Donnerstag, 25.Juli

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Heute haben
Max Dauthendey * 1867
Elias Canetti* 1905
Paul Watzlawick * 1921
Geburtstag.
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Max Dauthendey
Blütenleben

Lauer Schatten.
Ein blühender Birnbaum auf altem müden Gemäuer. Bronzefarbenes Moos quillt über die Kanten und Risse.
Ringsum Gras, junggrün und durchsichtig. Es neigt sich leise und schmiegsam.
Harte blaßgelbe Winterhalme zittern dazwischen, farblos und schwach, wie vergrämte greise Haare.
Aschgraues und purpurbraunes Laub, mit feinem Metallschimmer, wie tiefes gedunkeltes Silber deckt den Grund.
Hie und da ein weißes Blütenblatt mit blaßrosiger Lippe. Leicht, zart, aber müde.
Das Geäst biegt sich dicht und tief zur Erde.
Sacht zerrinnt Blüte um Blüte und gleitet weiß, zögernd nieder.
Die Zweige senken sich tief, bis zu den einsam gefallenen Blüten.
Das Alter hat den Stamm zerschürft. In der gefurchten Rinde ziehen die Ameisen eine Straße hoch hinaus zur Krone. Emsig und flink rennt es aneinander vorüber.
Und dann oben die Bienen. Sie saugen schwerfällig und lüstern von den süßen Lippen und klammern trunken an den weichen Blütenrändern.
Ein üppiges Summen ist in der Laubkrone, ein einförmig gärender Ton.
Die Blüten zittern leise, und die jungen Blattspitzen Zittern.
Der alte Baum wiegt sich und seufzt. Duft löst sich, schwebt hinaus in den blauen Sonnenschein, warmsüß und scharf herb.
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Christian Neuhäuser: „Wie reich darf man sein?“
Über Gier, Neid und Gerechtigkeit
Reclam Verlag € 6,00

Nach seinem Buch „Reichtum als moralisches Problem“ in der Wissenschaftsreihe des Suhrkamp Verlages, ist jetzt dieses handliche, leicht verständliche Buch über „Reichtum“ erschienen. Der Reclam Verlag hat ein sehr glückliches Händchen in der Auswahl der Titel. Die Themen könnten nicht aktueller sein.
Ich bin mitten in der Lektüre und wenn mir nicht immer die Augen zufallen würden, hätte ich große Lust mir eine halbe Nacht um die Ohren zu hauen, so interessant finde ich Christian Neuhäusers Heransgehensweise.
Was heisst eigentlich reich? Wie definiert der Duden dieses Wort? Man ist reich an Glück, aber kann man auch reich an Unglück sein? Wie reich ist ein Millionär im Gegensatz zu einem superreichen Milliardär? Es gibt immer mehr Superreiche, immer weniger Menschen haben immer mehr Geld. Ist das moralisch vertretbar?
Was spielen Gier, Neid und sozialen Gerechtigkeit für eine Rolle?
Und: Gibt es überhaupt die Möglichkeit einer gerechten Verteilung von Reichtum.
Ich bin gespannt, was mich auf den restlichen Seiten noch erwartet.

Inhalt:

1. Was ist Reichtum?
Vielfalt des Reichtums
Ökonomischer Reichtum
Geldreichtum

2. Wer ist reich?
Superreiche
Reiche
Wohlhabende

3. Ist Reichtum immer ungerecht?
Reichtum und Macht
Reichtum und Demokratie
Reichtum und Würde

4. Ist Reichtum verdient?
Talent und Leistung
Erbschaften und Glück
Geld und Verdienst

5. Geht es bei der Kritik am Reichtum um Gier und Neid?
Neid und Ideologie
Individuelle und kollektive Gier
Sinn für Gerechtigkeit

6. Was wäre ein gerechter Umgang mit Reichtum?
Gerechte Kooperation
Reichtum steuern
Globaler Wohlstand

Leseprobe

Mittwoch, 10.Juli

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Heute haben
Marcel Proust * 1871
Günther Wiesenborn * 1902
Paul Wühr * 1927
Alice Munro * 1931
Kurt Brasch * 1937
Geburtstag

„Longtemps je me suis couché de bonne heure“
Der erste Satz aus der „A la recherche du temps perdu“ von Marcel Proust.
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Der Monat ist schon halb vorbei und wir haben noch nicht auf das Reclam-Juli-Büchle hingewiesen.

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„Juli“
Gedichte herausgegeben (wie immer) von Evelyne Polt-Heinzl und Christine Schmidjell
Reclam Verlag € 5,00

Nach der großen Hitze, hatten wir heute 8 Grad, Sonne und kühlen Wind. D.h. Handschuhe beim Radeln. Egal. Der Sommer ist da mit all seinen Blumen und Farben und Festen und Musik.

Der Sommer hat schon lang eröffnet
Sommergewitter
Sommernächte und Gartenfreuden
Endlich Ferien
Sommerfreuden
Hochsommer
heißen die Überschriften und zeigen uns, wo es hier lang geht.

Leseprobe

Theodor Storm
Sommermittag

Nun ist es still um Hof und Scheuer,
Und in der Mühle ruht der Stein;
Der Birnenbaum mit blanken Blättern
Steht regungslos im Sonnenschein.

Die Bienen summen so verschlafen;
Und in der offnen Bodenluk‘,
Benebelt von dem Duft des Heues,
Im grauen Röcklein nickt der Puk.

Der Müller schnarcht und das Gesinde,
Und nur die Tochter wacht im Haus;
Die lachet still und zieht sich heimlich
Fürsichtig die Pantoffeln aus.

Sie geht und weckt den Müllerburschen,
Der kaum den schweren Augen traut:
„Nun küsse mich, verliebter Junge;
Doch sauber, sauber! nicht zu laut.“

Christian Morgenstern
Sommermittag

Wiese, lass mich ganz in dein
Wohlgefühl versinken,
dein legionenfältig Sein
als mein eignes trinken.

Deine breite Sonnenbrust
lass die meine werden,
meine Lust die feine Lust
deiner Gräserherden.

Mächtig schwelle mein Gesang
dann aus solchem Grunde,
künde Glückesüberschwang
höchster Sommerstunde.

Kurt Tucholsky
Feldfrüchte

Sinnend geh ich durch den Garten,
still gedeiht er hinterm Haus;
Suppenkräuter, hundert Arten,
Bauernblumen, bunter Strauß.

Petersilie und Tomaten,
eine Bohnengalerie,
ganz besonders ist geraten
der beliebte Sellerie.

Ja, und hier –? Ein kleines Wieschen?
Da wächst in der Erde leis
das bescheidene Radieschen:
außen, rot und innen weiß.

Sinnend geh ich durch den Garten
unsrer deutschen Politik;
Suppenkohl in allen Arten
im Kompost der Republik.
Bonzen, Brillen, Gehberockte,
Parlamentsroutinendreh …
Ja, und hier –? Die ganz verbockte
liebe gute SPD.
Hermann Müller, Hilferlieschen
blühn so harmlos, doof und leis
wie bescheidene Radieschen:
außen rot und innen weiß.
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Heute abend ab 19 Uhr
Kulturbuchhandlung Jastram
Herzschmerz in Azur – Italienische Erzählungen

Ist das mit der Liebe im Süden ganz anders als zum Beispiel in Deutschland? Wahrscheinlich ist es ein Mythos, dass unter dem azurblauen Himmel alles temperamentvoller zugeht – das Kennenlernen, die romantische Annäherung und der Zwist. Die Sehnsüchte, Träume, die Konflikte, die Schmerzen und manchmal auch das Liebesglück ähneln sich hier wie da. Und doch klingen die mediterranen Geschichten über Liebesdinge anders, eben typisch italienisch: intensiv, melancholisch, selbstironisch und manchmal alles gleichzeitig. In der letzten Ausgabe der Lesereihe vor den Sommerferien des Theaters stellen wir italienische Beziehungsgeschichten vor und sorgen passend zu den jahreszeitlichen Gefühlen für einen kleinen Kursus in Sachen Liebesfreud und Liebesleid alla italiana.

Eintritt € 8,00

Donnerstag, 6.Juni

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Heute haben
Friedrich Theodor Fischer * 1807
Georges Duhamel * 1884
Czeslaw Milosz * 1911
Philippe Jacottet * 1925
Assia Djebar * 1936
José Emilio Pacheco * 1939
Juli Zeh * 1974
Geburtstag
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„Juni“
Gedichte
Hrsg.: Evelyne Polt-Heinzl und Christine Schmidjell
Reclam Verlag € 5,00

„Frühling lässt sein blaues Band ….“
Von wegen. Der Mai ist vorbei, die Kulturzelte sind aufgebaut, die Theater denken an ihre Sommerpause.
Wir können uns jedoch ganz entspannt zurücklehnen, da wir wissen, dass der Reclam Verlag für jeden Monat ein Gedichtbändchen für uns und unsere Hosentaschen hat. Das Wetter könnte nicht besser sein und so hoffen wir auf keine „Düsteren Junitage“, wie die Herausgeberinnen ein Kapitel überschrieben haben.

Im bunten Wiesenstück
Blütenduft und erste Früchte
Düstere Junitage
Der Sommer ist da
Besondere Tage

Christian Morgenstern
Butterblumengelbe Wiesen

Butterblumengelbe Wiesen,
sauerampferrot getönt –
o du überreiches Sprießen,
wie das Aug‘ dich nie gewöhnt!

Wohlgesangdurchschwellte Bäume,
wunderblütenschneebereift –
ja, fürwahr, ihr zeigt uns Träume,
wie die Brust sie kaum begreift.

Wilhelm Runge
Blumen flattern Sommer

Blumen flattern Sommer
Duften nimmt beide roten Backen voll
Falter wiegen Wald
Goldkäfer schreien
Mücken strampeln himmelauf und ab
heiß im Arm der Fische hängt das Bächlein
Unken patscht Libellenflügel wach

Zweige lachen
tuscheln
sonnen
strömen
Vögel wogen Wiesen
liegen flach
ziehn die Ahorndolden an den Händen
böse schelten Bienen in den Bart
Zwitschern streckt die sommerschweren Glieder
taumelnd tollt des Atems Flügelschlag
und der Augen wilde Rosen springen.

Das Denken träumt
Gelächter reimt die Straßen
zum Tanz des Blutes
schläfenaufundab
die Adern blinzeln Frühling durch die Knochen
und schlürfen tief den schweren Himmel ein
Wind spielt der Augen froh geschwellte Segel
der Stirne Knoten löst vom Tode sich
weiß über Wiesen schnattern Dörfer hin
die Städte fauchen
und zankend zerrn die Pulse ihre Zügel
nur deine Seele spielt im Sternjasmin
Lieb-Brüderchen Maßloslieb-Schwesterlein

Rosen nicken aus den Junistunden
trällern Sommerblau den Matten hin
mild aus tiefstem Herzen grünt die Heimat
ihre Lippen murmeln wälderschwer
überwelthin schwingt die Sterne Zeit
Kinderwangliebkinderwanggereiht
Krieg brüllt auf
die wilden Blumen schrein
Sonne leckt Gestöhn aus allen Poren
Frieden holt den tiefen Atem ein
und der Nächte durchgewühlte Locken

schmeicheln um der Seele zitternd Knie
Angst zerreißt der Sterne Himmelglanz
und der Abend drückt die Augen blind
einsam geigt
tief hinter Blut geduckt
ewger Kindheit wildumsehntes Glück
und der Sehnsucht über die Welt
hängende Herzen
schlagen

Klabund
Die Wirtschafterin

Drei Wochen hinter Pfingsten,
Da traf ich einen Mann,
Der nahm mich ohne den geringsten
Einwand als Wirtschafterin an.

Ich hab‘ ihm die Suppe versalzen
Und auch die Sommerzeit,
Er nannte mich süße Puppe
Und strich mir ums Unterkleid.

Ich hab‘ ihm silberne Löffel gestohlen
Und auch Bargeld nebenbei.
Ich heizte ihm statt mit Kohlen
Mit leeren Versprechungen ein.

Ich habe ihn angesch…
So kurz wie lang, so hoch wie breit.
Er hat mich hinausgeschmissen;
Es war eine wundervolle Zeit…
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Nochmals der Hinweis auf diese Veranstaltung:

04_Satanszwerge

Die Satanszwerge von Sylt
Die wortreichen Sieben

Die Frieseninsel Sylt hat ein schreckliches Geheimnis. Jahrhundertelang ruhte es unter dem Sand, wurde erst zur Legende und geriet dann in Vergessenheit. Doch der mysteriöse Tod eines Insulaners bringt den Syltern die Erkenntnis: Das Böse ist wieder da…und es hat einiges nachzuholen! Geisterjäger John Sinclair und sein Kollege Suko müssen alle Kräfte mobilisieren, um ihren Gegnern Einhalt zu gebieten – denn sie sind klein, heimtückisch und zahlreich: Die Satanszwerge von Sylt. Schnallen Sie sich an für eine Achterbahnfahrt durch die Untiefen des Trash: Spannend, komisch und zu 99% ernst gemeint. Ein Kultklassiker der Groschenromane als Livehörspiel für Augen, Ohren, Zwerchfell und die ultimative Gänsehaut.

Ensemble: „Die wortreichen Sieben“
Regie: Fabian Gröver
Musik: Benjamin Künzel
Mitwirkende: Christel Mayr, Tini Prüfert, Stefan Maaß, Gunther Nickles, Florian Stern, Benjamin Künzel, Fabian Gröver und Benedikt Paulun

Veranstalter: ROXY gemeinnützige GmbH
Termine:
Samstag, 8.Juni
Dienstag, 11.Juni
Dienstag, 18.Juni
Jeweils um 20 Uhr.
Eintritt: € 14,00