Dienstag, 29.Oktober

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Heute haben
Evelyn Waugh * 1903
Uwe Tellkamp * 1968
Geburtstag
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Robert Walser
Und ging 

Er schwenkte leise seinen Hut
und ging, heißt es vom Wandersmann.
Er riß die Blätter von dem Baum
und ging, heißt es vom rauhen Herbst.
Sie teilte lächelnd Gnaden aus
und ging, heißt es von der Majestät.
Er klopfte nächtlich an die Tür
und ging, heißt es vom Herzeleid.
Er zeigte weinend auf sein Herz
und ging, heißt es vom armen Mann.
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„Little people, big dreams“
Insel Verlag € 13,95

Der Herausgeber der Reihe in Deutschland fand diese Bücher in einer Buchhandlung in Spanien und war sofort überzeugt, dass er diese Bilderbücher auf deutsch im Insel Verlag machen will. Zusätzlich  schön für uns, dass er auch Männer und Frauen ins Programm nimmt, die speziell in Deutschland wichtig sind und waren.
Diese Bildersachbücher sind für alle Alter. Für die ganz Kleinen als Bilderbuch, gut zum Vorlesen, aber auch für ErstleserInnen geeignet. So sagt es der Verlag und ich denke, dass er damit Recht hat. Aber nicht vergessen, auch wir Erwachsene sollten einen Blick hineinwerfen, denn so kurz und knackig bekommen wir keine Biografie präsentiert. Gut, die Texte und Bilder sind auf das Wichtigste aus dem Leben, Werk und Wirken konzentriert und decken nicht alle Facetten ab. Egal. Ein tolle Reihe, die zum Gespräch und zum Nachdenken anregt.

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Gerade sind Bücher zum Leben von:
Agatha Christe, Jane Austen, Ella Fitzgerald, Jane Goodall, Stephen Hawking, Maria Montessori erschienen.
Marie Curie, Anne Frank, Rosa Parks, Coco Chanel und Frida Kahlo gibt es schon.

Dienstag, 12.März

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Heute haben
Paul Gerhardt * 1607
Gabriele D’Annunzio * 1863
Heinrich Maria Ledig-Rowohlt * 1908
Jack Kerouac * 1922
Edward Albee * 1928
Kathrin Schmidt * 1958
Jenny Erpenbeck *1967
Geburtstag
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Paul Gerhardt
Mein Haupt und meine Glieder

Mein Haupt und meine Glieder,
die lagen darnieder,
aber nun steh ich,
bin munter und fröhlich,
schau in den Himmel
mit meinem Gesicht.
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Claudia Wiltschek empfiehlt:

17800

Jocelyne Saucier: „Niemals ohne sie“
Aus dem Französischen von Sonja Finck und Frank Weigand
Insel Verlag € 20.00

„Wir sind wie niemand sonst, wir haben uns selbst erschaffen, die Einzigen unserer Art.“

Sie sind 21 Geschwister, sie sind die Ärmsten eines kanadischen Dorfes, das einst aufgeblüht war durch Zinkminen. Mittlerweile ist alles stillgelegt. Sie sind die gefürchteten Cardinals, die vor Nichts und Niemanden Angst haben, durchs Dorf ziehen und sich mit den sogenannten Landeiern, immer gerne anlegen und Streit suchen.
Die Mutter ist von morgens bis abends mit Kochen und Backen beschäftigt, die große Schwester übernimmt die Mutterrolle für die Kleinen. Spätabends, wenn alle schlafen geht die erschöpfte Mutter von Zimmer zu Zimmer, von Kind zu Kind, setzt sich zu jedem hin und schenkt Ihnen die Liebe, für die sie tagsüber keine Zeit hat.
Als der Vater eines Tages ein neues Zinkvorkommen entdeckt, hoffen alle auf ein neues Leben in Reichtum und Komfort. Doch der Plan geht nicht auf, der Gewinn bleibt aus und um nicht strafrechtlich verfolgt zu werden, entscheidet die Familie sich für einen folgenschweren Weg.
Nach 30 Jahren, der 81 jährige Vater wird zum “ Zinksucher des Jahres“ geehrt, treffen sie sich alle das erste Mal nach sehr langer Zeit in einem Luxushotel. Die Atmosphäre ist mehr als angespannt, irgendetwas stimmt nicht, bis der Knoten platzt .
Ein Buch, mit einer Wucht, spannend, berührend, trotzig, tragisch und liebevoll.

Wer die Autorin durch das wunderbare Buch „Ein Leben mehr“ kennen und schätzen gelernt hat, kann sich auf diesen neuen Roman von ihr freuen.

1893

Leseprobe

Jocelyne Saucier
, geboren 1948 in der Provinz New Brunswick, lebt heute in einem abgeschiedenen Zehn-Seelen-Ort im nördlichen Québec. Sie arbeitete lange als Journalistin, bevor sie mit dem literarischen Schreiben begann. Ihr vierter Roman Ein Leben mehr, der 2015 bei Insel erschien, war ein Bestseller und wird derzeit verfilmt.

Dienstag, 18.April

Heute haben
Thomas Middleton * 1580
Udo Werner Steinberg * 1913
Geburtstag
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Hermann Hesse
Weil ich dich liebe

Weil ich dich liebe, bin ich des Nachts
So wild und flüsternd zu dir gekommen,
Und dass du mich nimmer vergessen kannst,
Hab ich deine Seele mitgenommen.

Sie ist nun bei mir und gehört mir ganz
Im Guten und auch im Bösen;
Von meiner wilden, brennenden Liebe
Kann dich kein Engel erlösen.

Gedichte zum Verlieben
Herausgegeben von Clara Paul
Insel Taschenbuch € 8,00

Nachdem wir die „Gedichte, die glücklich machen“ schon so oft verlauft haben, freuen wir uns über den neuen Band im Insel Verlag. „Gedichte zum Verlieben“ heißt er und paßt so wunderbar in den Frühling. Und bald ist Mai und dann sollten Sie die Gedichte gelesen haben.

Wenn in den magischen Momenten der Liebe Herzklopfen der Taktgeber der Poesie ist, können Gedichte entstehen, die einen spüren lassen, was lieben heißt: verwundert-zaghafte Gedichte für das überwältigende Gefühl der allerersten Liebe; jubilierende über ein erwidertes Lächeln; zarte, zärtliche der Sehnsucht; atemberaubende Gedichte von brennender Leidenschaft; betörende Gedichte über Verlockung und Hingabe …
so schreibt es der Verlag.

Mit Gedichten von Anna Achmatowa, W. H. Auden, Rose Ausländer, Thomas Brasch, Bertolt Brecht, Emily Dickinson, Hilde Domin, Joseph von Eichendorff, Johann Wolfgang Goethe, Ulla Hahn, Heinrich Heine, Ernst Jandl, Mascha Kaléko, Angela Krauß, Reiner Kunze, Else Lasker-Schüler, Friederike Mayröcker, Rainer Maria Rilke, Peter Rühmkorf, Eva Strittmatter, Wislawa Szymborska, William Carlos Williams und vielen anderen.

Rainer Maria Rilke
Liebeslied

Wie soll ich meine Seele halten, daß
sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie
hinheben über dich zu andern Dingen?
Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas
Verlorenem im Dunkel unterbringen
an einer fremden stillen Stelle, die
nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.
Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.
Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Geiger hat uns in der Hand?
O süßes Lied.

Heinrich Heine

Wir fuhren allein im dunkeln
Postwagen die ganze Nacht;
Wir ruhten einander am Herzen,
Wir haben gescherzt und gelacht.

Doch als es morgens tagte,
Mein Kind, wie staunten wir!
Denn zwischen uns saß Amor,
Der blinde Passagier.

Eduard Mörike
Begegenung

Wir fuhren allein im dunkeln
Postwagen die ganze Nacht;
Wir ruhten einander am Herzen,
Wir haben gescherzt und gelacht.

Doch als es morgens tagte,
Mein Kind, wie staunten wir!
Denn zwischen uns saß Amor,
Der blinde Passagier.

Wilhelm Busch
Wenn ich dereinst …

Wenn ich dereinst ganz alt und schwach,
Und’s ist mal ein milder Sommertag,
So hink ich wohl aus dem kleinen Haus
Bis unter den Lindenbaum hinaus.
Da setz ich mich denn im Sonnenschein
Einsam und still auf die Bank von Stein,
Denk an vergangene Zeiten zurücke
Und schreibe mit meiner alten Krücke
Und mit der alten zitternden Hand
B E R T H A
So vor mir in den Sand.

Und viel viel mehr Gedichte gibt es in dem Taschenbuch. Ich kann leider nicht die modernen Gedichte veröffentlichen. Die müssen Sie, die sollten Sie bitte direkt im Buch lesen.
Buon divertimento.