Donnerstag, 4.Juli

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Heute haben
Christian Fürchtegott Gellert * 1715
Nathaniel Hawthorne * 1804
Christine Lavant * 1915
Neil Simon * 1927
Dean Meyer * 1958
Geburtstag
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Christian Fürchtegott Gellert
Der Kuckuck

Der Kuckuck sprach mit einem Star,
der aus der Stadt entflohen war.
„Was spricht man“, fing er an zu schrein,
Was spricht man in der Stadt von unsern Melodein?
Was spricht man von der Nachtigall?“
„Die ganze Stadt lobt ihre Lieder.“ –
„Und von der Lerche?“ rief er wieder.
„Die halbe Stadt lobt ihrer Stimme Schall.“
„Und von der Amsel?“ fuhr er fort.
„Auch diese lobt man hier und dort.“ –
„Ich muß dich doch noch etwas fragen:
Was“, rief er, „spricht man denn von mir,“
„Das“, sprach der Star, „das weiß ich nicht zu sagen;
denn keine Seele red′t von dir.“ –
„So will ich“, fuhr er fort, „mich an dem Undank rächen
und ewig von mir selber sprechen.“
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Wolfgang Amadeus Mozart: „Klavierkonzerte Nr.11,15,27“
Fassung für Akkordeon & Orchester mit Viviane Chassot und der Camerata Bern
Sony Classical € 19,99

Mozart und kein Ende. Was soll denn noch alles kommen, frage ich mich.
Und dann höre ich in die neue Einspielung der Akkordeonistin Viviane Chassot und bin schwer ergriffen von der Schönheit dieser Musik. Mozarts Leichtigkeit und Schwermut finden sich in dieser Akkordeonfassung bestens aufgehoben. Vivian Chassot hat sich speziell das 27. und letzte Klavierkonzert herausgesucht, da es für sie einen Rückblick auf Mozarts Schaffen ist und gleichzeit ein Ausblick in Neues.
Neben den Großmeisterns Rameau und Haydn hat sie Musik des 20.Jahrhunderts eingespielt. Auch eine CD mit Akkordeon und Zither.

Freitag

Heute haben
Georg Büchner * 1813
Alfred Polgar * 1873
Ernst Blaß * 18909
Nathanael West * 1906
Arthur Miller * 1915
Geburtstag.
Aber auch der Regisseur Christoph Marthaler.
Und es ist der Todestag von Ingeborg Bachmann.
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Georg Büchner
Leise hinter düstrem Nachtgewölbe

Leise hinter düstrem Nachtgewölbe
Tritt des Mondes Silberbild hervor,
Aus des Wiesentales feuchtem Grunde
Steigt der Abendnebel leicht empor.

Ruhig schlummernd liegen alle Wesen,
Feiernd schweigt des Waldes Sängerchor,
Nur aus stillem Hain, einsam klagend,
Tönet Philomenes Lied hervor.

Schweigend steht des Waldes düstre Fichte,
Süß entströmt der Nachtviole Luft,
Um die Blumen spielt des Westwinds Flügel,
Leis hinstreichend durch die Abendluft.
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Die wunderbare Arie „Voi che sapete“ mit Christinne Schäfer aus Mozarts: Le Nozze di Figaro“ in einer Inszenierung von Christop Marthaler.
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Im aktuellen Heft von Sinn und Form gibt es die Tagebuchaufzeichnungen von Christine Koschel, die sie während Ingeborg Bachmanns Aufenthaltes im Krankenhaus, geschrieben hat. So bekommen wir zum ersten Mal einen sehr nahen und persönlichen Eindruck der letzten Wochen der Autorin.
Auf der Website des Heftes gibt es einen kleinen Auschnitt eines Interviews mit Christine Koschel.
Der Bachmann glaube ich, was sie schreibt
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Nun haben wir genug über die Geburts- und Todestage gehört und gesehen und kommen zu einem verregneten Aufenthalt auf Helgoland.

Wohl

Torsten Wohlleben: „Kann ich bitte löschen, was ich gerade gesagt habe?“

Carlsen Verlag € 14,90
Jugendbuch ab 14

Das tut richtig gut. Ein deutschsprachiges Jugendbuch, das so locker geschrieben ist und das Innenleben eines 16jährigen Jungen erzählt und nicht in den ganzen Untiefen herumwühlt. Mit sehr großem Vergnügen haben wir das Buch gelesen und finden, dass es natürlich nicht nur eines fürs Jungs, sondern genauso gutfür Mädchen ist, damit die mitbekommen, wie Jungs so ticken.
Torsten Wohlleben lässt Henner erzählen. Er ist klein, also nicht so groß würde ich mit meinen 1,70 sagen. Aber wenn er auf dem Sofa bei Starbucks zwischen seinen zwei Freunden mit über 1,80 sitzt, kommt er sich vor, wie Harry Potter ohne Brille und Zauberstab. Seine beiden Kumpels sind überall beliebt, zeigen sich von ihrer besten Seite und schauen von oben auf Henner (Henni Penni) herunter. Er ist sich dessen bewusst, weiss aber nicht, wie er aus dieser Situation herauskommt. Zuhause gibt es eine fürsorgliche Mutter und einen immer Arbeit befindlichen Vater. In der Schule hätte er eine Klasse überspringen können. Er will aber nicht, dass dies jemand erfährt. (Passiert aber doch). Verliebt ist er auch noch und zwar in die schöne Valerie mit den besonderen Klamotten. Er traut sich jedoch nicht, sie anzusprechen, hat nur Augen und Ohren für sie. Allein ihr Duft …. So vermasselt er auch gleich eine Geschichtsarbeit.
Alles könnte sich ändern, als die Jungs ein Angebot bekommen auf Helgoland Urlaub zu machen. Dort steht eine Wohnung frei und als sie erfahren, dass Mädels aus ihrer Klasse, inkl. Valerie, auch dort sind, gibt es für Henner kein Halten mehr. Auf Facebook wird organisiert und geschrieben und gepostet, was das  Zeug hält. Nur auf Henners Account ist nix zu sehen. Es klappt dann für Henner doch noch mit der Reise und als sie auf der Insel ankommen, regnet es in Strömen (hier auch), sie können die Wohnung beziehen und gehen sofort los um einzukaufen: Alkohol natürlichund kiloweise Krautsalat, weil der in der Menge so günstig ist.
Torsten Wohlleben schreibt in der Sprache dieser Jugendlichen, wird aber nie flapsig oder flach. Er benutzt den Slang, biedert sich jedoch nicht an. Der Roman liest sich flott weg und oft haben wir Passagen zum Schmunzeln oder Lachen. Es tauchen natürlich alle Utensilien auf, die die heutigen 16jährigen lebensnotwendig bauchen. Facebook, Smartphones, McDonald’s und Starbacks. Jede Menge Filmschauspieler und Zitate aus deren Filme und natürlich Musik. Aber auch hier hat Wohlleben ein klugen Händchen bewiesen und hält die Balance und nervt uns als Leser nicht. Jugendliche werden sich zu 100% wiederfinden. Und zwischen den Zeilen lesen wir natürlich eine große Kritik an diesen Konsumgütern, die für uns so selbstverständlich geworden sind. Aber sind sie wirklich so lebensnotwendig, wie zu Beginn Facebook für Henner?
Ob es mit Valerie klappt, oder ob es doch noch was wird mit Henner und Lefke, die übrigens Facebook doof findet, das dürfen Sie selbst herausfinden. Auf jeden Fall merkt Henner, wenn er sich innerlich verändert, anders einstellt, dann wird auch sein Verhältnis zu den beiden Freunden und zu den Mädchen ein anderes. Alles wird entspannter, sie können endlich normal miteinander reden und sich austauschen.
Ein klugen, witziges Buch. Ein tolles Geschenk.
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Heute abend ab 19 Uhr: „Ulmer Fraune schreiben und lesen“ bei uns in der Buchhandlung.
Der Vortrag am Sonntag um 11 Uhr im Weidacher Spatzennest („Partisanenpfade im Piemont“ fällt aus gesundheitlichen Gründen des Autors aus. Schade.
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Samstag

Heute haben
William Somerset Maugham * 1874
Virginia Woolf * 1882
Eva Zeller * 1923
Silvio Blatter * 1946
Geburtstag
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Und dies entdeckte ein Kunde in unserem Arno Schmidt-Fenster, nachdem gestern zum ersten Mal Schnee vom Himmel fiel. In Ulm blieb zwar nichts liegen, auf Alb jedoch schon mal 10 cm.CIMG9565
aus: Arno Schmidt: Zettels Traum

Foto
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Julia-Lezhneva-Alleluia-CD-Cover

Julia Lezhneva: „Alleluia“
Il Gardiono Armonico unter Giovanni Antonini
DECCA  CD € 9,99

Vivaldi: Motette RV 626 „In furore iustissima irae“
Händel: Motette HWV 240 „Saevit tellus inter rigores“
Porpora: „In caelo stele clare fulgescant“
Mozart: „Exsultate, jubilate“ KV 165

Warum ich diese CD hier vorstelle, ist der neue Preis. Na, das ist jetzt gemein, da ja der preis nicht der Grund ist. Aber diese genial gute Einspielung für diesen Preis zu bekommen ist wirklich unglaublich. Der Preisverfall in der Musikindustrie ist jedoch gigantisch.
Julia Lezhneva ist Jahrgang 1989 (Jawohl, gerade mal 24 Jahre) und hat schon die perfekte Stimme. Angefangen hat es bei ihr mit Einspielung von Rossini und Vivaldi und 2013 kam diese Einspielung mit Vivaldi, Händel, Porpora und Mozart heraus. Nicht erschrecken: hinter dem Titel „Alleluia“ versteckt nicht ein zusammengeschustertes programm für diese junge Stimme, wie so oft zu finden ist. Das Programm der CD ist Musik aus dem 18.Jahrhundert, das speziell für junge Sängerinnen geschrieben worden ist. Und der Sopran von Julia Lezhneva passt wie angegossen.
Entdeckt wurde die russische Sängerin übers Internet. Ihr Moskauer Lehrer meinte, er habe ein Video von ihr auf youtube gesehen und gehört. Da soll mal noch einer sagen, …. und die NSA hätte da auch ruhig mal reinhören können.
Was mich persönlich besonders beeindruckt, ist, dass sie die Motetten ohne Vibrato angeht. Dies tut meinen Ohren doch sehr gut.
Bevor ich mich nun aber verplappere und Unfug schreibe, hier ein paar Musikbeispiele