Donnerstag, 1.Oktober

Heute haben
Inge Merkel * 1922
Günter Wallraff * 1942
Geburtstag
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Christian Morgenstern
Oktobersturm

Schwankende Bäume
im Abendrot –
Lebenssturmträume
vor purpurnem Tod –

Blättergeplauder –
wirbelnder Hauf –
nachtkalte Schauder
rauschen herauf.
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Emilia Wiltschek empfiehlt:


L.D.Lapinski: „Strangeworlds“
Öffne den Koffer und spring hinein!
Mit Illustrationen von Pascal Nöldner
Übersetzt von Yvonne Hergane
Baumhaus Verlag € 14,00
Jugendbuch ab 10 Jahren

Flick und Ihr Familie ziehen um. Eigentlich war Flick zufrieden mit ihrer zwar kleinen, aber gemütlichen Wohnung. Der einzige Pluspunkt ist, dass sie sich im neuen Haus kein Zimmer mit ihrem kleinen Bruder teilen muss. Endlich angekommen, macht sich Flick auf in die kleine Stadt, in der sie magisch von einem bestimmten Geschäft angezogen wird. Einem Reisebüro. Über der Tür des Geschäfts steht der Name des Reisebüros: STRANGEWORLDS. Vorsichtig betritt Flick das Geschäft und erlebt eine Überraschung: Das Geschäft besteht nicht wie erwartet aus Reiskatalogen und Plakaten vom Meer und den Bergen…..nein, die Einrichtung besteht ausschließlich aus Regalen vollgeschüttet mit… Koffern! Und hinter dem Tresen sitzt ein Junge, der kaum älter als 18 Jahre alt sein kann. Mürrisch will er Flick abwimmeln, doch als sie durch einen Zufall durch eine Glasscherbe guck,t mit der man Magie sehen kann und Flick sie auch noch sieht…ändert sich die Sicht des Jungen auf Flick schlagartig. Und sie erfährt das große Geheimnis der Reisegesellschaft STRANGEWORLDS: Die Koffer, die rund um Flick lagern, sind Eingänge zu anderen Welten. Erst kann Flick es nicht glauben, doch als sie ihre erste Reise anritt, kann sie nicht leugnen, dass das nicht ohne Magie entstehen kann. Und zusammen mit ihrem neuen Freund Jonathan macht sie sich auf in das größte Abenteuer das sie je erleben sollte. Eine tolle Geschichte für jeden der gern verreist und ein Fantasy Fan ist.

Mittwoch, 19.August

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Heute haben
Jerzy Andrzejewski * 1909
Frank McCourt * 1930
Geburtstag
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Christian Morgenstern
Ebenengewitter

So löst sich denn die Spannung schwer.
Erfüllt ist, was wir baten:
Vom Himmel rauscht ein beites Meer
Auf durstig-dürre Saaten.

Und herrlich stürzt ein Donnerkeil
Sein Siegel auf all den Segen.
O Frucht, nun reifst du wieder heil
Dem hohen Herbst entgegen.
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coversteinbacher108_v-podcast

Vivaldi & Piazolla:“Four Seasons“
Arabella Steinbacher (Violine)

und das Müchener Kammerorchester
Pentatone CD € 19,99

Mendelssohn, Tschaikowsky, Bruch, Prokofjew hat Arabella Steinbacher schon eingespielt.  Muss jetzt auch noch Vivaldi mit seinen „Vier Jahreszeiten“ kommen? Gibt es nicht schon (zu) viele Einspielungen?  Die 38-Jährige Geigerein spielt diesen Zyklus, zusammen mit dem Münchner Kammerorchester, jedoch mit so einer Lust und Laune, als gäbe es keine Vergleiche zu anderen Einspielungen. Im Frühling singen die Vögel auf ihrer Geige und im Winter spürt man förmlich die Kälte.
Das Besondere der CD ist, dass Arabella Steinbacher zu den jeweiligen Jahreszeiten von Vivaldi, die „Vier Jahreszeiten für Buenos Aires“ von Piazolla hinzufügt. Piazolla hat seine Musik für Quintett mit Bandoneon komponiert. Für diese Aufnahme wurden sie umgeschrieben und Steinbacher greift hier deutlich anderes in die Saiten. Eben ein wenig Tango und argentinisches Lebensgefühl.
Die Verzahnung gelingt ihr ausgezeichnet und wenn der Winter verklungen ist und Ruhe herrscht, möchte man fast wieder von vorne anfangen.
Warum auch nicht?

 

Freitag, 7.August

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Heute haben
Nina Berberowa * 1901
Jostein Gaarder * 1952
und
Birgit Vanderbeke * 1956
Geburtstag
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Christian Morgenstern
Hochsommernacht

Es ist schon etwas, so zu liegen,
im Aug der Allnacht bunten Plan,
so durch den Weltraum hinzufliegen
auf seiner Erde dunklem Kahn!

Die Grillen eifern mit den Quellen,
die murmelnd durch die Matten ziehn;
und droben wandern die Gesellen
in unerhörten Harmonien.

Und neben sich ein Kind zu spüren,
das sich an deine Schulter drängt,
und ihr im Kuß das Haar zu rühren,
das über hundert Sterne hängt …

Es ist schon etwas, so zu reisen
im Angesicht der Ewigkeit,
auf seinem Wandler hinzukreisen,
so unaussprechlich eins zu zweit …
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„Aus dem Papierkorb der Weltgeschichte“
Unglaubliche Briefe, gesammelt von Aaron Aachen (Archivar)
Gestaltung von Florian Toperngpong
Verlag Jacoby&Stuart € 24,00

Vor ein paar Tagen habe ich das Bilderbuch „Sommerhaus am See“ von Britta Teckentrup hier auf dem Blog vorgestellt. Über den Autoren kam ich zu seinem gleichnamigen Buch über dieses Haus und auf ein Buch mit mit dem Titel „Future History 2050“. Darin enthalten sind fiktive Briefe, die der Grafiker Florian Toperngpong beigetragen hat. Er widerum hat ein großformatiges Buch mit unveröffentlichten Briefsensationen herausgebracht. Allerdings schon 2018. Egal. Was sind schon zwei Jahre?
Ein unglaublicher Spaß.

Dies habe ich auf dieser Seite https://papierkorb-der-weltgeschichte.de/ gefunden:

Dieses Buch beinhaltet eine bislang unveröffentlichte Sammlung an unglaublichen und kuriosen Originalbriefen, Akten und Zeitdokumenten, zusammengetragen und archiviert von Aaron Aachen, einem Findelkind aus Niederbayern. Von klein auf besessen von Schriftstücken aller Art nutzte Aachen, nach dem Tod des Ziehvaters, das geerbte Vermögen,um weltweit Archive und Privatsammlungen auf der Suche nach Hinweisen zu seiner eigenen Identität zu durchforsten. Dabei entdeckte er erstaunliche, amüsante und teils haarsträubende Korrespondenzen, die den Blick freigeben auf die kleinen Geschichten hinter der großen Weltgeschichte.

Zusammengetragen in diesem Buch finden sich unter anderem Briefe von Franz Kafka an Sigmund Freud, Roland Emmerich an Wolfgang Rademann, Elvis an seine erste Liebe und Tim Mälzer an McDonald‘s ebenso wie die Tanzkarte von Leni Riefenstahl, Fragmente des Bühnenstücks »Mein Kampf«, geschrieben von Adolf Hitler, die abgelehnte Bewerbung von Alice Schwarzer um den Titel als „Schönste Frau Deutschlands“ oder die Anzeige gegen Hermann Hesse wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses durch Nacktwandern.

Ein unglaublicher Spaß. Mit welcher Perfektion diese Briefe gestaltet worden sind und welche lustigen, frechen Ideen dahinterstecken. Dass dann auch noch Otl Aicher drin vorkommt mit einem Stempel des HfG Archivs  ist natürlich ein Volltreffer.

Großartig!