Freitag, 9.November

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Heute haben
John Milton * 1608
Ödön von Horváth * 1901
Wolfgang Hildesheimer * 1916
Michael Krüger * 1943
Anna Gavalda * 1970
Geburtstag
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Heute im Duden Gedichte Kalender 2017

Rainer Maria Rilke
Es gibt so wunderweiße Nächte

Es gibt so wunderweiße Nächte,
drin alle Dinge Silber sind.
Da schimmert mancher Stern so lind,
als ob er fromme Hirten brächte
zu einem neuen Jesuskind.

Weit wie mit dichtem Diamantstaube
bestreut, erscheinen Flur und Flut,
und in die Herzen, traumgemut,
steigt ein kapellenloser Glaube,
der leise seine Wunder tut.
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9783423280822

Mascha Kaléko: „Feine Pflänzchen
Geschenkbuch mit Illustrationen der Künstlerin Eva Schöffmann-Davidov

Mascha Kalékos Verse sind bekannt für ihren Wortwitz und ihren Charme. In „Feine Pflänzchen“, bisher als Einzelband nur einmal 1976 in einer limitierten handgesetzten Ausgabe erschienen, besingt sie in gewohnter Manier und mit kreativen Wortschöpfungen allerlei Gewächse, nicht nur botanische.

Die Kartoffel

Man ißt sie.Und man trinkt sie auch
(Kaetoffelschnaps) vom Glase.
Der Arzt kennt den Krtoffelbauch
Und die Kartoffelnase.

Aber auch Erbsen, Spinat, Spargel, Pilze (sone und solche), Zwiebeln (und Verwandtes), Bohnen, Rosen und allerlei Küchenkräuter tauchen hier in kurzen Gedichten auf und sind ganz fein in grüner Farbe illustriert.

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Der Mond blickt auf den Blumengarten:
In rotem Samt , geschmückt zum Fest,
Die Georginen traurig waren,
Weil kein Georg sich sehen läßt.
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Heute abend um 20 Uhr im Ulmer Stadthaus

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One Million Steps – Moments of Movement
Kurzfilmpremiere und VJ-Tanzperformance

Eva Stotz, Katarina Schröter und Marije Nie laden zu dem Themenabendein: Moments of Movement – zwischen Ankommen und Schon-immer-da-gewesen-sein.

Drei Arbeiten durchleuchten die weltweite Bewegung im Spannungsfeld von Fliehen und Wurzeln schlagen, Aufbau und Abbruch, Heimat unterwegs, Heimat die sich verändert, Mythos Heimat. Ein Versuch die Perspektiven aller zu verstehen.
Der Abend beginnt mit dem Kurzfilm „One Million Steps“ und damit mit einer Aufbruchsbewegung in Istanbul, schraubt sich mit der VJ-Tanz-Performance „Moments of Movement“ in eine globale Vogelperspektive und taucht mit „Obermarchtal und der Rest der Welt“ ein in die Lebensrealität von kürzlich Geflüchteten und lang Eingesessenen in Obermarchtal, einer Gemeinde im Alb-Donau Kreis.

Eintritt frei

Samstag

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Heute haben
Mascha Kaléko * 1907
Geno Hartlaub * 1915
Orhan Pamuk * 1952
Fred Vargas * 1957
Geburtstag
und es ist der Todestag von
Friedrich Hölderlin + 1843
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Friedrich Hölderlin
Ich fühl in mir ein Leben, das kein Gott geschaffen und kein Sterblicher gezeugt. Ich glaube, daß wir durch uns selber sind, und nur aus freier Lust so innig mit dem All verbunden.

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Hirsch

Der Hirsch, der sich im Wasser spiegelt
Die schönsten Fabeln von La Fontaine
Mit Pop-Ups von Thierry Dedieu
Knesebeck Verlag € 18,00

Jean de La Fontaines Fabeln sind, obwohl fast 350 Jahre alt, nicht nur sehr unterhaltsam, sondern zugleich auch lehrreich und poetisch und von einem ganz besonderen sprachlichen Reiz. Der eitle Hirsch, der sich im Wasser spiegelt, der Wolf, der lieber frei sein will, als so zu leben wie der gut versorgte Hund, oder der ängstliche Hase, der merkt, dass er selbst auch furchteinflößend ist.
Dazu kommen in dieser Ausgabe noch die wunderbaren Pup-ups von Thierry Dedieu, die dieses Buch zu einem kleinen Schatz machen. Eigenlich sind es keine Bilder, die uns beim Aufschlagen entegenkommen. Im Gegenteil. Wir schauen dieses Mal in die Tiefe. Wie bei einer Theaterkulisse haben wir plötzlich drei Ebenen hintereinander. Und wenn wir dann links und rechts davon den Fabel-Text haben, wirkt das auch wie in einer Inszenierung. Sehr gelungen in der Auswahl der kurzen Texte und der gesamten Gestaltung.
Ich habe leider keine „freien“ Bilder im Netz gefunden, damit ich Ihnen mehr von dieser besonderen Gesaltung zeigen kann. Aber in einem youtube-Filmchen erklärt uns Thierry Dediue wie er vorgeht.


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Passend zum schönen Sommerwetter noch ein Musikfilmchen mit der Musiker Soha.
Viel Vergnügen damit, ein schönes Wochenende und erholsame Pfingsten.

Freitag

Heute haben
Elizabeth Bowen * 1899
Mascha Kaléko * 1907
Orhan Pamuk * 1952
Geburtstag
und es ist der Todestag von
Friedrich Hölderlin (+ 1843)
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Somewhere

Das neue Album von Keith Jarrett, Gary Peacock und Jack DeJohnette: „Somewhere“ ist da.
ECM € 19,99

Ich frage mich schon immer, warum es so lange dauert, bis bei ECM eine Scheibe erscheint. Auch hier wieder: die Aufnahme ist 2009 in Luzern gemacht worden und jetzt haben wir 2013. Die Besprechungen zur neuen CD sind wieder sehr gut (Wie könnte es scuh anders sein?) und sie beziehen sich darauf, dass die drei Jungs hier ihr 30jähriges Trio-Bestehen feiern. Aber zwischen 2009 uns 2013 sind doch Jahre vergangen und womöglich haben sie schon gar keine Lust mehr, diese Lieder zu spielen, oder sie müssen diese Lieder jetzt live in München spielen, obwohl ….
Na, genug gemosert. Es musste halt mal raus.
Ich bin nun kein Musikfachmann. Ich kann nur sagen, ob mir die Musik gefällt oder nicht. Und hier ist es eindeutig: Ja! Die Musik gefällt mir außerordentlich gut. Was die drei aus den amerikanischen Standards machen und wie Jarrett in dem Stück „Everywhere“ Leonard Bernsteins „Tonight“ und „Somewhere“ aus der „Westside Story“ mixt ist schon allein hörenswert. Immer wieder gibt es kleinere und größere Verneigungen an Miles Davis. So zum Beispiel das Lied „Solar“.
Mir bleibt schleierhaft, wie locker und doch voller Ehrfurcht Lieder interpretiert werden. Ich habe das Gefühl, dass hier mit großer Empathie mit den Stücken umgegangen wird. Es fließt alles und die Band kennt sich wohl in- und auswendig, was den einzelnen Stücken zu Gute kommt.
Es kommen die Abende, die nicht mehr so kalt sind, an denen die Sonne glutrot hinterm Wald untergeht und wenn dann das Trio spielt, kann ich nur Liedtitel der CD zitieren:
„Somewhere“, „Everywhere“, „Tonight“ und „Stars Fell On Alabama“.
Reinhören. Unbedingt.
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Wir bleiben bei der Musik, wenn auch einer ganz anderen:

Tango

Karin Betz (Hg.): „Tango fatal
Geschichten vom Tanz der Leidenschaft
Unionsverlag 14,95

Die Herausgeberin Karin Betz ist gelernte Sinologie und kam über die Musik von Astor Piazolla zum Tango und hat sich dieser Musik in verschiedenster Weise (auch als DJ) verschrieben.
In diesem kleinen Leinenbändchen präsentiert sie ihre Lieblingsgeschichte zum Thema Tango. Der Finne Numminen, der Schwede Mankell und natürlich Jorge Luis Borges kommen zu Wort. Aber auch „Im Himmel Tango“ von Elsa Osorio und „Gardel in New York“. Es geht um Tangoschritte und das Bandoneon, um „Drei Minzten mit der Wirklichkeit“ von Wolfram Fleischauer und den „Tango in Berlin“ von Katrin Dorn.
„Ich hatte noch nie etwas mit einer Frau. Mit fünfzehn stieß ich auf Platon. Er sagt, dass die Frau mit vierundzwanzig reif für den Geschlechtsakt ist, der Mann mit fünfunddreißig. Bald werd ich sechsundreißig und noch immer unberührt sein. Wenn ich es schaffe, bin ich besser als Platon!
Zum Tango braucht man nicht unbedingt eine Frau, mit einem Mann gehts genauso gut.
Dann und wann war ich auch schon mal beim Schwulentanz. Aber Männer machen mich nicht an.
Russische Männer tanzen miteinander Krakowiak, und keiner denkt sich was dabei.
In Argentinien haben zuerst nur Männer Tango getanzt. in Finnland können Frauen miteinander tanzen, Männer nicht – normalerweise. Irgendwas ist falsch. …“, schreibt M.A.Numminen in seinem Text „Tango ist meine Leidenschaft“ und wer ihn schon mal singen gehört hat, glaubt ihm wirklich alles.