Freitag, 30.Dezember

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Heute haben
Theodor Fontane * 1819
Rudyard Kipling * 1865
Paul Bowles * 1910
Douglas Coupland * 1961
Geburtstag
und auch Patti Smith.
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Im Labyrinth des Schweigens
Regie: Giulio Ricciarelli
Universal DVD  € 9,99

Johann Radmann (Alexander Fehling) ist seit Kurzem Staatsanwalt und muss sich wie alle Neulinge um Verkehrsdelikte kümmern. Als der Journalist Thomas Gnielka (André Szymanski) im Gerichtsgebäude für Aufruhr sorgt, wird er hellhörig: Ein Freund Gnielkas hat einen Lehrer als ehemaligen Auschwitz-Wärter erkannt, doch niemand will seine Anzeige aufnehmen. Gegen den Willen seiner direkten Vorgesetzten beginnt Radmann sich mit dem Fall zu beschäftigen – und stößt auf ein Geflecht aus Verdrängung, Verleugnung und Verklärung. Von „Auschwitz“ haben in diesen Jahren die einen nie gehört, keiner spricht darüber und die zurückgekehrten Soldaten schweigen. So findet sich in der Bibliothek nichts über Polen und nur zwei Bücher über Auschwitz. Eines ist jedoch vergriffen, das andere nur über die Fernausleihe bestellbar. Lieferzeit ca. acht bis zehn Wochen. Radmann und Gnielka lassen nicht locker und während der Journalist weiß, was in Ausschwitz passiert ist, meint Radmann, daß es sich bei dem erkannten Mörder um einen Einzelfall handelt. Um die beiden herum spielt das lustige Leben des Nachkriegsdeutschland mit Jazz, Tanz und viel Alkohol. Wir sehen das biedere Deutschland, das vergessen will, das sich verklemmt an die alten Werte und Normen klammert und nicht merkt, wie sich doch so viel geändert hat. Der Film zeigt diese Naivität, dieses Schweigen in vielen Bilder und wir meinen schon, daß er oberflächlich enden wird. Doch Radmann läßt nicht locker, bohrt, fragt, überschreitet seine Kompetenzen, verschließt sich immer mehr vor seinen Freunden, wird ungerecht und selbstherrllch, findet jedoch Dokumente, die er dem Generalstaatsanwalt Fritz Bauer (Gert Voss) vorlegen kann. Dieser sieht endlich die Chance einen ganz großen Prozeß gegen diese Nazi-Verbrecher zu führen. insbesondere auch Eichmann und Mengele vor ein deutsches Gericht zu bekommen.
Zwei Stunden dauert der Film und keine Minute herrscht Langeweile. Der Regisseur zeigt seine Figuren nicht platt und einseitig, sondern läßt oft beide Seiten einer Biografie zu. Auch Radmann ist nicht immer nur der gute Journalist und sein direkter Vorgesetzer nicht ein alter Nazi.
Daß es dann doch zu dem langersehnten Prozeß kommt, der die deutsche Geschichtsschreibung revolutionieren wird, sehen am Ende des Filmes, der einen gelungenen Spagat zwischen Spielfilm und Dokumentation gewagt hat.
Es war das erste Mal, dass ein Volk Verantwortliche für Kriegsverbrechen selbst vor Gericht stellte. Angesichts der aktuellen Kriege in Syrien, im Irak, der Ukraine und vielen anderen Ländern hat das nichts an Bedeutung verloren. Nicht nur deshalb lohnt es sich, sich diesen Film anzuschauen.

 Die website zum Film mit sehr vielen Informationen und Trailer usw.

Mittwoch, 6.April

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Nach der ersten Seite gings auf der Straße weiter

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Patti Smith:M Train€ 19,99
Originalausgabe: M Train€ 19,99
als E-Book € 17,99
Aus dem amerikanischen Englisch von Brigitte Jakobeit
Kiepenheuer & Witsch Verlag

„M Train“ lag schon einige Zeit bei mir zuhause. Ich fand nicht die Stimmung für dieses neue Buch, da mir „Just Kids“ von Patti Smith noch so gut in Erinnerung ist und da ich sie und ihre Musik so sehr liebe. Einer möglichen Enttäuschung wollte ich ausweichen.
Als ich dann die ersten Seiten aufgeblättert hatte, die Widmung „Für Sam“ gelesen und festgestellt, dass sie sich täglich im Café ‚Ino im New Yorker Village aufgehalten hat, war es um mich geschehen. Patti Smiths „M Train“ ist nicht der Zug von Brooklyn nach Manhattan (oder vielleicht doch?), sondern ein Gedankenzug, ein mind train, den die Autorin loslaufen lässt und uns mitnimmt auf ihe Reisen durch die Zeiten, durch die Kontintente. Hin zu ihren vielen verstorbenen Freunden und Dichtern, die sie überlebt hat.

„Sie durchziehen diese Seiten oft ohne eine Erklärung: Schriftsteller und ihr Schaffen. Schriftsteller und ihre Bücher. Ich kann nicht voraussetzen, daß der Leser sie alle kennt, aber kennt der Leser denn mich? Und will er das überhaupt? Ich kann es nur hoffen, während ich ihm meine Welt auf einem Tablett voller Anspielungen darbiete.“

Genet, Sylvia Plath, Bulgakow, Bert Brecht, sind nur eine kleine Auswahl. Und natürlich immer wieder ihr verstorbener Mann Fred Sonic Smith, der mit nur 45 Jahren einem Herzleiden erlag. Die Trauer über seinen frühen Tod, der Verlust des geliebten Partners durchzieht das Erinnerungsbuch und wird gleichzeitig auch zum Gespenster-Express.
Aber Patti Smith ergeht sich nicht in trübsinnigen Erinnerungen, sondern erzählt von ihrem Lieblings Café, den vielen Tassen Kaffee, die sie dort getrunken hat, die Gedichte, die dort entstanden sind. Sie schreibt über ihre große Lust Fernsehserien anzuschauen und verliert dabei nie ihren Humor.
Als eines morgens ihr Tisch und ihr Stuhl im ‚Ino von einer Fremden okkupiert sind, wünscht sie sich eine Szene aus einer Krimiszene in Realität. Denn dann würde diese Person mit dem Gesicht nach oben im Schnee liegen.
Zak, so heisst der Besitzer des Cafés, muss schließen. die Mietpreise sind zu hoch. Tisch und Stuhl wandern in Smiths Wohnung. Auf der anderen Seite des East Rivers am Meer, eröffnet er ein neues Café. Nicht ahnend, dass der Hurrikan Sandy alles hinwegfegen wird.

„Er konnte nicht wissen, dass ich früher auch dem Traum von einem eigenen Café nachhing. Wahrscheinlich fing es an, als ich über das Kaffeehausleben der Beats, Surrealisten und französischen Symbolisten las. Wo ich aufwuchs, gab es keine Cafés, aber sie existierten in meinen Büchern und blühten in meinen Tagträumen. … 1965 war ich nach New York gekommen, um mich umzusehen und nichts schien mir romantischer, als in einem Café in Greenwich Village zu sitzen und Gedichte zu schreiben.“

Als Patti Smith ihn dort in Rockaway Beach besucht, stolpert sie über ein kleines verfallendes, vermoderetes Holzhaus und beschließt sofort, es zu erwerben. Ihr neues, schräges Domizil übersteht als eines der wenigen Gebäude den Wirbelsturm. Letztes Jahr, so glaube ich, gab es eine große Ausstellung von Werken der Musikern dort am Strand, nachdem sie gleich nach dem Sturm Konzerte für die Opfer gab.
Die Reise durchs Smiths Leben wird mit ihren Polaroid Fotos illustriert. Ihre geliebe Kamera hat sie immer dabei. Und wenn sie sie mal verliert, muss sofort die gleiche wieder her. Sie ist übrigens sehr verschusselt, was sich in ihrer Schreibe amüsant liest.
Auf diesen Schwarzweiss-Fotos sehen wir das Bett und die Krücken von Frida Kalho, den Spazierstock von Virginia Woolf, den sie sich so gerne wünscht, Gräber, das Meer, Landschaften und immer wieder sie selbst. Eine Art Rosenkranz ihrer Erinnerungen.
Smiths Reise durch die Einsamkeit, durch ihre Gedankenwelten ist immer wieder garniert mit Witz, schwarzem Humor, den sie vielleicht auch braucht, um über ihre Verluste hinwegzukommen.

„Klar, ich hatte niemanden. Der Cowboy hatte also vermutlich Recht. Wenn man niemanden hat, ist jeder ein möglicher Liebster. Ein Gedanke, den ich lieber für mich behielt, damit ich nicht den ganzen Tag Herzen aus Spitze auf rotes Bastelpapier kleben und in die ganze Welt verschicken musste.“

Ein wunderbares Buch, das Laune macht, wieder in „Just Kids“ reinschauen und ihre Musik zu hören.

Übrigens:
Innerhalb der Literaturwoche Donau stellt Ricco Bilger seinen gleichnamigen Verlag vor und hat ein Buch von Patti Smith mit dabei. „Das Korallenmeer“ heisst es und vielleicht kann er noch etwas zum Buch und zur Autorin erzählen.

Donnerstag, 28.April um 19:30
Edwin Scharff Museum, Neu-Ulm
Eintritt € 6,00

Leseprobe

Dienstag

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Heute haben
Theodor Fontane * 1819
Rudyard Kipling * 1865
Paul Bowles * 1910
Douglas Coupland * 1961
Lukas Bärfuss * 1971
Geburtstag.
Aber auch Patti Smith.

Theodor Fontane:
Der erste Schnee

Die Sonne schien, doch Winters Näh’
Verrieth ein Flockenpaar;
Es gleicht das erste Flöckchen Schnee
Dem ersten weißen Haar.

Noch wird – wie wohl von lieber Hand
Der erste Schnee dem Haupt –
So auch der erste Schnee dem Land
Vom Sonnenstrahl geraubt.

Doch habet Acht! mit einem Mal
Ist Haupt und Erde weiß,
Und Freundeshand und Sonnenstrahl
Sich nicht zu helfen weiß.
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42.000 mal wurde diese Blogseite besucht.
Die Klicks kamen aus 72 Ländern der Erde.

Dies teilt mir gerade meine Jahresstatistik von wordpress mit.
Liest sich nicht schlecht und das hat natürlich sehr viel mit Ihnen / euch zu zu tun.
Vielen Dank dafür.
Das bedeutet auch: Jede Menge Buchvorstellungen für kleine und große LeserInnen. Ab und an war auch eine Musik-CD, oder ein Film dabei. Gezählt habe ich das alles nicht. Das ist auch der Grund, warum es dieses Weihnachten keinen „Ulmer“ gab, das Heftchen mit Buchtipps, das wir jahrelang verteilt hatten. Es war einfach keine Zeit dafür da. Ich hoffe, Sie haben es nicht zu sehr vermisst.
So ist der kleine Buchladen an der Ecke ein Treffpunkt für viele BuchliebhaberInnen geworden. Nicht nur für die Kunden in und um Ulm, sondern auch für Menschen aus 72 Ländern, die dieses Blog als Schaufenster zur Literatur benutzen.
Ich hoffe, wir können dies auch im neuen Jahr so weitermachen.

Heute ist mein letzter Arbeitstag, da ich morgen (fast schon traditionell) frei habe.
Da steht für mich der Butterbrezellauf in Holzheim an. Eine kleine Runde für einen guten Zweck mit Butterbrezel und einem Glas Sekt.
Alles organisiert vom Gasthaus Adler.

Einen etwas anderen Jahresrückblick versteckt sich hinter dem Link „Archiv„.
Dort finden Sie alle Fotos, die sich im letzten Jahr auf unserem Fotoblogjastram.tumblr.comangesammelt haben.
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Kommen Sie gut durch den vorletzten Tag des Jahres.
Wir kämpfen immer noch mit unserer Telefonleitung.
Das heisst: Telefongespräche funktionieren nur mit Rufumleitungen auf unsere Händis und nur ein Rechner im Laden hat Zugang ins Internet und das auch nur dank eines Smartphones. Alles nicht so lustig; wir hoffen, dass sich die Telekom irgendwann einmal auf den Weg macht, um uns zu helfen, damit wir Ihnen wieder in gewohnter Form zur Seite stehen können.