Mittwoch, 3.August

Heute haben
Leon Uris * 1924
PD James * 1920
Christoph Geiser * 1949
Geburtstag
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Lessie Sachs
Vielleicht …

Heut sah ich auf der Strasse einen Herrn,
Er sah mich mutig an, – jedoch vergebens.
Er hatte meinen Typ wahrscheinlich gern,
Vielleicht war er die Chance meines Lebens?

Vielleicht war er der beste Mann der Welt?
Ich ging vorbei, um’s nachher zu bereuen, –
Ich war so garnicht auf ihn eingestellt,
Man steht manchmal so ängstlich vor dem Neuen.

Vielleicht war er der Mann, der mir gefehlt,
Vielleicht … hab‘ ich nicht viel an ihm verloren.
Der Zeitpunkt jedenfalls war schlecht gewählt:
Es gibt Momente, welche fehlgeboren …
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Unser Bilderbuchtipp:


Karin Gruß / Dorota Wünsch: „Ein Krokodil im Badesee?“
Mixtvision Verlag € 15,00
Bilderbuch ab 3 Jahren

Auf zwölf bunten Doppelseiten erzählt dieses Wimmelbuch, was an einem heißen Tag am Badestrand alles passiert. Ist es wirklich wahr, dass es ein Krokodil im Badesee gibt, wie es in der Zeitung steht? Aber warum verschwinden plötzlich Sonnenbrille, Badehose und noch viel mehr? Große Aufregungen und verrückte Sachen lassen sich hier entdecken. Es gilt zu rätseln, zu suchen und den kleinen Reimen zuzuhören. Und wer die Augen richtig aufmacht, entdeckt zwischen all den Menschen, die sich auch mal die Zehen abzählen, wer wirklich hinter dem Ganzen steckt.
Ein Wimmelbuch, das für viel Spaß und Vergnügen sorgt.

Dienstag, 5.April


Heute haben
Robert Bloch * 1917
Arthur Hailey * 1920
Hugo Claus * 1929
Bora Cosic * 1932
Jochen Ziem * 1932
Werner J.Egli * 1943
Geburtstag
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Lessie Sachs (1897-1942)
Frühling

Die Sonne scheint, und man ist bass erstaunt,
Die Bäume schmücken sich mit Perlen-Schnüren,
Und haben, weiss Gott, junge-Braut Allüren,
Und alle Welt ist plötzlich gut gelaunt.

Der Frühling kommt wahrhaftig jetzt in Gang,
Der Herr von nebenan pfeift „Winterstürme“, –
Der Häftling denkt, wie er am besten türme, –
Du denkst: wie werd‘ ich wieder jung und schlank? –

Man sollte jetzt sofort die Grosstadt fliehn,
Die Kinder spielen draussen Ringelreihe, …
Vielleicht kann man am Sonntag doch in’s Freie, …
Doch hat man leider garnichts anzuziehn. –

Man wärs eigentlich jetzt gern zu zwei’n,
Man ist bereit zu jeder Art von Märchen, –
Zur Hälfte sind die Menschen Liebespärchen,
Die and’re Hälfte möcht es gerne sein.
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Christine Langer: Ein Vogelruf trägt Fensterlicht
Gedichte
Kröner Verlag / Edition Klöpfer € 20,00

An der Schwelle

Lichtrisse schieben den Himmel vor sich her bevor sie die Abend-
Glocken in die Baumwipfel hängen

Schwer wiegen sich die Schatten des Walds in den Wolken
Und spannen Laken über die Erde

Der Geruch feuchter Steine trägt Spuren wilder Tiere in mein Haus:
Ich habe die Stirn gelehnt an die offene Tür der Nacht

Christine Langers Gedichte aus diesem neuen Band spüren den Kleinigkeiten in der Natur nach. Spiegelungen am Himmel, im Fenster werden zu Lyrik umgewandelt, die wiederum irgendwo in der Natur auftauchen.

Der Blick aus dem Fenster geht mit dem Sturm,
Bald bricht sich Zweig um Zweig an jenem Baum,
Von dem es hieß, daß der Himmel darin wächst.

Es ist eine Reise durch das eigene Zimmer, durch den Garten vor dem Haus, den Wiesen und dem Wald um die Ecke, mit allem was sich darin und darüber bewegt, in Verse gesetzt, die eine große Leichtigkeit in sich bergen und doch nicht auf den ersten Moment schlüssig sind. Das zweite und dritte Lesen machen den Reiz der Gedichte aus.
Erinnerungen mischen sich mit Gefühlen und verbinden sich mit dem Klang der Wörter zu einem stimmigen Ganzen.

Das Krähenpaar im offenen Fenster holt den Morgen
aus dem Winterschlaf eines fremden Tiers


Mittwoch, 23.März

Heute haben
GF Unger * 1921
Federica De Cesco * 1938
Ama Ata Aidoo * 1942
Geburtstag
und es ist der Todestag von Hans Werner Richter
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Lessie Sachs (1896-1942)
Frühling

Die Sonne scheint, und man ist bass erstaunt,
Die Bäume schmücken sich mit Perlen-Schnüren,
Und haben, weiss Gott, junge-Braut Allüren,
Und alle Welt ist plötzlich gut gelaunt.

Der Frühling kommt wahrhaftig jetzt in Gang,
Der Herr von nebenan pfeift „Winterstürme“, –
Der Häftling denkt, wie er am besten türme, –
Du denkst: wie werd‘ ich wieder jung und schlank? –

Man sollte jetzt sofort die Grosstadt fliehn,
Die Kinder spielen draussen Ringelreihe, …
Vielleicht kann man am Sonntag doch in’s Freie, …
Doch hat man leider garnichts anzuziehn. –

Man wärs eigentlich jetzt gern zu zwei’n,
Man ist bereit zu jeder Art von Märchen, –
Zur Hälfte sind die Menschen Liebespärchen,
Die and’re Hälfte möcht es gerne sein.
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Unser Buchtipp:


Gérard Scappini: „Ankunft in der Fremde“
Von Toulon nach Freiburg
Pendragon Verlag € 17,00

Wir hatten diesen dritten, biographischen Roman von Gérard Scappini hier schon einmal vorgestellt. Letzte Woche wurde er im Radio auf SWR vorgestellt und der Autor kam selbst noch zu Wort.
Lange Jahre war er u.a. in Baden-Württemberg als Buchvertreter unterwegs und schaute zweimal im Jahr bei uns vorbei. Schön, also hier mehr aus seinem Leben zu erfahren.
Eine besondere Biografie in einer eigenen Art, diese aufzuschreiben.

Pascal Napolitana aus Toulon in Südfrankreich kommt 1966 nach Freiburg im Breisgau, um seinen Militärdienst im besetzten Deutschland zu absolvieren. Er ist das erste Mal im Ausland und spricht kein Wort Deutsch. Und auch sonst ist der junge Pascal noch nicht weit gekommen: er hat keinen Schulabschluss, keinen Beruf und nicht einmal den Führerschein. Doch so nach und nach lernt er die deutsche Sprache, findet Freunde, verliebt sich und kommt in der Fremde an.

Hier der Beitrag auf SWR:

Fünf interessante Minuten, die sich lohnen, anzuhören.