Freitag, 3.November


Heute haben
Ludwig Derleth * 1870
Hanns Heinz Ewers * 1871
André Malraux * 1901
Dieter Wellershoff * 1925
Amartya Sen * 1933
F.K.Waechter * 1937
Martin Cruz Smith * 1942
Jan Faktor * 1951
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Friedrich Hebbel
Herbstbild


Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.
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Ein weiteres Kunstwerk von Britta Teckentrup:

Britta Teckentrup: „Ein Fest von Obst und Früchten
Jacoby & Stuart Verlag € 29,00

Ja, es ist ein wahres Fest, ein voller Korb voller Obst und Früchten, den uns Britta Teckentrup hier präsentiert. Nach ihrem letzten großen Buch über Krähen und Raben, wird es jetzt vegetarisch. In ihrer ganz speziellen, eigenen Art hat sie unglaublich viele, unterschiedliche Sorten gemalt. Fast kommen wir uns vor, als würden durch die Alte Pinakothek schlendern. Aber nicht nur ihre Bilder finden wir in diesem Prachtband, Britta Teckentrup hat sich wieder schlau gemacht und zeigt uns die Ergebnisse ihrer Mühen. Denn schon in der Antike entstanden Abbildungen von Obst und Früchten, die Stilleben von Caravaggio sind weltberühmt. Auch in der Literatur, natürlich im Märchen, in der Lyrik finden sich viele Beispiele. So ist dieses Buch nicht nur ein herrlicher Bildband, ein botanisches Nachschlagewerk, sondern eine Anthologie, in dem wir auch Tipps zu Romanen und Filmen bekommen.
Nicht zu vergessen sind die persönlichen Erlebnisse aus ihrer Kindheit.

Der Garten meiner Oma war voll von Obst und Früchten. Meine Schaukel stand im Schatten eines Quittenbaums und meine ersten Kletterübungen machte ich auf dem kleinen Kirschbaum hinter dem Haus. Damals kamen mir die Bäume und der Garten riesig vor.
Und es waren die Himbeeren, die ich so liebte – so wie auch heute noch. Aber handelt es sich dabei überhaupt um eine Beere? Heute weiß ich, dass die Himbeere eigentlich gar keine Beere ist, sondern eine Sammelsteinfrucht, so wie auch die Kirsche eine Steinfrucht ist.
In die Welt von Obst und Früchten einzutauchen ist unwahrscheinlich spannend, ein ästhetischer Genuss. Und meine Begeisterung dafür möchte ich in diesem Buch mit Ihnen teilen.

Britta Teckentrup

Schauen Sie in die Leseprobe und staunen Sie.
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Hier noch ein paar Veranstaltungtipps:

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„Das Weib ist ein Kerl“
Theaterstück von Wolfgang Schukraft

„Ein echter Kerl, der keiner ist. Ein Mensch zwischen den Geschlechtern: spannendes Theater … 
Djurovic präsentiert den Kerl mit verletzlichem Wesen mit unaufgeregter Präzision, ohne hochkochende Emotion geht es tief hinein in die Felsspalten der Seele.
Von Schukraft kompakt ohne Längen und Überzeichnungen in Szene gesetzt. … Viel Beifall im Saal.“
Uli Landthaler, Südwestpresse

Liebe Theater-Freunde!
Es wäre schade, wenn Sie diese Produktion verpassen würden. Es ist Theater jenseits jeglicher Gender-Klischees. Ich bemühe mich immer, dass unsere Aufführungen im besten Sinne unterhaltend sind. Und dies gelingt uns auch diesmal. Versprochen!
Ihr Wolfgang Schukraft

Im Schuhhaussaal im Kunstverein
Kramgasse 4, Ulm (hinter dem Münster)
Karten: Bücherstube Jastram Ulm, Judenhof, Tel. 0731/67137
oder per Mail: schukrafts@gmx.de
 
Beginn jeweils 19 Uhr 
Samstag, 04.11.23
Sonntag, 05.11.23
Samstag, 11.11.23
Sonntag, 12.11.23
Samstag, 18.11.23
Sonntag, 19.11.23
Samstag, 25.11.23
Sonntag, 26.11.23
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Am Sonntag, den 5.November gibt es im Ulmer Roxy ein Albumrelease Konzert.
Beginn: 20 Uhr, Eintritt: € 22,00
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Donnerstag, 2.November


Heute haben
Leo Perutz * 1882
Gyula Illyés * 1902
Odysseas Elytis * 1911
Hera Lind * 1957
Joey Goebel * 1980
Geburtstag
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Christian Morgenstern
Novembertag

Nebel hängt wie Rauch ums Haus,
drängt die Welt nach innen;
ohne Not geht niemand aus;
alles fällt in Sinnen.

Leiser wird die Hand, der Mund,
stiller die Gebärde.

Heimlich, wie auf Meeresgrund,
träumen Mensch und Erde.
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November
Gedichte
Zusammengestellt von Evelyne Polt-Heinzl und Christine Schmidjell
Umschlaggestaltung von Nikolaus Heidelbach
Reclam Verlag € 6,00

Schon wieder ist ein Monat vergangen. Der November ist gerademal zwei Tage alt. Mit der Gedichtauswahl haben wir einen schönen lyrischen Querschnitt in der Tasche, der uns durch die immer kürzeren Tage begleitet. Schauen wir mal, was das Wetter in den nächsten Wochen für Kapriolen schlägt.
Sie finden das Reclam-Bändchen, wie immer, bei uns an der Kasse.

Gottfried Keller
Wie nun alles stirbt und endet

Und das letzte Lindenblatt
Müd sich an die Erde wendet
In die warme Ruhestatt,
So auch unser Tun und Lassen,
Was uns zügellos erregt,
Unser Lieben, unser Hassen
Sei zum welken Laub gelegt.

Reiner weisser Schnee, o schneie,
Decke beide Gräber zu,
Dass die Seele uns gedeihe
Still und kühl in Wintersruh!
Bald kommt jene Frühlingswende,
Die allein die Liebe weckt,
Wo der Hass umsonst die Hände
Dräuend aus dem Grabe streckt.
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Nikolaus Lenau
Herbstlied

Ja, ja, ihr lauten Raben
Hoch in der kühlen Luft,
’s geht wieder ans Begraben,
Ihr flattert um die Gruft!

Die Wälder sind gestorben,
Hier, dort ein leeres Nest;
Die Wiesen sind verdorben;
O kurzes Freudenfest!

Ich wandre hin und stiere
In diese trübe Ruh,
Ich bin allein und friere
Und hör euch Raben zu.

Auch mir ist Herbst, und leiser
Trag ich den Berg hinab
Mein Bündel dürre Reiser,
Die mir das Leben gab.

Einst sah ich Blüten prangen
An meinem Reiserbund,
Und schöne Lieder klangen
Im Laub, das fiel zu Grund.

Die Bürde muß ich tragen
Zum letzten Augenblick;
Den Freunden nachzuklagen,
Ist herbstliches Geschick.

Soll mit dem Rest ich geizen
Und mit dem Reisig froh
Mir meinen Winter heizen?
Ihr Raben, meint ihr so?

Erinnerungen schärfen
Mir nur des Winters Weh;
Ich möchte lieber werfen
Mein Bündel in den Schnee.
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Morgen, Freitag, den 3.November, liest Germana Fabiano aus ihrem Roman: „Mattanza„.
Beginn: 19 Uhr
Eintritt € 10,00
Bei uns in der Buchhandlung

So beginnt das Buch und gibt uns zunächst ein Rätsel auf, das die Autorin alsbald löst und uns durch die nächsten Jahre und Jahrzehnte auf der kleinen italienischen Insel im Mittelmeer führt.

1960

Wenn es Gott gab, hatte er diesmal einen Fehler begangen.
Dieser gotteslästerliche Gedanke stand allen sechs Tonna-
roti ins Gesicht geschrieben, die sich in der Bar Peppe Vino e Cu-
cina zu dieser späten Stunde eingefunden hatten, als hätte sie je-
mand gerufen, aber so war es nicht. Die Thunfischfänger waren
aus eigenem Antrieb hergekommen, durch die dunkle Nacht,
selbst auf die Gefahr hin, sich einen Fuß oder das Kreuzbein zu
brechen. In der allgemeinen Fassungslosigkeit mussten sie mit-
einander reden und Trost suchen. Der Fehler war geschehen, der
große Fehler, und es gab kein Mittel dagegen.
»Es gibt gegen alles ein Mittel«, sagte jedoch Nicola Valenti,
hüllte sich enger in seine Wolljacke und strich sich über den Bart.
Er war der Älteste von ihnen, und alle hörten auf ihn, ganz beson-
ders an jenem unglückseligen Abend, als niemand wusste, wie es
weitergehen sollte.
»Er ist ausgeblieben. Er hätte nicht ausbleiben dürfen, aber er
ist ausgeblieben. Nach vierhundert Jahren. Was für ein Mittel soll
es dagegen geben?«, wandte Saro Vitale ein, der zu jung war, um
mit Don Nicola in diesem Ton zu sprechen, aber es war eben eine
außergewöhnliche Nacht, und deshalb musste man ihm die Un-
höflichkeit verzeihen, dachten alle.

Dienstag, 31.Oktober

Heute haben
John Keats * 1795
Nadeschda Jakowlewna Mandelstam * 1899
Jean Améry * 1912
Dick Francis * 1920
Roger Nimier * 1925
Ernst Augustin * 1927
Geburtstag
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„Niemand kann aus der Geschichte seines Volkes austreten. Man soll und darf die Vergangenheit nicht ‚auf sich beruhen lassen’, weil sie sonst auferstehen und zu neuer Gegenwärtigkeit werden könnte.“
Jean Améry
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Auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis


Necati Öziri: „Vatermal
Claassen Verlag € 25,00


Necati Öziris Debütroman war auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2023. Geschafft hat er es nicht, den Hauptpreis zu bekommen, aber er hat einen nachhallenden Roman veröffentlicht.
Falls Sie das obige Filmchen schon angesehen habe, möchte ich mich nicht groß wiederholen, denn Necati Öziri erzählt schon wichtige Dinge.
Zum Inhalt so viel: Der 20jährige Arda liegt mit Organversagen auf der Intensivstation und sucht das Gespräch mit seinem Vater, den er nicht Vater, Papa, nennen kann. So also: Metin. Der Vater ist zurück in die Türkei, in irgendwelchen Gefängnissen verschwunden. Zurückgeblieben sind Ardas Mutter Ümran und seine Schwester Aylin, die vor lauter Hass auf ihre Mutter schon sehr früh die gemeinsame Wohnung verlassen hat.
Über den vielen Familiengeschichten stehen Themen, wie Rassismus, als Ausländer keine Chance zu haben, sie aber doch zu nutzen, seinen eigenen Weg zu finden, auf dem es jede Menge Stolperfallen gibt.
Necati Öziri schreibt für das Theater und das merkt man dem Sound des Buches an. Zurecht unter den letzten sechs Büchern gelandet und mich hätte es nicht gewundert, wenn er den Preis gewonnen hätte.
Auf jeden Fall eine sehr lohnenswerte Lektüre. Auch für jüngere LeserInnen.

Necati Öziri, geboren in einer der vielen grauen Ecken des Ruhrgebiets („Hölle Hölle Hölle!“), hat Philosophie, Germanistik und Neue Deutsche Literatur in Bochum, Istanbul und Berlin studiert. Er lebt in Berlin sein drittes Leben, schreibt, macht Theater und manchmal einen auf Intelelli, wofür ihm sein sechzehnjähriges Ich wahrscheinlich eine Schelle verpassen würde. In seinen Texten ist natürlich alles wahr. Öziri war Stipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung und unterrichtete an der Ruhr-Universität Bochum formale Logik, bis er feststellte, dass Logik die Welt nicht besonders gut beschreibt. Seitdem versucht er zu schreiben, nicht wie die Welt ist, sondern wie sie sich anfühlt. Er ist erbitterterer Feind von Kälte, Lactose und Kurz-Biographien. 
Als Theaterautor schreibt er für das Maxim Gorki Theater, das Nationaltheater Mannheim und das Schauspielhaus Zürich. Öziri trifft sich regelmäßig mit alten Versionen seiner selbst, sie sitzen in Schulheften voller Kaffeeflecken herumblätternd auf dem Boden von Ämtern und warten (worauf eigentlich?) oder sie chillen auf Bänken am Bahnhof und bieten ihm einen Joint  an.  Bei  den  45.  Tagen  der  deutschsprachigen  Literatur  (Ingeborg-Bachmann-Preis) gewann er den Kelag-Preis  und  den  Publikumspreis.  Als  Kurator  leitet  er  zudem  das Internationale  Forum  des  Theatertreffens  der Berliner  Festspiele.  Bei  Wut  und  anderer Erregung dunkelrote Färbung der Ohren. 
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Demnächst bei uns in der Buchhandlung:

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Auf tagesschau.de gefunden:

Noch weniger Zeit für 1,5-Grad-Klimaziel?

Wie viel Zeit hat die Menschheit noch, um das 1,5-Grad-Ziel des Klimaabkommens zu erreichen? Eine neue Studie kommt zu dem Schluss, dass das CO2-Budget schneller aufgebraucht sein könnte als bislang berechnet.
Das Ziel des Klimaabkommens, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, könnte noch schwieriger einzuhalten sein, als bislang angenommen. Eine Forschergruppe vom Imperial College London schließt aus neuen Daten und Berechnungen, dass die Menschheit deutlich weniger CO2 ausstoßen darf als noch im Sechsten Weltklimabericht geschätzt.
Bei weltweiten CO2-Emissionen auf dem Niveau von 2022 wäre diese Menge in etwa sechs Jahren aufgebraucht, schreibt die Gruppe um Robin Lamboll im Fachjournal „Nature Climate Change“. …

Den kompletten Artikel gibt es hier.
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Wetter-Bilanz für Oktober
Sehr mild und teils rekordverdächtig nass

Höchsttemperaturen von stellenweise mehr als 30 Grad und vor allem im Norden zu viel Regen: Der zu Ende gehende Monat reiht sich laut Deutschem Wetterdienst in die fünf wärmsten Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen ein.
Der Oktober 2023 war in Deutschland laut vorläufiger Bilanz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) außergewöhnlich nass. Wie der DWD berichtete, handelte es sich um den regenreichsten Oktober seit dem Jahr 2002.
Der in Offenbach ansässige Wetterdienst registrierte mit rund 100 Litern pro Quadratmeter knapp 80 Prozent mehr Niederschlag als in der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zu den Werten der Periode 1991 bis 2020 habe das Plus fast 60 Prozent betragen. …

Den Artikel gibt es hier zum Nachlesen.


Montag, 30.Oktober


Heute haben
Lena Christ * 1881
Paul Valéry *1871
Ezra Pound * 1885
Georg Heym * 1887
Kostas Karyotakis * 1896
Agota Kristof * 1935
Geburtstag.
Und ganz herzliche Geburtstagsgrüße nach Norwegen an Irmi.
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„Mei Ruah will i habn! I brauch koan Burschn zum Fensterln; wer si net zu der Tür ‚reitraut, soll ganz wegbleibn!“
Lena Christ
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Germana Fabiano: „Mattanza
Aus dem Italienischen von Barbara Neeb und Katharina Schmidt
Mare Verlag € 23,00

Am kommenden Freitag, den 3.November kommt Germana Fabiano zu uns in die Buchhandlung und wird ab 19 Uhr ihr Buch „Mattanza“ vorstellen. Ihr erstes Buch in deutscher Übersetzung.
Mattanza“ heisst ins Deutsche übersetzt „Schlachten“. Und um den seit Jahrhunderten tradierten Thunfischfang geht es in diesem Roman. Die Dorfgemeinschaft, auf einer kleinen italienischen Insel im Mittelmeer, lebt von diesem Fang, der einmal im Jahr stattfindet. Hunderte, tausendende Thunfische werden getötet und, in Dosen verarbeitet, verkauft. Diesem Ereignis fiebern alle entgegen und hören auf die Worte des Raìs, dem König des Thunfischfangs, der sein Wissen an seine Kinder und Enkel weitergibt, die dann wiederum als Raìs das Kommando, die Last und Bürde haben. Leider gibt es keine männlichen Nachfolger und so übernimmt die junge Eleonora, die Enkelin, die Aufgabe, die Fischer am richtigen Tag, zur richten Stelle zu führen.
Germana Fabiano erzählt über eine vergangene Welt, voller Traditionen und Verpflichtungen, schildert das brutale Abschlachten der Thunfische, aber auch die Biografien diverser schräger, eigenwilliger DorfbewohnerInnen.
Aber nicht nur der Thunfischfang verändert sich durch die Meeresverschmutzung und die japanischen Fangschiffe, sondern auch im Dorf gibt es Neues. Die ersten Touristen kommen. Zuerst gehasst und dann als notwendige Einnahmequelle hofiert. Später kommen dann weitere Fremde auf die Insel. Menschen die in überfüllten Booten auf der Insel landen und das Dorfgefüge ein weiteres Mal auf die Probe stellen.
Germana Fabiano erzählt anhand des Lebens von Nora, über das Anprangern der Brutalität des Thunfischfangs und unser Verhalten gegenüber geflüchteten Menschen, die nichts haben, ausser dem, was sie auf dem Körper tragen. Nicht zu reden von den tausenden Menschen, die das Meer verschlungen hat.
Ein Lesegenuss voller Poesie und brutaler Wirklichkeit, Wehmut, Wut und Verzweiflung.

Leseprobe
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Auf tagesschau.de am 28.Oktober gefunden:

Mehrere Tote
Migrantenboot vor sizilianischer Küste gekentert

Ein Fischerboot mit Migranten an Bord ist vor Sizilien aus ungeklärter Ursache umgekippt. Mindestens fünf Menschen kamen ums Leben. Das Boot soll in Tunesien gestartet sein.
Ein Boot mit Migranten an Bord ist vor der Küste Siziliens in Seenot geraten und gekentert. Fünf Leichen seien danach am Strand der Gemeinde Marinella di Selinunte im Westen der italienischen Mittelmeerinsel angespült worden, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die Küstenwache. Einsatzkräfte der Küstenwache und der Polizei suchen vor dem Küstenabschnitt nach Vermissten.
Italienischen Medienberichten zufolge kippte das alte und seeuntaugliche Fischerboot aus noch ungeklärter Ursache um und riss die Menschen an Bord ins Wasser. …

Den kompletten Beitrag finden Sie hier.

Freitag, 27.Oktober

Heute haben
Rudolf Leonhard * 1889
Dylan Thomas * 1916
Kasimierz Brandys * 1916
Sylvia Plath * 1932
Gerd Brandenberg * 1941
Zadie Smith * 1975
Geburtstag
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„Das einzige Mittel, das Leben zu ertragen, ist: es schön zu finden.“
Rudolf Leonhard
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Unser Buchtipp:

Adam Soboczynski: „Traumland
Der Westen, der Osten und ich
Klett-Cotta Verlag € 20,00

Nach „Niemcy“ zieht 1981 der kleine Adam Soboczynski. In’s Paradies, wie sich das Wort erklären lässt, reist die Familie von Polen nach Deutschland, nach Koblenz. Hier ist also der goldene Westen. Es gibt alles zu kaufen und keine Schlangen zum Anstehen. Aber ist die Stadt am Rhein wirklich die Traumstadt? Soboczynski schreibt in sieben Kapiteln über das Hineinwachsen in diese westliche Gesellschaft, die noch sehr von Häkeldeckchen und dem Denken aus der Zeit des Nationalsozialismus geprägt ist, und dem Zurücklassen der dörflichen Welt mit seinen alteingewachsenen Familienstruklturen. Er schreibt über seine Schulzeit, über Hierachien Deutsche-Polen-Türken, die durch das westliche System gefördert werden.
Acht Jahre später fällt die Mauer und alles wird gut. Alles? Naja, Helmut Kohl wird kurz darauf mit Eiern beworfen und gleichzeitig kommt zu einer Angleichung zwischen Ost und West, zwischen Polen und Deutschland, was u.a. das Konsumverhalten anbelangt.
Adam Soboczynski erzählt mit viel Humor aus seinem Leben und verquickt dies mit den Zeitläuften der beiden Länder, über Veränderungen, die auch an den Familienverhältnissen nicht Halt machen und kommt bis zum Überfall Russlands auf die Ukraine.
Eine Biographie, ein Geschichtsbuch, an Band mit Essays und das alles kurz zusammengefasst und bestens geeignet für ein paar Leseabende.

Adam Soboczynski, geboren 1975 im polnischen Torun, lebt in Berlin und Hamburg und leitet das Ressort Literatur im Feuilleton der ZEIT.

Leseprobe
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Wer jetzt schon mal in den Roman „Mattanza“ schauen will, … wir haben Exemplare im Laden.

Ein Requiem auf eine untergegangene Welt“
NDR

Fabianos Figuren eint die Tatkraft und Energie, mit denen sie sich weit größeren Mächten entgegenstellen. Eine fesselnde Lektüre.
La Repubblica

Germana Fabiano hat einen ganz schönen Erzählton
Deutschlanddfunk Kultur

‚Mattanza‘ ist ein Geschichtsbuch voller längst vergessener Traditionen
Freie Presse

In einem einzigartigen epischen Ton, der wie der Nachhall uralter Erzählungen wirkt, lässt die Sizilianerin Germana Fabiano die Geschichte einer Insel lebendig werden, die gegen ihr Verschwinden ankämpft.
Brigitte

Donnerstag, 26.Oktober

Heute haben
Andrej Beyi * 1880
Karin Maria Boye * 1900
Jan Wolkers * 1925
John Arden * 1930
Ulrich Plenzdorf * 1934
Pat Conroy * 1945
Carlo Lucarelli * 1960
Geburtstag
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Georg Trakl
Im Herbst

Die Sonnenblumen leuchten am Zaun,
Still sitzen Kranke im Sonnenschein.
Im Acker müh’n sich singend die Frau’n,
Die Klosterglocken läuten darein.

Die Vögel sagen dir ferne Mär,
Die Klosterglocken läuten darein.
Vom Hof tönt sanft die Geige her.
Heut keltern sie den braunen Wein.

Da zeigt der Mensch sich froh und lind.
Heut keltern sie den braunen Wein.
Weit offen die Totenkammern sind
Und schön bemalt vom Sonnenschein.
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Unser Bilderbuchtipp:

Daniela Kulot: „Im Herbstwald
Thienemann Verlag € 15,00
Bilderbuch ab 4 Jahren

Der Herbst ist da und so langsam verfärben sich die Blätter. Die Felder sind meist abgeerntet, Äpfel und Nüsse hängen aber noch in den Bäumen. Fuchs, Maus und Rabe vermissen die Wärme, die Sonne und das viele Futter, das im Sommer leicht zu finden ist. Nur das wuselige Eichhörnchen macht sich da nichts draus. Es lebt fröhlich in den Tag hinein und findet den heranziehenden Sturm richtig spannend. Und der kommt mit aller Kraft. Die Tiere verstecken sich so gut es geht und erleben gleich mehrere tolle Überraschungen, als der Wind sich gelegt hat.
Eine einfache Kindergeschichte, die prima zur Jahreszeit passt und uns daran erinnert, mit positiven Gedanken in die Zukunft zu schauen.

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Heute Abend bei uns in der Buchhandlung:

Christiane Wachsmann und Martin Mäntele reden über neue Publikationen und die aktuelle Ausstellung in der HfG Ulm.
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Nach einem sehr schönen Abend mit Judith Hermann im Club Orange, kommt am
Freitg, 3.11. um 19 Uhr Germana Fabiano mit ihrem Roman: „Mattanza“ zu uns in die Buchhandlung.
Wir freuen uns.

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Auf tagesschau.de gefunden:

Artensterben, Wassermangel, Hitze
Forscher warnen vor Risiko-Kipppunkten

Zu wenig Wasser, aussterbende Tierarten, zu hohe Temperaturen: Forscher benennen in einem neuen Report sechs Risiko-Kipppunkte. Sind sie überschritten, ist es kaum noch möglich gegenzusteuern. Auch Weltraumschrott spielt dabei eine Rolle.

Von Artensterben über Wassermangel bis zu den Gefahren von Weltraumschrott – sogenannte Schlüsselrisiken bedrohen die Welt. Die Folgen könnten zu unumkehrbaren Schäden führen, wenn die Menschheit nicht umsteuert. Das ist die Botschaft des nun veröffentlichten Reports „Interconnected Disaster Risks“ der Universität der Vereinten Nationen in Bonn.

Am Rand der Kipppunkte

Die Hauptautorin des Berichts, Zita Sebesvari, sagte der Nachrichtenagentur dpa: „Indem wir maßlos unsere Wasserressourcen ausbeuten, die Natur und die Artenvielfalt zerstören und sowohl die Erde als auch den Weltraum verschmutzen, bewegen wir uns gefährlich nahe an den Rand mehrerer Risiko-Kipppunkte.“

Ein solcher Punkt ist laut Report erreicht, wenn ein System nicht mehr in der Lage ist, Risiken abzufedern und gewisse Funktionen zu erfüllen. „Unser Handeln gefährdet diese wichtigen Pufferkapazitäten, auf die wir dringend angewiesen sind“, sagte Sebesvari. Die Umweltkatastrophen der vergangenen Jahre wie Dürreperioden, Überschwemmungen und Wirbelstürme zeigten dies deutlich.

Der Bericht benennt sechs Risiken:

  • Eskalierendes Artensterben
  • Erschöpfung des Grundwassers
  • Gletscherschmelze
  • Weltraumschrott
  • Unerträgliche Hitze
  • Verlust von Versicherbarkeit

Hier geht es zum kompletten Artikel auf tagesschau.de
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Samstag, 14.Oktober


Heute haben
Margarete Susman * 1872
Katherine Mansfield * 1888
E.E.Cumming * 1894
Péter Nádas * 1942
Geburtstag
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Paul Heyse
Zwei Bübchen sah ich heut

Zwei Bübchen sah ich heut, in Lumpen beide,
Eins barfuß, eins mit Stiefeln ausgerüstet,
Danach wohl keine Seele sonst gelüstet –
Fast wie das Messer ohne Griff und Schneide.

Sein Spielgesell indessen sah’s voll Neide,
Wie sich der Freund mit seinem Schuhwerk brüstet;
Denn ob es auch der Zahn der Zeit verwüstet,
Strahlt der Besitzer doch in stolzer Freude.

Den Soldo, den er erst erbetteln müssen,
Gab er dem Stiefelputzer, mit Grimassen -!
Grinsend vom einen bis zum andern Ohre.

Und sein Triumphblick that der Welt zu wissen:
Wer Stiefel hat, kann sie auch putzen lassen,
Und wer sie putzen läßt, ist ein Signore.
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Heute gibt es mal wieder einen Jastram-Info-Blog.

Die Veranstaltung mit Judith Hermann, am Mittwoch, den 25.10. in der vh ist ausverkauft.
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“Es gibt viel zu tun. Packen wir’s an!”
Hochschulgottesdienst zum Thema Klimaschutz mit Vertreter*innen der Letzten Generation und Fridays for Future und Studierendenpfarrer Stephan Schwarz
am Sonntag, 15.10., 10.30 Uhr in der Lukaskirche

Denken und Handeln, Glauben und Tun gehören zusammen.
Verkürzt könnte man auch mit Wilhelm Busch sagen: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“
Dazu gehört auch, dass wir uns als Kirche für „Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung“ einsetzen. Wir tun dies im Kleinen in der Lukaskirche, indem wir uns als faire Gemeinde verstehen und versuchen, entsprechend zu handeln. Und über den Sommer haben wir in den Gottesdiensten der Gesamtkirchengemeinde darüber nachgedacht, wie uns die Vorstellung des „Paradieses“ helfen kann, für eine bessere Welt einzutreten. Wir bleiben dran, unter anderem mit einem Hochschulgottesdienst zum Thema Klimaschutz am 15. Oktober in der Lukaskirche.
Über den Kaffeestand an der Universität Ulm bin ich mit jungen Studierenden zusammengetroffen, die sich bei der „Letzen Generation“ und „Fridays for Future“ für die Bewahrung der Schöpfung einsetzen. Mit ihnen gemeinsam wollen wir überlegen, wie der Klimawandel auf der Erde abgemildert werden kann, so dass auch die nächsten Generationen auf diesem Planeten gut leben können.
Von daher: „Es gibt viel zu tun. Packen wir’s an!

Stephan Schwarz, Pfarrer Stephan Schwarz,
Ulmer Studentengemeinden, Evangelische Studierendengemeinde
Evangelisches Hochschulpfarramt Ulm
Münchner Straße 1, 89073 Ulm
Tel. 0731  375 20 13
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Montag, 16.10. von 18:30 – 20.00
Neue Romane des Jahres 2023

In Zusammenarbeit mit der Familienbildungsstätte Ulm
Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt € 6,00
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Dienstag, 7.November ab 19 Uhr
„Jastrams 1.Seite“

Clemens Grote liest aus vier neuen Romanen
Eintritt frei

Sonntag, 13.August


Heute haben
Nikolaus Lenau * 1802
Rudolf Georg Binding * 1867
Mikael Niemi * 1959
Geburtstag
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Nikolaus Lenau
An meine Rose

Frohlocke, schöne junge Rose,
Dein Bild wird nicht verschwinden,
Wenn auch die Glut, die dauerlose,
Verweht in Abendwinden.

So süßer Duft, so helle Flamme
Kann nicht für irdisch gelten,
Du prangst am stolzen Rosenstamme,
Verpflanzt aus andern Welten.

Aus Büschen, wo die Götter gerne
Sich in die Schatten senken,
Wenn sie in heilig stiller Ferne
Der Menschen Glück bedenken.

Darum mich ein Hinübersehnen
Stets inniger umschmieget,
Je länger sich in meinen Thränen
Dein holdes Antlitz wieget.

O weilten wir in jenen Lüften,
Wo keine Schranke wehrte,
Daß ich mit deinen Zauberdüften
Die Ewigkeiten nährte!
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Unsere literarische Veranstaltungen


Es gibt keine Eintrittskarten im Vorverkauf. Einfach vorbeikommen, anrufen, ne Mail schicken und wir reservieren Ihnen die gewünschte Anzahl Plätze.
Wir freuen uns auf die beiden, jetzt schon sehr gelobten und ausgezeichneten, Debüts (Luca Kieser und Charlotte Gneuß). Die Veranstaltung mit Judith Hermann findet im Club Orange in der vh Ulm statt. Dafür gibt es schon einige Reservierungen. Den Abschluss für dieses Jahr bildet der Roman „Mattanza“ von Germana Fabiano, der uns auch ausgesprochen gut gefällt.
Schauen Sie im Laden vorbei und in die Bücher rein.