Dienstag, 19.Mai

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Heinrich Heine

Herz, mein Herz, sei nicht beklommen,
Und ertrage dein Geschick,
Neuer Frühling gibt zurück,
Was der Winter dir genommen.

Und wie viel ist dir geblieben!
Und wie schön ist noch die Welt!
Und, mein Herz, was dir gefällt,
Alles, alles darfst du lieben!
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Jetzt als Taschenbuch:

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Jocelyne Saucier: „Niemals ohne sie“
Aus dem Französischen von Sonja Finck und Frank Weigand
Insel Taschenbuch € 11,00

„Wir sind wie niemand sonst, wir haben uns selbst erschaffen, die Einzigen unserer Art.“

Sie sind 21 Geschwister, sie sind die Ärmsten eines kanadischen Dorfes, das einst aufgeblüht war durch Zinkminen. Mittlerweile ist alles stillgelegt. Sie sind die gefürchteten Cardinals, die vor Nichts und Niemanden Angst haben, durchs Dorf ziehen und sich mit den sogenannten Landeiern, immer gerne anlegen und Streit suchen.
Die Mutter ist von morgens bis abends mit Kochen und Backen beschäftigt, die große Schwester übernimmt die Mutterrolle für die Kleinen. Spätabends, wenn alle schlafen geht die erschöpfte Mutter von Zimmer zu Zimmer, von Kind zu Kind, setzt sich zu jedem hin und schenkt Ihnen die Liebe, für die sie tagsüber keine Zeit hat.
Als der Vater eines Tages ein neues Zinkvorkommen entdeckt, hoffen alle auf ein neues Leben in Reichtum und Komfort. Doch der Plan geht nicht auf, der Gewinn bleibt aus und um nicht strafrechtlich verfolgt zu werden, entscheidet die Familie sich für einen folgenschweren Weg.
Nach 30 Jahren, der 81 jährige Vater wird zum “ Zinksucher des Jahres“ geehrt, treffen sie sich alle das erste Mal nach sehr langer Zeit in einem Luxushotel. Die Atmosphäre ist mehr als angespannt, irgendetwas stimmt nicht, bis der Knoten platzt .
Ein Buch, mit einer Wucht, spannend, berührend, trotzig, tragisch und liebevoll.

Wer die Autorin durch das wunderbare Buch „Ein Leben mehr“ kennen und schätzen gelernt hat, kann sich auf diesen neuen Roman von ihr freuen.

1893

Leseprobe

Jocelyne Saucier
, geboren 1948 in der Provinz New Brunswick, lebt heute in einem abgeschiedenen Zehn-Seelen-Ort im nördlichen Québec. Sie arbeitete lange als Journalistin, bevor sie mit dem literarischen Schreiben begann. Ihr vierter Roman Ein Leben mehr, der 2015 bei Insel erschien, war ein Bestseller und wird derzeit verfilmt.

Mittwoch, 20.November

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Heute haben
Selma Lagerlöf * 1858
Nadine Gordimer * 1923
Don DeLillo * 1936
Rachid Mimouni * 1045
Jürgen Seidel * 1948
Geburtstag
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Heinrich Heine
Deutschland. Ein Wintermärchen

Caput I

Im traurigen Monat November war’s,
Die Tage wurden trüber,
Der Wind riß von den Bäumen das Laub,
Da reist ich nach Deutschland hinüber.Und als ich an die Grenze kam,
Da fühlt ich ein stärkeres Klopfen
In meiner Brust, ich glaube sogar
Die Augen begunnen zu tropfen.

Und als ich die deutsche Sprache vernahm,
Da ward mir seltsam zumute;
Ich meinte nicht anders, als ob das Herz
Recht angenehm verblute.

Ein kleines Harfenmädchen sang.
Sie sang mit wahrem Gefühle
Und falscher Stimme, doch ward ich sehr
Gerühret von ihrem Spiele.

Sie sang von Liebe und Liebesgram,
Aufopfrung und Wiederfinden
Dort oben, in jener besseren Welt,
Wo alle Leiden schwinden.

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9783407754486

Nikolaus Heidelbach: „Alma und Oma im Museum“
Beltz & Gelberg Verlag € 14,95
Ein Bilderbuch ab 8 Jahren

„Für einen vernünftigen Museumsbesuch braucht man drei Dinge. Erstens, die richtigen Schuhe, zweitens gute Augen und drittens genug Zeit. Hast du alles?“

Klar hat Alma alles und somit kann es losgehen. Ein Besuch des Wallraf-Richartz-Museums steht an. Was die Oma erst im Museum sagt, ist, dass man am besten alleine durchs Museum gehen sollte. Und deshalb muss Alma den Wärter ablenken, damit Oma sich verstecken kann. Wie? Verstecken? Ja, Oma versteckt sich in den Bildern und spricht über die Kopfhörer mit ihrer Enkelin. Wirklich, sie ist versteckt und Alma und wir LeserInnen dürfen sie suchen. Leider sind dazu die Abbildungen fast zu klein geraten. Trotzdem – ein großer Suchspaß.
Aber viel wichtiger sind die Gespräche zwischen den beiden. Die Fragen der kleinen Alma und die Antworten der Expertin. Dadurch bekommen wir bei diesem Rundgang einen prima kunstgeschichtlichen Einblick in sechszehn religiöse Meisterwerke des Museums.
Wenn wir noch etwas Geduld haben und das Ende des Buches richtig verstanden haben, geht der nächste Besuch in den zweiten Stock zum Barock. Ha! ich freue mich jetzt schon.

Leseprobe

Mittwoch, 19.September

 

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Heute haben
William Golding * 1911
Carlo Fruttero * 1926
Stefanie Zweig * 1932
Geburtstag.
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Heinrich Heine

Der Schmetterling ist in die Rose verliebt,
Umflattert sie tausendmal,
Ihn selber aber, goldig zart,
Umflattert der liebende Sonnenstrahl.

Jedoch, in wen ist die Rose verliebt?
Das wüßt ich gar zu gern.
Ist es die singende Nachtigall?
Ist es der schweigende Abendstern?

Ich weiß nicht, in wen die Rose verliebt;
Ich aber lieb euch all‘:
Rose, Schmetterling, Sonnenstrahl,
Abendstern und Nachtigall.
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Sarah Wiltschek empfiehlt:

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Delphine de Vigan:Loyalitäten
Aus dem Französischen von Doris Heinemann
DuMont Verlag € 20,00

Delphine de Vigans neuer Roman liest sich wie ein Psychothriller. Die Figuren: der zwölfjährige Théo, sein Freund Mathis, seine Lehrerin Hélène und Cécile, Mathis´ Mutter. Alle haben sie einen Beziehungs-Pakt geschlossen, der sie zur Loyalität gegenüber anderen zwingt und sie damit gefangen und handlungsunfähig macht.
Im Zentrum geht es um Théo, dessen Eltern ihn seit deren Trennung wochenweise hin und her schieben. Seine Mutter lebt ihre Abscheu gegen den Vater offen aus und bringt Théo damit zum Verstummen. Théo beschützt seinen Vater, wie jedes Kind seine Eltern schützt und erzählt seiner Mutter nichts von dessen Zerfall und der Verwahrlosung, mit der er allein gelassen wird.
Auch Théos Lehrerin Hélèn hat ihren Vater geschützt, der sie schlug und sie fürs Leben zeichnete. Jetzt ist sie erwachsen und alt genug, um sich zu befreien aus der falsch verstandenen Loyalität. Die alte Wut kommt hoch und sie setzt alles daran, um Théo zu helfen. Doch die äußeren Widerstände sind groß.
Théo sucht, in Begleitung seines Freundes Mathis, Trost und Vergessen im Alkohol. Den besorgen sie sich über ältere Freunde vom geklauten Geld aus Céciles Handtasche. Mathis macht mit, weil er bei seinem Freund sein möchte, obwohl ihm das alles nicht geheuer ist. Je mehr sie konsumieren, umso mehr wünscht er sich Theo zu helfen. Aber das wäre Verrat an seinem einzigen Freund. Und so schweigt auch er.
Cécile widerum erkennt irgendwann sehr genau, auf welchen unausgesprochenen Regeln ihre Ehe beruht. Auch sie hat eine Familiengeschichte, die sie mit Schuld und Scham belastet und sie bisher zum sprachlosen Anhängsel ihres Mannes gemacht hat. Doch dann entdeckt sie dessen monströses Doppelleben und ergreift ihre Chance.
An Théos Geschichte entlang entwickelt sich der Roman, die Ereignisse werden immer drängender. Ob Mathis und Hélèn es schaffen ihm zu helfen, bleibt bis zur letzten Seite ungewiss.
Die Autorin seziert in ihrem rasanten und tollen Roman präzise und erbarmungslos, wie wir alle verstrickt sind in Beziehungsmustern, die manchmal aufgebrochen werden müssen, um Leben zu retten. Und sei es bloß das eigene.
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Heute abend:
Mittwoch, 19.September um 19 Uhr
Gedichte gegen den Krieg

Im Rahmen der Friedenswoche Ulm
Mit Thomas Hohnerlein & Reinhard Köhler
Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt frei