Samstag

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Heute haben
Max Jacob * 1876
Claus Bremer * 1924
Klaus Wagenbach * 1930
Helmut Krausser * 1964
Geburtstag
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Wir gratulieren Klaus Wagenbach zum 85.Geburtstag.
Was wäre die deutsche Verlags- und Buchlandschaft ohne ihn und seine Arbeit.
Ein dreichfach Hoch! Hoch! Hoch!

50Jahre-Wagenbach

Der Verlag
„Man verlegt entweder Bücher, von denen man meint, die Leute sollen sie lesen, oder Bücher, von denen man meint, die Leute wollen sie lesen. Verleger der zweiten Kategorie, das heißt Verleger, die dem Publikums-geschmack dienerisch nachlaufen, zählen für uns nicht – nicht wahr?“
Kurt Wolff

Warum so verlegen?
Der Verlag ist unabhängig und macht davon Gebrauch, seine Meinungen vertritt er auf eigene Kosten. Er ist nicht groß, aber erkennbar.
Wir veröffentlichen Bücher aus Überzeugung und Vergnügen, mit Sorgfalt und Ernsthaftigkeit. Wir wollen unbekannte Autoren entdecken, an Klassiker der Moderne erinnern und unabhängigen Köpfen Raum für neue Gedanken geben. Es erscheinen Literatur, Geschichte, Kunst- und Kulturgeschichte, Politik aus den uns geläufigen Sprachen: Italienisch, Spanisch, Englisch, Französisch und natürlich Deutsch. Und unsere Bücher sollen schön sein, aus Zuneigung zum Leser und zum Autor und als Zeichen gegen die Wegwerfmentalität.
Der Verlag wurde 1964 von Klaus Wagenbach gegründet und wird seit 2002 von Susanne Schüssler geleitet.

2014
Der Verlag wird 50 Jahre alt. Hoch lebe das gedruckte Wort, lang lebe das Urheberrecht und der wohlsortierte Buchhandel und vor allem: der neugierige Leser.
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9783440147931

Klaus M. Schittenhelm: „Sterne finden ganz einfach“
Die 25 schönsten Sternbilder sicher erkennen
Kosmos Verlag für nur € 9,99

Gestern Nacht haben die Sterne wieder gestrahlt und geleuchtet, dass es mir ganz mulmig wurde, wieviele es davon gibt. Und wir wissen ja, dass dies alles nur ein Bruchteil … Aber lassen wir das, sonst kommenwir  noch ins Philosophieren. Es gibt viele Bücher zur Sternenbeobachtung, drehbahre Himmelsscheiben und natürlich jede Menge Apps für Smartphones und Tablets. Und so freue ich mich umso mehr, dass wir dieses Buch im Laden haben. Klaus Schittenhelm, der durch seine jahrelangen Führungen an der Sternwarte Stuttgart weiß, wie man auch den Letzten dazu bringt, dass er das jeweilige Sternbild findet, hat hier ein Buch entwickelt, das uns mit einfachen Tricks hilft, die wichtigsten 25 Sternbildern zu finden.
Er beginnt im Frühjahr mit dem Löwen und wir sehen auf der gegenüberliegenden Seite eine große Anzahl von Sternen, die nachts leuchten, wenn Sie sie mit der Taschenlampe angestrahlt haben. (Wichtig also: Taschenlampe, Kekse und warmer Tee. So sagt es der Autor). Damit wir uns besser orientieren können, gibt es eine abgebildete Hand mit ihren fünf Fingern als Maßeinheit. Schittenhelm führt uns Schritt für Schritt zum Stern Regulus, erzählt über seine Besonderheiten, erläutert mit zwei Pfeilen die Entfernung vom Horizont zu ihm und dann weiter zum Großen Wagen und fügt gemeinsam mit uns Stern um Stern dazu, bis wir den Löwen erkennen.
In einem kleinen Kästchen gibt es noch einen kurzen Text aus der Mythologie.
Bevor wir jedoch auf Sternbilderjagd gehen, notiert der Autor, wie er das Buch konzipiert hat, was wirklich grundlegend wichtig ist, was wir nicht vergessen dürfen, bevor wir auf unserer Safari und wann es es am Besten ist, Sterne zu beobachten. Dann kommt der große Teil mit den Sternbildern, der farblich nach den Jahreszeiten abgesetzt ist. Im Anhnag gibt es viele Informationen zu Mond, Planeten und Satelliten.
Was wir in den letzten Tagen beobachten konnten, war der Skorpion und jetzt im Juli führt er uns zur Leier und zum Schützen. Sie wissen also, wo Sie mich heute Nacht finden werden. Zusammen mit Schlangenträger, Herkules, Adler, Pfeil, Schwan, Delfin, Schütze und vielleicht dem Lagunennebel (das hört sich am Schönsten an).

Nehmen Sie sich Zeit für einen Blick ins Buch. Es lohnt sich.
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Pedaleur-Header-Grunge

Bei uns im Schaufenster finden Sie ganz leicht ein schickes finnisches Fahrrad, das uns das Radgeschaft Pedaleur ausgeliehen hat.

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Dienstag

IMG_4964Heute haben
Friedrich Theodor Fischer * 1807
Georges Duhamel * 1884
Czeslaw Milosz * 1911
Philippe Jacottet * 1925
Assia Djebar * 1936
José Emilio Pacheco * 1939
Juli Zeh * 1974
Geburtstag

 

 

 

Friedrich Theodor Vischer
Lyrische Gänge

»Lyrische Gänge?
Willst du dir schaden?
Kritischer Gänge
Reiskameraden?«

»Machst uns Gedanken!
Neben dem Richten
Muß wohl erkranken
Fröhliches Dichten.«

»Rauh sind die Gänge:
Steinige Wege,
Stoß im Gedränge,
Schwindliche Stege!«

»Hast du nicht Schwingen?
Kannst du nicht schweben,
Wolken durchdringen,
Himmelan streben?«

– Trunkenes Wiegen
Bleibe mir ferne!
Ohne zu fliegen
Find‘ ich die Sterne.

Laß mich vertrauen,
Daß mir das Auge,
Träumend zu schauen,
Immer noch tauge.

Magst du mich sehen
Leiden und streiten,
Lasse mich gehen,
Lasse mich schreiten.

Fuß über Grüften
Fest auf dem Festen,
Haupt in den Lüften,
So ist’s am besten.

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CD-Cover: Charlie Haden/Gonzalo Rubalcaba - "Tokyo Adagio" | Bild: impulse

Charlie Haden/Gonzalo Rubalcaba: „Tokyo Adagio“

Charlie Haden (Bass)
Gonzalo Rubalcaba (Klavier)
Impulse  CD  € 19,99

Nicht nur in der Literatur gibt es Entdeckungen und Neuübersetzungen. Auch dieses Beispiel zeigt, dass ein Blick in die Schublade wahre Perlen hervorzaubern kann. 1986 trafen sich der Bassist Charlie Haden und der deutlich jüngere Pianist Gonzalo Rubalcaba auf Kuba und spielten miteinander. Weitere gemeinsame Auftritte waren danach schwierig, bis Rubalcaba in die USA auswanderte. Sieben CDs haben sie gemeinsam aufgenommen und so manchen Klassiker auf den Weg gebracht. Mitte März 2005 traten sie an drei Abenden im Blue Note Club in Tokyo auf. Veröffentlicht wurden die Aufnahme nie, obwohl Haden wohl daran dachte, sie noch zu Lebzeiten herausbringen zu wollen. Es hat nicht geklappt und so können wir, ein Jahr nach dem Tod von Haden, diese CD in den Spieler stecken. Und was dabei herauskommt ist schon ne Wucht. Also eher das Gegenteil von Wucht. Eine neuerliche Entdeckung der Langsamkeit. Dies heisst aber nicht, dass es hier an Intensität fehlt. Die beiden harmonieren perfekt, spielen einfache und hochkomplexe Passagen, dass, meiner Meinung nach, sowohl Profi-Hörer, als auch Anfänger, dieser Musik mit Genuss lauschen können. Den Zuhörern im Club muss es ähnlich gegangen sein. Mucksmäuschenstill muss es gewesen sein. Nur ein leises Gläserklirren und Besteckklappern ist hin und wieder zu hören. Genießen Sie die beiden Hörbeispiele, auf denen jeweils ein komplettes Stück aus der CD zu finden ist.

Das „Tokyo Adagio“ ist eine großartige Konzert-Wiederentdeckung in Albumform.

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Die Ulmer Radspezialisten Pedaleur haben uns wieder etwas ganz Besonderes aus Finnland ins Schaufenster gestellt.
www.Pelagobicycles

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