Freitag, 5.August

Heute haben
Guy de Maupassant * 1850
Per Wahlöö * 1926
Gunter Haug * 1955
David Baldacci * 1960
Georg M.Oswald * 1963
Geburtstag
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Friedrich Hölderlin
Sommer

Noch ist die Zeit des Jahrs zu sehn, und die Gefilde
Des Sommers stehn in ihrem Glanz, in ihrer Milde;
Des Feldes Grün ist prächtig ausgebreitet,
Allwo der Bach hinab mit Wellen gleitet.

So zieht der Tag hinaus durch Berg und Tale,
Mit seiner Unaufhaltsamkeit und seinem Strahle,
Und Wolken ziehn in Ruh`, in hohen Räumen,
Es scheint das Jahr mit Herrlichkeit zu säumen.
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Unser Buchtipp:


Lukas Maisel: „Tanners Erde
Rowohlt Verlag € 22,00

Es könnte alles immer so bleiben, wie es war. Bauer Tanner, in der Schweiz bei seinen Milchkühen, auf seinem Bauernhof , mit seiner Frau. Sehr bald merken wir aber, dass sich überall Haarrisse bilden, sich kleine Veränderungen auftun. Eine seiner Kühe hat eine Entzündung am Euter, mit seiner Frau lebt er kinder- und fast sprachlos zusammen. Körperkontakt findet fast nicht mehr statt.
Als er ein großes, tiefes Loch auf seinem Grundstück entdeckt, kann er das nicht zuordnen und versucht es durch Schweigen zum Verschwinden zu bringen.
„Als hätte ein Riese mit einem Bohrer hantiert. Tanner muss lachen, das kann nur ein Witz sein, jemand hat ihm einen Streich gespielt. Er schaut übers Land, ob da irgendwo ein Erdhaufen ist. Nichts.“
Dieses Ereignis bringt sein karges, einfaches Leben ins Wanken. Mit der Zeit verändert sich auch das Verhältnis seiner Nachbarn zu ihm, mit denen er sich hin und wieder im Gasthof trifft. Als er Hilfe benötigt, ist von Solidarität nicht mehr viel zu spüren.
Lukas Maisel hat in seinem schmalen Roman hinter die Kulissen einer heilen Welt voller glücklicher Küher geschaut und denkt sicher nicht nur an Bauer Tanner, sondern an uns alle, wenn er von Veränderungen schreibt, die nicht fassbar sind, aber unser Leben massiv beinträchtigen.
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