Donnerstag, 23.Januar

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Heute haben
Stendhal * 1783
Sergej Eisenstein * 1898
Derek Walcott * 1930 (Nobelpreis 1992)
Geburtstag
Aber auch Jeanne Moreau, Humphrey Bogart und Éduard Monet.
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Rok
keine schonzeit für feige zwerge

ist der schatten der bäume
der gleiche
wie der schatten der
hochhäuser die an
wolken kratzen
vielleicht ist der vergleich
abhängig von einem
sommer oder wintertag
oder nacht
dein heißer schweiß
auf meiner zunge
kühlt meine angst
macht mich betrunken
im schatten der bäume
lass uns giftige pilze
suchen unter
aufgerissenen wolken
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Jean Ziegler: „Die Schande Europas“
Von Flüchtlingen und Menschenrechten
Aus dem Französischen von Hainer Kober
Bertelsmann Verlag € 15,00

Jean Ziegler hat als Vizepräsident des Beratenden Ausschusses des UN-Menschenrechtsrats im Mai 2019 das EU-Flüchtlingslager Moria auf Lesbos besucht. Anhand vieler, oft erschütternder Einzelfälle schildert er seine Begegnungen mit Flüchtlingen, Hilfsorganisationen, einzelnen Menschen die helfen. Er berichtet über den Alltag in diesen restlos überfüllten Lagern, diesen sogenannten Hotspots, in denen es fast nichts gibt. Täglich 1,5 Liter Wasser und Essen aus Plastikschalen, das oft nicht mehr genießbar ist. Von schützenden Behausungen ist gar nicht die Rede. Es ist eine Schande, wie mit diesen Menschen umgegangen wird. Es ist eine Schande, wie wir in Europa die Augen verschließen. Jean Ziegler will uns mit seiner Streitschrift die Augen öffnen für diesen Skandal vor unserer Haustür. Hier, wo wir in Wohlstand leben und dort auf dieser Insel, wo es Armut, Hunger, Verzweiflung und Not in verschiedenen Varianten gibt. Durch seine vielen Biografien, die wir in diesem Buch finden, ergibt sich ein großes Szenario, das sich durch die Globalisierung und die Klimakatastrophe ergeben hat. Wegschauen geht nicht mehr.
Das Buch endet mit folgenden Sätzen:
„Wir, die Völker Europas, müssen dafür sorgen, dass die europäischen Zahlungern an die flüchtlingsfeindlichen Staaten sofort beendet werden.
Überall auf dem Kontinent müssen wir für die strikte Einhaltung des universellen Menschenrechts auf Asyl kämpfen.
Wir müssen die sofortige und endgültige Schließung aller Hotspots durchsetzen, wo immer sie sich befinden.
Denn sie sind die Schande Europas.“

Hier geht es zur Leseprobe.

Heute auf tagesschau.de:
https://www.tagesschau.de/investigativ/panorama/fluechtlingslager-libyen-105.html
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Heute abend in der HfG um 19.00 Uhr
Winfried Nerdinger: „Walter Gropius: Architekt der Moderne“

Walter Gropius ist der Gegenstand einer umfassenden und gründlich recherchierten Biografie, die der renommierte Architekturhistoriker und langjährige Leiter des Architekturmuseums der Technischen Universität München, Prof. Dr. Winfried Nerdinger, verfasst hat und persönlich in Ulm vorstellen wir.

Ort: Großer Hörsaal, 1. OG (Mensa-Ebene)
Gebäude der ehemaligen HfG, Am Hochsträß 8, 89081 Ulm
Eintritt: frei

Mittwoch, 11.September

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Heute haben
Peter Hille * 1854
O.Henry * 1862
D.H.Lawrence * 1885
Theodor W.Adorno * 1903
Joachim Fernau * 1909
Geburtstag.
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Klabund
Einmal noch den Abend halten

Einmal noch den Abend halten
Im versinkenden Gefühl!
Der Gestalten, der Gewalten
Sind zuviel.

Sie umbrausen den verwegnen Leuchter,
Der die Nacht erhellt.
Fiebriger und feuchter
Glänzt das Angesicht der Welt.

Erste Sterne, erste Tropfen regnen,
Immer süßer singt das Blatt am Baum.
Und die brüderlichen Blitze segnen
Blau wie Veilchen den erwachten Traum.
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Susanne Link empfiehlt:

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Stefanie Tschinski: „Familie Flickenteppich“
Wir ziehen ein
Oetinger Verlag € 14,00
Kinderbuch bis 14 Jahre

Die 8jährige Emma,ihr älterer Bruder Ben und die knapp 5jährige Jojo ziehen mit Papa
in das Haus mit der Nummer 11. Papa hat gesagt,wir schlagen ein neues Kapitel auf, denn Mama ist in Australien und Emma möchte, daß alle Bewohner in der Nummer 11 in die Familie aufgenommen werden – alle zusammen wie ein Flickenteppich.
Nicht immer klappt alles nach Emmas Willen, aber Frau Becker ist bald schon Oma Becker und so geht es weiter.
Stefanie Taschinski hat mit Familie Flickenteppich eine moderne sogenannte Patchwork-Familie inklusive Nachbarschaft erfunden, ganz liebevoll und schön.
Wunderbar zum Vorlesen und natürlich auch zum Selberlesen.
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Ulf Erdmann Ziegler liest aus seinem neuen Buch „Die Erfindung des Westens“, darunter auch eine Passage über den Fotografen Will McBride und dessen Zeit an der HfG Ulm.

Kleiner Hörsaal, HfG-Gebäude, 3. OG
Eintritt frei

Ort: HfG-Archiv, Am Hochsträß 8, 89081 Ulm
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Donnerstag, 17.November

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Heute haben
Isabelle Eberhardt * 1877
Curt Götz * 1888
Mario Soldati * 1906
Geburtstag
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Heft SPUREN 93: „Ilse Aichinger in Ulm“ von Christine Ivanovic
Deutsche Schillergesellschaft € 4,50

Ilse Aichinger, die vor ein paar Tagen gestorben ist, erfuhr im Frühjahr 1943 in Wien von der Hinrichtung der ‚Weißen Rose‘. Das Wissen um den Widerstand gegen Hitler – so berichtete die österreichische Autorin drei Jahrzehnte nach der Zerschlagung des Nationalsozialismus in einer Ansprache in Ulm, gab Hoffnung und Kraft, die Zeit der Verfolgung und Vernichtung zu überstehen. Ihr Roman „Die größere Hoffnung“ (1948), der diese Situation verarbeitet, hatte in der Donaustadt schon bald nach seinem Erscheinen die Aufmerksamkeit von Inge Scholl erregt. Die ältere Schwester von Hans und Sophie Scholl, die zur selben Zeit mit der Volkshochschule Ulm eine völlig neuartige Bildungsarbeit „im Geiste der Gemordeten“ aufzubauen begann, lud Aichinger Anfang 1950 zu einer Lesung hierher ein. Sie freundeten sich an, und Aichinger arbeitete schon wenig später für einige Monate als Sekretärin Scholls. Ulm war die erste deutsche Stadt, in die Ilse Aichinger kam – und durch die Geschichte der Weißen Rose von zentraler Bedeutung für sie. Dieser „Spuren“-Band des Deutschen Literaturarchiv beleuchtet das nun.
„Ich kenne keinen dieser Namen, aber ich weiß, dass von ihnen einen unüberbietbare Hoffnung auf mich übersprang. Diese Hoffnung hatte, obwohl sie es uns möglich machte, in dieser Zeit weiter zu leben, doch nichts mit der Hoffnung zu überleben zu tun.“
Hoffnung ist ein zentraler Begriff bei Ilse Aichinger in dieser Zeit. Dies zeigt sich schon daran, daß sie ihrem Roman den Titel „Die größere Hoffnung“ gab.
In ihrem Tagebuch findet sich am 21. März 1943, einen Monat nach der Hinrichtung, folgendes:
„Die Hoffnung ist alles, diese größere Hoffnung, die die Dinge aus dem Schwankenden hinausreißt in die brennende Existenz des guten Willens.“
Mit diesem Hintergrund fand sie ein gutes Fundament für einen öffentlichen Bildungsauftrag. Inge Aicher Scholl war in der vh Ulm bald umringt von vielen bedeutenden Schriftstellern, Philosophen, Künstlern in allen Richtungen. In diesem Umfeld traf Aicher auf Hans Werner Richter, der sie zur Gruppe 47 einlud. Dort lernte sie ihren späteren Ehemann Günter Eich kennen und gewann mit „Spiegelgeschichten“ den Preis der Gruppe 47.
Aus der Idee der vh Ulm ging auch der Aufbau der Hochschule für Gestaltung hervor, der u.a. von Otl Aicher und Max Bill begründet wurde. Eine Hochschule, die als international bedeutendste Design-Hochschule nach dem Bauhaus gilt.
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Das schmale Heftchen ist voll mit Fotos aus dem Ulm der 50er Jahre, Dokumenten und Zitaten und sicherlich nicht nur für Einheimische interessant.Die Badische Zeitung berichtet über die ReiheSpuren„.