Dienstag, 31.Januar

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Heute haben
Marie Luise Kaschnitz * 1901
Kurt Marti * 1921
Norman Mailer * 1923
Kenzaburo Oe * 1935
Geburtstag
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Jaaaa, ein neues Buch von Jon Klassen.
Schauen Sie sich bitte den Buchtrailer an. Mit der unterlegten Musik ist das doch ein kleines Kunstwerk. Und bitte achten sie auf die Augen der beiden Schildkröten.

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Jon Klassen:Wir haben einen Hut
Aus dem Englischen von Thomas Bodmer
NordSüd Verlag € 16,00
Bilderbuch ab 4 Jahren

Endlich gibt es ein weiteres Hut-Bilderbuch. Dieses Mal sind es zwei Schildkröten, die einen Hut finden. Einen halt. Also nur einen und nicht für jeden einen. Was tun?
Die eine Schildkröte träumt, daß jeder von ihnen einen Hut aufhat. Die andere Schildkröte ist jedoch hellwach und wir wissen (noch) nicht, was sie vorhat.
Jon Klassen hat wieder ein großartiges Werk geschaffen. Mit sehr wenigen Mitteln, mit einer einfachen Geschichte und wenig Text trifft er voll ins Schwarze. Und alleine die Augen der beiden Tiere. Wie sie sich hin und her bewegen, wie sie die Gedanken der beiden andeuten ist wahrlich meisterhaft.

Hier die anderen beiden Hut-Bilderbücher und sein super „Dunkel“-Buch.

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Werner Färbers Ungereimtheit der Woche
Keine Kuschelkatze CCCXXXVI

Hat die süße kleine Mieze
keine Lust auf Nähe, flieht se
um diese und um jene Ecke,
auf dass sie sich vor dir verstecke.

Freitag

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Heute haben
Max Dauthendey * 1867
Elias Canetti* 1905
Paul Watzlawick * 1921

Geburtstag
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Heinrich Heine
Ich hab Euch im besten Juli verlassen

Ich hab Euch im besten Juli verlassen,
Und finde Euch wieder im Januar;
Ihr saßet damals so recht in der Hitze,
Jetzt seid Ihr gekühlt und kalt sogar.

Bald scheid ich nochmals, und komm ich einst wieder,
Dann seid Ihr weder warm noch kalt,
Und über Eure Gräber schreit ich,
Und das eigne Herz ist arm und alt.
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 Warnung: Dieses Buch ist unerhört wild!

Tiger

Peter Brown: „Herr Tiger wird wild“

Originaltitel: Mr. Tiger goes wild
Aus dem Amerikanischen von Uwe-Michael GutzschhahnBilderbuch ab ab 3 Jahren
cbj Verlag  € 13,99
 
Das ist ein wahre Freude solch ein schönes Bilderbuch in die Hand zu bekommen. Prima auch, dass es nicht, wie so viele amerikanischen Bilderbuch in China, sondern hier in Deutschland gedruckt worden ist. Und wie Sie schon in der kleinen Animation sehen, gaben sich die Buchhersteller viel Mühe. Hinter dem Buchumschlag versteckt sich ein knallgrelles Tigerfell. Achtung wilder Tiger!
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Mich erinnert Peter Brown in seiner Maltechnik etwas an Jon Klassen, den ich schon mehrfach hier vorgestellt habe. In dem Videointerview unten können Sie sich ein Bild von seiner Technik machen. Nehmen Sie sich die 5 Minuten Zeit und Sie werden bemerken, dass plötzlich Matisse Pate gestanden hat, dass sich in den horizontal stehenden Häuser, Kamine und anderen Tiere, Herr Tiger plötzlich querstellt. Grandios diese Skizzen und der Weg, wie es zum fertigen Buch kommt.
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Herr Tiger hat es nämlich satt, immer nur angepasst zu sein. Mit steifem Hut auf dem Kopf und eingeschnürt in seinen Anzug. Er beschließt, wild zu werden, seinen eigenen Weg zu suchen (da fällt mir der Buchtip von gestern wieder ein und Herr Wunderlich, der zwar nicht wild wird, aber seinen Weg geht) und frei zu sein. Seine Mitmenschen, äh -Tiere sehen das mit großem Erstauen und können es nicht fassen,was aus ihrem Mitbewohner wird. So springt er von links in einen Brunnen und kommt rechts ganz ohne Klamotten als richtigerTiger wieder heraus. Peter Brown spielt mit reduzierten architektonischen Elementen, mit Planzenformen, mit Farben und Strukturen und verstärkt damit die Veränderung von Herrn Tiger, der sich im Urwald wiederfindet. Als er seine Freunde vermisst und es ihn eines Tages wieder zurück nach Hause zieht, hat sich auch das Leben dort verändert.
„ROOOAAAAR“
„Jetzt hat Herr Tiger das Gefühl, er selbst sein zu können“ und er läuft auf allen Vieren mit Anzug, Fliege und Zylinder verträumt und lächelnd durch die Straßen und sitzt im Blumenhemd auf seinem Hausdach.
Vielleicht ist das auch das ideale Geschenk für verschiedene Freunde und nicht nur für Kinder ab 3 Jahre.

 

Leseprobe

Dienstag

Heute haben
Pierre Marivaux * 1688
Georg Brandes * 1842
Friedrich Glauser * 1896
Jacques Prevert * 1900
Alfred Andersch * 1914
Betty Friedan * 1921
Werner Schwab * 1958
Stewart O’Nan * 1961
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Der Onlinehandel in Deutschland legte 2013 wieder ordentlich zu und wird es wohl auch 2014 wieder tun. Im Einzelhandel insgesamt gibt es ein kleines Plus von 1,5 %. Viel stärker dagegen wächst der Onlinehandel, der jetzt schon zu Kundenmangel in den Innenstädten führt.
Mehr dazu in einem Bericht des Börsenblattes des Deutschen Buchhandels.
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Auch das meldet das Börsenblatt:
Der Internet-Konzern Amazon.com hat nach eigenen Angaben seinen Umsatz im Jahr 2013 um 22 Prozent auf 74,45 Milliarden Dollar (rund 54,7 Milliarden Euro) gegenüber dem Vorjahr (61,09 Milliarden Dollar) gesteigert. Die Anleger lohnten es Amazon nicht und ließen die Aktie um acht Prozent fallen.
Mehr dazu hier.
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Endlich! Das neue Buch des Illustrators Jon Klassen ist erschienen!

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Lemony Snicket: „Dunkel“
Illustrator: Jon Klassen
Übersetzung: Thomas Bodmer
NordSüd Verlag € 14,95
Bilderbuch ab 4 Jahren

Daniel Handel heisst hier mal wieder Lemony Snicket, wie in den Kinderkrimis, die gerade im Goldmann Verlag erscheinen. Unter seinem „richtigen“ Namen hat er im Hanser Verlag sein Jugendbuch „43 Gründe, warum es aus ist“ veröffentlicht. Jetzt also wieder die andere Namensvariante und die Verbindung zum „weltbesten“ Illustrator Jon Klassen bringt ein ganz aussergeöhnliches Bilderbuch hervor. Leo (im amerikanischen Original heisst er Lazlo) hat Angst vor dem Dunkel. Das Dunkel ist überall. Hinter den Scheiben, unter den vielen knarrenden Treppen, und hauptsächlich hinter der Türe, die zum Keller führt. Leo hat jedoch Licht. Die Sonne am Tag, sein Licht im Zimmer, wenn es dunkel wird. Doch eines Tages verlöscht diese Glühbirne. Da Leo jedoch immer mit einer Taschenlampe ausgerüstet ist, macht ihm das im ersten Moment nicht so viel aus. Als jedoch das Dunkel ihn ruft und ihn in den Keller lockt, wird die Geschichte sehr spannend. Aber halt: Dies ist wirklich eine ganz harmlose, liebe Geschichte, in der Leo die Angst vor dem Dunkel genommen wird. Und die Stimme im Keller entpuppt sich als Kommode, die in der untersten Schublade noch funktionstüchtige Glühbirnen beherbert. Handler erzählt uns in dem Bilderbuch auch noch, wofür die Glasscheiben gut sind, hinter dem sich das Dunkel aufhält. Auch wofür die Treppen, der Keller, das Dach da sind. Und Jon Klassen? Unglaublich, wie der die Stimmung umsetzt in seine Illustrationen. Diese Wärme des Lichts und das wirklich schwarze Dunkel. Grossartig. Wir sehen in diesem alten Holzhaus nur Leo, der mit seiner Taschenlampe unterwegs ist. Der Lichtkegel bringt so allerhand zum Erscheinen. Und wenn wir im Trailer noch bewegende Schatten sehen, wird das noch viel plastischer. Jon Klassen hat mit seinen Hut-Büchern, seinem Strick-Buch schon fantastische Illustrationen vorgelegt. Dieses hier ist für mich das schönste seiner Bücher. Auf diesem Blog habe ich öfter Jon Klassens Bücher vorgestellt. Sie finden die Beiträge sicherlich, wenn Sie seinen Namen in das Suchfeld eingeben.

Hinter der Leseprobe verstecken sich die ersten 24 Seiten des Bilderbuches. Ein Blick lohnt sich.

Trailer zur amerikanischen Ausgabe

Hier können Sie einer „Lesung“ von Snicket und Klassen folgen.