Dienstag, 20.Juni

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Heute hat
Kurt Schwitters * 1887
Geburtstag

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Kurt Schwitters
An Anna Blume

Oh Du, Geliebte meiner 27 Sinne, ich liebe Dir!
Du, Deiner; Dich Dir, ich Dir, Du mir, – – – – wir?
Das gehört beiläufig nicht hierher!

Wer bist Du , ungezähltes Frauenzimmer, Du bist, bist Du?
Die Leute sagen, Du wärest.
Laß sie sagen, sie wissen nicht, wie der Kirchturm steht.

Du trägst den Hut auf Deinen Füßen und wanderst auf die
Hände,
auf den Händen wanderst Du.

Halloh, Deine roten Kleider, in weiße Falten zersägst,
Rot liebe ich, Anna Blume, rot liebe ich Dir.
Du, Deiner, Dich Dir, ich Dir, Du mir, – – – – – wir?
Das gehört beiläufig in die kalte Glut!
Anna Blume, rote Anna Blume, wie sagen die Leute?

Preisfrage:
1.) Anna Blume hat ein Vogel,
2.) Anna Blume ist rot.
3.) Welche Farbe hat der Vogel.

Blau ist die Farbe Deines gelben Haares,
Rot ist die Farbe Deines grünen Vogels.
Du schlichtes Mädchen im Alltagskleid,
Du liebes grünes Tier, ich liebe Dir!
Du Deiner Dich Dir, ich Dir, Du mir, – – – – wir!
Das gehört beiläufig in die – – – Glutenkiste.

Anna Blume, Anna, A – – – – N – – – -N- – – – -A!
Ich träufle Deinen Namen.
Dein Name tropft wie weiches Rindertalg.

Weißt Du es Anna, weißt Du es schon,
Man kann Dich auch von hinten lesen.
Und Du, Du Herrlichste von allen,
Du bist von hinten und von vorne:
A – – – – – – N – – – – – N – – – – – -A.
Rindertalg träufelt STREICHELN über meinen Rücken.
Anna Blume,
Du tropfes Tier,
Ich – – – – – – – liebe – – – – – – – Dir!
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Francesco Giustozzi: „50 Kulissen 50 Filme
Übersetzt von: Christine Schnappinger
Knesebeck Verlag € 9,95

Katz‘ Delikatessen, Louis‘ Restaurant und weitere 48 andere Kultkulissen finden sich in dem kleinformatigen Buch, das wir heute vorstellen. 50 mal raten, um was für einen Film es sich handelt. Wer gut aufgepasst hat, wer sich mit den alten Klassikern auskennt, ist hier klar im Vorteil. Zum Teil sehr einfach. Dann wiederum total verzwickt, da sich die Häuser doch sehr ähneln und wir auf klitzekleine Details achten müssen, wie zum Beispiel eine Telefonzelle, oder eine Leuchtreklame. Ich höre Sie schon rufen: „Oh Mist, ja ich kenne den Film, ich erinnere mich an die Szene, aber mir fällt der Filmtitel nicht ein!“. Oder andersherum, daß Sie beim Spickeln in der Lösung sagen: „Ja klar, den Film habe ich doch auch gesehen!“

Viel Vergnügen beim gemeinsamen Rätseln mit Freunden an einem dieser herrlich warmen Sommerabende. Wenn Sie nicht genug davon haben, es gibt in gleicher Ausstattung auch noch „50 Delikatessen – 50 Filme“.

Jetzt sind Sie gefordert:

1

2

Samstag

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Heute hat
Kurt Schwitters * 1887
Geburtstag

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Kurt Schwitters
An Anna Blume

Oh Du, Geliebte meiner 27 Sinne, ich liebe Dir!
Du, Deiner; Dich Dir, ich Dir, Du mir, – – – – wir?
Das gehört beiläufig nicht hierher!

Wer bist Du , ungezähltes Frauenzimmer, Du bist, bist Du?
Die Leute sagen, Du wärest.
Laß sie sagen, sie wissen nicht, wie der Kirchturm steht.

Du trägst den Hut auf Deinen Füßen und wanderst auf die
Hände,
auf den Händen wanderst Du.

Halloh, Deine roten Kleider, in weiße Falten zersägst,
Rot liebe ich, Anna Blume, rot liebe ich Dir.
Du, Deiner, Dich Dir, ich Dir, Du mir, – – – – – wir?
Das gehört beiläufig in die kalte Glut!
Anna Blume, rote Anna Blume, wie sagen die Leute?

Preisfrage:
1.) Anna Blume hat ein Vogel,
2.) Anna Blume ist rot.
3.) Welche Farbe hat der Vogel.

Blau ist die Farbe Deines gelben Haares,
Rot ist die Farbe Deines grünen Vogels.
Du schlichtes Mädchen im Alltagskleid,
Du liebes grünes Tier, ich liebe Dir!
Du Deiner Dich Dir, ich Dir, Du mir, – – – – wir!
Das gehört beiläufig in die – – – Glutenkiste.

Anna Blume, Anna, A – – – – N – – – -N- – – – -A!
Ich träufle Deinen Namen.
Dein Name tropft wie weiches Rindertalg.

Weißt Du es Anna, weißt Du es schon,
Man kann Dich auch von hinten lesen.
Und Du, Du Herrlichste von allen,
Du bist von hinten und von vorne:
A – – – – – – N – – – – – N – – – – – -A.
Rindertalg träufelt STREICHELN über meinen Rücken.
Anna Blume,
Du tropfes Tier,
Ich – – – – – – – liebe – – – – – – – Dir!
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Unsere Kinderbuchexpertin Anja Reiprich empfiehlt:

Nacht

Matthias Morgenroth: „Freunde der Nacht“
Mit Illustrationen von Regina Kehn
dtv, fest gebundenen € 14,95
Kinderbuch ab 10 Jahren

Die Geschichte spielt in der Johanninacht. Jojo und Lea sind beste Freunde, was
Jojo allerdings noch nicht weiss, ist, dass Lea am nächsten Tag umzuiehen muss.
Deswegen möchte Lea die Geister und Nächtlinge der Johanninacht bitten, ihr
den grössten Wunsch zu erfüllen, nicht wegziehen zu müssen. Die beiden essen
Johannikraut und tatsächlich sehen sie Nächtlinge und Vampiller.
Damit Lea den Wunsch äußern kann, müssen sie durch den Wald und den König der
Nächtlinge finden. Doch dieser versteht den Wunsch falsch und die beiden müssen sich einen Plan ausdenken, damit sie vor Sonnenaufgang wieder aus dem Wald draussen sind.
Grosses Leseabenteuer für Jungs und Mädchen ab 10, hat mir sehr gut gefallen!
Schön gestaltet, je weiter es in die Nacht reingeht, desto dunkler werden die Seiten
im Buch.
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Literaturwoche Ulm

miller

Gestern abend stellte Michael Watzka in der Stadtbibliothek Ulm sein herausgegebenes Buch mit sämtlichen Gedichten des Ulmer Barocklyrikers Johann Martin Miller vor. Ihm stand der ehemalige Leiter der wissenschaftlichen Abteilung der Bibibliothek, Bernd Breitenbruch, zur Seite, der seinerseits eine Biografie über den Autoren verfasst hat.
Es ging somit nicht über Millers Lyrik, sondern auch um seine vielfachen Vertonungen. Zum Beispiel wurde sein Gedicht „Zufriedenheit“ u.a. von Mozart und Beethoven in Noten gesetzt. Diese Lieder bekamen wir dann auch live mit einem Sänger des Ulmer Theaters zu hören. Dass Millers Roman „Siegwart“ fast Goethes „Werther“ den Rang abgelaufen hat, dass es mehrere Auflagen und unzählige Raubdrucke davon gab, ist heute genauso vergessen, wie dass er sich als Münsterpfarrer sehr unwohl fühlte und Ulm als ein kulturelles Gefängnis empfunden hat. Dank der Literaturwoche und dieser Veranstaltung, kam dies wieder ans Tageslicht und ein Stück Kultur mehr in die Stadt.

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Freitag

Heute haben
Kurt Schwitters * 1887
Gerhard Meier * 1917
Vikram Seth * 1952
Geburtstag
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Die Passage passte punktgenau zum gestrigen Tag:

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aus: Matthias Zschokke: „Die strengen Frauen von Rosa Salva“, das Anfang Juli im Wallstein Verlag erscheint.
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Und das tut sich in der New Yorker U-Bahn:

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„Notes from the Underground,“ by Fyodor Dostoyevsky
gefunden bei undergroundnewyorkpubliclibrary.com
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9783803151865

Horst Bredekamp: „Der schwimmende Souverän
Karl der Große und die Bildpolitik des Körpers
160 Seiten. Gebunden mit Schildchen und Prägung
mit vielen, zum Teil farbigen Abbildungen
Wagenbach Verlag € 26,00
In der großformatigen Kunstreihe

Der Kunsthistoriker Bredekamp hat schon ein paar Bücher im Wagenbach veröffentlicht. Über Botticelli und seine Venus, über die Geschichte der Kunstkammer und die Zukunft der Kunstgeschichte unter dem Titel „Antikensehnsucht und Maschinenglauben“ und „Leibniz und die Revolution der Gartenkunst“. Jetzt kommt er mit dem verwirrenden Titel „Der schwimmende Souverän“ und setzt Karl den Großen in den Untertitel. Was soll das denn? Was hat den dieser deutsche Kaiser mit Schwimmen zu tun? Sehr viel, wie wir gleich zu Beginn der Lektüre merken werden. Und Bredekamp findet damit auch einen neuen Zugang zum Verständnis des großen Herrschers. Schwimmen und die Darstellung, die Herausstellung des (eigenen) Körpers hat die Massen schon immer fasziniert. Karl der Große war ein begeisterer Schwimmer, Mao Tse-Tung auch. Dieser nutzte seine Flußdurchquerungen wie kein anderer als große politische Schau. Aber auch Friedrich Barbarossa schwamm überall wo er regierte. Und bei allen drei Herrschern mussten die politischen Partner auch mit ins Wasser. Somit konnte z.B. seine körperliche Fitness auch gegenüber seinem Sohne zeigen. Mao Tse-Tung als Schwimmer wurde unendlich oft abgebildet. Sei es als Fotografie, als Fotomontage, als großes Ölgemälde im Bademantel und erhobener, winkender Hand. Der eigene Körper wird dabei zum Ausweis von sportlicher Tatkraft, patriarchalischer Fürsorge und Führungsstärke überhöht. Mussolini und jetzt Putin steigen in das gleiche Fahrwasser, um ihre Macht zu demonstrieren.
Bredekamp geht aber noch weiter, um uns das neuartige Machtphänomen Karl der Große offenzulegen.
Seine Kapitelüberschriften heissen:
I.   Von Mao Tse-Tung bis Friedrich Barbarossa
II.  Schwimmen
III. Bändigen
IV. Verlebendigung
V.  Verspiegeln
Schluss
Darin packt er im ersten Kapitel noch die Symbolik des Ertrinkens, da Friedrich Barbarossa ertrunken ist und dieses Schicksal mehrfach dargestellt worden ist.
Im Thema Schwimmen sehen wir auf Abbildungen, dass schon im Mittelalter geschwommen wurde. In knappen weißen Badehosen. Und den ins wasserspringende Römer kennen wir von vielen Postkartenabbildungen.
Karl der Große schnürte jedoch ein Gesamtpaket um seine Macht zu festigen. Das Bändigen der Haare, das Abschneiden der Haare des Feindes, war eines davon. Schön zu sehen auf Münzabbildungen im Buch. Aber auch das Bändigen von wilden Tieren und das Zurschaustellen in Zoos. Gleichzeitig aber auch das Verlebendigen dieser wilden Tiere als Bronzestatuen gehörte dazu. Das ging so weit, dass der erlegte brüllende Bär noch die Wunde der Lanze im Bronzeabdruck hat. Im Kapitel Verspiegeln sehen wir zwei große Flügeltüren mit zwei Löwenköpfe als Türklopfer. Ihre Augen blicken etwas nach unten und dem Eintretenden nicht direkt in die Augen. Die Türe war jedoch aus spiegeldem Metall, so dass der Gast sich selbst sehen konnte. Die Löwen sind hier nicht die wilden Tiere, sondern diejenigen, die sich der Macht gebeugt haben. So soll sich der Eintretende, der sich selbst im Spiegel sieht, auch so demütig wie diese Löwen verhalten. Gleichzeitig ist aus dem wilden Tier ein Zeichen des Friedens geworden.
Bredekamps völlig neue Sicht auf Karl den Großen zeigt, wie aktuell dessen Bildpolitik ist. Karl der Große hat als „Leuchtturm Europas“, wie er von Zeitgenossen genannt wurde, auch dem gegenwärtigen Europa etwas zu sagen: Politik ist elastisch und fluid. Und dabei bringt der Wagenbach Verlag noch das Wort Fluxus ins Spiel.
Wer denkt denn an so etwas, wenn er dieses Buch im Buchladen liegen sieht.
Wieder was gelernt. Schön, dass es Bücher gibt.
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