Mittwoch, 7.Februar


Heute haben
Thomas Morus * 1477
Charles Dickens * 1812
Sinclair Lewis * 1885
Ernst Ginsberg * 1904
Paul Nizon * 1905
Herbert Eisenreich * 1925
Doris Gercke * 1937
Geburtstag
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978-3-15-019112-5

“Februar”
Herusgegeben von Christine Schmidjell und Evelyne Polt-Heinzl
Reclam Verlag € 6,00

Wieder sind es fast 70 Gedichte, die hier in das Februar-Heftchen aufgenommen worden sind und wieder ist kein Goethe dabei. Die beiden Damen halten an ihrem Prinzip fest.

Dafür dichtet sich Ringelnatz schon in den Karneval:

Es braust ein Ruf wie Donnerhall,
Berta, wir gehn zum Faschingsball,
Zu Karnevallerie Krawall,
Pot-Pickles, Mixed-Pourri und Drall.
Denn mancherlei im Leben
vielerlei!
Das man nicht sagt, läßt tanzen sich und gröhlen
Und köstlich ist ein unverbindlich Küssen.

In der Anthologie hat es auch Überschriften wie “Das wilde Treiben”, “Ballgeflüster”, “Frühlingserwartung” und “Vorfrühling”. Wir bleiben jedoch noch bei den Rubriken “Immer noch Winter” und “Stille Februartage”. Wer weiß, was noch alles vom Himmel fällt.

Christian Friedrich Hebbel
Winter-Landschaft

Unendlich dehnt sie sich, die weiße Fläche,
bis auf den letzten Hauch von Leben leer;
die muntern Pulse stocken längst, die Bäche,
es regt sich selbst der kalte Wind nicht mehr.

Der Rabe dort, im Berg von Schnee und Eise,
erstarrt und hungrig, gräbt sich tief hinab,
und gräbt er nicht heraus den Bissen Speise,
so gräbt er, glaub’ ich, sich hinein ins Grab.

Die Sonne, einmal noch durch Wolken blitzend,
wirft einen letzten Blick auf’s öde Land,
doch, gähnend auf dem Thron des Lebens sitzend,
trotzt ihr der Tod im weißen Festgewand.

Joseph von Eichendorff
Winternacht

Verschneit liegt rings die ganze Welt,
Ich hab nichts, was mich freuet,
Verlassen steht der Baum im Feld,
Hat längst sein Laub verstreuet.

Der Wind nur geht bei stiller Nacht
Und rüttelt an dem Baume,
Da rührt er seinen Wipfel sacht
Und redet wie im Traume.

Er träumt von künft’ger Frühlingszeit,
Von Grün und Quellenrauschen,
Wo er im neuen Blütenkleid
Zu Gottes Lob wird rauschen.

Richard Dehmel
Winterwärme

Mit brennenden Lippen,
unter eisblauem Himmel,
durch den glitzernden Morgen hin,
in meinem Garten,
hauch ich, kalte Sonne, dir ein Lied.

Alle Bäume scheinen zu blühen;
von den reifrauhen Zweigen
streift dein Frühwind
schimmernde Flöckchen nieder,
gleichsam Frühlingsblendwerk;
habe Dank!

An meiner Dachkante hängt
Eiszapfen neben Zapfen,
starr,
die fangen zu schmelzen an,
Tropfen auf Tropfen blitzt,
jeder dem andern unvergleichlich,
mir ins Herz
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Achtung, es gibt eine Änderung.
Die Veranstaltung mit Elena Fischer haben wir ins Haus der Begegnung verlegt.
Unsere Buchhandlung wurde einfach zu klein dafür.

Also: Donnerstag, 22.Februar um 19 Uhr
Elena Fischer. „Paradise Garden“
Haus der Begegnung
, Felix Fabri Saal
Grüner Hof 7, 89073 Ulm

Ich danke für die tolle Kooperation.

Donnerstag, 28.Dezember

Heute haben
Alfred Wolfenstein * 1883
und Hildegard Knef * 1925 in Ulm
Manuel Puig * 1932
Burkhard Spinnen * 1956
Geburtstag
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Am 28.12. im unten vorgestellten Buch:

Theodor Storm
Lied des Harfenmädchens

Heute, nur heute
Bin ich so schön;
Morgen, ach morgen
Muß alles vergehn!

Nur diese Stunde
Bist du noch mein;
Sterben, ach sterben
Soll ich allein.

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Unser Buchtipp:


Nele Holdack: „Alle Tage ein Gedicht
Herausgegeben von Nele Holdack
Aufbau Verlag € 22,00

365 Gedichte für das Jahr. Das alles in einem handlichen Buch.
Und die Zahnbürste vorne drauf zeigt auch an, wie wichtig die tägliche Portion Lyrik ist und dass die Gedichte nicht länger sind, als wir Zeit zum Zähneputzen brauchen. So wandern wir mit Lasker-Schüler, Brecht, Ringelnatz, Hölderlin, Borchardt, Walser, Schickele, Goethe, Heine, … also fast 150 Autor:innen, von Monat zu Monat und erinnern uns an Bekanntes und wundern uns über Überraschendes.
Die Aufbau Lektorin Nele Holdack hat sich hier mächtig ins Zeug gelegt. Dank dafür.
Nun ist es so, dass diese Anthologie schon mehr als zehn Jahr alt ist und eventuell ausläuft. So scheint es mir zumindest. Also wenn Sie Lust drauf haben, dann sollten sie eventuell zügig handeln.
Aber: Nele Holdack hat ja mit Catrin Polojachtof noch ein Jahresbändchen herausgegeben.
Jeden Tag ein Lächeln„. Mit humorigen Gedichten durch das Jahr.

Montag, 7.August

Heute haben
Joachim Ringelnatz *1883
Luisa Famos * 1930
Josef W.Janker * 1922
Wladimir Sorokin * 1955
Geburtstag
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Joachim Ringelnatz
Sommerfrische

Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß,
Das durch den sonnigen Himmel schreitet.
Und schmücke den Hut, der dich begleitet,
Mit einem grünen Reis.

Verstecke dich faul in der Fülle der Gräser
Weils wohltut, weils frommt.
Und bist du ein Mundharmonikabläser
Und hast eine bei dir,
dann spiel, was dir kommt.

Und lass deine Melodien lenken
Von dem freigegebenen Wolkengezupf.
Vergiss dich. Es soll dein Denken
Nicht weiter reichen als ein Grashüpferhupf.
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Unser Jugendbuchtipp:


Juliane Pickel: „Rattensommer
Beltz&Gelberg Verlag € 16,00
Jugendbuch ab 14 Jahren

„Sonny und ich, das funktioniert ungefähr so: Sonny: dicke Hose – ich: Kaninchen vor Schlange. Sonny: Was kostet die Welt? – ich: Wann geht sie unter? Sonny wirft einen Stein – ich bezahle die kaputte Scheibe.“

Der zweite Jugendroman, nach „Krummer Hund“, hat es wieder in sich.
Auf den ersten Moment klingt die Geschichte aufgesetzt und konstruiert. Sonnys Mutter wurde ermordet. Ihr Mörder Hagen Bender ist frei und zieht in die Kleinstadt zurück. Und damit holt Sonny die Vergangenheit wieder ein.
Dieses traumatische Erlebnis hat Sonny eh nie losgelassen. Wie auch. Aber dass Hagen Bender wieder in ihrer Nachbarschaft wohnen soll, hält sie nicht aus. Dazu passt der wahnsinnig heisse Sommer, das leere Schwimmbad und die vielen Gespräche zwischen Lou und Sonny. Denn Sonny will Rache. Ihr ist jedoch nicht klar, dass Auge um Auge nicht funktioniert und sie damit nur sich schuldig macht und Hagen Benders Leben vollkommen ruiniert.
Je mehr Lou über Bender erfährt, desto mehr Zweifel kommen ihr. Darf sie zulassen, dass Sonny Schuld auf sich lädt – oder rettet sie sich selbst?
Juliane Pickel ist es gelungen, eine schwere Geschichte mit großer Leichtigkeit zu schreiben. Melancholie und sommerliche Freude wechseln sich ab, wie die Gefühlswelten der beiden Mädchen.
Ein gelungener Sommerroman mit Tiefgang.

Leseprobe
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Im Stadthaus Ulm:

Schwarz Weiß

Ein getanztes Plädoyer für Farben

In fünf Tanzstücken loten vier Choreographinnen und zwei Choreographen mit der Strado Compagnia Danza starke Kontraste aus. Schwarz-Weiß-Denken ist weit verbreitet, aber gefährlich: Es lässt nur Alles oder Nichts zu. Erfolg oder Scheitern. Sieg oder Niederlage. Perfekt oder geht-gar-nicht. Unsere schnelllebige, stark medial geprägte Welt begünstigt dieses Denken. Wenn die Komplexität der Wirklichkeit unüberschaubar und bedrohlich wirkt, wenn Informationsfluten auf kurze Aufmerksamkeitsspannen treffen, gewinnt das Denken in Extremen an Attraktivität.

Dabei sind Extreme in Wirklichkeit völlig unwahrscheinlich. Das Leben spielt sich zwischen den Polen ab: auf dem gesamten Farbfächer. Ob wir diese Farben sehen und wertschätzen oder nicht, liegt an uns. Der Abend bietet fünf Annäherungen an dieses Thema, von politischen wie gesellschaftlichen, globalen wie intim-persönlichen Standpunkten aus. Und fügt sich zu einer getanzten Liebeserklärung an die Farben im Leben.

Die restlichen Termine: Mittwoch-Samstag, 9., 10., 11. und 12. August 2023 jeweils um 20 Uhr

Preise 28 € / 26 € erm.
Abendkasse 31 € / 28 € erm
Tickets am Katalogstand des Stadthauses, Ebene 3, sowie bei www.ulmtickets.de und an dessen VVK-Stellen.
Reservierungen für die Abendkasse: 0172 / 6779984.

Es tanzen:
Júlia Chacón I Espí
Letícia Conduto
Valerie Lauren Damen
Nicholas Taraj
 

Choreographien von:
Marion Sparber
Minka-Marie Heiß
Júlia Chacón l Espí
Letícia Conduto
Tarek Assam
Domenico Strazzeri

Produktionsleitung: Ray Lacsamana
Assistenz / Training: Caterina Salvadori
Training: Ines Meißner und Daniela Molina
Kostüme: Christina Schlumberger, Júlia Chacón I Espí, Agnete Costura
Musik: João Braun, Minka-Marie Heiß
Licht: Paul Stauber
Bühnenbild: Domenico Strazzeri
Fotografie / Grafik: Nik Schölzel

Mittwoch, 2.August


Heute haben
Thomas Mofolo * 1875
Philippe Soupault * 1897
Joseph Hayes * 1918
James Baldwin * 1924
Isabel Allende * 1942
Bei Dao * 1949
Caleb Carr * 1955
Geburtstag
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Joachim Ringelnatz
Landregen


Der Regen rauscht. Der Regen
Rauscht schon seit Tagen immerzu.

Und Käferchen ertrinken
Im Schlammrinn an den Wegen. – –
Der Wald hat Ruh.
Gelabte Blätter blinken.

Im Regenrauschen schweigen
Alle Vögel und zeigen
Sich nicht.

Es rauscht urewige Musik.

Und dennoch sucht mein Blick
Ein Streifchen helles Licht.
Fast schäm ich mich, zu sagen:
Ich sehne mich nach etwas Staub.

Ich kann das schwere, kalte Laub
Nicht länger mehr ertragen.
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Und wieder beginnt ein neuer Monat.

august


August
Gedichte
Ausgewählt von Evelyne Polt-Heinzl und Christine Schmidjell
78 Seiten, Reclam Verlag € 6,00

Es dürften fast 70 Gedichte sein, die sich in diesem Büchlein befinden.
Von Hochsommer kann im Moment nicht die Rede sein und es ist keine große Veränderung in Sicht. Vielleicht haben sich die heissen Wochen in den Juni verschoben.
So lesen wir halt Gedichte über diesen Sommermonat und freuen uns, dass wir bei angehmen nächtlichen Temperaturen gut schlafen können.
U.a. finden wir Erich Kästner,Ernst Jandl, Gottfried Benn, Eugen Roth, Nicolas Born, Günter Grass, Joachim Ringelnatz, Novalis und natürlich die üblichen Verdächtigen, wie Erich Fried, Robert Gernhardt, Enzensberger und Eichendorff, Hesse, Jandl und kein Goethe.

Joseph Freiherr von Eichendorff
Treue

Wenn schon alle Vögel schweigen
In des Sommers schwülem Drang,
Sieht man, Lerche, dich noch steigen
Himmelwärts mit frischem Klang.

Wenn die Bäume all verzagen
Und die Farben rings verblühn,
Tannbaum, deine Kronen ragen
Aus der Öde ewiggrün.

Darum halt nur fest die Treue,
Wird die Welt auch alt und bang,
Brich den Frühling an aufs neue,
Wunder tut ein rechter Klang!

Christian Morgenstern
Hochsommernacht

Es ist schon etwas, so zu liegen,
im Aug der Allnacht bunten Plan,
so durch den Weltraum hinzufliegen
auf seiner Erde dunklem Kahn!

Die Grillen eifern mit den Quellen,
die murmelnd durch die Matten ziehn;
und droben wandern die Gesellen
in unerhörten Harmonien.

Und neben sich ein Kind zu spüren,
das sich an deine Schulter drängt,
und ihr im Kuß das Haar zu rühren,
das über hundert Sterne hängt …

Es ist schon etwas, so zu reisen
im Angesicht der Ewigkeit,
auf seinem Wandler hinzukreisen,
so unaussprechlich eins zu zweit …
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Heute abend in der Stadtbibliothek.
Ich vermute mal nicht im Freien.


Kultur auf Stufen: Lesung mit Caroline Wahl aus „22 Bahnen“
Mittwoch, 2. August, 19:30 Uhr, Freilichtforum der Glaspyramide / Stadtbibliothek Ulm
Eintritt frei

Tildas Tage sind strikt durchgetaktet: studieren, Geld verdienen, sich um ihre kleine Schwester Ida kümmern – und manchmal auch um die Mutter. Ihre Freunde leben in Amsterdam oder Berlin, nur Tilda ist in der trostlosen Kleinstadt geblieben, einer muss ja Verantwortung für Ida übernehmen. Eines Tages aber geraten die Dinge in Bewegung: Es blitzt eine Zukunft auf, die Freiheit verspricht. Und Viktor taucht auf. Viktor, der genau wie sie immer 22 Bahnen schwimmt. Doch als Tilda glaubt, alles könnte gut werden, gerät die Situation außer Kontrolle.
Eines der besten Romane dieses Jahres.
Caroline Wahl, 1995 in Mainz geboren, wuchs in der Nähe von Heidelberg auf. Sie hat Germanistik und Deutsche Literatur studiert. „22 Bahnen“ ist ihr Debütroman.

Freitag, 2.Juni

Heute haben
Marquis de Sade * 1740
Thomas Hardy * 1840
Max Aub * 1903
Marcel Reich-Ranicki * 1920
Nicolas Mathieu * 1978
Geburtstag
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Joachim Ringelnatz
Sommerfrische

Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß,
Das durch den sonnigen Himmel schreitet.
Und schmücke den Hut, der dich begleitet,
Mit einem grünen Reis.

Verstecke dich faul in der Fülle der Gräser.
Weil’s wohltut, weil’s frommt.
Und bist du ein Mundharmonikabläser
Und hast eine bei dir, dann spiel, was dir kommt.

Und lass deine Melodien lenken
Von dem freigegebenen Wolkengezupf.
Vergiss dich. Es soll dein Denken
Nicht weiter reichen als ein Grashüpferhupf.
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Frisch ausgepackt:


In den Himmel schauen
Gedichte zum Träumen
Ausgewählt von Clara Paul
Insel Verlag € 12,00

Wir sind schon im Juni gelandet, die Tage werden immer länger und wir können bis spät abends die verschiedenen Himmel anschauen. Aber nicht nur im Sommer zeigen sich Wolken und Sonne und Sterne und der Mond. Wir erinnern uns (etwas ungern) an die grauen Winterhimmel, an die tiefhängenden Wolken und die beissend kalten Nächte mit einem unglaublichen Sternenhimmel.
Dass dies Einzug in die Lyrik hält, dass es sehr viele Gedichte dazu gibt, ist ja fast schon logisch.
Clara Paul, die schon viele Anthologien zusammengestellt hat, zeigt uns hier ihre Auswahl und vielleicht ist das eine oder andere Gedicht dabei, das wir weiterschicken wollen.
Mit dabei sind Maya Angelou, Rose Ausländer, Ingeborg Bachmann, Elisabeth Borchers, Bertolt Brecht, Hilde Domin, Joseph von Eichendorff, Hans Magnus Enzensberger, Hermann Hesse, Mascha Kaléko, Erich Kästner, Rainer Malkowski, Friederike Mayröcker, Rainer Maria Rilke, Joachim Ringelnatz, Thomas Rosenlöcher, Eva Strittmatter u.v.m.

Hermann Hesse
Die leise Wolke

Eine schmale, weiße
Eine sanfte, leise
Wolke weht im Blauen hin.
Senke Deinen Blick und fühle
Selig sie mit weißer Kühle
Dir durch blaue Träume ziehn.

Richard Dehmel
Manche Nacht

Wenn die Felder sich verdunkeln,
fühl ich, wird mein Auge heller;
schon versucht ein Stern zu funkeln,
und die Grillen wispern schneller.

Jeder Laut wird bilderreicher,
das Gewohnte sonderbarer,
hinterm Wald der Himmel bleicher,
jeder Wipfel hebt sich klarer.

Und du merkst es nicht im Schreiten,
wie das Licht verhundertfältigt
sich entringt den Dunkelheiten.
Plötzlich stehst du überwältigt.

Ludwig Tieck
Mondbeglänzte Zaubernacht

Mondbeglänzte Zaubernacht,
Die den Sinn gefangen hält,
Wundervolle Märchenwelt,
Steig’ auf in der alten Pracht!
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Dienstag, 6.Juni, 19 Uhr
Jastrams erste Seite

Wir stellen wieder vier Bücher vor.
Es liest Clemens Grote.

Katharina Mevissen: „Mutters Stimmbruch“
Veronica Raimo: „Nichts davon ist wahr“
Carolina Wahl: „22 Bahnen“
Herbert Clyde Lewis: „Gentleman über Bord“

Wir freuen uns auf Ihr/Euer Kommen
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Heute, Freitag, 2.Juni ab 16 Uhr
Protestmarsch der Letzten Generation

Treffpunkt: Frauenstraße 22 / Musikhaus Reisser
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Morgen, Samstag, 3.Juni ab 14 Uhr
Fahrraddemo des ADFC + Fridays For Future

Treffpunkt: Marktplatz
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Dienstag, 31.Januar


Heute haben
Marie Luise Kaschnitz * 1901
John O’Hara * 1905
Benoite Groult * 1920
Kurt Marti * 1921
Norman Mailer * 1923
Kenzaburo Oe * 1935
Geburtstag
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Christian Morgenstern
Morgensonne im Winter

Auf den eisbedeckten Scheiben
fängt im Morgensonnenlichte
Blum und Scholle an zu treiben…

Löst in diamantnen Tränen
ihren Frost und ihre Dichte,
rinnt herab in Perlensträhnen…

Herz, o Herz, nach langem Wähnen
laß auch deines Glücks Geschichte
diamantne Tränen schreiben!
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Morgen geht es los:

978-3-15-019112-5


“Februar”
Herusgegeben von Christine Schmidjell und Evelyne Polt-Heinzl
Reclam Verlag € 6,00

Wieder sind es fast 70 Gedichte, die hier in das Februar-Heftchen aufgenommen worden sind und wieder ist kein Goethe dabei. Die beiden Damen halten an ihrem Prinzip fest.

Dafür dichtet sich Ringelnatz schon in den Karneval:

Es braust ein Ruf wie Donnerhall,
Berta, wir gehn zum Faschingsball,
Zu Karnevallerie Krawall,
Pot-Pickles, Mixed-Pourri und Drall.
Denn mancherlei im Leben
vielerlei!
Das man nicht sagt, läßt tanzen sich und gröhlen
Und köstlich ist ein unverbindlich Küssen.

In der Anthologie hat es Überschriften wie “Das wilde Treiben”, “Ballgeflüster”, “Frühlingserwartung” und “Vorfrühling”. Wir bleiben jedoch noch bei den Rubriken “Immer noch Winter” und “Stille Februartage”. Wer weiß, was noch alles vom Himmel fällt, oder wie lange der Winter noch andauert?


Christian Friedrich Hebbel
Winter-Landschaft

Unendlich dehnt sie sich, die weiße Fläche,
bis auf den letzten Hauch von Leben leer;
die muntern Pulse stocken längst, die Bäche,
es regt sich selbst der kalte Wind nicht mehr.

Der Rabe dort, im Berg von Schnee und Eise,
erstarrt und hungrig, gräbt sich tief hinab,
und gräbt er nicht heraus den Bissen Speise,
so gräbt er, glaub’ ich, sich hinein ins Grab.

Die Sonne, einmal noch durch Wolken blitzend,
wirft einen letzten Blick auf’s öde Land,
doch, gähnend auf dem Thron des Lebens sitzend,
trotzt ihr der Tod im weißen Festgewand.


Joseph von Eichendorff
Winternacht

Verschneit liegt rings die ganze Welt,
Ich hab nichts, was mich freuet,
Verlassen steht der Baum im Feld,
Hat längst sein Laub verstreuet.

Der Wind nur geht bei stiller Nacht
Und rüttelt an dem Baume,
Da rührt er seinen Wipfel sacht
Und redet wie im Traume.

Er träumt von künft’ger Frühlingszeit,
Von Grün und Quellenrauschen,
Wo er im neuen Blütenkleid
Zu Gottes Lob wird rauschen.


Richard Dehmel
Winterwärme

Mit brennenden Lippen,
unter eisblauem Himmel,
durch den glitzernden Morgen hin,
in meinem Garten,
hauch ich, kalte Sonne, dir ein Lied.

Alle Bäume scheinen zu blühen;
von den reifrauhen Zweigen
streift dein Frühwind
schimmernde Flöckchen nieder,
gleichsam Frühlingsblendwerk;
habe Dank!

An meiner Dachkante hängt
Eiszapfen neben Zapfen,
starr,
die fangen zu schmelzen an,
Tropfen auf Tropfen blitzt,
jeder dem andern unvergleichlich,
mir ins Herz.
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Das erste Konzert ist am Sonntag, 5. Februar 2023, 18 Uhr in der Wengenkirche Ulm.

Der Universitätschor Ulm singt als Hauptwerk von Wolfgang Amadeus Mozart das „d-moll Requiem“.
Die Solisten kommen aus den Reihen der beiden Unichöre. Begleiten werden ein Streichquintett mit Musiker:inen aus dem Ulmer Theater und an der Orgel Andreas Weil.
Die musikalische Leitung hat Manuel Sebastian Haupt.
Neben dem Requiem erklingt noch das „Nachtlied“ von Max Reger auf ein Gedicht von Petrus Herbert für fünfstimmigen Chor a cappella sowie das Andante non lento aus dem Streichquartett a-Moll von Felix Mendelssohn.

Sonntag, 5. Februar 2023, 18 Uhr in der Wengenkirche Ulm 
Eintritt 18,00 € / ermäßigt 9,00 €
Abendkasse ab 17:30 Uhr

Donnerstag, 26.Januar

Einkauf aus unserem Spendenkässle für Geflüchtete

Heute haben
Achim von Arnim * 1781
Fulvio Tomizza * 1935
Jochen Missfeldt * 1941
Antonio Pennacchi * 1950
Geburtstag
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Joachim Ringelnatz
Stille Winterstraße

Es heben sich vernebelt braun
Die Berge aus dem klaren Weiß,
Und aus dem Weiß ragt braun ein Zaun,
Steht eine Stange wie ein Steiß.

Ein Rabe fliegt, so schwarz und scharf,
Wie ihn kein Maler malen darf,
Wenn er’s nicht etwas kann.
Ich stapfe einsam durch den Schnee.
Vielleicht steht links im Busch ein Reh
Und denkt: Dort geht ein Mann.
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Unser Buchtipp:


Marianne Philips: „Die Beichte in der Nacht
Aus dem Niederländischen von Eva Schweikart
Diogenes Verlag  € 14,00

„Ich setze mich zu Ihnen, Schwester. Das ist nicht erlaubt, ich weiß. Aber ich mache es trotzdem – ich habe so lange nicht mehr gesessen, an einem Tisch mit Lampe darauf. Verstehen Sie, warum man Verrückte ins Bett steckt, als wären sie krank?“
Zwei Nächte lang wird Heleen der Nachtschwester ihre Lebensgeschichte erzählen, ob diese will oder nicht, sie muss zuhören. Endlich soll jemand erfahren, warum Heleen hier seit Jahren eingesperrt ist, endlich kann sie darüber reden.
Heleen wächst Anfand des 20. Jahrhunderts auf dem Land in den Niederlanden unter ärmlichen Verhältnissen, in einer kinderreichen protestantischen Familie auf. Sie setzt alles alles dara,n diesem Milieu zu entkommen und ein Leben in Schönheit und Wohlstand zu erreichen. Sie geht in die Stadt und schafft tatsächlich den gesellschaftlichen Aufstieg. Sie liebt Hannes und er sie. Ein Leben in Glück und Zufriedenheit scheint erreicht. Nach dem Tod ihrer Eltern nimmt sie ihre jüngste Schwester bei sich auf, aber Heleen  findet kein Vertrauen in ihr doch so perfektes Leben. Selbstzweifel und Eifersucht treiben sie letztendlich in eine Gedankenwelt, die zu einer Katastrophe führt.
Ein toller, faszinierender Roman, der schon 1930 erschienen ist und durch die besondere Erzählperspektive, die eine sehr berührende intime Nähe entstehen lässt, besticht.

Marianne Philips, geboren 1886 in Amsterdam, war Politikerin, Schriftstellerin und Mutter von drei Kindern. Sie war Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und wurde 1919 als eines der ersten weiblichen Ratsmitglieder der Niederlande gewählt. Sie schrieb fünf Romane und einige Novellen. Ab 1940 war ihr das Publizieren als Jüdin untersagt. Sie überlebte den Krieg, war aber krankheitshalber bis zu ihrem Lebensende (1951) ans Bett gefesselt.
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Schukrafts Wundertüte


Liebe Theater-Freunde,
in dieser Woche hat das Publikum letztmals Gelegenheit, eine spektakuläre Verbindung von Theater und Bildender Kunst im Kunstverein Ulm zu erleben. Heute, am Donnerstag, 26. 1., und Sonntag, 29. 1., spielt jeweils um 19 Uhr mein „Revoluzzerkind“ im Kunstverein. Spektakulär ist die Aufführung auch deshalb, weil das Theaterstück und die Ausstellung „Magische Räume“ des Künstlers Chen Zhiguang eine Einheit bilden. Diese Ausstellung wird Ende des Monats abgebaut. Anschießend wird „Revoluzzerkind“ in einer etwas geänderten Fassung, aber ohne Ausstellung, im Schuhhaussaal weiter gespielt.

Karten gibt es bei der Bücherstube Jastram, Telefon 0731/67137
und für Kurzentschlossene auch ab 18.15 Uhr an der Abendkasse im Schuhhaussaal.

Achtung: Wer Karten vorbestellt, oder an der Abendkasse abholt und das Zauberwort „Samy“ sagt, bekommt für diese beiden Terminen Karten für je € 11,00.

Mittwoch, 16.November

Heute haben
Arvid Järnefelt * 1861
Guo Moruo * 1892
Fred von Hoerschelmann * 1901
José Saramago * 1922
Hugo Dittberner * 1944
Anne Holt * 1861
Karen Duve * 1961
Geburtstag
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Joachim Ringelnatz (+ 16.11.1934)
Morgenwonne

Ich bin so knallvergnügt erwacht.
Ich klatsche meine Hüften.
Das Wasser lockt. Die Seife lacht.
Es dürstet mich nach Lüften.

Ein schmuckes Laken macht einen Knicks
Und gratuliert mir zum Baden.
Zwei schwarze Schuhe in blankem Wichs
Betiteln mich „Euer Gnaden“.

Aus meiner tiefsten Seele zieht
Mit Nasenflügelbeben
Ein ungeheurer Appetit
Nach Frühstück und nach Leben.
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Unser Tipp:

Michael Krüger: „Über Gemälde von Giovanni Segantini
Mit 144 Farbtafeln
Schirmer/Mosel Verlag € 38,00

Giovanni Segantinis „Das Pflügen“ aus dem Jahr 1890 ist im Besitz der Neuen Pinakothek in München.
(Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlun/Bayerische Staatsgemäldesammlung)

Michael Krüger, ehemaliger Leiter des Hanser Verlages, widmet sich in diesem Band den Bildern des großen Malers Segantini, der 1858 geboren wurde, zeit seines Lebens staatenlos war und sich immer höher in die Berge verkrochen hat um dort im Freien malen zu können.
Einen Rückzug der anderen Art erlebte Michael Krüger, als er sich während des Lockdowns, wegen einer Krebserkrankung, in sein Haus, abseits von München, zurückgezogen hat. Krüger ist kein Kunstkritiker, diese Bilder beschäftigen Ihn jedoch schon sehr lange und somit hat er einiges über den Maler, die Motive zu erzählen. Aber auch, und das ist noch viel schöner, darüber zu schreiben, was ihn bewegt, worin er Parallelen zu seinem Leben zieht, zu seiner Kindheit und der sich veränderten Natur.
Ein Buch, das sich gut neben dem gewohnten Leseplatz macht, damit man jederzeit daraufzugreifen und die Verrücktheit unserer Zeit vergessen kann.
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Das Haus der Nachhaltigkeit Ulm, Neu-Ulm und Region e.V.  plant das Reparaturangebot „repair4U“ für Wasch- und Spülmaschinen aufzubauen – damit werden Reparaturen wieder wirtschaftlich und wertvolle Rohstoffe landen nicht einfach auf dem Müll. Im Projekt werden Wasch- und Spülmaschinen in einem ersten Schritt durch ehrenamtliche Elektro-Fachkräfte instand gesetzt und mit VDE-Prüfung und Garantie versehen. Von Geräten, bei denen eine Reparatur technisch nicht mehr sinnvoll ist, werden Ersatzteile entnommen und was wirklich nicht mehr verwendet werden kann, wird sortenrein zerlegt und entsorgt.
Für das notwendige Startkapital brauchen wir Deine Unterstützung in der Finalrunde des Berblinger Contests! Im Rahmen des Wettbewerbs findet noch bis Ende November ein Crowdfunding statt – jeder Euro hilft uns, unser Ziel zu erreichen. Hier kannst Du uns direkt unterstützen!

Sonntag, 7.August

Heute haben
Joachim Ringelnatz *1883
Luisa Famos * 1930
Josef W.Janker * 1922
Wladimir Sorokin * 1955
Geburtstag
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Joachim Ringelnatz
Sommerfrische

Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß,
Das durch den sonnigen Himmel schreitet.
Und schmücke den Hut, der dich begleitet,
Mit einem grünen Reis.

Verstecke dich faul in der Fülle der Gräser
Weils wohltut, weils frommt.
Und bist du ein Mundharmonikabläser
Und hast eine bei dir,
dann spiel, was dir kommt.

Und lass deine Melodien lenken
Von dem freigegebenen Wolkengezupf.
Vergiss dich. Es soll dein Denken
Nicht weiter reichen als ein Grashüpferhupf.
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Dienstag, 20.September, 19.00 Uhr
Gérard Scappini: „Ankunft in der Fremde

Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt frei

Badische Zeitung vom 2.8.22

Man könnte Gérard Scappinis Roman „Ankunft in der Fremde“ lesen wie einen Zeitzeugenbericht. Wie sein Protagonist Pascal Napolitana stammt Scappini aus Toulon – und nachdem der Autor in den beiden Vorgängerbänden über Kindheit und Jugend Pascals in der südfranzösischen Stadt geschrieben hat, geht es nun ins Freiburg der Jahre 1966/67, wo der junge Mann, wie damals der Autor selbst, seinen 16-monatigen Militärdienst ableisten muss. In der Tasche hat er einen Gedichtband des Pazifisten Prévert, dafür keinen Schulabschluss, von Deutschland kennt er kaum mehr als „Goethe / Hitler / und Beckenbauer“.
Aus dem ungewohnten Blickwinkel eines französischen Soldaten erzählt der Roman von einer Epoche der Freiburger Geschichte, als die Truppen des ehemaligen Besatzers, seine Kasernen und Verwaltungsgebäude längst Teil des Stadtbilds geworden sind. Die Perspektive ist exklusiv, ja intim. Abhängig ist die von einem bisweilen zaghaften Ich-Erzähler und einem höchst begrenzten Bewegungsradius hinter Kasernenmauern, zwischen Kantinen, Wachposten und schließlich den wenigen Treffpunkten mit Kameraden und neuen Freunden. Nimmt der Ich-Erzähler die Menschen im kalten Freiburg zunächst als misstrauisch und abweisend wahr, tritt er allmählich mit ihnen in Kontakt – mit der Französischstudentin Uschi, radebrechend mit der Verkäuferin, die ihn nach „Weggle oder Milchweggle“ fragt, beim Tanz mit gleichaltrigen Einheimischen, von denen die Soldaten nur an den kurzgeschorenen Haaren zu unterscheiden sind.

So entsteht eine sehr persönliche emotionale Topografie der fremden Stadt: der Beatkeller und der Brunnen auf dem Münsterplatz, das Lorettobad, wo der Ich-Erzähler im Tausch gegen ein paar Liter abgezweigtes Benzin den Sommer verbringt, die nach Lavendel duftende Badewanne in der Kandelstraße, in der Verena mit ihm sitzt.
Die Perspektive bleibt die des jungen Schulabbrechers, der nicht weiß, was er von seiner Zukunft eigentlich erwartet, und nicht versteht, weshalb er in einem offenbar friedlichen Land Krieg spielen und Büros bewachen soll. „Ankunft in der Fremde“ ist damit auch eine Geschichte vom Erwachsenwerden. „Ich lasse mich treiben. Abwartend. Ziellos“: Die bürgerliche Welt bietet dem Ich-Erzähler oft ebenso wenige Orientierung wie jene fremde Stadt, in der er so unvermittelt im tiefsten Winter abgesetzt wurde.

Für diese zögerliche Ankunft hat Scappini eine auffällige, jedoch passende Sprache gefunden. Die Setzung in freien Versen, die auch aus einzelnen Wörtern bestehen können, verleihen der angenehm schmucklosen Prosa einen eigenen Rhythmus, der vorantreibt und doch immer wieder in unerwarteten Momenten innezuhalten scheint. So lesen sich die Sätze mal atemlos, mal als vorsichtige Annäherung an Gefühl und Ausdruck. Sie bringen die unbeholfene Aneignung der fremden Sprache zum Ausdruck, einen Prozess der Formsuche und der Selbstfindung.

Gérard Scappini wurde 1947 in Toulon geboren. 1966 kam er nach Freiburg, um seinen Militärdienst zu absolvieren und blieb danach in Deutschland. Er reiste viele Jahre als Verlagsvertreter durch den Buchhandel.

Mittwoch, 29.September

Rebecca Trescher und ihr New Shape Quartet im Stadthaus Ulm

Heute haben
Cervantes * 1547
M. de Unamuno * 1864
A.Buero Vallejo * 1916
Geburtstag
und es ist der Todestag von Carson McCullers + 1967
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Ringelnatz
Großer Vogel

Die Nachtigall ward eingefangen,
Sang nimmer zwischen Käfigstangen.
Man drohte, kitzelte und lockte.
Gall sang nicht. Bis man die Verstockte
In tiefsten Keller ohne Licht
Einsperrte. – Unbelauscht, allein
Dort, ohne Angst vor Widerhall,
Sang sie
Nicht – –,
Starb ganz klein
Als Nachtigall.
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Unser Bilderbuchtipp:


Linda Wolfsgruber: Das Bärenhäufchen
Buchgestaltung: Florian Albrecht
Kunstanstifter Verlag € 20,00

„Mitten im Wald lag ein kleiner Teich. Hierher kamen viele Tiere, weil es schön war, am Wasser zu sein. Eines Tages wurden rund um den Teich viele Häuser gebaut. Der Weg zum Wasser wurde immer beschwerlicher. Weit und breit keine Sträucher und Bäume mehr, unter denen man sich ausruhen konnte, und nirgends saftige Kräuter zur Stärkung.
›Wir müssen etwas unternehmen!‹, beschlossen die Tiere. Und so machten sie einen Plan.“

Mit diesen zarten Illustrationen gelingt es Linda Wolfsgruber ihrer einfachen Geschichte von ganz einen besonderen Reiz zu geben. Denn der Plan ist, dass die Tiere ihren Lebensraum zurückerobern und die Menschen Gefallen daran finden. Was gibt es Schöneres. Die Vögel werfen Kirschkerne über der Stadt ab, die Eichhörnchen verstecken mehr Nüsse in den Mauerritzen, als sie essen können und der Bär macht ein Häufchen. Aus all diesen Dingen zusammen entsteht im nächsten Frühjahr etwas Grünes, das wächst und gedeiht.
Vielleicht sollten wir den Tieren diese Chance geben.