Donnerstag

Heute haben
T.S.Eliot * 1888
Ernst Schnabel * 1913
Peter Turrini * 1944
Geburtstag
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Eduard Mörike
Septembermorgen

Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.
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Kroatien

Jagoda Marinic: „Gebrauchsanweisung für Kroatien
Piper Verlag € 14,99

Rezensionen und Pressestimmen

Gebrauchsanweisung für Kroatien ist vielmehr als eine Gebrauchsanweisung für Kroatien. Es ist Literatur, Unterhaltung, Landeskunde, und einiges mehr. (…) Das Buch macht ungeheuer Lust auf das Land“
Mannheimer Morgen

„Mit federleichtem Stil und viel humorvoll verpackter Selbstkritik beschreibt Jagoda Marinic die vielen schönen, aber auch die Schattenseiten des Landes. (…) Ihr Buch ist ein perfekter, ebenso unterhaltsamer wie informativer Reisebegleiter für alle, die das Land und seine Bürger etwas besser kennen lernen wollen.“
Die Zeit

Da haben die beiden Pressestimmen aber auch wirklich vollkommen recht. Das Buch liest sich weg wie nix und ist immer für eine Überraschung gut. Es passt ausgezeichnet in die Gebrauchsanweisungs-Reihe, in dem vor Jahren auch schon Birgit Vanderbeke über ihr Südfrankreich geschrieben hat und in der ich einiges über Japan gelernt habe, obwohl ich wohl nie hinkommen werde.
Jagoda Marinic macht uns gleich zu Beginn den Mund wässrig, in dem sie vom türkisblauen Meer spricht, das es sonst nur in der Südsee gibt. Sie nennt ihr Kroatien das bessere Italien, obwohl sie von einem Besuch der Insel Krk gefrustet wieder zurückkehrt (komplett ausgebucht) und wieder froh ist, in einer Stadt übernachten zu können. Sie schreibt über essen (sehr wichtig) und trinken, über die Familienbande (sehr wichtig, s. „essen“) und wie alles zusammenhängt und unauflöslich mit einander verknotet ist. Daraus kann man auch nie entfliehen. Im Kroatischen heisst das „sich reinwaschen“; sprich sich reinwaschen vom Dreck der Familie, der für ewig an einem heftet. Sie schreibt über Hitchcock, der dort gedreht hat; über Winnetou, dessen Filme ja bekanntlicherweise hier gedreht worden sind und die wir als Kinder alle (mehrfach) angeschaut haben. Es geht um die (stets verleugendeten) türkischen Wurzeln, auch in der Sprache und ein Kapitel über Apartmentdealer. Wichtig sind im Süden die kum, die Paten. Alles ist miteinander verpatet und jeder hat mehrere davon und ist auch bei vielen anderen Pate. Ob Hochzeit-, Tauf-, Firmungspate, ob Verlobungs- und sonstiger Pate. Egal. Es ist die Familie, die sich hier erweitert. Hier brauchen Sie keinen ADAC, wenn das Auto stehen bleibt, keinen Arzt, wenn es mal wieder weh tut. „Das ist Dalmatien. Vergessen Sie das nicht. Das Land der gepunkteten Hunde. Nichts ist unmöglich“, schreibt Jagoda Marinic. Ah, nicht zu vergessen ist natürlich neben Politik, Religioen, Essen (wichtig!) und Familie (wichtig!), der Sport. Immer wieder tauchen Kroaten als Sportler auf und bringen es zu Weltruhm. Ob im Fussball in der Bundesliga (Mario Mandzukic, Ivica Olic), oder auch Toni Kukoc, der es in der us-amerikanischen NBA (Basketball) zu Weltruhm gebracht hat, obwohl er zu klein für seine Position und zu wenige für all die Postionen, die er hätte spielen können war. Kroatien hat seine Helden und die Eltern sind stolz darauf. Auch wenn es nur die Kleinen sind, die mit dem Boot aufs Meer hinausfahren und die Erwachsenen im Café ihnen interessiert nachschauen. „Doch allem voran ist Kroatien das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Das verrate ich jetzt nur Ihnen“, schreibt die Autorin am Ende des Buches. Wir klappen es zu und träumen uns jetzt schon dort hin. Aber halt! Vegetarier tun sich dort sehr schwer. Unbegreiflich, dass ein Mensch, noch viel schlimmer ein Mann, kein Fleisch ist. Wie soll er sonst zu seiner Muskelkraft kommen? Ist der Muslim, ist er krank, hat er ein Gelübde abgelegt? Nur einen Salat zu essen erzeugt im Restaurant immer noch die größten Lacher. Ich werde mich diesbezüglich bei der Autorin schlaumachen und fragen, ob es in Kroatien mittlerweile auch schon Tofu gibt, den ich auf den Grill, neben all die leckeren Fische legen kann/darf.

Jagoda Marinic liest heute abend um 19 Uhr bei uns in der Buchhandlung
aus ihrem Roman: „Restaurant Dalmatia“.
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