Dienstag, 19.Januar

Dieser Schneemann auf dem südlichen Münsterplatz hat mir Sybille geschickt.
Wenn Sie noch Schneemänner/frauen-Bilder haben, dann her damit.
Ich veröffentliche sie hier, wenn draußen das Tauwetter einzieht.

Heute haben
Edgar Allan Poe * 1809
Patricia Highsmith * 1921
Julian Barnes * 1946
Geburtstag
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Patricia Highsmith wird 100 und der Diogenes Verlag bringt eine kleine Auswahl an Taschenbücher in schöner Ausstattung heraus und ein gebundenes Buch mit frühen Erzählungen.



Und Julian Barnes müssen wir hier nicht besonders erwähnen, da sein neuer Roman „Der Mann im roten Rock“, trotz geschlossenem Buchladen, sehr oft über die Theke wandert.
Es ist aber auch ein kluger Lesespaß.


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Bei der nächtlichen Ausgangssperre bleibt uns Zeit zum Schreiben.
Hier ein paar Kladden und Postkarten, die wir im Laden vorrätig haben.

Freitag, 15.Januar

Kunst auf dem Recyclinghof


Heute haben
Moliere * 1622
Franz Grillparzer * 1791
Walter Serner * 1889
Ossip Mandelstam * 1891
Franz Fühmann * 1922
Geburtstag
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Franz Grillparzer
Sorgenvoll

Mein Kummer ist mein Eigentum,
Den geb ich nicht heraus.
Was gut wohl sonst an mir und schlimm,
Besitzt und teilt! Das hab und nimm!
Mit ihm nur halt ich Haus.

Und wie der Geizge seinen Schatz
Des Nachts besieht bei Licht,
So zähl ich ihn, wenn alles Ruh,
Entsprungne Körner leg ich zu
Und lausch und atme nicht.

Und kommts zu sterben, leg ich ihn
Als Obol in den Mund,
Vielleicht zahlt er den Fährmann mir
Und zähmt das Frohen neidsche Tier,
Des schwarzen Orkus Hund.
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Dank Jürgen Kanold, der dieses Buch gestern in dern Ulmer Südwestpresse groß und überschwenglich besprochen hat, habe ich mir gestern abend das Buch geschnappt und hatte einen sehr vergnüglichen Lektüreabend.


Julian Barnes: „Der Mann im roten Rock
Deutsch von Gertraude Krueger
Kiepenheuer&Witsch Verlag € 24,00

Julian Barnes begann diesen Roman im Jahr 2019 zu schreiben, als in England die Brexit-Verhandlungen die Stimmung im Lande aufheizten. „Chauvinismus ist eine Erscheinungsform der Ignoranz“, schreibt er als ersten Satz in seinem kurzen Nachwort. Dabei ist er auf Dr. Samuel Pozzi (1846–1918) gestoßen, einem Arzt, Lebemann, Übersetzer, Reisender, Liebhaber, ach was weiß ich nicht noch alles. Ach ja: Sammler. Dass er durch eine Kugel sterben musste, nimmt Barnes gleich vorne weg und nimmt uns mit auf eine Reise durch das Paris der Belle Époche. Humorvoll, spritzig, geistreich und klug, mit vielen Fotos und Porträts versehen, mäandern wir durch diese Zeit, genießen die Menge an Namen, die auftauchen, ähnlich wie bei Illies´“1913″ und staunen immer wieder über die Menschen, die sich in diesen hohen Kreisen bewegten. Barnes verknüpft, erläutert (u.a. das franz. System der standesgemäßen Verheiratung, des standesgemäßen Kinderproduzieren und der danach folgenden Liebschaften), spinnt ein großes Netz und zeigt sich als sehr wissensbegieriger und wissenreicher Mensch, der uns schon auf den ersten Seiten eine kunsthistorische Bildbetrachtung des Porträts auf der Titelseite präsentiert.
Ein Genuß.

Leseprobe
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Das Abholen am Buchladen klappt ganz gut.
Wenn Sie uns bei der Bestellung ein (vorgeschriebenes) Zeitfenster angeben, erfüllen wir auch noch diese Corona Verordnung.
Vielen Dank.

Bitte denken Sie daran, dass wir während des Lockdowns am Samstag nur von 9 bis 13 Uhr geöffnet haben.

Dienstag, 19.Februar

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Heute haben
Paul Zech * 1881
Giorgios Seferis * 1900 (Nobelpreis 1900)
Kay Boyle * 1902
Carson McCullers * 1917
Thomas Brasch * 1936
Siri Hustvedt * 1955
Helen Fielding * 1958
Jonathan Lethem * 1964
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Paul Zech

DER NEBEL fällt. Die Welt wird wieder klein.
Die Wälder rücken auch zusammen.
Bald wird um uns nur Dunkel sein
der Raum, woher wir alle stammen.

Herzu tritt auch das müdgejagte Reh,
es hat mich angsthaft angesehen.
Sein schneller Atem flockt so weiß wie Schnee,
kein Leid soll ihm geschehen.

Baum, Tier und ich:
Wir drei sind eins, dreieinig Du,
als wären wir seit Ewigkeiten schon

verbunden und verwoben.
Und nichts ist Unten mehr und nichts ist Oben,
gerundet deckt der Raum uns zu.
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1544

Julian Barnes: „Die einzige Geschichte“
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger
Kiepenheuer & Witsch Verlag € 22,00

Auch erhältlich als
Engl. Originalausgabe (The Only Story) € 12,00
Hörbuch, CD € 24,95
E-Book € 16,99
Hörbuch, MP3 € 19,95

Überall wurde diese neue Roman von Julian Barnes besprochen und wahrscheinlich haben Sie die Inhaltsangabe schon mehrfach gehört / gelesen.
Ein 19jähriger Jüngling verliebt sich in den sechziger Jahren in einem Londoner Vorort in eine 48jährige Frau, die verheiratet und Mutter zweier erwachsener Töchter ist. Diese Liebesbeziehung wird zu einem kleinen Skandal und die beiden ziehen in ein kleines Haus in London. Hier beginnt der erste Teil des Romanes. Frech und ironisch erzählt Barnes diese Zeit. So wie wir ihn seit Jahrzenten kennen. Im zweiten Teil ändert sich sein Ton. Susan, die Geliebte verfällt dem Alkohol und im dritten Teil wird das weitere Leben von Paul, bis zum Tod von Susan, erzählt. Julian Barnes zeigt eine enorme Bandbreite seines Schreibens und Denkens. Verlieben, Liebe, Scheitern, Glück und Vorwürfe ziehen sich durch alle drei Kapitel. Den letzten Teil können wir in weiten Teilen als einen Essay über die Liebe in ihren verschiedenen Phasen und Ausprägungen lesen, ohne dass Barnes die Fäden seiner Geschichte verliert. Zu Recht hat er dafür den Man Booker Prize bekommen.