Mittwoch, 10.Oktober

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Heute haben
Ivo Andric * 1892
Mercé Rodoreda * 1908
Claude Simon * 1913
James Clavell * 1925
Harold Pinter * 1930
Jonathan Littell * 1967
Geburtstag.
Wow! Drei Literatur Nobelpreisträger!
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Heute auf dem Gedichte-Kalender:

Detlev von Liliencron
Herbst

Astern blühen schon im Garten;
Schwächer trifft der Sonnenpfeil
Blumen die den Tod erwarten
Durch des Frostes Henkerbeil.

Brauner dunkelt längst die Haide,
Blätter zittern durch die Luft.
Und es liegen Wald und Weide
Unbewegt im blauen Duft.

Pfirsich an der Gartenmauer,
Kranich auf der Winterflucht.
Herbstes Freuden, Herbstes Trauer,
Welke Rosen, reife Frucht.
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Sarah Wiltschek empfiehlt:

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Mark Thompson: „El Greco und ich
Aus dem Englischen von Katja Scholtz
mare Verlag € 20,00

Mark Thompson hat einen tollen Debütroman geschrieben über eine besondere Freundschaft zweier Jungs im Amerika der späten sechziger Jahre. Vietnamkrieg, Woodstock und die Mondlandung sind der Hintergrund, vor dem Tony Papadakis und J.J. Walsh ihre Abenteuerjahre zwischen Kindheit und Jugend verbringen, immer auf der Suche nach der nächsten Gelegenheit, die Erwachsenenwelt auf den Kopf zu stellen. J.J. nennt Tony El Greco, den Griechen, der alles weiß und mit seinen zehn Jahren schon ein weiser Mann ist. Tonys größte Sehnsucht ist der Pazifik, dessen schiere Größe ihn immer wieder ruft. Tony leidet unter seinem strengen, bisweilen brutalen Vater, J.J. unter seinem nicht minder brutalen Bruder, den er bloß Adolf nennt.
Doch dann bricht ein Unglück über sie herein, das so unvorhersehbar und übermächtig ist und sie vor die erste große Probe stellt. Beide kämpfen ums Überleben. Die größte Angst – den andern zu verlieren. Schließlich nimmt J.J.s Vater sie mit auf einen Roadtrip in den Süden. Die beiden Teenager saugen alles auf, was ihre jungen, lebenshungrigen Augen zu sehen bekommen: Landschaft, Wetter, Farben, Menschen, aber auch die Ungleichheit zwischen Schwarz und Weiß, die ihnen auf dieser Reise erstmals brutal begegnet. Angefüllt von dieser Reise, kehren sie zurück nach Oceanside, froh wieder ohne väterliche Aufsicht durch die vertrauten Straßen zu ziehen. Doch dann stellt sie das Leben vor die zweite große Probe und es ist, als hätte Tony das vorausgesehen.
Der Autor erzählt in ausladenden Bildern voll Farben und Stimmung von den großen Fragen, die schon Kinder mit sich herumtragen, erschüttert von Tod und Ungerechtigkeit, von Angst und Ungewissheit, aber auch von der kindlichen Gabe, alles zu einem großen Abenteuer zu machen – mit der bloßen Neugier als Kompass durchs Leben.

Dienstag, 10.Oktober

Heute haben
Ivo Andric * 1892 (Nobelpreis 1961)
Claude Simon (Nobelpreis 1985)
James Clavell * 1925
Harold Pinter * 1930 (Nobelpreis 2005)
Jonathan Littell * 1967
Geburtstag.
Drei Literatur Nobelpreisträger, das ist ein Wort!
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Detlev von Liliencron
Herbst

Astern blühen schon im Garten;
Schwächer trifft der Sonnenpfeil
Blumen, die den Tod erwarten
Durch des Frostes Henkerbeil.

Brauner dunkelt längst die Heide,
Blätter zittern durch die Luft.
Und es liegen Wald und Weide
Unbewegt im blauen Duft.

Pfirsich an der Gartenmauer,
Kranich auf der Winterflucht.
Herbstes Freuden, Herbstes Trauer,
Welke Rosen, reife Frucht.
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Cruschiform:COLORAMA
Das Buch der Farben
Prestel Verlag € 25,00
Ab 8 Jahren

Ich habe noch nie etwas von Cruschiform gehört, gelesen, oder gesehen. Zumindest nicht bewusst.
„Cruschiform ist ein französisches Kreativstudio mit Sitz in Paris, das sich auf Illustrationen und Grafik-Design spezialisiert hat. Das Studio wurde 2007 von Marie-Laure Cruschi gegründet.“, so schreibt es der Prestel Verlag und wenn Sie sich die website der Firma ansehen, werden Sie sicherlich genau so staunen, wie ich.
Cruschiform

Letzte Woche habe ich schon ein Buch voller Farben vorgestellt. Es war ein Buch für Erwachsene und es war ein französisches Produkt. Genauso wie dieses hier.
Unsere Welt ist nicht nur Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo oder Violett – die sieben Farben des Regenbogens zeigen nur einen Bruchteil unseres Farbspektrums. 133 Farbtöne aus der Natur und der menschlichen Zivilisation bilden das Spektrum dieses Buches:
Wir blättern uns durch diese Farbpalette, bekommen links eine Illustration eines Gegenstandes aus dem Alltag, ein Tier, eine Pflanze, einen dazugehörenden Farbnamen und eine kurze Erläuterung dazu. Rechts dann diese Farbe flächig auf einer ganzen Seite.


Wir alle kennen Kardinalrot, Karminrot oder Safrangelb, aber wer weiß schon, warum Flamingos pink sind oder der Mond weiß? Warum die Farben so heißen bzw. was sie mit den Bildern verbindet, das erklärt der Text unter der Illustration auf sehr eingängige und poetische Weise.
Schön ist der Anfang mit den Weiß-Tönen, die wie rechts kaum oder gar nicht erkennen können, bis so ganz langsam ein gelblicher, ein bläulicher Ton ins Weiß mischt.
Und es gibt viele Informationen in dem sehr schön gestalteten Buch, die ich vorher noch nicht wusste.
Warum früher englische Rennautos grün waren und italienische (Ferrari) rot. Was es mit dem Gesichtspuder auf sich hat und warum Tennisfelder mit rotem Sand ausgelegt sind. (Das ist wirklich sehr lustig).
Es ist eine richtige Freude, sich durch das Buch zublättern.


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Robert Menasse hat für seinen Roman: „Die Hauptstadt“ den Deutschen Buchpreis 2017 erhalten.
Wir haben genügend Exemplare vorrätig und Sie können sich sofort damit eindecken.
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Nicht vergessen:

Am Donnerstag liest Stefan Ferdinand Etgeton aus seinem Buch: „Das Glück meines Bruders“ bei uns in der Buchhandlung.
Beginn ist 19 Uhr.

Donnerstag, 9.Februar

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Heute haben
Felix Dahn * 1834
Amy Lowell * 1874
Brendan Behan * 1923
Thomas Bernhard * 1931
John Maxwell Coetzee * 1940
Alice Walker * 1944
Geburtstag
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Gestern auf dem Duden Gedichtekalender:

Detlev von Liliencron
Mühle in der Ferne

Steht eine Mühle am Himmelsrand,
Scharfgezeichnet gegen mäusegraue Wetterwand,
Und mahlt immerzu, immerzu.

Hinter der Mühle am Himmelsrand,
Ohne Himmelsrand, mahlt eine Mühle, allbekannt,
Und mahlt immerzu, immerzu.
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Zsuzsa Bánk:Schlafen werden wir später
S.Fischer Verlag € 24,00

Gestern wurden BuchhändlerInnen nach Stuttgart ins Literaturhaus eingeladen. Der Grund? Das neue Buch von Zsuzsa Bánk, das in diesem Monat noch erscheinen wird.
Nach einem Imbiss führte der Lektor Jürgen Hosemann in den Briefroman der Autorin ein, zeigte die Merkmale der beiden Frauen auf, die sich über drei Jahre hinweg Emails schreiben. Seine sehr feine , launige, witzige Rede stimmte bestens ein auf die Lesung der Autorin, die sich eine größere Passage aus dem Februar 2010 herausgesucht hatte, die zum Teil auch in Stuttgart spielt.

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In ihrer gewohnt sehr guten Art des Vorlesens war es nicht schwer einzutauchen, wegzutrifften in das Leben der beiden Freundinnen.
Danach wurde noch kräftig signiert und der rote Bücherstapel im Hintergrund wurde immer kleiner.
Mein Zug fuhr um 23:22 Richtung Ulm und um 1:00 war ich im Bett.

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Wenig Schlaf, aber ein gutes Gefühl.
„Schlafen werden wir später“
Vielen Dank an den S.Fischer Verlag, vielen Dank an Zsuzsa Bánk.
Ach, bevor ich es vergesse: Der Roman ist super. Unbedingt vormerken.

Besprechungen sind sicherlich noch nicht erlaubt. Gelesen habe ich den 700 Seiten Roman schon. Und so drucke ich den Text des S.Fischer Verlages hier ab, der Sie hoffentlich animiert, das Buch zu lesen.

Die Schriftstellerin Márta lebt mit Mann und drei Kindern in einer deutschen Großstadt. Obwohl sie ihre Kinder über alles liebt, kämpft sie jeden Tag darum, in ihrem Leben nicht unterzugehen und ihre Arbeit gegen die Zumutungen des Alltags zu verteidigen.
Ihre Freundin Johanna hingegen, mit der sie seit früher Kindheit eine innige Freundschaft verbindet, ist Lehrerin im Schwarzwald und kinderlos. Statt mit ihrer Doktorarbeit über Annette von Droste-Hülshoff weiter zu kommen, kämpft sie mit den Gespenstern ihrer Vergangenheit: mit dem Mann, der sie verlassen hat, mit dem Krebs, den sie überwunden geglaubt hat, mit ihrem Vater, der so jung gestorben ist.
Jetzt, mit Anfang 40, liegt die Mitte des Lebens hinter ihnen, sind Lebensweichen gestellt, wichtige Entscheidungen getroffen, ist ein Richtungswechsel nicht mehr vorgesehen. Aber soll das alles gewesen sein? Márta und Johanna schreiben einander E-Mails von großer Tiefe, Offenheit und Emotionalität. Ihre Mails sind ergreifende Dokumente eines täglichen Ringens um Selbstbehauptung, Freiheit und Glück. Beide Frauen wissen, dass sie mehr wollen als noch nicht sterben. Aber was machen sie jetzt mit diesem Leben, dessen Weg sie zur Hälfte schon gegangen sind? Und was macht das Leben mit ihnen?

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