Montag, 23.Januar


Heute haben
Clara Reeve * 1729
Stendhal * 1783
Camilla Collett * 1813
Sergej Eisenstein * 1898
Anna Maria Jokl * 1911
Derek Walcott * 1930
Joao Ubaldo Ribeiro * 1941
Geburtstag
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Else Lasker-Schüler (1860-1945)

Komm mit mir in das Cinema,
Dort findet man was einmal war:
Die Liebe!

Liegt meine Hand in Deiner Hand
Ganz übermannt im Dunkel,
Trompetet wo ein Elefant
Ganz plötzlich aus dem Dschungel –

Und schnappt nach uns aus heißem Sand
Auf seiner Filmenseide,
Ein Krokodilweib, hirnverbrannt,
Dann – küssen wir uns beide!
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Claudia Wiltschek empfiehlt:


Sally J.Pla: „Komische Vögel
Aus dem Englischen von Susanne Hornfeck
dtv  € 16.00
Jugendbuch ab 13 Jahren

Charlie muss beim Händewaschen immer bis zwölf zählen: Einseifen, Abspülen, Einseifen.
Türklinken findet er eklig, Staubflusen schrecklich und essen will er nur Chicken  Nuggets.
Aber Charlie kann wunderschön malen. Vögel sind seine Leidenschaft und sein Vogelbuch mit seinen Zeichnungen ist ein kleines Wunderwerk.
Sein eh schon kompliziertes Leben gerät aus den Fugen, als sein Vater nach einer schweren Verletzung in ein anderes Krankenhaus, auf der anderen Seite des Landes verlegt wird. Seine Geschwister wollen vor der schrecklichen Babysitterin fliehen, er will Vögel finden, die er und sein Vater schon immer mal sehen wollten und damit beginnt eine chaotische Fahrt dem Vater hinterher. Die schreckliche Babysitterin, die gar nicht schrecklich ist, gesellt sich dann auch noch dazu und unterwegs wird noch ein ausgesetzter Hund mit drei Beinen eingeladen.
Charlie kann sich die Hände nicht waschen, muss auf schmutzigen Matratzen schlafen, seine nervigen Zwillingsbrüder ertragen und dazu noch seine Schwester, die sich ständig verliebt. Aber Charlie sieht Vögel. Vögel, von denen er immer fasziniert war, er überwindet viele Ängste und Ludmilla, die Babysitterin wird eine treue Begleiterin auf dieser Fahrt. Auch sie hat ihre Gründe den Vater zu treffen.

Lange schon habe ich nicht mehr ein Buch auf einen Rutsch durchgelesenen. Es ist zum Lachen, zum Weinen, es geht ums Hoffen und Durchhalten und um viele große und kleine Federlinge:

„Hope is the thing with feathers „
Emily Dickinson

Leseprobe
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Morgen Abend im Stadthaus Ulm:
Dienstag, 24.Januar, 19 Uhr
„Kommissar Dupin und die Revolution

Als Jean-Luc Bannalec schreibt er die beliebten Bretagne-Krimis –
am 24. Januar, 19 Uhr, kommt Jörg Bong ins Stadthaus zu einem Forum der Südwest Presse.



Samstag

Heute haben
Ivo Andric * 1892 (Nobelpreis 1961)
Claude Simon (Nobelpreis 1985)
James Clavell * 1925
Harold Pinter * 1930 (Nobelpreis 2005)
Jonathan Littell * 1967
Geburtstag.
Drei Literatur Nobelpreisträger, das ist ein Wort!

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Die Brücke über die Drina mit Andrics Buch. Fotografiert von Michel.
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Carll Cneut: „Komische Vögel“
Malen und Zeichnen mit Carll Cneut
Bohem Press € 14,95

Die Bohem Press hat ein wahnsinnig schönes Programm. Das fiel mir gestern wieder auf, als ich deren Vorschau durchgeblättert hatte. Da könnte ich glatt das Sammeln anfangen. „Schnip“ hatten wir hier schon vorgestellt. Es gibt auch noch Märchenbilderbücher und graphisch unglaublich schön gestaltete Kinderbücher, in denen wir Erwachsene genauso eintauchen können.
Jetzt also „komische Vögel“, das im belgischen Original „Vogels“ heisst.
Großformatig, broschiert und knallbunt. Nein, halt! Carll Cneut lässt freie Stellen, malt seine Vögel nur zur Hälfte aus. Die Köpfe schillern in allen Farben und die Kinder sind nun aufgefordert, das Tier fertig zu malen. Wobei Carll Cneut sicher nichts dagegen hätte, wenn hier auch noch geklebt werden würde. Bunte Blätter, die im Moment überall zu finden sind, würden sich sehr gut eignen, oder irgendwelche Papiere, die sonst erst zur Weihnachstzeit herausgezogen werden.

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„Mal mich an“ schreibt er immer wieder und gibt uns als Vorlage ein paar skizzierte Küken, einen fein ausgearbeiteten Flügel oder einen riesigen Vogel mit knallbunten Kopffedern, dessen Körper aber noch auszumalen ist.

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Vom Ei bis zum Gefieder können kleine und große Künstler ausprobieren, ihre eigenen Vogelwelten zu kreiren. Fast meint man in einem Vogelbestimmungsbuch zu blättern, so genau und ausgearbeitet sind die Details. Wenn er jedoch im Buch auffordert: „Mal einen Edelpapagei“, dann sehen wir nur ein zwei skizzierten Augen. So weiss ich also immer noch nicht, ob es diese vielen Vögel überhaupt gibt, oder ob es Phantasiewesen sind, die der Künstler sich ausgedacht hat. Eigentlich auch egal. Es macht einfach riesig Spaß und jede Wette: Wir schauen ab sofort ganz anders auf all das was sich so in der Luft bewegt. Es könnte ja eines der Vögel aus dem Buch sein.

Interview mit Carll Cneut
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Morgen gibt es wieder Sonntagskizzen von Detlef Surrey.
Diesmal geht es in die „Junction Bar“ in Berlin Kreuzberg.