Dienstag, 31.Mai

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Foto: Detlef Surrey

Heute haben
Ludwig Tieck * 1773
Georg Herwegh * 1817
James Krüss * 1926
Swetlana Alexijewitsch * 1948
Gabriel Barylli * 1957
Frank Goosen * 1966
Geburtstag.
Aber auch Rainer Werner Fassbinder.

Georg Herwegh
Morgenruf

Die Lerche war’s, nicht die Nachtigall,
Die eben am Himmel geschlagen:
Schon schwingt er sich auf, der Sonnenball,
Vom Winde des Morgens getragen.
Der Tag, der Tag ist erwacht!
Die Nacht,
Die Nacht soll blutig verenden. –
Heraus, wer ans ewige Licht noch glaubt!
Ihr Schläfer, die Rosen der Liebe vom Haupt,
Und ein flammendes Schwert um die Lenden!

Unser heutiger Buchtipp

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Sandra Brandstätter:Paula: Liebesbrief des Schreckens
Reprodukt Verlag € 18,00
Graphic Novel ab 6 Jahren und für alle Erwachsenen

Sommer, Urlaub, Campingplatz. Noch so ein tolles Buch wie „Endlich zelten“ von Philip Waechter und „Anton taucht ab“ von Milena Baisch. Jetzt die Variante als Comic. Beste Unterhaltung auf 116 Seiten.
Jedes Jahr macht Paula Urlaub im Wohnwagen. Die Eltern spielen Karten (Mamá schummelt wie immer), die große Schwester pubertiert schon schwer rum, liest Foto-Liebesgeschichten und Paula hat ihre beste Freundin Suse. Gemeinsam besetzen sie die Schaukeln und denken sich neue Geschäftsmodelle aus. Dieses Jahr wollen sie Rätsel an die Campingnachbarn verkaufen und damit ihr Ferienkasse aufbessern. Als Toni, ein Neuer, ein Junge, auftaucht, watschen die beiden Mädels ihn erstmal als Hosenschisser ab. Doch er lässt sich nicht beirren und beeindruckt mit besseren Rätseln, als Paula und Suse auf ihrem Plan haben. Dass seine Oma, mit der er hier auf dem Campingplatz ist, früher einmal Messerwerferin war, ist ein weiterer Pluspunkt für ihn.
Als ein geheimnisvoller Liebesbrief auftaucht, ist die Stunde für Paula gekommen, um zu beweisen, welch kluge Detektivin sie ist. Gemeinsam mit ihrem Gehilfen Toni, macht sie sich mit Feuereifer ans Werk. Das ist jedoch alles nicht so einfach, zumal Suse, die den Brief entdeckt hat, auch mitmachen will, Paula jedoch schon ein Auge auf Toni geworfen hat. Komplizert wird es dann richtig, als Paula bemerkt, dass es ihr eigener Brief ist, den sie eigentlich an Toni geschrieben hat.
Sandra Brandstätter hat eine liebenswerte, freche, lustige, lebensnahe Sommergeschichte gemalt,in der sich Mädchen sicherlich wiederfinden werden. Und das nicht nur wegen der sehr zarten Kinder-Liebesgeschichte, bei der Paula immer so schöne rote Backen bekommt.

Sandra Brandstätter ist Illustratorin, Comiczeichnerin und Concept Artist für Animationsfilme (u.a. “Sendung mit der Maus” und “Siebenstein”). “Paula – Liebesbrief des Schreckens” ist ihr erster Comic für Kinder.

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Werner Färbers Ungereimtheit der Woche:

Enteen im See

Im frisch gebrühten Aufgusssee
schwimmt die kleine Blasentee.
Paddelnd kreuzt den Wasserweg
die Nierentee vom Badesteg.
Auch die Kamillentee mischt mit,
so schwimmen sie im See zu dritt.

In ihrer Rolle als Zuschauer,
die Zitronentee wirkt sauer!

Freitag, 6.Mai

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Heute haben
Ludwig Börne * 1786
Rabindranath Tagore * 1862 (Nobelpreis 1913)
Christian Morgenstern * 1871
Erich Fried * 1921
Franz Mon * 1926
Geburtstag.
Aber auch Sigmund Freud, Ernst Ludwig Kirchner, Orson Welles, Hanns Dieter Hüsch, Tony Blair, George Clooney und Till Brönner.
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Christian Morgenstern
Es war ein solcher Vormittag

Es war ein solcher Vormittag,
wo man die Fische singen hörte,
kein Lüftchen lief, kein Stimmchen störte,
kein Wellchen wölbte sich zum Schlag.

Nur sie, die Fische, brachen leis
der weit und breiten Stille Siegel
und sangen millionenweis‘
dicht unter dem durchsonntenSpiegel.
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Unser Buchtipp für die ganze Familie:

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Didier Lévy und Marc Boutavant:Der Popo von Hippopo
Aus dem Französischen von Ulrich Pröfrock
Satz und Gestaltung: Arne Bellstorf
Reprodukt Verlag € 12,00
ab 6 Jahren

Den Illustrator Marc Boutavant kennen wir von den hier schon vorgestellten Bilderbüchern „Niemals wilde Katzen kitzeln“ und „Edmund

“Ich habe einen dicken Hintern”, sagt das Nilpferd. “Zeig mal!”, rufen gleich die anderen Tiere. Schnell ist eine hitzige Diskussion entbrannt: Ist Hippopos Popo nun klein oder groß? Oder doch eher so mittel? Die Tiere werden sich einfach nicht einig, bis gar die ersten faulen Früchte fliegen. Auweia! Glücklicherweise stellt sich der Frieden schnell wieder ein, als ein jeder auf seinem Töpfchen sitzt. Passt, wackelt und hat Luft! Genau die richtige Größe hat er, dieser Popo!
Ich musste aus vollem Halse lachen. Diese Geschichte ist so wahr, ernst und gleichzeitig auch so witzig. Oh meine Nase ist krumm, meine Ohren zu groß, die Hände zu klein, der Po zu dick. Die Lippen zu dünn und die Haare zu ströpselig.
Genau um das geht es im wahren Leben und in hier in diesem kleinformatigen Bilderbuch. Und dass dann jeder Po doch passt und genau so sein soll, wie er ist, zeigen uns Text und Bilder dieses sehr treffenden Buches.

Hier ein paar Leseproben:

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Die Literaturwoche Donau 2016 geht, obwohl sie deutlich länger geht als ne Woche, nun doch auch mal zu Ende.

Samstag, 7. Mai ab 18 Uhr (Quereinstieg jederzeit möglich…)
Schluss mit Hesse und ganz viel Musik
Literaturfest mit dem Verlag Klöpfer & Meyer, Autorin Felicitas Andresen
und der Band KNULP (Hamburg)
Eintritt: 8,00 €

Feiern wir den Abschluss der Literaturwoche Donau 2016 – und zwar
richtig: Verleger Hubert Klöpfer erzählt kurzweilig aus über 30
Verlagsjahren, Autorin Felicitas Andresen liest aus ihrem Erfolgsroman
„Sex mit Hermann Hesse“.
Ab 21 Uhr spielt die junge Kultband KNULP. Knulp, der sympathische
Landstreicher aus Hermann Hesses gleichnamigen Roman, ist der Pate und
Namensgeber der Singer-Songwriterkooperation, von Marco Moritz und
Marcus Molière. Folk und Seefahrtromantik zwischen Lemmy Kilmister und
Bing Crosby.

Donnerstag, 21.April

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Heute haben
Charlotte Bronte * 1816
Peter Schneider * 1940
Geburtstag
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Tove Jansson:Mumin und das Meer
Aus dem Englischen von Annette von der Weppen, Michael Groenewald & Matthias Wieland
Handlettering von Michael Hau
Reprodukt Verlag € 10,00
Ab 6 Jahre

Muminpapa fühlt sich zu Höherem berufen, als er in der Zeitung liest, daß eine Stelle als Leuchtturmwärter frei wird. Er hat doch eine Schreibmaschine geschenkt bekommen und möchte nun einen großen, vielmehr den großen Roman über die Erhabenheit des Meeres schreiben. Das Licht, die Wellen, der Geruch, all das fehlt ihm hier in seinem Zuhause. Und obwohl Muminmama sagt, dass sie doch direkt am Meer wohnen würden, mit einer riesigen Terrasse, einem einzigartigem Blick, ist er nicht zu bremsen. Somit wird der Umzug organisiert. Besser gesagt, er lässt organisieren. Muminmama packt das geforderte Material für die zu erwartende Einöde ein, während er schon über sein Meisterwerk nachdenkt. Allerdings packt seine Frau weit mehr ein, als im Überlebenshandbuch vorgeschlagen wird und aus einer überschaubaren Ausrüstung wird ein veritabler Berg an Zeugs, das es gilt zum Leuchtturm zu schippern.
So beginnt dieses Muminabenteuer und das Durcheinander nimmt kein Ende. Der Turm ist sehr unwirtlich, um ihn herum gibt es nur ein paar Felsbrocken. Den Muminkindern fällt auf, dass sie nicht alleine sind. Nachts sehen sie nämlich Füße durchs Zimmer spazieren, ohne einen Körper daran zu erkennen. Sie erhalten Hilfe von Tooticki, der eines Tages unerwartet auftaucht und nicht mehr verschwindet. Sie bemalen die Innenwände ihrer Zimmer und die Lampe des Leuchturms mit bunten Farben, sie legen ein Blumenbeet an, müssen hunderte von Vögel beerdigen, sich der großen Flut erwehren und schauen, daß die Minen, die angeschwemmt werden kein großes Unheil anrichten. Eine war ja nützlich. Denn als sie hochging, entstand ein Krater mit einem kleinen Sandstrand für Muminmama, die endlich ihren Strandbikini auspacken kann.
Was für ein Durcheinander und in diesem ganzen Trubel haben die Mumins vergessen, sich um das Leuchtfeuer zu kümmern. Dies kann natürlich nicht gut ausgehen. Als Mumimpapa dann auch noch merkt, dass ihm die Leuchturm-Insel-Inspiration nicht anfällt und er hingegen in einer langen Nacht eine Lobeshymne auf die Terrasse am Meer schreibt, auf der sie gewohnt haben, sind die Würfel gefallen.

Ein typischer Muminspaß mit all seiner Überdrehtheit, so wie wir es von dieser Familie gewohnt sind.

Weitere Titel in der gleichen Aufmachung:

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