Mittwoch, 20.November

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Heute haben
Selma Lagerlöf * 1858
Nadine Gordimer * 1923
Don DeLillo * 1936
Rachid Mimouni * 1045
Jürgen Seidel * 1948
Geburtstag
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Heinrich Heine
Deutschland. Ein Wintermärchen

Caput I

Im traurigen Monat November war’s,
Die Tage wurden trüber,
Der Wind riß von den Bäumen das Laub,
Da reist ich nach Deutschland hinüber.Und als ich an die Grenze kam,
Da fühlt ich ein stärkeres Klopfen
In meiner Brust, ich glaube sogar
Die Augen begunnen zu tropfen.

Und als ich die deutsche Sprache vernahm,
Da ward mir seltsam zumute;
Ich meinte nicht anders, als ob das Herz
Recht angenehm verblute.

Ein kleines Harfenmädchen sang.
Sie sang mit wahrem Gefühle
Und falscher Stimme, doch ward ich sehr
Gerühret von ihrem Spiele.

Sie sang von Liebe und Liebesgram,
Aufopfrung und Wiederfinden
Dort oben, in jener besseren Welt,
Wo alle Leiden schwinden.

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9783407754486

Nikolaus Heidelbach: „Alma und Oma im Museum“
Beltz & Gelberg Verlag € 14,95
Ein Bilderbuch ab 8 Jahren

„Für einen vernünftigen Museumsbesuch braucht man drei Dinge. Erstens, die richtigen Schuhe, zweitens gute Augen und drittens genug Zeit. Hast du alles?“

Klar hat Alma alles und somit kann es losgehen. Ein Besuch des Wallraf-Richartz-Museums steht an. Was die Oma erst im Museum sagt, ist, dass man am besten alleine durchs Museum gehen sollte. Und deshalb muss Alma den Wärter ablenken, damit Oma sich verstecken kann. Wie? Verstecken? Ja, Oma versteckt sich in den Bildern und spricht über die Kopfhörer mit ihrer Enkelin. Wirklich, sie ist versteckt und Alma und wir LeserInnen dürfen sie suchen. Leider sind dazu die Abbildungen fast zu klein geraten. Trotzdem – ein großer Suchspaß.
Aber viel wichtiger sind die Gespräche zwischen den beiden. Die Fragen der kleinen Alma und die Antworten der Expertin. Dadurch bekommen wir bei diesem Rundgang einen prima kunstgeschichtlichen Einblick in sechszehn religiöse Meisterwerke des Museums.
Wenn wir noch etwas Geduld haben und das Ende des Buches richtig verstanden haben, geht der nächste Besuch in den zweiten Stock zum Barock. Ha! ich freue mich jetzt schon.

Leseprobe

Freitag, 10.November

Heute haben
Martin Luther * 1483
Oliver Goldsmith * 1728
Friedrich Schiller * 1759
Arnold Zweig * 1887
Jiri Grusa * 1938
Werner Söllner * 1951
Neil Gaiman * 1960
Geburtstag
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Friedrich Schiller
An einen Weltverbesserer

„Alles opfert‘ ich hin“, sprichst du, „der Menscheit zu helfen,
Eitel war der Erfolg, Haß und Verfolgung der Lohn.“ –
Soll ich dir sagen, Freund, wie ich mit Menschen es halte?
Traue dem Spruche! noch nie hat mich der Führer getäuscht,
Von der Menschheit – du kannst von ihr nie groß genug denken,
Wie du im Busen sie trägst, prägst du in Taten sie aus.
Auch dem Menschen, der dir im engen Leben begegnet,
Reich ihm, wenn er sie mag, freundlich die helfende Hand.
Nur für Regen und Tau und fürs Wohl der Menschengeschlechter
Laß du den Himmel, Freund, sorgen wie gestern so heut.
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Heute vor einem Jahr: Trump wird Präsident
„Mann Mann Mann“ würde Rico sagen.
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David Böhm, Ondřej Chrobák, Rostislav Koryčánek und Martin Vaněk:
Wie kommt die Kunst ins Museum?
Ein Wimmelsachbuch über die Kunst
Aus dem Tschechischen von Lena Dorn, die schon als ganz Kleine durch unsere Buchhandlung krabbelte.
Rauch Verlag € 20,00
Großbildersachbuch ab 8 Jahren

Was ist eigentlich ein Museum? Seit wann gibt es Museen? Wieso hingen früher Bilder bis unter die Decke und warum reicht heute ein ausgestelltes, ungemachtes Bett in einem leeren Raum, dass wir dafür Eintritt bezahlen und ehrfürchtig davorstehen?
Die Art und Weise, wie uns Bilder, Kunstwerke präsentiert werden hat sich geändert. Mittlerweile sind Museumsbauten schon Kunstwerke, wenn wir z.B. das Guggenheim in Bilbao anschauen.
Was ist eigentlich ein Kurator und was macht er denn? Reicht es nicht einfach Bilder an die Wand zu hängen? Was ist eigentlich Kunst und ab wann wird sie im Museum ausgestellt?
In dieser Bilderbuch-, Comic-Form bekommen schon Grundschulkinder einen Einblick hinter die Kulissen der Kunsttempel. Zu den Wimmelbilder gibt es fundierte Texte, die das Buchkunstwerk abrunden.
Viel Spaß damit und unbedingt in die Leseprobe schauen.

Leseprobe

Freitag, der 13.

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Das 13.Kalenderblatt von Christel Müllers und Ursula Selbmanns Adventskalender
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Heute haben
Christian Gottfried Gellert * 1769
Heinrich Heine * 1797
Friedrich Hebbel * 1863
Laurence van der Post * 1906
Robert Gernhardt * 1937
Geburtsag.

Da freut sich das Lyrikherz schickt schickt Grüße in die Ewigen Jagdgründe.

Heinrich Heine
Ach, wenn ich nur der Schemel wär

Der Kopf spricht:
Ach, wenn ich nur der Schemel wär,
Worauf der Liebsten Füße ruhn!
Und stampfte sie mich noch so sehr,
Ich wollte doch nicht klagen tun.

Das Herz spricht:
Ach, wenn ich nur das Kißchen wär,
Wo sie die Nadeln steckt hinein!
Und stäche sie mich noch so sehr,
Ich wollte mich der Stiche freun.

Das Lied spricht:
Ach, wär ich nur das Stück Papier,
Das sie als Papillote braucht!
Ich wollte heimlich flüstern ihr.
Ins Ohr, was in mir lebt und haucht.

Und weil doch heute Nacht viele Sternschnuppe zu sehen sein sollen:

Es fällt ein Stern herunter

Es fällt ein Stern herunter
aus seiner funkelnden Höh,
das ist der Stern der Liebe,
den ich dort fallen seh.

Es fallen vom Apfelbaume,
der weißen Blätter so viel,
es kommen die neckenden Lüfte,
und treiben damit ihr Spiel.

Es singt der Schwan im Weiher,
und rudert auf und ab,
und immer leiser singend,
taucht er ins Flutengrab.

Es ist so still und dunkel,
verweht ist Blatt und Blüt‘,
der Stern ist knisternd zerstoben,
verklungen das Schwanenlied.
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Mehr Fotos auf unserem Fotoblog
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978-3-95451-225-6

Georg Kohlen, Joachim Rönneper: „Museum auf Bairisch
66 x Kunst auf Bairisch von abbusselns bis Zupfgeigenhansel
bairisch, deutsch, englisch, italienisch, chinesisch
Emons Verlag € 14,95

Lokale Mundart trifft auf Weltkunst vor Ort. 66 bairische Begriffe erklären 66 Details aus Gemälden, die allesamt aus Münchner Museen stammen: Dialekt im Spiegel zeitloser Malerei – Museum auf Bairisch. Der Bilderreigen präsentiert im Ausschnitt Kunstwerke vom Mittelalter bis zum Barock, vom Impressionismus bis zur Klassischen Moderne. Dieses einmalige Bild- und Sprachlexikon verbindet verbal und visuell Alltagskultur mit Hochkultur: ein Band für jederfrau und jedermann, ob Zugereiste oder Landsmann oder Gäste aus aller Welt.
Der Emons Verlag legt nach den Museen op Kölsch, auf Weanarisch, Öcher Platt nun also nach. Die Süddeutsche Zeitung brachte auf dem Reiseteil diesen Tipp und sofort stürmten die Kunden den Buchladen, obwohl wir doch gar nicht zu Bayern geören, aber Luftlinie 500 Meter mit der Donau die Grenze ist.
Nun sehen wir vier Mönche, die uns aufschbuin und lernen dabei dass dies musizieren, play music, fare della misca heisst. Beim Chinesischen muss ich leider passen. August Mackes Deandl ist natürlich ein Mädchen, girl, ragazza und König Ludwig I. ist der Kini, König, king, re. Auf Franz von Stucks: Rodelnde Kinder“ findet sich natürlich ein Schlin, sprich: Schlitten, sled, slitta.
Und so weiter und so fort.
Ein richtiger Spaß mit einem Anhang, in dem erklärt wird, wo welches Bild in München hängt und wo wir es anschauen können.
Leider kann ich Ihnen nicht mehr Bilder zeigen, da sind wohl Rechte drauf. Also nix wie in die Buchhandlung und Reinschauen.