Freitag,6.März

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Heute haben
Cyrano de Bergerac * 1619
Elizabeth Barrett Browning * 1806
Stanislaw Jerzy Lec * 1909
Will Eisner * 1917
Gabriel Garcia Marquez * 1927
Günter Kunert * 1929
Geburtstag
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Mörike Eduard
Zur Warnung

Einmal nach einer lustigen Nacht
War ich am Morgen seltsam aufgewacht:
Durst, Wasserscheu, ungleich Geblüt;
Dabei gerührt und weichlich im Gemüt,
Beinah poetisch, ja, ich bat die Muse um ein Lied.
Sie, mit verstelltem Pathos, spottet‘ mein,
Gab mir den schnöden Bafel ein:
„Es schlagt eine Nachtigall
am Wasserfall;
und ein Vogel ebenfalls,
der schreibt sich Wendehals,
Johann Jakob Wendehals;
der tut tanzen
bei den Pflanzen
obbemeld’ten Wasserfalls.“
So ging es fort; mir wurde immer bänger.
Jetzt sprang ich auf: zum Wein!
Der war denn auch mein Retter.
Merkt’s euch, ihr tränenreichen Sänger,
Im Katzenjammer ruft man keine Götter!
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Heinz Janisch und Helga Bansch (Illustrationen): „Angsthaben“
Jungbrunnen Verlag € 15,00
Bilderbuch ab 4 Jahren

Es reicht! Schon immer werden Tiere herangezogen, um negative Eigenschaften von Menschen zu beschreiben. Fauler Hund, störrischer Esel, heimtückisch wie ein Fuchs, alte Schnattergans. Aber jetzt soll Schluss sein damit. Das meinen zumindest die Vertreter auf der Vollversammlung im Internationalen Hauptquartier der Hasen. Angsthase wollen sie nicht mehr genannt werden. Das beruht nämlich auf einer völlig falschen Einschätzung der außergewöhnlichen Fähigkeiten von Hasen: Hasen sind geschickt, sensibel und gewitzt. Und schnell sind sie nicht aus Angst, sondern weil sie klug und mutig sind. Sie haben einfach Hasensuperpower! Und deshalb sollen Kinder mit solchen Fähigkeiten ab sofort Muthase genannt werden. Logisch, oder?
Ein Mutmachbilderbuch mit aussergewöhnlichen Illustrationen.
Ein Bilderbuch, das Spaß beim Vorlesen, Betrachten und zum Darübersprechen macht. Und das nicht nur zu Ostern, weil es da so viele Hasen gibt.
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Heute Abend ab 19 Uhr in der vh Ulm, Club Orange:
Ein Vortrag über den Klimawandel, die Klimakatastrophe.
Organisiert und gehalten von Extinction Rebellion Ulm.
Dauer ca. zwei Stunden mit anschließender Diskussion.
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Donnerstag, 10.Oktober

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Heute haben
Ivo Andric * 1892
Mercé Rodoreda * 1908
Claude Simon * 1913
James Clavell * 1925
Harold Pinter * 1930
Jonathan Littell * 1967
Geburtstag
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Auf dem Lyrikkalender gefunden:

Eduard Mörike
Falsche Manier

Ach, ich merkte, Feund, du möchtest
Gern pikant dein süß Gedicht:
Aber in der Pfeffermühle
Mahlt man keinen Zucker nicht.
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Maria Dek: „Wenn ich einmal groß bin“
Das Zahlenbuch der großen Träume
Aus dem Französischen von Theresa Scholz
Knesebeck Verlag € 13,00
Bilderbuch ab vier Jahren

Ein Junge träumt sich in die Zukunft, denn dort wird er nämlich ein Riese sein, ein Rad mit zwei Hupen und sooo große Schuhe hat, dass er drei Schleifen braucht. Er verputzt dann mal eben fünf Kugeln Eis, hat sieben Berufe (für jeden Tag einen), kann über neun Pfützen springen und wohnt in einem Baumhaus mit 13 Fenstern mit 15 Bären und 18 Spinnen. Und und und bis er endlich um 25 Uhr ins Bett geht und am nächsten Tag noch größer aufwacht.
Maria Deks Bilderbuch lädt ein zum Zählenlernen und zeigt, was so eine Kleiner gerne sein würde. Groß und stark und dann nochmals größer. Ein Buch das sich gut zum Weitererzählen eignet und mit dem man sehr gut gemeinsam auf eine Phantasiereise gehen kann. Dazu passen auch die naiv gehaltenen Illustrationen, bei denen sich die Kleinen sicherlich wohl fühlen.

Unbedingt das Video anschauen, in dem das Bilderbuch in animierter Form (auf Französisch) wiedergegeben wird.

Dienstag, 30.April

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Heute haben
Fritz von Herzmanovsky-Orlando * 1877
Jaroslav Hasek * 1883
Luise Rinser * 1911
Ulla Hahn * 1946
Geburtstag
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Eduard Mörike
Zitronenfalter im April

Grausame Frühlingssonne,
Du weckst mich vor der Zeit,
Dem nur in Maienwonne
Die zarte Kost gedeiht!
Ist nicht ein liebes Mädchen hier,
Das auf der Rosenlippe mir
Ein Tröpfchen Honig beut,
So muss ich jämmerlich vergehn
Und wird der Mai mich nimmer sehn
In meinem gelben Kleid.
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Unser Filmtipp:

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„her“
Regie: Spike Jonze
Darsteller: Joaquin Phoenix, Amy Adams, Rooney Mara
und der Stimme von Scarlett Johansson
DVD ab 12 Jahren € 9,99

2014 Ausgezeichnet mit einem Oscar für das beste Drehbuch.

Vor Monaten hat mir jemand im Laden diese DVD ausgeliehen. Die müsse ich unbedingt anschauen. Manchmal dauert es einfach. Jetzt habe ich den Film gesehen, weiß aber nicht mehr, von wem die DVD ist. Wenn die Person diesen Blog liest und sich an ihre fehlende DVD erinnert, bitte melden!!!
Joaquin Phoenix spielt den einsamen Theodore, der kurz vor seiner Scheidung steht, die Zeit mit seiner Frau aber nicht missen möchte. Er verfasst rührende persönliche Briefe für andere Menschen und erhält dafür überall Lob. Der Film spielt in einer Megastadt in naher Zukunft und so werden die Texte, die er in seine Rechner digtiert gleich in der Handschrift des vermeintlichen Verfassers/Verfasserin ausgedruckt und verschickt. Aber sein Herz ist gebrochen und er kann sich auf keine andere Beziehung, sei es auch nur pür eine Nacht, einlassen.
Als ihm ein neues Operating System (OS) zugespielt wird, ist er dafür umso aufgeschlossener. Dieses OS ist eine Computerstimme (gesprochen von Scarlett Johansson), die sich Samantha nennt. Das System ist freundlich, aufgeschlossen, sensibel und voller Humor. Die Bedürfnisse der beiden ergänzen sich, entwickeln sich. Ihre Freundschaft wird immer enger, bis sie sich in einander verlieben.
Jetzt können Sie natürlich sagen: „So ein Schmachtfetzen!“
Das Drehbuch und der Regisseur geben sich damit jedoch nicht zufrieden.
Allein die Tatsache dass ein Hollywoodfilm eine Computerstimme als zweite Hauptperson hat, die wir natürlich nie zu Gesicht bekommen, dafür aber umso länger den melancholischen Theodore, ist schon bemerkenswert.
So bleibt also die Spannung: Wie kann das Ding zu Ende gehen?