem Nachnamen. Für die war er ganz abschätzig der „Einarmige“. Das musste Frank sein. Polizeirat Hermann Frank, der vor drei Tagen von den Amis als kommissarischer Bürgermeister eingesetzt wurde, nachdem sich OB Friedrich Foerster, Kreisleiter Wilhelm Maier und Polizei-direktor Erich Hagenmeyer einen Tag vor dem Einmarsch der US-Truppen bei Nacht und Nebel aus dem Staub gemacht hatten. Frank war zwar auch Parteigenosse, andernfalls hätte er sich nie auf diesem Posten halten können. Aber Frank hatte sich eine menschliche Art bewahrt – was Hintz zu schätzen wusste. Der Polizeirat hatte ihm zwei Mal beigestanden, als seine „Kollegen“ auf ihm herumhackten, weil er nicht in die Partei hatte eintreten wollen.
Hintz schloss das Fenster, drehte sich herum. Es war Frank.
„Grüß Gott, Herr Bürgermeister. Was verschafft mir die Ehre an einem Samstagmorgen?“
„Nicht so förmlich, den ,Bürgermeister‘ können sie sich sparen. ,Herr Frank‘ reicht. Außerdem: Meine Tage als Bürgermeister sind sowieso gezählt. Wie Sie wissen, war ich Mitglied der NSDAP. Die Amis werden mich über kurz oder lang, wahrscheinlich eher über kurz, aus dem Amt entfernen. Was ich verstehen kann.“
Die etwas längere Ausführung hatte Hintz die Möglichkeit verschafft, sich noch einmal mit dem Taschentuch übers Gesicht zu wischen. Hoffentlich wurde er von Frank nicht auf seine rotverheulten Augen angesprochen. Das würde er jetzt nicht ertragen. Der Polizeirat wusste, dass er, Hintz, vom Schicksal stark gebeutelt worden war. Und Frank schwieg. Wieder ein Pluspunkt für den Polizeirat, dachte der Kriminal-inspektor, der sich jetzt wieder einigermaßen im Griff hatte.
„Aber Sie sind doch nicht deswegen unters Dach des Neuen Baus gestiegen, um mir Ihre Aufwartung als neuer Bürger-meister zu machen?“
„Nein, sicherlich nicht. Es hängt mit dem Fall zusammen, den Ihnen der Kollege Kriminalrat Braun aufgetragen hat. Die beiden Toten in Söflingen.“
„O, das hat sich aber schnell zu Ihnen herumgesprochen.“
„In der Tat, Hintz. Die alten Seilschaften sind immer noch am Werk. Wobei: Diese Information habe ich direkt von der US-Militärregierung erhalten. Der Stadtkommandant hat mich heute Morgen in der Villa Mendler antanzen lassen. Geschmack hat er, dieser Major George Mehlmann; er hat sich eines der schönsten Gebäude am Galgenberg ausgesucht. Na ja, das nur so nebenbei. Auf jeden Fall: Die Amis wussten bereits, dass zwei Leichen auf dem Friedhof aufgetaucht sind. Und, dass das eine Opfer erschlagen, das andere erschossen wurde. Stimmt das?“
„Ja, eindeutig ein Gewaltverbrechen. Schädelbruch und Kopfschuss, würde ich nach dem ersten Augenschein sagen. Ohne mich zu weit aus dem Fenster hängen zu wollen: Mord. Tatzeit: sehr wahrscheinlich gestern Abend. Das Blut war zwar getrocknet, aber die Leichen machten, wenn ich so sagen darf, einen relativ frischen Eindruck.“
„Sie Witzbold! Sonst noch was? Namen vielleicht?“
„Wir, der Kollege Wümmer und ich, sind erst am Anfang. Wir haben uns heute Morgen die Bescherung auf dem Friedhof angesehen. Mehr kann ich noch nicht sagen. Wümmer klärt gerade ab, ob die beiden als vermisst gemeldet wurden.“
„Sie Bedauernswerter! Sie bilden mit Wümmer ein Team. Ihre Kollegen haben das ganz geschickt eingefädelt. Mit dem Wümmer wollte keiner zusammenarbeiten, also hat man Ihnen den Einfaltspinsel aufs Auge gedrückt.“
Der Kriminalinspektor musste lachen. Auch Frank lachte kurz auf, um dann auf den eigentlichen Grund seines Besuchs zu kommen.
„Hintz, Sie können sich denken: Die Amis wollen genau wissen, wer hinter dieser Tat steckt. Die wollen die Mörder. Auch weil sie vermuten, dass die SS oder irgendwelche Werwolf-Gruppen Rache geübt und die beiden gemeuchelt haben.“
„Glauben Sie das auch?“, fragte Hintz.
„Es geht nicht darum, was ich glaube. Wir müssen den Fall klären. Das heißt: Sie müssen die Täter finden. Ich vertraue Ihnen voll und ganz. Die anderen in der Direktion sind Pfeifen, die wollen im Zweifel mehr vertuschen als aufklären. Der Ansatz der Amis war ja gut gemeint: die gesamte Polizei in der Wagnerschule für zwei Tage zu internieren. Aber was sind schon zwei Tage? Um manche der Kollegen umzuerziehen, braucht es eher Jahre und Jahrzehnte. Das werden die Amis schon noch merken.“
Etwas verlegen trat Hintz von einem Bein auf das andere. Puuuh, er wusste nicht, was er sagen sollte. Was er wusste: Er steckte bis zu den Knien im Schlamassel. Dennoch nickte er Frank zu.
„Also, dann hätten wir das geklärt. Wenn einer das schafft, dann Sie. Halten Sie mich auf dem Laufenden. Viel Erfolg und ade.“