Mittwoch, 17.Juli

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Heute haben
Clara Viebig * 1860
Christiane Rochefort * 1917
Johannes Arnold * 1928
Rainer Kirsch * 1934
Geburtstag
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Friedrich Gottlieb Klopstock
Die Sommernacht

Wenn der Schimmer von dem Monde nun herab
In die Wälder sich ergießt, und Gerüche
Mit den Düften von der Linde
In den Kühlungen wehn;

So umschatten mich Gedanken an das Grab
Der Geliebten, und ich seh in dem Walde
Nur es dämmern, und es weht mir
Von der Blüthe nicht her.

Ich genoß einst, o ihr Todten, es mit euch!
Wie umwehten uns der Duft und die Kühlung,
Wie verschönt warst von dem Monde,
Du o schöne Natur!
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4-2019

Sinn und Form Heft 4/2019 € 11,00

Vier mal im Jahr gibt es eine kleine große Überraschung. Immer wenn ein neues Sinn und Form-Heft erscheint, können wir auf den zweiten Blick literarische Leckerbissen entdecken.
Ricarda Piglia zum Beispiel und Susanne Röckel über Stifter. Chaim Noll über Wüste und Literatur, oder Isabel Fargo Cole über Zaudern mit der Zauberflöte.
Drei Leseprobe stellt der Verlag zur Verfügung. Einfach mal reinschauen.

Leseprobe Kathrin Schmidt: Gesucht Zeitgeist_in (m/w/d)

Leseprobe Joris-Karl Huysmans: In Hamburg und Lübeck

Leseprobe Philipp Lenhard: Adornos letzte Postkarte

Dienstag, 18.Juli

Heute haben
W.M.Thackeray * 1811
Ricarda Huch * 1864
Nathalie Sarraute * 1900
Nelson Mandela * 1918
Georg Kreissler * 1922
Ludwig Harig * 1927
J.Jewtuschenko * 1933
Geburtstag.
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Friedrich Gottlieb Klopstock
Die Sommernacht

Wenn der Schimmer von dem Monde nun herab
In die Wälder sich ergießt, und Gerüche
Mit den Düften von der Linde
In den Kühlungen wehn;

So umschatten mich Gedanken an das Grab
Der Geliebten, und ich seh in dem Walde
Nur es dämmern, und es weht mir
Von der Blüthe nicht her.

Ich genoß einst, o ihr Todten, es mit euch!
Wie umwehten uns der Duft und die Kühlung,
Wie verschönt warst von dem Monde,
Du o schöne Natur!
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Sophie Janjanin empfiehlt:

Johannes Herwig: „Bis die Sterne zittern
Gerstenberg Verlag € 14,95

Leipzig 1936. Für Harro und seine Freunde kommt es nicht in Frage in die Hitler-Jugend einzutreten. Also gründen sie ihren eigenen Club und werden Teil der „Leipziger Meuten“ (oppositionelle Jugendcliquen). Erste Liebe, Zeltnächte am Lagerfeuer, Ausprobieren von Alkohol. Was wie normale Sommerferien für einen 16-Jährigen klingt, wird für die Clique schnell gefährlich. Es gibt Ärger mit Eltern und Schule, sogar mit dem Staat. Bald haben die Jugendlichen eine Bange Ahnung, welche Konsequenzen ihr Treiben gegen den Strom haben kann.
Erstaunlich „normal“ wirken die Teenager, die der Soziologe und Psychologe Johannes Herwig in seinem Debüt beschreibt. Als wären sie sich der Gefahr in der sie sich befinden nicht bewusst. Der normale jugendliche Leichtsinn eben. Und doch schwebt der Zwang des nationalsozialistischen Regimes wie ein Damokles-Schwert über ihnen.
Das Erwachsenwerden in einer Diktatur bedeutet nicht nur schwarz oder weiß, mitmachen oder Kontra geben. Es bedeutet eine eigene Einstellung zu finden und diese auch im wahren Leben zu vertreten. In die Hitler-Jugend einzutreten ist nicht gleich die Hitler-Jugend auch zu unterstützen. Wie leicht vergisst man aus dem gemütlichen Standpunkt der Demokratie heraus, was Auflehnung gegen die Politik heißen kann? Ein Roman wie dieser tut – ob jugendlich oder erwachsen – gut in der Zeit der Bequemlichkeit.

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Jastram, die letzte Buchhandlungvor den Sommerferien

Heute abend stellen wir Ihnen ab 19 Uhr Bücher für die Ferien vor.
Es liest Marion Weidenfeld.

Mittwoch

Sondermeldung / Eilmeldung
Der Abend mit dem Jaja Verlag am kommenden Freitag fällt wegen Fussball-WM (Frankreich – Deutschland) aus.
Aber: Das Imperium schlägt zurück.
Wir planen die Veranstaltung für den Herbst diesen Jahres.

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Heute haben
Abraham a Santa Clara * 1644
Friedrich Gottlieb Klopstock * 1724
Hermann Hesse * 1877
Josef Guggenmoos * 1922
Wislawa Szymborska * 1923
Jürg Amann * 1947
Geburtstag
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Friedrich Gottlieb Klopstock
Ihr Schlummer

Sie schläft. O gieß ihr, Schlummer, geflügeltes
Balsamisch Leben über ihr sanftes Herz!
Aus Edens ungetrübter Quelle
Schöpfe den lichten, kristallenen Tropfen!

Und lass‘ ihn, wo der Wange die Röt’ entfloh,
Dort duftig hintaun! Und du, o bessere,
Der Tugend und der Liebe Ruhe,
Grazie deines Olymps, bedecke

Mit deinem Fittig Cidli. Wie schlummert sie,
Wie stille! Schweig, o leisere Saite selbst!
Es welket dir dein Lorbeersprössling,
Wenn aus dem Schlummer du Cidli lispelst!

An sie

Zeit, Verkündigerin der besten Freuden,
Nahe selige Zeit, dich in der Ferne
Auszuforschen, vergoss ich
Trübender Tränen zu viel

Und doch kommst du! O dich, ja Engel senden,
Engel senden dich mir, die Menschen waren,
Gleich mir liebten, nun lieben
Wie ein Unsterblicher liebt.

Auf den Flügeln der Ruh, in Morgenlüften,
Hell vom Taue des Tags, der höher lächelt,
Mit dem ewigen Frühling,
Kommst du den Himmel herab.

Denn sie fühlet sich ganz, und gießt Entzückung
In dem Herzen empor die volle Seele,
Wenn sie, dass sie geliebt wird,
Trunken von Liebe, sichs denkt!
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Martin Amanshauser: „Falsch reisen“

Alle machen es
100 Geschichten
Picus Verlag €16,90
Auch als eBook für € 13,99 erhältlich

Martin Amanshauser, geboren 1968 in Salzburg, lebt in Wien und Berlin. Er ist Autor, Übersetzer aus dem Portugiesischen und Reisejournalist, u.a. für die „Süddeutsche Zeitung“. Er ist ständig unterwegs, schreibt dazwischen aber Romane und Sachbücher und jeden Freitag die Reisekolumne „Amanshausers Welt“ in der Tageszeitung „Die Presse“.
www.amanshauser.at

In Form eines schicken kleinen Metallrollkoffers präsentiert sich dieses Reisebuch und will ein Handbuch des Weltenbummlers sein. Aber es ist weit mehr. Amanshauser erzählt uns in seinen hundert Geschichten, die auch noch alphabetisch sortiert sind alles, oder fast alles, über das Reisen und all die Fettnäpfchen, in die wir reintreten. Das betrifft nicht nur den Globetrotter, auch die Italienreisende, die am Gardasee schon haltmachen. Sei es das Trinkgeldgeben, das Rucksacktragen und wann überhaupt die Idee aufkam, mit einem Citybag herumzulaufen, Billighotels und Birdwatching sind weitere Themen. Haben wir nicht schon selbst nach einem Bier aus der Region gefragt und bekamen doch die gleiche Plörre, wie in all den anderen Flaschen? Unter dem Buchstaben K finden wir u.a. folgende Überschriften: Kinderfernreise, Kofferträger, Kotztüte, Kreditkarte, Kreuzfahrt und Krisengewinnler. Lustig wird es in der Geschichte: Reiseapotheke. Wer sich da nicht selbst findet???
Und mit den Geschichten: Warten, Weinkenner, Wein-Nachschenken, Weißer Sand und Zelturlaub entlässt uns Amanshauser in unseren wohlverdienten Urlaub. Wenn Sie das kleine Rollkofferbüchle mit im Reisegepäck haben, dann kann Ihnen fast nix mehr passieren. Obwohl? Ein anderer Österreichischer Schriftsteller lässt seine Romane mit „Jetzt ist wieder was passiert“ beginnen.
Na dann viel Vergnügen, denn nach der Lektüre der hundert gleichermaßen kurzweiligen wie erhellenden Betrachtungen zu nahezu allen Aspekten des Reisens will man tatsächlich nur eins: Koffer packen und wegfahren!