Donnerstag, 23.Juni

Heute haben
Anna Achmatowa * 1889
Wolfgang Koeppen * 1906
Jean Anouilh * 1910
Urs Jaeggi * 1931
Paul Kersten * 1943
Pascal Mercier * 1944
Rafik Schami * 1946
Tessa Korber * 1966
Geburtstag
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„Humor und Geduld sind die beiden Kamele, mit denen man jede Wüste durchqueren kann. (Arabisches Sprichwort)“

Rafik Schami aus: „Sophia oder Der Anfang aller Geschichten“
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Beste analoge Unterhaltung :


Christine Mildner: „Das große Maus-Mitmachbuch
Carlsen Verlag € 9,99
Ab 7 Jahren

Linda Hartwig: „Mein Mega-Rätselblock mit der Maus
Carlsen Verlag 300 Seiten, € 9,99
Ab 7 Jahren

Rätseln, kritzeln, basteln. Knifflige Rätsel, Quizfragen, Ausmalseiten und viele Ideen, die zum Weiterverarbeiten anregen.
Einfach nur Stifte und Papier, Schere und Kleber und los geht’s.
Und das Schöne daran: Sie können die DinA4-großen Blöcke überall mitnehmen. Sie brauchen kein Kabel, kein Strom und keinen Downloadcode. Einfach nur loslegen.
Viel Vergnügen.
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Hardy on Tour
Tag 27
130 km Von Alness über Lairg nach Bettyhill

Was für ein grandioser Radeltag heute. Ich kann es nicht anders sagen, bin einfach dankbar für diesen Tag.
Ich durfte bei angenehmer Radeltemperatur und günstigem Wind und guter Verfassung durch sehr charakterische Landschaft pedalieren. Hier oben sind die Ortschaften weit verstreut, die Landschaft offen und weit und karg, vor allem die 60 km von Lairg bis Tongue waren sehr speziell. Die einspurige Straße zieht sich wie ein Band durch die karge Gras-Steppenlandschaft, die baumlosen Berge geben die markante Silhouette dazu.
Bei Gegenwind kann diese Strecke sehr sehr zäh sein, bei Rückenwind dagegen ist es einfach traumhaft hier pedalieren zu dürfen.
Der Himmel zeigt sich bewölkt, nur ganz selten blinzelt mal die Sonne durch. Erst am späten Nachmittag klart es auf und mit Erreichen der Küste habe ich dann zum Rückenwind auch noch Sonne. Ich weiß mein Glück zu schätzen und genieße es und radle noch weiter die Küste entlang. um einige Kilometer und v.a. Höhenmeter, die eigentlich für die morgige Etappe bestimmt waren wegzustrampeln. Ich fühl mich gut, wie lange nicht, kurble die Anstiege hoch und rolle wie im Rausch die Abfahrten hinab. Die Straße gehört mir.
Es ist heute einfach mein Tag.
In Bettyhill beschließe ich den Radeltag und gönne mir im Hotel noch ein feines Bier und werde dann danach mich um den Zeltplatz kümmern.

Hier hat’s nen einfachen Campingplatz, da schlag ich nun mein Zelt auf.

Freitag

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Heute haben
Selma Lagerlöf * 1858
Nadine Gordimer * 1923
Don DeLillo * 1936
Rachid Mimouni * 1045
Jürgen Seidel * 1948
Geburtstag
und es ist der Weltkindertag.
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Zu diesem oben genannten Weltkindertag können wir doch auch etwas beitragen. Dieses Bilderbuch hat schon über zehn Jahre auf dem Buckel und ist aktueller denn je.

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Rafik Schami und Ole Könnecke: „Wie ich Papa die Angst vor Fremden nahm
Hanser Verlag € 14,90
Bilderbuch ab 5 Jahren

„Ich erzähle euch jetzt was,
das werdet ihr nicht glauben“.

So beginnt dieses Buch und so beginnen, in leicht veränderten Form auch Märchen und wundersame Geschichten. Ein solcher Geschichtenerzähler ist Rafik Schami, der hier für den Text zuständig ist. Ohne die Illustrationen von Ole Könnecke wäre das Bilderbuch nicht annähernd so gut, wie es hier vor uns liegt. Könnecke verstärkt die skurilen Situationen, überdreht und bringt Personen ins Spiel, die im Text nicht vorkommen und dennoch in ihrer Nebelrolle dem Ganzen die richtige Würze geben.

Ein Mädchen erzählt uns eine Geschichte, die wir nicht glauben werden. Oder doch?
Ihr Papa war schon immer groß und stark und klug, geduldig, lustig und sehr tapfer. Dabei sehen wir ihn beim Einkaufen mit ihr, beim Schnippeln und Kochen, Blödsinnmachen und Vorlesen. Und er kann sogar zaubern. Nur mit einem ist die kleine Tochter nicht einverstanden. Er fürchtet sich vor Fremden, vor dunkelhäutigen Menschen. Gerade war er noch mutig auf dem Zahnarztstuhl gelegen, im Fahrstuhl stehen sie jedoch mit einem großen Afrikaner zusammen und ihr Papa guckt dabei ganz komisch. Sie sind ihm unheimlich, sagt er zu seiner Tochter. Sie sind so viele, sie sind überall, schmutzig und laut. Wir verstehen ihre Sprachen nicht und überhaupt das Schwarze, das Dunkle. Davor fürchtet er sich schon immer. Diese Aussagen untermalt Könnecke mit sehr witzigen Bildern, die genau das Gegenteil ausdrücken.
Die beste Freundin des Mädchens ist Banja, kommt aus Tansania und sie möchte das Mädchen gerne zu ihrem Geburtstag einladen. Sie freut sich und denkt, dass es doch toll wäre, wenn ihr Papa auch mitkommen würde und Banja und ihrer Familie etwas vorzaubern könnte. Aber wie soll das gehen, wo er doch so eine komische Einstellung zu Fremden hat? Aber sie lässt sich nicht entmutigen (sie ist überhaupt ein tapferes Mädchen, die viel lacht in den Illustrationen), ist daheim ganz brav, erfüllt ihrem Papa jeden Wunsch und bekommt es sogar hin, dass er zusagt auf dem Geburtstag der Schulfreundin eine kleine Aufführung zu machen. Er weiss allerdings nicht, was auf ihn zukommt, mit wem er es zu tun hat und welche Überraschung am kommenden Samstag auf ihn warten.
Der Vater wird in Banjas Erzählung an ihre Mutter immer größer,stärker und mutiger. Übermenschliche Kräfte soll er besitzen und der größte Zauberer der Welt sein. Die Mutter erzählt eine noch schärfere Variante ihrem Mann. Das Staunen wird immer größer und Banjas Familie will diesen großen Mann gebührend empfangen. Sehr witzig und überdreht. Das Buch bricht während der Geburtstagsfeier ab, wir wissen nicht, wie sie weitergeht, aber es kann keinen Zweifel geben: Es geht gut aus!
Das Bilderbuch spielt mit der unterschiedlichen Wahrnehmung. Sagt der Papa, dass die Fremden schmutzig seinen, sehen wir einen schwarzen Mann mit Rastalocken, der vor seinem Plattenladen, die Straße kehrt. Bei fremden Sprachen sehen wir die vielen Jazz-LPs im Laden liegen und einen schwarzen Politiker im Fernsehen reden. Alle Vorurteile werden somit gleich zurecht gerückt.
Und das ist genau das Tolle an dieser Geschichte, dass wir als Betrachter (sowohl die Vorleser, als auch die Kleinen) genau hinschauen sollten. Und was mir zu Beginn zu beginnt gar nicht aufgefiel, ist das das Titelbild. Hier sehen wir nämlich das Mädchen und ihren Papa, wie sie gerade vom Einkaufen kommen und Banja und ihrem Papa begegnen. Beide Väter haben braune Schuhe, schwarze Hosen, einen grünen Pulli und ein weisses Hemd. Der eine hat eine Zeitung unter dem Arm, der andere liest die gleiche gerade. In der gleichen Einkaufstasche sind die gleichen Markteinkäufe. Der eine Papa schaut kritisch auf den „fremden“ schwarzen Mann und die beiden Mädchen lächeln sich an.
Das sagt schon alles und wird erst so richtig klar, wenn wir beim fulminanten Ende angekommen sind und das Bilderbuch noch einmal von vorne durchblättern.
Ein kluges, lustiges Buch zum Thema Alltagsrassismus, das in seiner übersteigernden Form und überraschenden Pointen komplett überzeugt.

Ach noch ne kleine Randbemerkung, die sich Ole Könnecke nicht hat nehmen lassen.
Als der Papa die Praxis des Zahnarztes verlässt und auf der Straße steht, sehen wir das Klingelschild des Arztes: „Dr. Desoto / Zahnarzt/ 1.Stock“. Doctor De Soto ist wiederum der Titel eines sehr berühmten amerikanischen Bilderbuchklassikers von William Steig, den Könnecke sehr verehrt.

Montag

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Heute haben
Ernst Rowohlt * 1887
Anna Achmatowa * 1889
Wolfgang Koepen *1906
Jean Anouilh * 1910
Urs Jaeggi * 1931
Paul Kersten * 1943
Pacal Mercier * 1944
Rafik Schami * 1946
Geburtstag
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Gestern abend war Start in die Literaturwoche der Griesbadgasse, die insgesamt 15 Tage dauert. Josef Feistle las u.a. aus seinem aktuellen Buch „Ich fress mir aus der Hand„, lies uns in seine noch unveröffentliche „Italienische Reise“ reinschnuppern und zeigte sein Sprachtatelnz mit viel Wortwitz.

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Heute geht es in der Griesbadgasse weiter mit Bulgarischer Literatur und morgen gibt es mit dem Literaturtheater und viel schwarzem Humor „Die Tante im Keller„.
Beginn ist jeweils im 19 Uhr.
Wir starten am Mittwoch mit Uli Deurer, der uns den Antje Kunstmann vorstellt.
Am Freitag kommt Thomas Brandt mit seinem Buchprojekt: „Gedächtnis der Dinge„, in dem Alltagsgegenstände mit eigenen Erinnerungen verknüpft werden. Mit dabei waren ca. 80 Personen, u.a. auch die Ulmer Künstlerin Birte Horn.
Auch beginnen die Veranstaltungen um 19 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos.
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Annette Köhn stellt am Freitag, den 4.Juli ihren Jaja Verlag vor.
Zwei Büchlein aus diesem Verlag zeige ich Ihnen heute.
Das Format von „Papa Diktator“ hat zwar ungefähres Pixi-Format, ist aber nix für Kindern. So denke ich zumindest.

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Autor
Mic (Michael Beyer): „Papa Diktator“ und „Papa Diktator hat Geburtstag“
Jaja Verlag je € 4,00

Aktueller und brisanter könnte das Thema nicht sein: Machtgeile, großkotzige Diktatoren üben sich in Drohgebärden und rasseln mit Ketten und Atomsprengsätzen. Michael Beyer lässt den Sohn des Dikators zu Wort kommen, denn er will auch mal Diktator werden. Denn so ein Diktator ist einfach auch mal Papa. Auch wenn es da etwas anders zugeht, als bei Nachbars von nebenan. Aber wer hat denn schon so viele Orden wie sein Papa.?

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„Papa kann voll gemein sein“, sagt der Kleine. „Aber privat ist er echt okay“ und „Am Samstag gehört mein Vati mir!“ und wir sehen die beiden beim Computer- und Fussballspiel. Und wenn so ein Diktator Geburtstag feiert, ist natürlich allerhand aufgeboten. Es werden Attentate vorbereitet und 13 Doppelgänger präsentiert, bis am abend noch ein Bunga Bunga-Party gefeiert wird. „Ich liege noch wach und denke nach. Was für ein toller Tag! Und wo ist eigentlich Onkel?„. Na, das sehen wir dann auf der letzten Seite.
Schwarz-humorig und stilistisch fast niedlich blicken wir in die Kinderstube der nächsten Generation. Schwer-leicht verdauliche Kost, für dickfellige Erwachsene oder sehr reife Kinder.
Schon Charlie Chaplin meinte, dass er Diktatoren nur mit Humor begegnen kann, um damit mit der Wahrheit rauszurücken. Er hätte allerdings nach dem 2.Weltkrieg nicht mehr den Mut für seinen Film „Der große Diktator“ gefunden, so sagte er gerade letzte Woche in einer Dokumentation auf arte.

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