Samstag, 13.Januar

Am kommenden Montag haben wir wegen Inventur nur von 9.00 bis 12.00 Uhr geöffnet.
Danach zählen wir Bücher.
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Heute haben
Amanda Cross * 1926
Savyon Liebrecht * 1948
Jay Mc Inerney * 1955
Daniel Kehlmann * 1975
Geburtstag
und es ist der Todestag von James Joyce.
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“Shut your eyes and see.”
James Joyce
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Aus aktuellem Anlass rebloggen wir den Beitrag vom 19.Mai 2021:

Miriam Zedelius: „Komm, Trecker fahren!
Beltz & Gelberg Verlag € 9,95
Kleines Pappbilderbuch ab 2 Jahren

Ja, Treckerfahrer ist ein großer Kindertraum. Schon im Bilderbuch „Trecker kommt mit“ von Finn-Ole Heinrich und Dita Zipfel geht es nicht ohne ihn.
Hier sind es auch zwei Kinder, die sich im Spiel einen Trecker aussuchen. Einen roten, keinen grünen. Dann wird ausgemacht, wer fahren darf. Abwechseln. Klar. Und los geht’s. Erst durch einen dichten Wald, in dem den Beiden nicht ganz geheuer ist. Dann finden sie einen traurigen Teddybären, der eine rote Zipfelmütze aufbekommt, die auf dem Bild zuvor zu sehen war. Rüber über eine morsche Hängebrückeund rein in die dunkle Nacht. Ein Abenteuer nach dem anderen, bis der rote Trecker in der Wüste stecken bleibt. Und alles ist voller Sand und – igitt, Kaugummi.
Ab in die Wanne!
Die Leipziger Kinderbuchmacherin Miriam Zedelius hat ein phantasievolles Bilderbuch für die Kleinen gemacht. Super.
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Vortrag der Letzten Generation
Treffpunkt: Stadtbibliothek
Freitag, 17.1., 19 Uhr

Donnerstag, 9.November

Heute haben
Ivan Turgenev * 1818
welimir Chlebnikow * 1885
Erika Mann * 1905
Anne Sexton * 1928
Imre Kertész * 1929
Edoardo Nesi * 1964
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Winfried Hermann Bauer
Danke

Mutter Erde
Du hast mich genährt übers Jahr
Du hast mich gehalten
Du hast mir die Angst genommen
Vor der Weite
Bei jedem Schritt

Jetzt
Werden die Früchte reif
Die Tage kurz
Kalt
Werden die Nächte
Ich glaube

Ich muss noch einmal hinauf auf den Berg
Übers Joch
Und hinüberschauen auf die andere Seite
In ein anderes Tal
Du wartest
Ich weiß …
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Auszüge aus aktuellen Artikeln auf tagesschau.de.
Und wir regen uns über ein paar Straßenblockaden auf.

Stephan Hübner (hr):
Polar-Gipfel in Paris
Warum wir Eis zum Überleben brauchen

In Paris findet derzeit der „One Planet – Polar Summit“ statt. Es wird über ein großes Thema beraten: Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf die Polarregionen? Antworten auf wichtige Fragen.

Welche Rolle spielt Eis auf der Erde?
Zunächst ist Eis eine Süßwasserreserve. Süßwasser ist eine wertvolle Ressource, weil es viel weniger Süß- als Salzwasser auf der Erde gibt. Der Großteil des Süßwassers liegt als Eis vor.
Dieses Eis ist essenziell für das Klima und für die Lebewesen – nicht nur als Wasserlieferant, sondern auch, weil es zum Beispiel Sonnenstrahlen reflektiert und darüber die Temperatur reguliert oder weil es in den Polarregionen die Böden stabilisiert und vor Erosion schützt. …
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EU-Klimawandeldienst
So heiß wie seit mindestens 125.000 Jahren nicht

Auch im Oktober gab es einen neuen globalen Hitzerekord. Laut EU-Wissenschaftlern wird 2023 damit wohl zum heißesten der letzten 125.000 Jahre. Die Folgen: Extremwetterereignisse mit Tausenden Toten.
Dieses Jahr wird europäischen Wissenschaftlern zufolge das wärmste seit 125.000 Jahren werden. Angesichts eines Oktober-Temperaturrekords sei dies „ziemlich sicher“, erklärte der EU-Klimawandeldienst Copernicus Climate Change Service (C3S) der EU.
„Wenn wir unsere Daten mit denen des IPCC kombinieren, können wir sagen, dass dies das wärmste Jahr der vergangenen 125.000 Jahre ist“, sagte die stellvertretende C3S-Direktorin Samantha Burgess. Der Weltklimarat IPCC greift auf Messwerte aus Quellen wie Eisbohrkernen, Baumringen und Korallenablagerungen zurück. …
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Neue Studie Noch weniger Zeit für 1,5-Grad-Klimaziel?

Hitzerekord im Oktober

Laut Corpernicus war allein der vergangene Oktober durchschnittlich 1,7 Grad wärmer als geschätzt vor Beginn der Industrialisierung. „Der Rekord wurde um 0,4 Grad Celsius gebrochen, was eine enorme Marge ist“, sagte Burgess. An der Meeresoberfläche wurden dabei so hohe Temperaturen gemessen wie noch nie in einem Oktober.
Nachdem bereits die vier vorangegangenen Monate weltweite Klimarekorde gebrochen hatten, sei der Oktober 2023 ein weiterer Monat mit „außergewöhnlichen Temperatur-Anomalien“, sagte Burgess. …
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Aufruf von Wissenschaftlern
WHO soll wegen Klimakrise Gesundheitsnotstand ausrufen

Fachleute haben die WHO aufgefordert, die Klimakrise als Gesundheitsnotstand anzuerkennen. Unter anderem weil der Klimawandel die Ausbreitung von Krankheiten begünstige. Die WHO sieht die Kriterien dafür aber nicht erfüllt.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben die Weltgesundheitsorganisation (WHO) dazu aufgefordert, die Klimakrise als globalen Gesundheitsnotstand einzustufen. Mehr als 200 wissenschaftliche Fachjournale veröffentlichten gleichzeitig einen Aufruf, dies noch vor der nächsten Weltgesundheitsversammlung im Frühjahr 2024 zu tun. Dazu gehören renommierte Magazine wie „The Lancet“ und „The British Medical Journal“.
Es sei ein gefährlicher Fehler, die Klima- und die Naturkrise separat zu betrachten, heißt es in dem Aufruf. Die menschliche Gesundheit werde sowohl durch die Klimakrise als auch durch den Verlust der Artenvielfalt direkt geschädigt. „Diese unteilbare planetarische Krise wird erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben, da die sozialen und wirtschaftlichen Systeme zerstört werden“, schreiben die Autoren. …
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Lea Bonasera: „Die Zeit für Mut ist jetzt!
Wie uns ziviler Widerstand aus Krisen führt
Von der Mitgründerin der Letzten Generation
S.Fischer Verlag € 18,00

Die Letzte Generation sorgt immer wieder für Wirbel und Unruhe. Politik und Medien haben in dieser Bewegung einen großen Feind der Gesellschaft gefunden. Ziviler Ungehorsam ist jedoch ein legitimes Mittel des Protestes und Angesichts der rasanten Klimaveränderungen nötiger denn je.
Es passiert viel zu wenig und zu zaghaft, um dieser existenziellen Bedrohung entgegenzuwirken. Im Gegenteil. Aktionen von KlimaaktivistInnen werden gerichtlich verfolgt und die Menschen kriminalisiert.
Lea Bonasera erzählt in diesem Buch über ihren Werdegang und schlägt eine Brücke zwischen Theorie und Praxis.

Samstag, 14.Oktober


Heute haben
Margarete Susman * 1872
Katherine Mansfield * 1888
E.E.Cumming * 1894
Péter Nádas * 1942
Geburtstag
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Paul Heyse
Zwei Bübchen sah ich heut

Zwei Bübchen sah ich heut, in Lumpen beide,
Eins barfuß, eins mit Stiefeln ausgerüstet,
Danach wohl keine Seele sonst gelüstet –
Fast wie das Messer ohne Griff und Schneide.

Sein Spielgesell indessen sah’s voll Neide,
Wie sich der Freund mit seinem Schuhwerk brüstet;
Denn ob es auch der Zahn der Zeit verwüstet,
Strahlt der Besitzer doch in stolzer Freude.

Den Soldo, den er erst erbetteln müssen,
Gab er dem Stiefelputzer, mit Grimassen -!
Grinsend vom einen bis zum andern Ohre.

Und sein Triumphblick that der Welt zu wissen:
Wer Stiefel hat, kann sie auch putzen lassen,
Und wer sie putzen läßt, ist ein Signore.
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Heute gibt es mal wieder einen Jastram-Info-Blog.

Die Veranstaltung mit Judith Hermann, am Mittwoch, den 25.10. in der vh ist ausverkauft.
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“Es gibt viel zu tun. Packen wir’s an!”
Hochschulgottesdienst zum Thema Klimaschutz mit Vertreter*innen der Letzten Generation und Fridays for Future und Studierendenpfarrer Stephan Schwarz
am Sonntag, 15.10., 10.30 Uhr in der Lukaskirche

Denken und Handeln, Glauben und Tun gehören zusammen.
Verkürzt könnte man auch mit Wilhelm Busch sagen: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“
Dazu gehört auch, dass wir uns als Kirche für „Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung“ einsetzen. Wir tun dies im Kleinen in der Lukaskirche, indem wir uns als faire Gemeinde verstehen und versuchen, entsprechend zu handeln. Und über den Sommer haben wir in den Gottesdiensten der Gesamtkirchengemeinde darüber nachgedacht, wie uns die Vorstellung des „Paradieses“ helfen kann, für eine bessere Welt einzutreten. Wir bleiben dran, unter anderem mit einem Hochschulgottesdienst zum Thema Klimaschutz am 15. Oktober in der Lukaskirche.
Über den Kaffeestand an der Universität Ulm bin ich mit jungen Studierenden zusammengetroffen, die sich bei der „Letzen Generation“ und „Fridays for Future“ für die Bewahrung der Schöpfung einsetzen. Mit ihnen gemeinsam wollen wir überlegen, wie der Klimawandel auf der Erde abgemildert werden kann, so dass auch die nächsten Generationen auf diesem Planeten gut leben können.
Von daher: „Es gibt viel zu tun. Packen wir’s an!

Stephan Schwarz, Pfarrer Stephan Schwarz,
Ulmer Studentengemeinden, Evangelische Studierendengemeinde
Evangelisches Hochschulpfarramt Ulm
Münchner Straße 1, 89073 Ulm
Tel. 0731  375 20 13
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Montag, 16.10. von 18:30 – 20.00
Neue Romane des Jahres 2023

In Zusammenarbeit mit der Familienbildungsstätte Ulm
Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt € 6,00
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Dienstag, 7.November ab 19 Uhr
„Jastrams 1.Seite“

Clemens Grote liest aus vier neuen Romanen
Eintritt frei

Donnerstag, 12.Oktober

www.callas-ulm.de
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Heute haben
Eugenio Montale * 1896
Ding Ling * 1904
Wilhelm Muster * 1916
Alice Childress * 1916
Vladimír Körner * 1939
Geburtstag
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„Es zeigte sich wieder, daß die Hoffnung und die Freude die besten Ärzte sind.“
Wilhelm Raabe
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(picture alliance / dpa / Jens Kalaene)

Judith Hermann erhält den Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2023
Sie kommt am Mittwoch, den 25.Oktober um 19 Uhr in die vh Ulm (Club Orange).
Wir sind fast ausverkauft.
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Das Literarische Quartett stellt Morgen, Freitag, den 13.Oktober folgende vier Bücher vor:


Hier geht es zur Homepage:
https://www.zdf.de/kultur/das-literarische-quartett/das-literarische-quartett-vom-13-oktober-2023-100.html
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Wolfgang Schukraft schreibt:

Liebe Theater-Freunde!
An diesem Wochenende ist es so weit. Es erwartet Sie ein sicher überraschend unterhaltsamer Theaterabend: „Das Weib ist ein Kerl“, gespielt von Sven Djurovic, geschrieben und inszeniert von mir. Es ist das pralle Leben: eine Chevalière aus dem 18. Jahrhundert und ein Offizier aus der Gegenwart. Während die Chevalière wie ein Paradiesvogel über ihr Leben fliegt, überwindet der Bundeswehroffizier in aller Ehrlichkeit die Hürden seines Problems: er möchte ein selbstbestimmtes Leben führen. Also weit entfernt von einem akademischen Genderdiskurs.
Premiere ist am Samstag, 14. Okt., und am Samstag, 15. Okt., jeweils um 19 Uhr im Kunstverein, Schuhhaussaal, Kramgasse 4 (hinter dem Münster) in Ulm.
Karten gibt es bei der Bücherstube Jastram, an der Abendkasse ab 18.15 Uhr. 
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Foto: SWP Ulm

Podium Klimakatastrophe – zwischen Lähmung und Engagement.
Diskussion zwischen Letzter Generation, Theologie und Psychologie.
Dienstag, 17. Oktober 2023 um 19:00 Uhr im Haus der Begegnung, Grüner Hof 7,

Die Ergebnisse der Wissenschaft zu den Fakten der Klimakatastrophe lösen verschiedene Reaktionen aus. Es werden persönliche und politische Hintergründe fürs Handeln offen gelegt und diskutiert. Es geht dabei ehrlich zu: Eigene Fragen und Ratlosigkeit wie ermutigende Erfahrungen kommen zur Sprache. Dabei suchen die unterschiedlichen Podiumsteilnehmer Perspektiven, die ein hilfreiches Engagement stärkten. Kritische gegenseitige Befragung der Podiumsteilnehmenden auch zu den gewählten Methoden ist inbegriffen. Das Publikum ist eingeladen, mitzudiskutieren.

Mitwirkende:
Christine Mayer, Studierende der Informatik in Ulm und Lorenz Hund, Studierender der Elektrotechnik und Informationstechnik an der TH Ulm, beide engagiert bei der Letzten Generation. 
Peter Lehmann, Psychologischer Psychotherapeut in eigener Praxis und Gabriele Eiche, Psychologische Psychotherapeutin in eigener Praxis, beide engagiert bei Psychologists for Future.
Christoph Reichel, Theologe und Pfarrer i.R, engagiert im Haus der Nachhaltigkeit.

Moderation:
Andrea Luiking, Leiterin Haus der Begegnung

Eintritt frei
Ort: Haus der Begegnung, Grüner Hof 7, 89073 Ulm
Veranstalter: HdB

Montag, 11.September

Heute haben
Peter Hille * 1854
O.Henry * 1862
D.H.Lawrence *1885
Theodor W.Adorno * 1903
James McBride *
1957
Geburtstag
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Emanuel Geibel (1815 – 1884)

Loszuwerden den alten Zopf
Ist ein vernünftig Begehren,
Aber wer wird darum den Kopf
Gleich rattenkahl sich scheren!
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Das Heft 5 / 2023 ist erschienen


Sinn und Form
Fünftes Heft 2023 / September – Oktober € 11,00

Für ungefähr zwei Hefte konnte „Sinn und Form“, wegen eines Gerichtstreits, nicht erscheinen. Das hat sich alles geregelt und ich bin einmal erstaunt über die Texte, die sich in dem unscheinbaren Äußeren verstecken. Allein schon Jeanine Meerapfels autobiographischer Text zu ihrem Dokumentarfilm
Eine Frau“ hat es in sich. Selten habe ich so einen intensiven Bericht über die eigene Familie gelesen.

„Bei jedem Umzug – wenn die Fotoalben, die alten Schellackplatten, die Dokumente wieder aus den Schränken herausgenommen werden müssen – springt mich die Notwendigkeit an, Erinnerungen zu verarbeiten und eine endgültige Ordnung dafür zu finden. Vielleicht geht es darum, mich so lange zu erinnern, bis ich vergessen kann.
Ich erfinde immer neue Ordnungssysteme, die ich dann wieder verwerfe. Immer wieder stellt sich die Sehnsucht nach einer logischen Archivierung ein. Es ist, wie wenn die Dinge nach einer Erzählung verlangten, die sie in einen übersichtlichen Zusammenhang bringt.
Andererseits birgt die Unordnung ein enormes Versprechen; sie verspricht eine Zeit, in der alles geordnet werden wird … eine zukünftige Zeit. Also bleibe ich dabei, die Erinnerungen durch eine Erzählung zu ordnen …
Ich suche nach einer Erinnerung. Nach meiner eigenen verschütteten Erinnerung an Marie Louise Chatelaine, meine Mutter.
Ich suche nach »einem kohärenten Bild der Vergangenheit«.
Man nannte sie – oder sie nannte sich – Malou. Ich habe vor vielen Jahren einen Film mit diesem Titel gemacht, mein erster langer Spielfilm: Darin wurde einiges aus ihrem Leben erzählt, aber vieles auch im Dienste einer nachvollziehbaren Dramaturgie hingedreht – ein gutes Wort, hingedreht.
Jetzt will ich versuchen, die Reste, Bruchstücke, Fundstücke in einen Zusammenhang zu stellen. Erinnerungen aufheben. Aus den biographischen Materialien, Fotos, 8-mm-Filmen, Dokumenten kristallisiert sich die Geschichte einer Emigration, einer Emigration von Europa nach Südamerika heraus und wie dieses »Leben woanders«, wie die Verpflanzung eines Menschen das Schicksal dieses Menschen verändern kann. Aber nicht nur das.

Einen längeren Textauszug finden Sie hier.

Das ist der Trailer zum Film „Eine Frau“.


Danach folgt der Text „Das Ende des Frühjahrs. Verschwinden und Wiederkehr der Jahreszeiten“ von
Eva Horn, der einlädt zu einem literarischen, künstlerischen Gedankenspiel zum Verschwinden und zur Wichtigkeit der Jahreszeiten. Eva Horn beginnt mit einer Aktion der „Letzten Generation“, geht weiter mit den Veränderungen der Jahreszeiten. Der Frühling kommt zu früh, ist zu heiss und dann folgt doch noch Frost. Der Sommer zu trocken mit heftigen Unwetter und der Winter zu kurz und zu mild. Sie endet damit, dass das Verhalten der Menschen in früheren Zeiten nicht vergessen werden darf. Die Tage werden jetzt wieder kürzer und wahrscheinlich auch kühler. Dabei sollten wir innehalten, uns an unser eigenes Leben erinnern und die lang versprochenen Briefe an Freunde schreiben und endlich das angefangene Buch fertig lesen.

„Wer heute »vier Jahreszeiten« googelt, findet entweder Vivaldi oder eine Hotelkette, schlimmstenfalls auch noch ein paar handgestrickte Gedichte oder Bildmotive mit fallenden Blättern. Jahreszeiten sind banal wie Wettergespräche, peinlich wie die Rede vom »Wonnemonat Mai«, langweilig wie alles, was so erwartbar ist wie Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Gelegentlich ist die Rede von untypischen Jahreszeiten, aber das ist mittlerweile so unoriginell wie der Reflex, jedes schlechte Wetter auf den Klimawandel zu schieben. Immerhin hat es der Frühling im Sommer 2022 mal in die Nachrichten geschafft. Zwei Mitglieder der italienischen »Letzten Generation« hatten sich in den Uffizien an ein Kunstwerk geklebt, das nicht besser gewählt sein konnte: Sandro Botticellis »Primavera«.“

Die längere Leseprobe gibt es hier.

Das ist aber noch nicht alles. Günter Kunert, Peter Stephan Jungk, T.S.Eliot, Nadja Küchenmeister, Steffen Menschig und Ulla Berkéwicz, mit einem eine Homage an Hans Magnus Enzensberger, sind nur ein paar weitere AutorInnen dieser Ausgabe.
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Save the date, wie es so schön heisst.


Samstag, 29. Juli

Heute haben
Simon Dach * 1605
August Stramm * 1874
Dag Hammarskjöld * 1905
Chester Himes * 1909
Mikis Theodorakis * 1925
Harry Mulisch * 1927
Sten Nadolny * 1942
Ulrich Tukur * 1957
Geburtstag
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August Stramm
Traum

Durch die Büsche winden Sterne
Augen tauchen blaken sinken
Flüstern plätschert
Blüten gehren
Düfte spritzen
Schauer stürzen
Winde schnellen prellen schwellen
Tücher reißen
Fallen schrickt in tiefe Nacht.
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Astrid Schulte: „Meine Schnitzwerkstatt
Mit 30 Schritt-für-Schrittanleitungen sicher schnitzen lernen.
Mit Kinder-Schnitzmesser und Kosmos-Plus APP
Kosmos Verlag € 24,00



Schnitzen für Kinder? Mit einem richtigen Messer? Kann das gut gehen?
Der Ulmer Uli Wittmann hat es mehrfach im Stadthaus Ulm gezeigt.
Die Schnitzfachfrau Astrid Schulte zeigt in diesem vielbebilderten Sachbuch, wie das funktioniert mit dem Messer. Wie das Messer zu halten ist und vieles mehr. Regeln und Techniken werden anschaulich erklärt.
Aber nicht nur das. Es geht nämlich raus in die Natur. Welches Holz kann ich benutzen? Zu welchem Baum gehört es? Dann geht eslos und wir schnitzen Rennautos, Schmuck, Tiere oder einen Katamaran und natürlich Pfeil und Bogen.
Mit den Videos für Kinder auf der Kosmos-Plus-App gibt es noch mehr zu entdecken.
Dabei ein Opinel-Kinderschnitzmesser mit Feststellring und abgeundeter Klinge.
Los geht’s.
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Nicht vergessen.
Dienstag und Mittwoch sind Literaturabende.
Am Dienstag, 1.August stellen wir in der Buchhandlung vier neue Romane vor.
Es liest Clemens Grote.
Am Mittwoch liest Caroline Wahl ab 19:30 Uhr aus ihrem Roman: „22 Bahnen“
Stadtbibliothek Ulm. Bei schönem Wetter im Freien.
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https://taz.de/Klimaaktivistin-von-Lkw-angefahren/!5946680/

Dienstag, 25.Juli

Heute haben
Max Dauthendey * 1867
Paul Raynal * 1885
Elias Canetti * 1905
Anders Cleve * 1937
Geburtstag
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Max Dauthendey
Sommer, der so fröhlich war

Sommer der so fröhlich war,
Er entlässt der Vögel Schaar,
Tausend Stare weiter ziehn,
Tausend Lieder jetzt entfliehn.

Auf der Wiese, die verblüht,
Noch der Himmel einsam glüht,
Wie die Sehnsucht, die nie stirbt
Und um neue Lieder wirbt.

Sitzt das Herz am rechten Fleck,
Fällt’s nicht wie ein Herbstblatt weg.
Wechselt auch der Baum sein Kleid,
Lieb kennt keine Jahreszeit.
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Unser Buchtipp:

Teresa Ciabatti: „Die schönen Jahre
Aus dem Italienischen von Christiane von Bechtolsheim
dtv € 25,00

„Mitreißend, eindringlich und verstörend.'“
L’Espresso

Teresa Ciabatti fordert uns LeserInnen einiges ab. Sie springt in ihrer Art des Erzählens in verschiedene Zeitebenen, lässt Gedankenfetzen stehen, wechselt von Erinnerungen in die Gegenwart des Romanes.
„Die schönen Jahre“ wurde in Italien für den Premio Strega nominiert und ist jetzt auf deutsch erschienen.
Die Ich-Erzählerin und ihre beste Freundin Federica haben sich seit ihrer Kindheit/Jugend nicht mehr gesehen. Es war das Rom der 80er Jahre. Federica wohlhabend, sie ein „dickes Landei“, wie sie selber sagt. Jetzt sind sie Ende 40, geschieden, die Kinder aus dem Haus, aber die Vergangenheit lässt die Ich-Erzählerin nicht los. Was ist mit Federicas schöner Schwester in dieser einen Nacht im Oktober 1988 passiert? Sie war das Idol der beiden Mädchen. Sie wollten so sein wie sie.
Teresa Ciabatti gräbt nun tief in den Erinnerungen der beiden Frauen, in dem Ungesagten, den Traumata, den Verlusten. Impulsiv, direkt, laut und intensiv, aber auch privat, intim nähern wir uns dieser einen Nacht und entdecken drei Frauenbiografien, bei denen auch am Ende des Romanes noch nicht alles geklärt ist.

Teresa Ciabatti, 1972 in Orbetello geboren und dort aufgewachsen, studierte Moderne Literatur in Rom. Heute ist sie eine der wichtigsten italienischen Autorinnen der Gegenwart. Als Drehbuchautorin ist sie unter anderem für den Kultfilm „Tre metri sopra il cielo“ bekannt, auf den Internationalen Filmfestspielen von Venedig wurde sie bereits für das beste Drehbuch ausgezeichnet. Mit ihrem Roman „Die schönen Jahre“ war sie 2021 für den Premio Strega, den wichtigsten Literaturpreis in Italien, nominiert, nachdem sie bereits 2017 mit einem ihrer Romane den zweiten Platz erreichte. Teresa Ciabatti lebt in Rom.
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Heute abend, Dienstag, 25.Juli ab 19 Uhr
Sarah Lobenhofer und Sophia Zach berichten von ihrem Engagement bei der „Letzten Generation“.
Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt frei

Montag, 24.Juli (Schwörmontag)


Heute ist Schwörmontag und wir schließen unseren Buchladen um 13 Uhr.
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Alexandre Dumas d.Ä. 1802
Frank Wedekind * 1864
Hermann Kasack * 1896
Zelda Fitzgerald * 1900
haben heute Geburtstag
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Frank Wedekind
An den Hypochonder

Du runzelst die Stirne,
Du wetterst und schreist,
Dieweil mit der Birne
Den Wurm du verspeist.

Was folgst du empfindlich
Der grausigen Spur?
Erfreu dich doch kindlich
Der reichen Natur.

Je herber dein Liebchen,
Um so süßer sein Kuß,
Und je kleiner sein Stübchen
Desto größer dein Genuß.
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Das neue Buch der Extremismusforscherin Julia Ebner:

Julia Ebner: „Massenradikalisierung
Wie die Mitte Extremisten zum Opfer fällt
Aus dem Englischen von Kirsten Riesselmann
Suhrkamp Verlag € 20,00

Die in Wien geborene Extremismusforscherin Julia Ebner erpart uns in ihrem neuen Buch nichts.
Gruppierungen, die vor Jahren noch am äußersten rand der Gesellschaft ihre Meinungen verbreitet haben, befinden sich nun mitten in unserer Gesellschaft. Und dies nicht nur in den USA, mit ihrem aktuellem Beispiel des Sturms auf das Kapitol, sondern auch in Europa und Deutschland. Die Corona-Pandemie und der Ukrainekrieg sind typische Beispiele für Verschwörungstheorien, wie wir sie von Demonstartionen in Deutschland kennen. Aber woran liegt es, dass Querdenker, Rassisten, QAnon-Anhänger, Klimawandelleugner, Antifeministen so eng miteinander verknüpft sind, dass sie mittlerweile ihre Fäden bis in höchste politische Ebenen spinnen?
Julia Ebner hat sich in den letzten fünf Jahren undercover in diesen Kreisen bewegt und erstaunliche Aussagen in diesem Buch veröffentlicht. Ihre Analysen sind ernüchternd und es wundert mich jetzt nicht mehr, warum die AfD im Moment so ein Hoch hat.

Leseprobe

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Morgen, Dienstag, 25.Juli, 19 Uhr
Sarah Lobenhofer und Sophia Zach berichten von ihrem Engagement bei derLetzten Generation
Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt frei

Samstag, 22.Juli


Heute haben
Karoline Pawlowa * 1807
Oskar Maria Graf * 1894
Tom Robbins * 1936
Arno Geiger * 1968
Geburtstag
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Gottfried August Bürger
Gegenliebe

Wüßt ich, wüßt ich, daß du mich
Lieb und wert ein bißchen hieltest,
Und von dem, was ich für dich,
Nur ein Hundertteilchen fühltest;

Daß dein Dank hübsch meinem Gruß
Halben Wegs entgegen käme,
Und dein Mund den Wechselkuß
Gerne gäb und wiedernähme:

Dann, o Himmel, außer sich,
Würde ganz mein Herz zerlodern!
Leib und Leben könnt ich dich
Nicht vergebens lassen fodern! –

Gegengunst erhöhet Gunst,
Liebe nähret Gegenliebe,
Und entflammt zur Feuersbrunst,
Was ein Aschenfünkchen bliebe.
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Der Klassiker unter den Taschenkalendern:


Berühmte Frauen
Kalender 2024
Herausgegeben von Luise F. Pusch
Reclam Verlag € 12,00

Wenn es 2024 wieder um das Leben und Wirken von zwölf Frauen geht, wird dabei nicht nur eine Reise durch verschiedene Epochen und Zeiten unternommen, sondern auch eine durch mehrere Nationen. Die Reise führt nach Frankreich zu der Philosophin Elisabeth Badinter, nach Italien zu der Schriftstellerin Francesca Melandri und in die Ukraine zur Eiskunstläuferin Aljona Savchenko. Aber auch in Amerika, England und Deutschland warten inspirierende Frauen darauf, porträtiert zu werden.
In einem Wochenkalendarium gibt es nicht nur Platz für persönliche Eintragungen, sondern viele weitere Jubilarinnen zu entdecken.
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Sonntag, 23.Juli, 10 Uhr
Literaturgottesdienst an der Pauluskirche:
„Erinnere mich, dass es dich gibt“ mit der Lyrikerin Eva Christina Zeller
„Verweisungskraft“ ist ein Wort, mit dem die Lyrikerin Eva Christina Zeller eine wichtige Dimension ihrer Gedichte umschreibt. Sie ist 1960 in Ulm geboren und in der Pauluskirche getauft. Zuletzt erschien ihr vielbesprochener Roman „Unterm Teppich“ mit Geschichten vom Aufwachsen in einer Pfarrerfamilie.
Lyrik: Eva Christina Zeller, Liturgie und Predigt: Pfarrerin Andrea Luiking
Im Anschluss an den Gottesdienst Gespräch mit Eva Christina Zeller.
Pauluskirche, Frauenstraße 110, 89073 Ulm
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Dienstag, 25.Juli, 19 Uhr
Sarah Lobenhofer und Sophia Zach berichten von ihrem Engagement bei der „Letzten Generation
Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt frei
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Mittwoch, 19.Juli

Heute haben
Gottfried Keller * 1819
Wladimir Majakowski * 1893
Maurice Blanchot * 1907
Robert Pinget * 1919
Wladimir Kaminer * 1967
Geburtstag
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Gottfried Keller
Das ist die üppige Sommerzeit

Das ist die üppige Sommerzeit,
Wo alles so schweigend blüht und glüht,
Des Juli stolzierende Herrlichkeit
Langsam das schimmernde Land durchzieht.

Ich hör ein heimliches Dröhnen gehn
Fern in des Gebirges dämmerndem Blau;
Die Schnitter so stumm an der Arbeit stehn,
Sie schneiden die Sorge auf brennender Au.

Sie sehnen sich nach Gewitternacht,
Nach Sturm und Regen und Donnerschlag,
Nach einer wogenden Freiheitsschlacht
Und einem entscheidenden Völkertag!
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Frisch ausgepackt und mit Lust, Laune und Spannung gelesen.


François-Henri Désérable: „Mein Meister und Bezwinger

Aus dem Französischen von Tobias Scheffel und Claudia Steinitz
Rotpunktverlag € 24,00

Vasco und Tina verfallen einander – dabei will Tina in wenigen Wochen Edgar, den Vater ihrer Zwillinge, heiraten. So eine Situation hatten wir doch schon oft, aber was der französische Autor daraus macht, ist schon etwas Besonderes.
Vasco arbeitet in der Bibliothèque nationale de France in der Abteilung „seltene Bücher“ und Tina, immer wieder mal Schauspielerin, hat zwei Helden in ihrem Leben: Verlaine und Rimbaud. So entdecken die beiden nicht nur die körperliche Liebe, sondern auch die Lust auf Gedichte, Haikus und literarische Zitate. Der ungenannte Ich-Erzähler, bester Freund von Tina und Vasco, sitzt vor dem Untersuchungsrichter und versucht ihm Licht in die verworrene Geschichte zu bringen, ihm die Reimformen zu erklären und was sich hinter einem Haiku verbirgt. Allerdings erzählt er ihm nicht alles. Das erfahren nur wir beim Lesen.
Dass Vasco aus der Bibliothek das Herz von Voltaire klaut und bei einer Auktion für ein Wahnsinnsgeld die Pistole von Verlaine ersteigert, mit der dieser auf Rimbaud schoss, hat mit dessen unendlichen Liebe zu Tina zu tun. Wie es dazu kommt und wann Vasco diese Pistole benutzt, verrate ich nicht.
Nur so viel: Dieser Roman über diese wilde Liebe steckt voller literarischer Zitate, ist ein erotischer Text, intelligent, lustig und gleichzeitig ein spannender Roman. Denn diese Zerrissenheit der beiden Liebenden ist kaum auszuhalten und da ein Richter schon auf der ersten Seite auftaucht, können wir sicher sein, dass irgendetwas passiert ist.
Ein toller Lesegenuß.


Paul Verlaine

Ist voller Spott dein Herz,
ist es empfindsam, sachte?
Nichts weiß ich, doch ich danke der Natur
die mir dein Herz zum Meister und Bezwinger
machte.

François-Henri Désérable, 1987 in Amiens geboren, war zehn Jahre lang professioneller Eishockeyspieler. Nach ersten Novellen erschienen 2015 und 2017 seine Romane Évariste und Un certain M. Piekielny. Der zweite Roman, eine Hommage an den Schriftsteller Romain Gary, wurde in ein Dutzend Sprachen übersetzt. Auf Deutsch erschien er unter dem Titel Ein gewisser Monsieur Piekielny 2018 bei C.H.Beck. Für seinen jüngsten Roman Mon maître et mon vainqueur wurde François-Henri Désérable 2021 mit dem Grand prix du roman de l‘Académie française ausgezeichnet.
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Am Dienstag nach Schwörmontag sind Sarah Lobenhofer und Sophia Zach bei uns im Laden und erzählen über Engagement bei der Letzten Generation.
Dienstag, 25.Juli, 19 Uhr, Eintritt frei.

Heute auf tagesschau.de

Teils mehr als 40 Grad
Weiter Hitze und Waldbrände in Südeuropa

Die Hitzewelle setzt Südeuropa zu: In Italien gilt für mehrere Städte die höchste Warnstufe, in Rom wurde laut regionalem Wetterdienst eine Höchsttemperatur von 41,8 Grad gemessen. In Griechenland kämpft die Feuerwehr weiter gegen Brände.
Die Hitze im Mittelmeerraum hielt auch heute an. In der italienischen Hauptstadt Rom wurde nach Daten des Wetterdienstes der Region Latium zur Mittagszeit eine Höchsttemperatur von 41,8 Grad gemessen. Der Zivilschutz hatte Freiwillige auf die Straßen der Stadt geschickt, um an gut besuchten Orten und Attraktionen Wasserflaschen an Touristen und Einheimische zu verteilen. Abkühlung holen sich viele Menschen zudem an den zahlreichen Brunnen. Über eine App („Waidy WOW“) lassen sich in der Stadt 50.000 Trinkwasserstellen finden. …

Den kompletten Artikel finden Sie hier.