Montag, 20.Dezember

Jetzt ist schon ne 2 vorne dran. Es kann also nicht mehr lange dauern.

Die Abholstation im Erdapfel Bistro in Söflingen hat bis zum Donnerstag, 23.Dezember geöffnet und dann wieder ab Montag, den 10.Januar 2022.
In den Tagen dazwischen können die Lieferungen vorne im Erdapfel Biomarkt abgeholt werden.
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Heute haben
Friederike Mayröcker * 1924
Gernot Wolfgruber * 1944
Geburtstag
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Klabund
Winterschlaf

Indem man sich zum Winter wendet,
Hat es der Dichter schwer,
Der Sommer ist geendet,
Und eine Blume wächst nicht mehr.

Was soll man da besingen?
Die meisten Requisiten sind vereist.
Man muß schon in die eigene Seele dringen
– Jedoch, da hapert’s meist.

Man sitzt besorgt auf seinem Hintern.
Man sinnt und sitzt sich seine Hose durch,
– Da hilft das eben nichts, da muß man eben überwintern
Wie Frosch und Lurch.
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Anja Kampmann antwortet auf meine Anfrage von vor ein paar Wochen erst jetzt, da sie sich in die Arbeit für ihren neuen Roman vergraben hat.

1. Welches Buch lesen Sie gerade?
Lehrjahre der Männlichkeit, Flaubert

2. Welches Buch empfehlen Sie unbedingt?
Pierre Michon, Leben der kleinen Toten

3. Welches Buch wollen Sie schon immer mal (wieder) lesen?
Unbedingt wiederlesen: Faulkner, As I lay dying

Vielen Dank!!
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Wolfgang Schukraft singt uns was:

Donnerstag, 4.November

Wer findet den Ulmer Spatz?

Heute haben
Klabund * 1890
Gert Ledig * 1921
Geburtstag
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Klabund
Es ist genug

Es ist genug. Mein trübes Licht
Bereit′ sich zu erlöschen.
Ich hab′ vertan mein Recht und Pflicht
Und meiner Seel′ vergessen.

Es ist genug. Es weht ein Wind,
Weht nicht von Ost nach Norden.
Auf der Milchstraße wandert ein weißes Kind,
Ist nicht geboren worden.

Du über den Häusern heller Schein,
Wovon bist du so helle?
Stehst du um die Stirn einer Jungfrau rein
Oder brennt ein Sünder zur Hölle?
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Kennen Sie ein (Bilder)buch über Nüsse?
Nein? Jetzt gibt es eins.


Sophie und Anna-Lena Mikosch: „Malte und das Geheimnis des Walnussbaums“
Eigenverlag 80 Seiten € 18,90
Sachbilderbuch ab 5 zum Vorlesen und ab 8 Jahren zum Selberlesen.

Da stehen zwei junge Damen im Laden, haben ne Tasche mit Bücher dabei und stellen sich als Autorin und Illustratorin dieses schönen Bilderbuches vor. Wunderbar!



„Malte und das Geheimnis des Walnussbaums“ ist ein erzählendes Sachbuch zum Thema Nüsse für Kinder, aber auch die vorlesenden Erwachsenen werden bestimmt viel Neues darin erfahren. Denn es geht darum, wo all die Nüsse, die wir hier wie selbstverständlich essen (Cashewnüsse, Mandeln, Erdnüsse, Pistazien und Co) eigentlich herkommen, wie sie wachsen und vieles mehr. Auch der Aspekt der Nachhaltigkeit wird thematisiert und warum es Sinn macht, z.B. auf Fairtrade zu achten. Und das alles eingebunden in eine schöne Geschichte über Maltes Reise um die Welt, mit einer kleinen Fee, die ihn zu den jeweiligen Orten bringt, wo die Nüsse wachsen. Dazu gibt es auf jeder Doppelseite bunte Illustrationen.

Hier bekommen Sie einen weiteren Einblick ins Buch: www.muetterimpulse.de
Das Buch eignet sich auch prima als Basis für herbstliche und vorweihnachtliche (Kindergarten-)Projekttage oder Schulstunden zum Thema „Nüsse“.
Auf der Bonus-Seite zum Buch im Internet gibt es zusätzliche Ideen für Aktivitäten rund um die Nuss.

Mittwoch, 2.Juni

Heute haben
de Sade * 1740
Thomas Hardy * 1840
Max Aub * 1903
Marcel Reich-Ranicki * 1920
Sibylle Berg * 1962
Geburtstag
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Unser Tipp für den ganzen Monat Juni:


Juni
Gedichte
Hrsg.: Evelyne Polt-Heinzl und Christine Schmidjell
Reclam Verlag € 5,00

„Frühling lässt sein blaues Band ….“
Naja, es war doch ein arg kühler Mai und es hat immer noch an Regen gefehlt, habe ich gelesen.
Und schon sind wir im Juni, die VerlagsvertreterInnen und -Vertreter scharren mit den Hufen und noch drei Wochen und wir haben den längsten Tag des Jahres.

Im bunten Wiesenstück
Blütenduft und erste Früchte
Düstere Junitage
Der Sommer ist da
Besondere Tage

So nennen die Herausgeberinnen die einzelnen Kapitel.
Herausgesucht habe ich drei Gedichte aus der bunten Auswahl in diesem Reclam Bändchen.

Christian Morgenstern
Butterblumengelbe Wiesen

Butterblumengelbe Wiesen,
sauerampferrot getönt –
o du überreiches Sprießen,
wie das Aug‘ dich nie gewöhnt!

Wohlgesangdurchschwellte Bäume,
wunderblütenschneebereift –
ja, fürwahr, ihr zeigt uns Träume,
wie die Brust sie kaum begreift.

Wilhelm Runge
Blumen flattern Sommer

Blumen flattern Sommer
Duften nimmt beide roten Backen voll
Falter wiegen Wald
Goldkäfer schreien
Mücken strampeln himmelauf und ab
heiß im Arm der Fische hängt das Bächlein
Unken patscht Libellenflügel wach

Zweige lachen
tuscheln
sonnen
strömen
Vögel wogen Wiesen
liegen flach
ziehn die Ahorndolden an den Händen
böse schelten Bienen in den Bart
Zwitschern streckt die sommerschweren Glieder
taumelnd tollt des Atems Flügelschlag
und der Augen wilde Rosen springen.

Das Denken träumt
Gelächter reimt die Straßen
zum Tanz des Blutes
schläfenaufundab
die Adern blinzeln Frühling durch die Knochen
und schlürfen tief den schweren Himmel ein
Wind spielt der Augen froh geschwellte Segel
der Stirne Knoten löst vom Tode sich
weiß über Wiesen schnattern Dörfer hin
die Städte fauchen
und zankend zerrn die Pulse ihre Zügel
nur deine Seele spielt im Sternjasmin
Lieb-Brüderchen Maßloslieb-Schwesterlein

Rosen nicken aus den Junistunden
trällern Sommerblau den Matten hin
mild aus tiefstem Herzen grünt die Heimat
ihre Lippen murmeln wälderschwer
überwelthin schwingt die Sterne Zeit
Kinderwangliebkinderwanggereiht
Krieg brüllt auf
die wilden Blumen schrein
Sonne leckt Gestöhn aus allen Poren
Frieden holt den tiefen Atem ein
und der Nächte durchgewühlte Locken

schmeicheln um der Seele zitternd Knie
Angst zerreißt der Sterne Himmelglanz
und der Abend drückt die Augen blind
einsam geigt
tief hinter Blut geduckt
ewger Kindheit wildumsehntes Glück
und der Sehnsucht über die Welt
hängende Herzen
schlagen

Klabund
Die Wirtschafterin

Drei Wochen hinter Pfingsten,
Da traf ich einen Mann,
Der nahm mich ohne den geringsten
Einwand als Wirtschafterin an.

Ich hab‘ ihm die Suppe versalzen
Und auch die Sommerzeit,
Er nannte mich süße Puppe
Und strich mir ums Unterkleid.

Ich hab‘ ihm silberne Löffel gestohlen
Und auch Bargeld nebenbei.
Ich heizte ihm statt mit Kohlen
Mit leeren Versprechungen ein.

Ich habe ihn angesch…
So kurz wie lang, so hoch wie breit.
Er hat mich hinausgeschmissen;
Es war eine wundervolle Zeit…