Donnerstag, 16.März

Heute haben
Sybille Bedford * 1911
Tiziano Scarpa * 1963
Zoe Jenny * 1974
Geburtstag.
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Theodor Fontane
Frühling

Nun ist er endlich kommen doch
In grünem Knospenschuh;
»Er kam, er kam ja immer noch«,
Die Bäume nicken sich’s zu.

Sie konnten ihn all erwarten kaum,
Nun treiben sie Schuss auf Schuss;
Im Garten der alte Apfelbaum,
Er sträubt sich, aber er muss.

Wohl zögert auch das alte Herz
Und atmet noch nicht frei,
Es bangt und sorgt: »Es ist erst März,
Und März ist noch nicht Mai.«

O schüttle ab den schweren Traum
Und die lange Winterruh‘:
Es wagt es der alte Apfelbaum,
Herze, wag’s auch du.
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Philipp Stampe: „What the Fuck…??!
Ein verdammt rätselhaftes Bilderbuch
Hardcover mit Lesebändchen
216 Seiten in Farbe
Jaja Verlag € 23,00



Oh Mist, dieses Buch hat mir gerade noch gefehlt. Es liegt genial in der Hand – schwer und voll und bunt und fest eingebunden. Aber wenn ich es aufblättere, wird es noch viel schlimmer. Der Verlag kündigt es als ideales Geschenkbuch an. Nein, nein, auf gar keinen Fall werde ich dieses Buch verschenken. Ich überlege mir ernsthaft, ob ich es überhaupt verkaufen will. Vielleicht will ich es nur ganz für mich alleine haben. Dann denke ich wieder, daß Annette Köhn vom Jaja Verlag froh darüber ist, wenn ich ein paar Exemplare unter die Leute bringe.
Also: Bitte kauft dieses Buch, nehmt es mit, verschenkt es, bevor ihr verzweifelt seid. Denn die Bilderrätsel sind ganz schön knackig. Oder sind sie beim Titelbild gleich auf Lampenfieber gekommen?

Philipp Stampe, Hamburger Illustrator, hat hundert seiner meisterhaft illustrierten Rätselbilder in diesem Buch versammelt, manche sind einfacher zu knacken, bei anderen muss man länger dran knabbern.
Hilfreich ist auch der Buchstabenhaufen auf der Nachbarseite, denn die Buchstaben in der richtigen Reihenfolge zusammen-gesetzt, ergeben den gesuchten Begriff.
Aber: es gibt keine Lösungen im Anhang. Oder sie sind so gut versteckt, daß ich sie nicht gefunden habe?

Donnerstag, 8.Dezember

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Pünktlich zu Nikolaus kam wieder die Mandarinenkiste des Diogenes Verlages. Vielen Dank!

Heute haben
Horaz * 65 v.Chr.
John Banville *1945
Louis de Bernières * 1954
Geburtstag.
Aber auch Camille Claudel und Jim Morrison.
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Claudia Wiltschek empfiehlt:

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Christoph Ransmayr:Cox oder der Lauf der Zeit
S.Fischer Verlag € 22,00

Wir befinden uns im Jahr 1753 . Der geniale Uhrmacher und Automatenbauer (dessen historisches Vorbild der UhrmacherJames Cox ist und dessen grossartige Werke in den Museen New Yorks, Petersburg und in Pekingzu bewundern sind) wird vom despotischen und maßlosen Kaiser von China eingeladen.
Cox entschließt sich trotz einiger Zweifel mit seinen Mitarbeitern diese lange Reise anzutreten, zumal er auch hofft, dass seine, durch den Tod der kleinen Tochter, verstummten Ehefrau, nach einer längeren Abwesenheit wieder zugänglicher werden kann. Sie kommen in ein Land voller Pracht und Überfluss, alles scheint vollkommen und schön und sie sind überwältigt von dieser perfekten Welt. Aber hinter diesem beeindruckendem Paradies steckt ein despotischer Herrscher, der seinem Volk alles gönnt, aber rigoros keinen Widerspruch oder Kritik duldet, auch Misserfolge in Auftragsarbeiten werden mit dem Tod bestraft. Es gibt ein raffiniertes Überwachungssystem, das jedes Fehlverhalten sofort meldet. Cox bekommt von diesem Kaiser wie erwartet Aufträge, die fast nicht auszuführen sind: Uhren zur Messung des Glücks, der Liebe aber auch von Krankheit und Tod. Die Uhren sollen das Zeitempfinden eines Kindes oder die eines Todkranken wiedergeben. Letztendlich kommt der Auftrag eine Uhr zur Messung der Ewigkeit zu bauen.Cox weiss, dass dieser Auftrag eigentlich nicht zu erfüllen ist, aber verweigert er sich, könnte ihm und seinen Mitarbeitern der Tod drohen. Also macht er sich an die Arbeit und vertieft sich in ein Uhrwerk, dessen Energie allein vom Fallen und Steigen des Luftdrucks kommt.
Schon allein die wunderschöne Sprache Ransmayrs hat mich diesen Roman geniessen lassen, dann diese verrückten phantastischen Zeitmaschinen und dieses künstliche Paradies, in dem sogar die Naturgewalten dem Kaiser unterstellt werden. Und nicht zu vergessen, das hübsche geheimnisvolle  Mädchen an der Seite des Kaisers, in das sich Cox auch noch verliebt…..
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8.Dezember und schon wieder zwei Seiten aufgeschnippelt.

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Freitag, 2.Dezember

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Heute haben
Botho Strauß * 1944
und
TC Boyle * 1948
Geburtstag
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Das fand ich heute im Duden Gedichte Kalender 2017 am 2.12.:

Theodor Fontane
Verse zum Advent

Noch ist Herbst nicht ganz entflohn,
Aber als Knecht Ruprecht schon
Kommt der Winter hergeschritten,
Und alsbald aus Schnees Mitten
Klingt des Schlittenglöckleins Ton.

Und was jüngst noch, fern und nah,
Bunt auf uns herniedersah,
Weiß sind Türme, Dächer, Zweige,
Und das Jahr geht auf die Neige,
Und das schönste Fest ist da.

Tag du der Geburt des Herrn,
Heute bist du uns noch fern,
Aber Tannen, Engel, Fahnen
Lassen uns den Tag schon ahnen,
Und wir sehen schon den Stern.

Und das fand ich, als ich das obige Gedichte bei Spiegel.Gutenberg.de suchte:

Theodor Fontane
Immer enger…

Immer enger, leise, leise
Ziehen sich die Lebenskreise,
Schwindet hin, was prahlt und prunkt,
Schwindet hoffen, hassen, lieben,
Und ist nichts in Sicht geblieben
Als der letzte dunkle Punkt.
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Claudia Wiltschek empfiehlt:

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Kathrin Schulthess:Lilli Langohr und der Weihnachtsstern
Verlag Klemm & Oelschläger € 12.80
ab 6 Jahren

Mit Lilli sind wir schon im Münster, durch Ulm und um Ulm herum geflattert. Nun geht es ab in die Wüste!
Große Unruhe im vorweihnachtlich geschmückten Münster weckt Lilli aus ihrem Winterschlaf. Nachdem alle Menschen gegangen sind und der Pfarrer das Licht ausgelöscht hat, bemerkt Lilli einen heute aufgestellten Stall, in dem sich ein Mann im braunen Mantel müde auf seinen Stock stützt und eine junge Frau, die traurig vor einer Krippe kniet. Maria und Josef stellen sich Lilli vor und berichten von der grossen Aufregung die herrscht, weil das kleine Kind in der Krippe fehlt. Lilli verspricht bei der Suche zu helfen, aber alle ihre Bekannten in der Kirche können ihr leider nicht helfen. Ein Engel schickt sie schließlich raus in die kalte Winternacht, was Lilli gar nicht gefällt und dann landet sie auch noch ganz weit weg in einem fernen Lande und in einer ganz anderen Zeit. Sie trifft auf drei fremdartige Männer, die sie mit auf eine große Reise nehmen, in der Lilli seltsame Tiere mit Höckern kennenlernt und das Innere von Satteltaschen zum einem guten Schlafplatz wird. Und natürlich ist da der große Stern.
Eine bekannte Geschichte, spannend neu erzählt und bestens geeignet für das adventliche Vorlesen und Pflichtlektüre für alle Lillifans.