Dienstag, 29.Januar

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Heute haben
Johann Gottfried Seume * 1763
Anton Tschechow * 1860
Romain Rolland * 1866
Gert Hofmann * 1931
Günter Ohnemus * 1946
Olga Tokarczuk * 1962
Philippe Besson * 1967
Mirjam Müntefering * 1969
Geburtstag
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Nikolaus Lenau
Winternacht

Vor Kälte ist die Luft erstarrt,
Es kracht der Schnee von meinen Tritten,
Es dampft mein Hauch, es klirrt mein Bart;
Nur fort, nur immer fortgeschritten!

Wie feierlich die Gegend schweigt!
Der Mond bescheint die alten Fichten,
Die, sehnsuchtsvoll zum Tod geneigt,
Den Zweig zurück zur Erde richten.

Frost! friere mir ins Herz hinein,
Tief in das heißbewegte, wilde!
Daß einmal Ruh mag drinnen seyn,
Wie hier im nächtlichen Gefilde!
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Vanessa Güntzel empfiehlt:

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Karen M. McManus: „One of us is lying“
Übersetzung: Anja Galić
Seiten: 448 € 18,00

Ein Buch, wie kein anderes. Eigentlich wollte ich es gar nicht ganz lesen.
Nur ein bisschen reinschmökern um ein Gefühl dafür zu bekommen.
Doch Karen M. McManus macht einem einen Strich durch die Rechnung.
Als ich um ca. neun Uhr abends angefangen habe noch ein bisschen zu lesen.
habe ich noch nicht vorgehabt, dass ich es um 3 Uhr morgens abgeschlossen
aus der Hand legte. Es gibt Bücher, die einen so fesseln, dass man am liebsten
die ganze Nacht lang durchlesen möchte. Dieses Buch hat mich definitiv davon überzeugt.

Die vier Protagonisten:
Brownyn – „Genie“, Nate – „Der vermutliche Dealer“
Addy – „Die Schönheitskönigin und Cooper „Supersportler“
Sind einem von Anfang an auf ihre eigene Art sympathisch und sehr charmant.
Doch das ist gerade das Problem, denn alle vier werden verdächtigt, den
„Gossip-Blogger“ Simon umgebracht zu haben. Doch niemanden würde man es jemals
zumuten…Oder etwa doch? Nach und nach werden kleine Geheimnisse gelüftet,
die einen als Leser, an der eigenen Menschenkenntnis aber auch an den Charakteren
zweifeln lassen.

Man weiß auf keiner Seite was einen erwartet. Und selbst der Schluss könnte
nicht überraschender sein. Nach diesem Buch bin ich definitiv ein Mystery-Fan.
Bitte liebe Karen M. McManus schreibe noch viele so tolle Bücher.

Eure Vanessa

Donnerstag, 11.Oktober

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Heute haben
Conrad Ferdinand Meyer * 1825
Gertrud von Le Fort * 1876
Francois Mauriac * 1885 (Nobelpreis 1952)
Boris Pilnjak * 1876
Anne Anright * 1962
Geburtstag.
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Heute auf dem Gedichte-Kalender.
Hier allerdings in der kompletten Fassung.

Nikolaus Lenau
Der Kranich

Stoppelfeld, die Wälder leer,
Und es irrt der Wind verlassen,
Weil kein Laub zu finden mehr,
Rauschend seinen Gruß zu fassen.

Kranich scheidet von der Flur,
Von der kühlen, lebensmüden,
Freudig ruft er’s, daß die Spur
Er gefunden nach dem Süden.

Mitten durch den Herbstesfrost
Schickt der Lenz aus fernen Landen
Dem Zugvogel seinen Trost,
Heimlich mit ihm einverstanden.

O wie mag dem Vogel seyn,
Wenn ihm durch das Nebeldüster
Zückt ins Herz der warme Schein,
Und das ferne Waldgeflüster!

Hoch im Fluge über’s Meer
Stärket ihn der Duft der Auen;
O wie süß empfindet er
Ahnung, Sehnsucht und Vertrauen!

Nebel auf die Stoppeln thaut:
Dürr der Wald; — ich duld‘ es gerne,
Seit gegeben seinen Laut
Kranich, wandernd in die Ferne.

Hab‘ ich gleich, als ich so sacht
Durch die Stoppeln hingeschritten,
Aller Sensen auch gedacht,
Die in’s Leben mir geschnitten‘.

Hab‘ ich gleich am dürren Strauch
Andres Welk bedauern müssen,
Als das Laub, vom Windeshauch
Aufgewirbelt mir zu Füßen:

Aber ohne Gram und Groll
Blick‘ ich nach den Freudengrüften,
Denn das Herz im Busen scholl,
Wie der Vogel in den Lüften:

Ja, das Herz in meiner Brust
Ist dem Kranich gleich geartet,
Und ihm ist das Land bewußt,
Wo mein Frühling mich erwartet.
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Das Känguru ist zurück.
Oder soll ich besser schreiben, es war eh nie weg.

1956  1492

Marc-Uwe Kling:Die Känguru-Apokryphen
Ullstein TB € 9,00
4 CDs bei HörbuchHamburg € 14,00

Das ist der Anfang der ersten Episode aus seinem neuen Buch. Natürlich geht der Wettbewerb noch in diverse Runden und Marc-Uwe steht mal wieder als totaler Loser da. Wie könnte es auch anders sein. Als Einführung erfahren wieder in einer Vorwort-Geschichte, wie es zu diesem Buch kommt und was es mit Apokryphen auf sich hat.

Und wer für lange Winterabende noch ein Gesellschaftsspiel braucht.
Hier kommt die Gebrauchsanweisung zu „Game of Quotes – Verrückte Zitate“.
Erschienen bei Franck Kosmos für € 14,99.

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Dienstag, 22.August

Heute haben
Dorothy Parker * 1893
Wolfdietrich Schnurre * 1920
Ray Bradbury * 1920
Irmtraud Morgner * 1933
Geburtstag
und es ist der Todestag von Nikolaus Lenau.
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Nikolaus Lenau
Heimatklang

Als sie vom Paradiese ward gezwungen,
Kam jeder Seele eine Melodie
Zum Lebewohl süß schmerzlich nachgeklungen,
Darauf umschloß die Erdenhülle sie.
Noch ist dies Lied nicht völlig uns verdrungen,
Doch tönt es leiser stets auf Erden hie.
Gib acht, o Herz, daß in den Schütterungen
Dir nicht des Liedes letzter Hauch entflieh!
Ein Nachhall dieses Liedes ist entsprungen
Des Morgenlandes süße Poesie,
Von Jugendträumen wirds manchmal gesungen,
Doch dunkel, unbewußt woher? und wie?
Wem aber einmal klar und voll geklungen
Die wunderbare Heimatmelodie,
Der wird von bangem Heimweh tief durchdrungen,
Und er genest von seiner Sehnsucht nie.
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Sarah Wiltschek empfiehlt:

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Theresia Enzensberger:Blaupause
Hanser Verlag € 22,00

20er Jahre in Berlin. Der Studienplatz am Bauhaus Weimar ist für Luise Schilling gleichzeitig die Flucht aus dem patriarchalischen Elternhaus. Doch wo sie in Berlin vor der Allmacht des Vaters flieht, trifft sie in Weimar, unter der Leitung von Walter Gropius, auf nicht minder restriktive Machtstrukturen.
Luise kämpft um ihren Traum, Architektur zu studieren, eckt an, ob bei den Meistern oder Mitstudenten, fühlt sich nie ganz zugehörig, weder bei den esoterisch agierenden Ittenjüngern, noch bei den politisch aktiven Kommunisten.
Die deutsche Kunst und Kultur befindet sich auf ihrem Höhepunkt, Berlin ist weltoffen und feierwütig. Doch es fängt an zu gären im Land. Die Freizügigkeit und Toleranz der Hauptstadt trifft auf prügelende Nazionalisten. Die liberale Koexistenz unterschiedlichster kultureller, religiöser und sexueller Orientierung wird, so weiß man im Nachhinein, sich bis heute nicht wieder auf diese Höhen geschwungen haben.
Doch Luise stößt auf taube Ohren, wenn ihr das Studium und der Fokus auf das rein Ästhetische zu unpolitisch ist. Am Ende muss sie gar um das Recht an ihren eigenen Ideen fürchten. Was bleibt, ist die endgültige Flucht vor Ohnmacht und Verrat.
Theresias Enzenbergers Debüt taucht ein in die Anfänge der Bauhausgeschichte, erzählt von den selbstgefälligen Lehrmeistern, von der elitären Gesinnung der Bauhäusler in einer politisch explosiven Vorkriegszeit. Ein Emanzipationsroman, in der die Protagonistin ihren Wunsch von einem selbstbestimmten Leben nicht aufgeben will, allen Widrigkeiten zum Trotz.

Leseprobe

Theresia Enzensberger wurde 1986 in München geboren und lebt in Berlin. Sie studierte Film und Filmwissenschaft am Bard College in New York und schreibt als freie Journalistin unter anderem für die FAZ, FAS, ZEIT Online, Krautreporter und Monopol. 2014 gründete sie das vielfach preisgekrönte BLOCK Magazin.