Mittwoch, 12.Juni

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Heute haben
Johanna Spyri * 1827
Djuna Barnes * 1892
H.C.Artmann * 1921
Anne Frank * 1929
Christoph Meckel *1935
Geburtstag
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Heute im Gedichtekalender:

Kerner Justinus
Unter dem Himmel

Laßt mich in Gras und Blumen liegen
Und schaun dem blauen Himmel zu,
Wie goldne Wolken ihn durchfliegen,
In ihm ein Falke kreist in Ruh.

Die blaue Stille stört dort oben
Kein Dampfer und kein Segelschiff,
Nicht Menschentritt, nicht Pferdetoben,
Nicht des Dampfwagens wilder Pfiff.

Laßt satt mich schaun in diese Klarheit,
In diesen stillen, sel’gen Raum:
Denn bald könnt‘ werden ja zur Wahrheit
Das Fliegen, der unsel’ge Traum.

Dann flieht der Vogel aus den Lüften,
Wie aus dem Rhein der Salmen schon,
Und wo einst singend Lerchen schifften,
Schifft grämlich stumm Britanias Sohn.

Schau‘ ich zum Himmel, zu gewahren,
Warum’s so plötzlich dunkel sei,
Erblick‘ ich einen Zug von Waren,
Der an der Sonne schifft vorbei.

Fühl‘ Regen ich beim Sonnenscheine,
Such‘ nach dem Regenbogen keck,
Ist es nicht Wasser, wie ich meine,
Wurd‘ in der Luft ein Ölfaß leck.

Satt laßt mich schaun vom Erdgetümmel
Zum Himmel, eh‘ es ist zu spät,
Wann, wie vom Erdball, so vom Himmel
Die Poesie still trauernd geht.

Verzeiht dies Lied des Dichters Grolle,
Träumt er von solchem Himmelsgraus,
Er, den die Zeit, die dampfestolle,
Schließt von der Erde lieblos aus.
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Eva Herrmann: „Baumhäuser“
Architektur in den Wälder
Im Kleinformat 17 x 17 cm
Prestel Verlag € 30,00

„Mei Traumhaus isch a Baumhaus
ond koi Bonzavilla am Bodasee.“
das sagen vor Jahrzehnten Schwoisfuaß oder/und Grachmusikoff.

Und Baumhäuser, Minihäuser sind wieder groß in Mode. Der Rückzug zum Minimalen schwebt in unseren Köpfen, weil wir von allem zu viel haben.
Hier finden Sie 40 individuelle Baumhäuser aus aller Welt und dazu passt auch das kleine quadratische Format.
In den Baumwipfeln unter freiem Sternenhimmel zu schlafen oder über dem Boden schwebend den Gedanken freien Lauf zu lassen, übt eine große Faszination aus. Ob komfortabel im Baumhaushotel oder spartanisch in der einfachen Hütte, ob durchgestylt, oder selbst geschraubt – hier finden Sie eine große Auswahl.
Ein schön gemachtes Coffeetable Book, das Platz in der kleinsten Sofaecke hat.

Leseprobe
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„Wortreich“
Heute abend ab 19 Uhr bei uns in der Buchhandlung
„Ungleiche Paare“

Glück­li­che Lie­bes­paare weist die Li­te­ra­tur­ge­schichte nur sehr ver­ein­zelt auf – na­tur­gemäß würde sich auch kaum je­mand für de­ren oft un­spek­ta­kuläres Le­ben in­ter­es­sie­ren. Es sind ge­rade die (nicht) zu ü­ber­win­den­den Hür­den und Klüfte, die in Bann zie­hen. Mal ver­ei­teln ge­sell­schaft­li­che Kon­ven­tio­nen eine Liai­son, mal ver­hin­dern ver­fein­dete Fa­mi­lien Zwei­sam­keit oder ste­hen re­li­giöse Vor­be­halte ei­ner ge­mein­sa­men Zu­kunft ent­ge­gen. Oft aber sind auch Tem­pe­ra­ment und In­tel­lekt bei al­ler ero­ti­schen An­zie­hung zu ver­schie­den, um aus kur­zer Eu­pho­rie dau­er­hafte emo­tio­nale Er­fül­lung wer­den zu las­sen.

Anlässlich des aktuell im Podium gezeigten brillanten Beziehungsstücks „Konstellationen“ lesen En­sem­ble­mit­glie­der aus Meis­ter­wer­ken über ungleiche Paare.

Dienstag, 6.Juni

Heute haben
Pierre Corneille * 1606
Alexander Puschkin * 1799
Thomas Mann * 1875
Joyce Carol Oates * 1938
Bernd Schroeder * 1944
Erik Fosnes Hansen * 1965
Geburtstag
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Justinus Kerner
Trinklied im Juni

Was duftet von des Berges Haupt
So tief ins Tal hinab?
Die Rebe ist’s, die neubelaubt
Sich blühend hebt am Stab.

Was regt sich in des Hauses Grund,
In den Gewölben tief?
Der Wein ist’s, der in Fasses Rund
Schon längst gebunden schlief.

Die Blüte hat ihn aufgeregt,
Der Duft im Heimatland,
Daß er, von Sehnsucht tiefbewegt,
Will sprengen jetzt sein Band.

Zwingherren, Freunde, sind wir nicht,
Bringt die Pokale her!
Und laßt den Armen jetzt ans Licht,
Wie er es wünscht so sehr!

Und singend hebt dem Berge zu
Den schäumenden Pokal:
»Befreier, siehst die Heimat du
In Duft und Sonnenstrahl?«

Seht, wie mit tausend Augen er
Die Heimat schaut entzückt,
Aus der die Rebe blütenschwer
Ihm in die Augen blickt!

Er braust, er singt: »Willkommen du,
O Heimat voller Licht!
Und jetzt, ihr Lieben! trinkt nur zu!
Ich bin der letzte nicht!«

Du edler Saft! du dringst mit Macht
Uns in das Herz hinein!
Wohlan! stoßt an! du sollst gebracht
Der teuren Heimat sein!

Und dem, der irrt am fremden Strand,
Und dem in Kerkernot,
Daß ihm erschein‘ sein Heimatland
Wie dir noch vor dem Tod.
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Das Bild des Monats:
Albert Cüppers: Hemdtorso

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Heute abend ab 19 Uhr.
„Die erste Seite“
Wir stellen vier neue Romane vor.
Es liest die Sommervertretung Jörg Neugebauer.
Eintritt frei.