Freitag, 3.April

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Heute haben
George Herbert * 1593
Washington Irving * 1783
Peter Huchel * 1903
Märta Tikkanen + 1935
Johanna Walser * 1957
Geburtstag
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Rainer Maria Rilke
Aus einem April

Wieder duftet der Wald.
Es heben die schwebenden Lerchen
mit sich den Himmel empor, der unseren Schultern
schwer war;
zwar sah man noch durch die Äste den Tag, wie er
leer war, –
aber nach langen, regnenden Nachmittagen
kommen die goldübersonnten
neueren Stunden,
vor denen flüchtend an fernen Häuserfronten
alle die wunden
Fenster furchtsam mit Flügeln schlagen.
Dann wird es still. Sogar der Regen geht leiser
über der Steine ruhig dunkelnden Glanz.
Alle Geräusche ducken sich ganz
in die glänzenden Knospen der Reiser.
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Pocketbook eBook-Reader € 119,00

Ich weiß, ich weiß, so ein eBook-Reader ist kein Buch. Das Gerät raschelt nicht beim Seiten umblättern, es riecht nicht und man kann auch keine richtigen Eselsohren reinknicken und Straßenbahnfahrkarten als Lesezeichen reinstecken. Aber handlich und nützlich sind diese Dinger schon. Für die Reise, im Bett mit Beleuchtung. Und die 1.000 Seiten des Romanes von Frau Haratischwili liegen auch viel leichter in der Hand.
In der jetzigen Zeit, wenn wir doch nicht unbedingt aus dem Haus sollen, ist natürlich so ein Gerät und der einfache Download eines Buches von unserer Homepage (www.jastram-buecher.de) direkt nach Hause, extrem praktisch.

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Der Randomhouse Verlag veranstaltet Online-Lesungen für Kinder und Erwachsene. Auf dem Terminkalender finden sie die Uhrzeiten und die passenden Bücher dazu. Viel Vergnügen.
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https://ox.hosteurope.de/appsuite/api/mail/VIDEO-2020-03-30-22-57-03.mp4?action=attachment&folder=default0%2FINBOX&id=154736&attachment=2.2&user=7&context=10600750&decrypt=&sequence=1&delivery=view

Liebe Freunde,

vielleicht habt ihr Lust, wieder Radio zu hören:: mein neuer Klassik-Klub auf WDR3 wird im Zeichen der Karwoche stehen, der „Heiligen Woche“ vor Ostern, jenen Tagen tiefer Spiritualität.
Eine Hymne der großen Mystikerin Hildegard Von Bingen eröffnet mein Set und führt gleich weiter zu einer Station aus Franz Liszts Via Crucis (interpretiert vom kürzlich verstorbenen Reinbert de Leeuw) – weitere Stationen folgen. Bachs Choräle „ Ach Großer König“ und „Als Jesus Christus in der Nacht“ aus der Johannespassion spiele ich in einer Version für Streichorchester von und mit der großartigen Patricia Kopatchinskaja. Weitere Linien des Sets bilden David Langs Song-Zyklus „Death Speaks“ (die Sängerin Shara Worden, wird von einer Band bestehend aus Owen Pallett, Bryce Dessner und Nico Muhly begleitet), Rossinis Sakralwerk „Stabat Mater“ (u.a. mit Katia Ricciarelli und Carlo Maria Guilini), einem weiteren Sakralwerk, der „Passio domini nostri Jesu Christi secundum Joannem“ von Alessandro Scarlatti und Stücken Jóhann Jóhannssons. Außerdem werde ich Musik u.a. von oder mit Hayden Chisholm, Francesco Donadello, Hildur Guðnadóttir, Antonio Caldara, Ólafur Arnalds, Sebastian Studnitzky und Jürgen Friedrich spielen.

Ich wünsche euch viel Vergnügen beim Hören jener Musik in dieser speziellen Zeit

Juergen a.k.a. Simon Sarow

WDR 3 Klassik-Klub mit Simon Sarow
Sonntag 5.4. / 16h05 – 17h45
nur Livestream / kein Podcast

https://www1.wdr.de/radio/wdr3/programm/sendungen/wdr3-klassik-klub/index.html

Donnerstag, 16.Januar

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Heute haben
Aleksandar Tisma *1924
Susan Sontag * 1933
Inger Christensen * 1935
Reinhard Jirgl * 1953
Geburtstag
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Rainer Maria Rilke
Wintermorgen

Der Wasserfall ist eingefroren,
die Dohlen hocken hart am Teich.
Mein schönes Lieb hat rote Ohren
und sinnt auf einen Schelmenstreich.

Die Sonne küßt uns. Traumverloren
schwimmt im Geäst ein Klang in Moll;
und wir gehn fürder, alle Poren
vom Kraftarom des Morgens voll.
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Fuchs 8 von George Saunders

George Saunders: „Fuchs 8“
Aus dem amerikanischen Englisch genial von Frank Heibert
Mit Illustrationen von Chelsea Cardinal
Luchterhand Verlag € 12,00

Solche Dinge passieren.
Da erscheint im Herbst ein kleines, buntes Buch von George Saunders, einem der wichtigsten Stimmen der USA und nennt sich „Fuchs 8“. So richtig beachtet wird es allerdings nicht, bis im Literarischen Quartett, kurz vor Weihnachten, Thea Dorn dieses Buch hochhält und meint, dass es das lustigste Buch aller Zeiten sei. Oder so ähnlich. Plötzlich wollen alle „Fuchs 8“ lesen und der Verlag kann nicht liefern. Mal hat das Barsortiment Exemplare, dann sind auch die wieder weg. Irgendwann sind alle Vormerkungen bei uns im Abholfach und einige Kund*Innen haben mittlerweile Ihre Bestellung vergessen und vielleicht auch Fuks 8.
Das ist der Lauf der Literatur.
Aber wer ist Fuks 8?
In seiner Großfamilie bekommen die Kinder keine Namen, sondern Nummern. Und er hat die acht. Was ihn zu einem Romanhelden werden lässt, ist seine Gabe „mänschisch“ zu verstehen und reden zu können. Dies hat er am Fenster zu einem Kinderzimmer gelauscht und gelernt. Dort wurde all abendlich vorgelesen. „Libe Leserinen und Leser: Zuers möchte ich sagen, Entschuldigung für alle Wörter di ich falsch schreibe.“ Was nützt ihm aber, die Menschen zu verstehen? Ganz einfach: In einem Brief an die Menschen (das ist dieser Roman) erzählt er seine abenteuerliche Geschichte, die er gerade erlebt hat und die sein Leben komplett aus der Bahn geworfen hat. Und wenn wir Menschen nicht achtgeben, geschieht mit uns noch Schlimmeres.
In seinem Revier wird ein Einkaufszentrum gebaut, eine Mall, oder wie er sagt „Moll„.
Der Boden ist wi Glas. Oder Eis. Und was wir da geseen haben, Froinde!“ Nämlich: „Zobedaf, mit gefangenen Kazzen!“, „ein klein Flus, der flos zwar, aber roch nich richtig“, dazu noch „falsche Fälsen“, „Boime“ und natürlich eine lange „Fressmaile„.
Hier beginnt die Vertreibung aus dem Paradies und George Saunders wirft sich wieder auf die Seite der Schwachen, der Aussenseiter, in dem er die Reise dorthin von Fuks 8 und seinem Freund Fuks 7 in dieser Form erzählt. Dies geht nicht gut aus. Fuks 8 findet jedoch nach langem Suchen ein neues Zuhause.
Ja, das Buch ist lustig, das stimmt schon. Aber es ist vielmehr ein Buch, wie Fuks 8 diese Tragödie überlebt und verarbeitet und wie wir Menschen mitten in eine Umwelttragödie schlittern, in dem es überall glitzern und klingeln muss und wir nicht daran denken, was wir durch unser Leben alles zerstören. Für mich ist es ein trauriges, sentimentales, hoffnungsvolles Buch, das man mindestens zweimal lesen und unendlich oft vorlesen sollte.

Leseprobe

Dienstag, 19.November

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Heute haben
Anna Seghers * 1900
Max Kruse * 1921
Jan Koneffke * 1960
Geburtstag
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Rainer Maria Rilke
Blaue Hortensie

So wie das letzte Grün in Farbentiegeln
sind diese Blätter, trocken, stumpf und rauh,
hinter den Blütendolden, die ein Blau
nicht auf sich tragen, nur von ferne spiegeln.

Sie spiegeln es verweint und ungenau,
als wollten sie es wiederum verlieren,
und wie in alten blauen Briefpapieren
ist Gelb in ihnen, Violett und Grau;

Verwaschenes wie an einer Kinderschürze,
Nichtmehrgetragenes, dem nichts mehr geschieht:
wie fühlt man eines kleinen Lebens Kürze.

Doch plötzlich scheint das Blau sich zu verneuen
in einer von den Dolden, und man sieht
ein rührend Blaues sich vor Grünem freuen.
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9783455006391

Kai Kupferschmidt: „Blau“
Hoffmann & Campe Verlag € 26,00

Die Farbe blau fasziniert uns Menschen seit je her. Blau gibt es doch überall, würden wir sagen. Der blaue Himmel, das blaue Meer. Aber dann wird es dünn. In der Tier- und Pflanzenwelt ist die Farbe Blau selten zu finden.
Woran liegt das? Der Wissenschaftsjournalist und Molekularphysiker Kai Kupferschmidt klärt uns zunächst einmal gründlich auf. Wie entsteht überhaupt Blau? Wie können wir diese Farbe sehen? Was ist das Besondere am menschlichen Auge? Aber auch eine Reise durch die Jahrtausende können wir mit ihm unternehmen. Vor 7000 Jahren gab es die Farbe am Hindukusch. Die alten Ägypter waren ganz wild auf blau. Wertvoll und schwer zu organsieren war sie und deshalb umso wertvoller.
Die Romantiker hatten die blaue Blume und in Japan wird seit Jahren versucht eine blaue Rose zu züchten.
Und so entdecken wir in diesem Buch Unglaubliches rund um den Globus. Von einem Vulkansee in Oregon und bis zu den Spix-Aras in Brandenburg. Sachen gibt es?! Nicht zu vergessen die wertvollen Edelsteine.
Aber alles hat mit Licht zu tun und unserem Sehen.
Eine sehr spannende, vergnügliche Lektüre, bei der man aus dem Staunen nicht herauskommt.

Kai Kupferschmidt, Jahrgang 1982, studierte molekulare Biomedizin und arbeitet als Wissenschaftsautor in Berlin. Er schreibt für das US-Journal Science sowie deutsche Zeitungen wie die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und Die Zeit.