Dienstag, 26.März

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Heute haben
Robert Frost * 1874
Tennessee Williams * 1911
Erica Jong * 1942
Patrick Süskind * 1949
Geburtstag
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Robert Frost
A Minor Bird

I have wished a bird would fly away,
And not sing by my house all day;

Have clapped my hands at him from the door
When it seemed as if I could bear no more.

The fault must partly have been in me.
The bird was not to blame for his key.

And of course there must be something wrong
In wanting to silence any song.
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Susanne Link empfiehlt:

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Raffaella Romagnolo: „Bella Ciao“
Aus dem Italienischen von Maja Pflug
Diogenes Verlag  €  24,00

Höre oder lese ich die Worte „Bella Ciao“, kommt mir direkt die Melodie der
Hymne der italienischen Partisanen aus den 40er Jahren in den Sinn.
Beeindruckend erzählt Raffaella Romagnolo von zwei Freundinnen, die sich aus
den Augen verlieren, zwei Weltkriege miterleben (Giulia schon in den USA und
Anita im Piemont)und sich 1946 wiedertreffen. Dieses halbe Jahrhundert erleben
wir intensiv mit.
I
ch habe das Buch einfach nur verschlungen. Wer Ähnlichkeiten mit Ferrantes vierteiliger Saga fürchtet, wird belohnt: diese ist viel besser.

Ostersamstag, 26.März

Heute haben
Robert Lee Frost * 1874
Tennessee Williams * 1911
Patrick Süskind * 1949
Geburtstag

Robert Frost

When I go up through the mowing field,
The headless aftermath,
Smooth-laid like thatch with the heavy dew,
Half closes the garden path.

And when I come to the garden ground,
The whir of sober birds
Up from the tangle of withered weeds
Is sadder than any words

A tree beside the wall stands bare,
But a leaf that lingered brown,
Disturbed, I doubt not, by my thought,
Comes softly rattling down.

I end not far from my going forth
By picking the faded blue
Of the last remaining aster flower
To carry again to you.
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Jenny Offill:Lucky!
Illustriert von Chris Appelhans
Aus dem Englischen von Sophie Birkenstädt
Aladin Verlag € 12,95
Bilderbuch ab 4 Jahre

Auf geht es zur großen „Fabelhaften Faultierschau“.
Aber bis es so weit kommt, dauert es noch ein wenig.
Das Mädchen im Bilderbuch wünscht sich nämlich ein Haustier. Entweder einen Vogel, ein Kaninchen, oder einen dressierten Seehund. Aber ihre Mutter ist gegen alle drei Vorschläge. Sie sitzt schreibend am Tisch und lässt sich erst nach einem Monat bitten und betteln erweichen, wenn man das Hautier nicht ausführen, wenn es nicht gebadet und gefüttert werden muss. Das lässt sich die kleine Tochter gleich mal schriftlich geben und bestellt sich ein Faultier, nachdem sie sich in der Bibliothek intensiv schlau gemacht hat, welches Tier denn passen könnte. (Nebenbei lernen wir, dass Faultier auf lateinisch Folivora heisst).
Ihre Mutter ist gar nicht begeistert. Aber versprochen ist versprochen und so landet Lucky (der im amerikanischen Original Sparky = lebhaft heisst) auf einem Ast, von dem er sich fast das ganze Buch nicht mehr herunterbewegt und seine Zeit im Dämmerschlaf verbringt.
Jenny Offil, deren Roman „Amt für Mutmaßungen wir schon auf unserem Blog vorgestellt haben, erzählt eine wunderbare Geschichte über eine große Freundschaft, zwischen zweien, die unterschiedlicher nicht sein könnten und von denen einer der beiden (eigentlich) den Erwartungen des anderen überhaupt nicht erfüllt.
Die Illustrationen von Chris Appelhans sind großartig. Es ist sein erstes Bilderbuch. Er arbeitet sonst für Walt Disney.
Wie die Freundin des Mädchen auf das Faultier reagiert und ob das was mit der großen Faultierschau wird, erfahren Sie im zweiten Teil des Bilderbuches.
Da kann ich nur viel Vergnügen bei den Verhandlungen um ein neues Haustier wünschen.


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Morgen gibt es die Sonntagsskizzen (29) von Detlef Surrey
Impressionen von Ostern auf Rügen

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Donnerstag

Die Römer wissen, wie es geht

Die Römer wissen, wie es geht

Heute haben
Robert Frost * 1874
Tennessee Williams * 1911
Erica Jong * 1942
Patrick Süskind * 1949
Geburtstag
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Robert Frost
A Minor Bird

I have wished a bird would fly away,
And not sing by my house all day;

Have clapped my hands at him from the door
When it seemed as if I could bear no more.

The fault must partly have been in me.
The bird was not to blame for his key.

And of course there must be something wrong
In wanting to silence any song.


A Boundless Moment

He halted in the wind, and – what was that
Far in the maples, pale, but not a ghost?
He stood there bringing March against his thought,
And yet too ready to believe the most.

‚Oh, that’s the Paradise-in-bloom,‘ I said;
And truly it was fair enough for flowers
had we but in us to assume in march
Such white luxuriance of May for ours.

We stood a moment so in a strange world,
Myself as one his own pretense deceives;
And then I said the truth (and we moved on) .
A young beech clinging to its last year’s leaves.
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Heute kommt der Buchtipp von Mitarbeiter Rasmus Gabriel Schöll:

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Matthew Thomas: „Wir sind nicht wir“
Aus dem Amerikanischen von Astrid Becker und Karin Betz
Berlin Verlag € 24,99
als EBook € 18,99
Im Original: „We Are Not Ourselves“ € 16,00

Bei diesem Buchtipp gibt es eine Gebrauchsanweisung.
1. Sie vertrauen mir, lesen die ersten Zeilen des Blogeintrags bis zur Inhaltsangabe, kaufen das Buch, lesen es ohne den Klappentext und das Drumherum zu beachten. Und haben sicherlich ein Leseerlebnis, wie es der Autor wollte.
Oder, 2., Sie machen einfach, was Sie wollen.
Also, am liebsten würde ich bei diesem Buch gar nicht verraten, um was geht. Aber als Buchhändler ist das wahrscheinlich keine so gute Idee. Als ich vor einigen Monaten das Leseexemplar mit nach Hause genommen hatte, habe ich gar nicht groß hinten und vorne rumgelesen, sondern mich einfach in die ersten Seiten gestürzt.
Und das war gut so.
Denn es ist eines dieser Bücher, die einen zu überraschen vermögen, wenn man nicht weiß, was kommt. Mich hat es sofort in den Bann geschlagen, wenn auch zu Beginn etwas schleichend, beginnt es schnell an Fahrt zu gewinnen und lässt einen bis
zur letzten Seite nicht mehr los.
Mit „Wir sind nicht wir“ hat Matthew Thomas in den USA sein Erstling vorgelegt und hat sogleich für ordentliches Aufsehen gesorgt. Er wird mit Jonathan Franzen verglichen und das sicherlich nicht zu Unrecht. “ Wir sind nicht wir“ ist ein fulminantes drei Generationen umspannendes Familienepos. Zu Beginn wird die Geschichte von Eileen erzählt. Sie kommt aus einer Familie irischer Einwanderer und wächst im New York der 1940er-50er Jahre auf. Ihre Mutter ist eine Trinkerin und Ihr Vater der stärkste Mann von ganz Queens. Doch schon mit 10 Jahren ist für Eileen nichts wichtiger als ein besseres, angeseheneres Leben, als das ihrer Eltern zu erreichen. Sie heiratet den jungen Wissenschaftler Ed. So langsam beginnt Sie auf der Gesellschaftsleiter nach oben zu steigen. Das junge Ehepaar zieht in eine bessere Gegend und in ein schöneres Haus. Aber Eileens Träume wachsen und wachsen. Wir kennen das, von Dingen, die wir uns lange gewünscht haben und wenn wir sie endlich haben, ist ihr Zauber bald auch wieder verflogen. Wa,s wenn unsere Träume sich erfüllen, aber wir nicht glücklich werden? Doch für Eileen ist diese Suche nach dem Zauber, nach dem Glück eine Art materalistischer Traum; es müssen immer bessere Wohngegenden und Häuser her. Sie zieht stundenlang mit einer Immobilienmaklerin umher, um sich Häuser anzusehen, die sie nicht braucht und auch nicht leisten kann. Langsam, beinahe unmerklich verdunkelt sich der Himmel und Eds scheinbarer Burnout entpuppt sich mehr und mehr als eine sehr schwere Erkrankung. Mit existenzieller Gewalt, wie ein Hammer splittert die Frage ins Buch: Was ist wirklich wichtig im Leben? Wer sind wir, wenn wir nicht mehr wir sind?
Eileen, Ed und ihr Sohn Connell wachsen mit zunehmender Seitenzahl an ihren Aufgaben und dem Leben. Obwohl eine große Zeitspanne über 900 Seiten an uns vorüber zieht, 2. Weltkrieg, Irakkrieg, 11. September und was sonst noch alles in den letzten 100 Jahren wichtiges in der Menschheit passiert ist, spielen diese Ereignisse kaum eine Rolle. Der Roman erreicht eine schier physisch greifbare Intensität, indem er sich auf die drei Hauptpersonen konzentriert. Und geht es uns nicht auch so? Die Weltgeschichte ist der mal lauter, mal leiser rauschende Hintergrund unseres ureigensten Kosmos, der nur von Bedeutung wird, wenn er uns höchstperönlich betrifft. Oft werden Geschichten von schwer erkrankten Menschen als Ausschnitt dieser Krankheit erzählt, als sei die Zeit der Kranheit das Leben dieser Menschen. Doch Matthew Thomas erzählt die ganze Geschichte, das ganze Leben. Wir leben ein normales Leben, meist weit entfernt von dem, was tatsächlich wichtig wäre und auf einmal stürzt uns ein Ergeinis aus unseren Tagträumen und wir wachen auf, erkennen, spüren, was wirklich zählt.
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Morgen Abend um 19 Uhr berichtet Thomas Thiel über seine Zeit als Militärpfarrer in Afghanistan

Am darauffolgenden Dienstag gibt es ab 19 Uhr eine weite Ausgabe von „Literalotto„.
Spass und Literatur mit Florian Arnold und Rasmus Schöll.

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