Dienstag, 2.November


Heute haben
Leo Perutz * 1882
Odysseas Elytis * 1902
Geburtstag
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Friedrich Hebbel
Herbstbild

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.
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Claudia Wiltschek empfiehlt:


Sabine Lohf: „Hurra, der Herbst ist da
Gerstenberg Verlag   € 13,00

Jetzt fliegen und liegen  sie überall: Die bunten Blätter, die Kastanien, die Eicheln, die Hagebutten und natürlich die Kürbisse nicht vergessen. Die Tage sind kürzer, die Ferien sind da: Also raus gehts zum Sammeln!
Tolle neue Ideen stellt Susanne Lohf in ihrem neuen Bastelbuch vor und für alle, groß und klein, gibt es was zum Basteln. Bemalte Blätter, Blätterkronen, Blätterpuppen, Hagebuttenherzen, Filzpilze und leuchtende Laternen sind natürlich auch dabei.  
Wer nicht immer nur Kastanienmännchen basteln will und die vielen Schätze des Herbstes gerne mit nach Hause nimmt, für den/die ist dieses Buch genau richtig.

Und hier noch ein Video über Sabine Lohfs „Ideenfabrik“:

Freitag, 24,September


Heute haben
Horace Walpole * 1717
C.F.Ramuz * 1878
F.Scott Fitzgerald * 1896
Antonio Tabucchi * 1943
Geburtstag
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Ringelnatz
Herbst


Eine trübe, kaltfeuchte Wagenspur:
Das ist die herbstliche Natur.
Sie hat geleuchtet, geduftet, und trug
Ihre Früchte. – Nun, ausgeglichen,
Hat sie vom Kämpfen und Wachsen genug. –
Scheint’s nicht, als wäre alles Betrug
Gewesen, was ihr entwichen?!

Das Händesinken in den Schoß,
das Zweifeln am eignen, an allem Groß,
Das Unbunte und Leise,
Das ist so schön, daß es wiederjung
Beginnen kann, wenn Erinnerung
Es nicht klein machte, sondern weise.

Ein Nebel blaut über das Blätterbraun,
Das zwischen den Bäumen den Boden bedeckt.

Wenn ihr euren Herbst entdeckt:
Dann seid darüber nicht traurig, ihr Fraun.


Die schönsten Herbstgedichte
Ausgewählt von Matthias Reiner
Mit Illustrationen von Philippe Robert

Gestern war Herbstanfang und so richtig mag ich das noch gar nicht glauben. Der Sommer war kein so richtiger und die warmen Tagen tun so gut, wenn ich die Wochen denke, die jetzt kommen werden. Morgens und abends ist es dunkel. Handschuhe und Mütze auf dem Rad sind angesagt.
Aber die Blätter werden bunt, die Felder abgemäht und gestern habe ich die ersten frisch gepfäückten, herrlich schmeckenden Äpfel geschenkt bekommen.
Somit passt das kleine Inselbändchen haargenau. Das obige Ringelnatz-Gedicht befindet sich darin, aber auch Herbstgedichte von Luise Hensel, Ingeborg Bachmann, von Erich Kästner, Heinrich Heine und vielen altbekannten und aktuellen Autor:innen.
Von Marie Luise Kaschnitz gibt es noch ein sehr persönliches Nachwort.

Leseprobe
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Heute um 15 Uhr auf dem Ulmer Münsterplatz

Mittwoch, 30.September

Heute haben
Ferdinand von Saar * 1833
Truman Capote * 1924
Élie Wiesel 1928
Jurek Becker * 1937
Werner Schmidli * 1939
Cecilia Ahern * 1981
Geburtstag
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Christian Friedrich Hebbel
Dies ist ein Herbsttag

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was von dem milden Strahl der Sonne fällt.
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Eine Entdeckung:

Grigory Sokolov. „Beethoven / Brahms / Mozart“
Deutsche Grammophon
Doppel-CD plus einer DVD € 29,99

Ich nehme mir die CD-Box zur Hand und bin erstaunt, dass neben den beiden CDs noch eine DVD mit einem Konzert aus Turin dabei ist.
Kurz nach den ersten Tönen, merke ich, dass dies etwas besonderes ist. Die Stücke kenne ich, aber irgendwie hat Sokolov einen besonderen Anschlag, oder Spieltechnik. Ich schaue über den Pianisten nach und bin erstaunt über die Informationen, die ich über ihn bekomme.
Er gilt als Antistar, gibt keine Interviews, tritt nicht mit Orchester auf und es gibt keine Studio-Aufnahmen von ihm. Die Deutsche Grammophon durfte Konzerte des vergangenen Jahres aufnehmen und hat nun einen Zusammenschnitt veröffentlicht.
Beethoven und Brahms steht auf dem Programm. Frühes und spätes, nicht die Hits der beiden Komponisten, sondern kurze Stücke, denen Sokolov jedes Mal einen eigenen Ton gibt. Und wenn es denn mal langsam und leise wird, ist es schon fast unwirklich schön.
Daniel Barenboim nennt ihn den derzeit besten Pianisten und wenn wir hören, wie locker er mit den Fingern über die Tasten gleitet und das am Ende eines Konzertes und mit siebzig Jahren, da hat der Meister wohl recht.
Schön auch die vielen Zugaben, für die Sokolov berühmt ist.