Donnerstag, 24.August

Heute haben
Jean Rhys * 1890
Jorge Luis Borges * 1899
AS Byatt * 1936
Joshua Sobel * 1939
Paulo Coelho * 1947
Stephen Fry * 1957
Michael Kleeberg * 1959
Geburtstag
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Andreas Gryphius
Betrachtung der Zeit

Mein sind die Jahre nicht,
Die mir die Zeit genommen;
Mein sind die Jahre nicht,
Die etwa möchten kommen;

Der Augenblick ist mein,
Und nehm ich den in acht
So ist der mein,
Der Jahr und Ewigkeit gemacht.
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Claudia Wiltschek empfiehlt:

9783455406214

Siegfried Lenz:Marvellas ganze Freude
Illustriert von Nikolaus Heidelbach
Hoffmann und Campe Verlag € 18.-
ab 5 Jahren und auch für die Großen

Marvella ist eine glückliche braune Schweizer Kuh, die in Kansas auf dem Bauernhof von Herrn Bollmann lebt. Herr Bollmann liebt seine Marvella über Alles und deswegen hat er ihr auch eine ganze Wiese nur für sie alleine geschenkt. Die Südecke ihrer schönen Wiese grenzt an die Eisenbahnschienen und morgens und abends kommt ein Güterzug. Das ist Marvellas ganze Freude, sie streckt ihren Kopf über das Gitter und wartet, manchmal zehn Minuten, manchmal eine ganze Stunde. Dann ertönt das schwache „Tu-u-ut – Tu-u ut“ aus der Ferne, Marvella holt tief Luft und antwortet: „Muu- uu -uu“.
Aber eines Tages , nach einen grossen Unwetter wartet Marvella vergeblich. Deswegen will sie abends auch nicht zum Melken in den Stall. Bauer Bollmann kann es garnicht glauben, dass seine liebevolle Kuh plötzlich so störrisch und bockig ist und zu allem Ärger auch nur ein paar Tropfen Milch hergibt. Als der nächste Tag auch keine Besserung bringt, weiss sich Bauer Bollmann keinen anderen Rat mehr, als Doktor Anderson zu rufen. Marvella nutzt einen unbeaufsichtigten Moment und stürmt raus aus dem Stall in Richtung Eisenbahnschienen. Nachdem sie entdeckt hat, dass die kleine Eisenbahnbrücke eingestürzt ist, stellt sie sich mutig auf die Schienen und verhindert so ein grosses Unglück. Marvella wird zur Heldin !

Diese liebevolle, warmherzige Kindererzählung von Siegfried Lenz war bisher noch nie veröffentlicht. Auch Heidelbach zeigt sich hier von seiner sanften Seite und die Illustrationen sind eine wunderbare Ergänzung zum Text.
Ein Spass für gross und klein. Muuuuuuh!

Dienstag, 12.Januar

Heute haben
Charles Perrault * 1628
Johann Heinrich Pestalozzi * 1746
Jakob Michael Reinhold Lenz * 1751
Jack London * 1876
Daniil Charms * 1905
Alice Miller * 1923
Haruki Murakami * 1949
David Mitchell * 1969
Geburtstag.
Aber auch Jeff Bezos (* 1964), der Gründer von amazon.

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Jakob Michael Reinhold Lenz

Wo bist du itzt, mein unvergeßlich Mädchen,
Wo singst du itzt?
Wo lacht die Flur, wo triumphiert das Städtchen,
Das dich besitzt?

Seit du entfernt, will keine Sonne scheinen,
Und es vereint
Der Himmel sich, dir zärtlich nachzuweinen,
Mit deinem Freund.

All unsre Lust ist fort mit dir gezogen,
Still überall
Ist Stadt und Feld. Dir nach ist sie geflogen,
Die Nachtigall.

O komm zurück! Schon rufen Hirt und Heerden
Dich bang herbei.
Komm bald zurück! Sonst wird es Winter werden
Im Monat Mai.

Stoppok

Nur ein Wort von Dir
und der Schnee, der schmilzt.
Und es wird Frühling,
wenn du es willst.

Seitdem du nicht mehr bei mir bist,
hab ich vergessen was Wärme ist.
Die Blumen draussen sind verschneit
und ich vermisse ne Jahreszeit.

Ist es Voodoo, oder Hexerei?
Der Herbst kam diesmal schon im Mai.


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9783551785763

Rutu Modan: „Das Erbe
Aus dem Hebräischen von Gundula Schiffer
Carlsen Verlag € 24,90

„Der Familie muss man nicht die ganze Wahrheit sagen,
und das ist noch lange keine Lüge.“
Michaela Modan

Rutu Modan ist eine israelische Comiczeichnerin, die immer wieder aktuelle Entwicklungen aus ihrem Heimatland aufgreift und in ihren Werken verarbeitet. In ihrem ersten Comic „Blutspuren“ setzt sie sich mit dem Israel-Palästina-Konflkit/Krieg, mit der Intifada auseinander. Hier, in „Das Erbe“ kehrt eine alte Dame (Regina Segal) mit ihrer Enkelin Mika nach Warschau zurück, um eine Wohnung auf sich überschreiben zulassen. Eine reine Formsache, so sagt sie. Sie und ihre Familie mussten damals vor den Nazis fliehen und nun gehe sie dorthin zurück, um sich das zu holen, was ihr gehöre.

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Im Flugzeug sitzt eine lärmende Schulklasse aus Israel, die eine Erinnerungstour durch die KZs unternehmen will. Die Schüler und der Lehrer sind aufgekratzt und freuen sich auf den noch nie gesehenen, aber oft erwähnten Horror.

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Doch es komt alles anders als gedacht. Regina Segal entdeckt einen Namen im Telefonbuch, das im Hotelzimmer ausliegt. Mika verliebt sich in einen polnischen Comiczeichner, ein Mann, der israelische Touristen an die Stätten des Grauens führt, taucht immer wieder auf und plötzlich ist der Grund der Reise nicht mehr wichtig.
Rutu Modans Art zu zeichnen erinnert an Hergé. Auch der Ton ihres Textes ist klar und einfach. Und doch arbeitet sie mit ganz feinen Zwischentönen, verrät nicht allzuviel von ihrer Geschichte. Nur gerade so, dass wir mit Spannung weiterblättern wollen. Sie deutet an und lässt die Geschichte in eine andere Richtung gehen. Sie bringt verschiedenste Personen immer näher zusammen, wie in einem großen Kinofilm, in dem wir in unendlichen vielen Schnitten einem großen Ende zusehen.
Rutu Modan hat die Gabe, die Erinnerung an den Holocaust in eine sehr rührende Liebesgeschichte zu verpacken (eigentlich gleich zwei). Und das mit sehr viel Witz. Allein schon die Anfangsszene, in der sich Regina, die alte Dame, weigert, ihre volle Wasserflasche an der Flughafenkontrolle abzugeben. Sie sieht es nicht ein, die Flasche sei frisch gekauft und überhaupt noch verschlossen. Die Mitreisenden mosern schon. Da setzt Regina die Flasche an und trinkt sie auf ex.
Schade an der Geschichte ist, dass sie viel zu kurz ist. Das Gute daran: Wir können sofort wieder von vorne anfangen und uns auf die Details freuen, die wir beim ersten Lesen locker übersehen haben.

Samstag

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Heute haben
Josef Haslinger * 1955
Barbara Frischmuth * 1941
Jean Cocteau * 1889
Felix Timmermanns * 1886
Geburtstag
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Gestern war es dann endlich so weit und die deutschen Buben durften gegen die Franzosen kicken. Dementsprechend waren die Straßen leergefegt und ab 17 Uhr keine Kunden mehr im Laden. Nein, stimmt gar nicht. Es kamen zwei Schüler, die für zwei Lehrerinnen noch Geschenke brauchten. Sie hatten gestern abend um 20 Uhr eine Schulaufführung von „Romeo und Julia“ in Ulm. Die zogen dann glücklich ab. So konnte ich kurz vor 18 Uhr den Laden schließen und mich in den Hinterhof zum gemeinsamen Glotzen setzen.
Das mit dem Jaja Verlag machen wir dann in aller Ruhe.
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Und die beiden Jungs haben auch schon das ein oder andere Kickerbildchen gemalt und einen satten Spruch dazugesetzt.

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Greser & Lenz: „Das ist ja wohl ein Witz“
Verlag Wunderhorn € 24,80

Ein Wirtshaustresen, eine eifrig spülende Wirtin und ein versonnen dreinblickender älterer Gast mit einer Sprechblase über dem Kopf – mehr brauchen die beiden Karikaturisten Achim Greser (geb. 1961) und Heribert Lenz (geb. 1958), bekannt als Greser & Lenz, nicht für ihre Kunst, die Dinge auf den Punkt zu bringen.
Oder der Demonstrant vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof, der zu spät zum Demonstrieren gekommen ist. Er wäre ja pünktlich gewesen, wenn die Schnelltrasse von Ulm schon fertig wäre. Oder die vier an einem bayerischen Stammtisch. Greser & Lenz fragen sich, was aus Bayern geworden ist. Der eine will zum Yogakurs, zwei finden den Kommunismus toll und Wastl, der vierte zahlt seine Zeche: 3 grüne Tee und eine Maß Brennnesseltee. Jo mei!
Seit 1996 zeichnet das eingespielte Team nach dem Motto „Jeder Krieg hat seine Opfer, das gleiche gilt für den guten Witz“ für die Frankfurter Allgemeine Zeitung , von 2004 bis 2013 für den Stern und seit 2013 auch für den Focus. Mittlerweile sind sie das Satireduo der Nation, kassieren Preise ab und hatten dieses Frühjahr in Friedrichshafen eine eigene Ausstellung mit fasst 300 Exponaten aus ihrem Sammelsurium von mehreren tausend Bildern. Und dies ist der Katalog dazu.
Genießen Sie unsere Mutti der Nation, die über das Hochwaser in Passau wandelt und auf Wählerfang aus ist. Oder die freundlich lächelnden Schwarzen an der europäisch-afrikanischen Grenze, die nur mal kurz der Obermutti Grüßgott sagen wollen und dann wieder über die Grenze verschwinden. Böse, treffend aktuell (auch wenn die Witze schon älter sind) und prima Kopiervorlagen für Briefe an die Freunde.
Ich kann Ihnen hier leider keine weiteren Abbildungen zeigen. Wenn Sie aber Lust auf mehr haben, dann schauen Sie auf die beiden Links hier unten. Dort gibt es jede Menge Bilderwitze.

Website von Greser & Lenz
Greser & Lenz in der FAZ mit über 120 Bilder
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Kundenhund Sebbi

Sebbi