Mittwoch, 18.März

Guten Tag,
jetzt ist es soweit. Die Läden bleiben geschlossen.
Unser Telefon ist erreichbar.
Neu:
Der Lebensmittelladen Feneberg, bei uns um die Ecke, hat spontan zugesagt, Platz zuschaffen, damit wir auch dort (wie in Söflingen im Erdapfel) Büchertüten mit Ihren Büchern zu deponieren.
Vielen Dank dafür!!!!!
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Jana Bürgers sickte mir einen „Irrläufer“ in ihrem Garten.

Heute haben
Christian Friedrich Hebbel * 1813
Stéphane Mallarmé * 1842
Christa Wolf * 1929
John Updike * 1932
Sergio Pitol * 1933
Joy Fielding * 1945
Geburtstag
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Friedrich Hebbel
Blume und Duft

In Frühlings Heiligtume,
Wenn dir ein Duft an′s Tiefste rührt,
Da suche nicht die Blume,
Der ihn ein Hauch entführt.

Der Duft läßt Ew′ges ahnen,
Von unbegrenztem Leben voll;
Die Blume kann nur mahnen,
Wie schnell sie welken soll.
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Ola Gjeilo: „Night“

Decca € 19,99

 

Ola Gjeilo wurde 1978 in Norwegen geboren, hat dort Musik und Komposition studiert. Später dann in London und New York. Bekannt geworden ist er durch seine kirchliche Chormusik mnit seiner besonderen Mehrstimmigkeit.
Die CD mit Nachtmusik (Firefly; Sleepless; Still; City Lights; Night Rain; Before Dawn; Aeon; Crystal Sky; Quiet Streets; Sundown; Moonrise; Shadows; Eclipse; Aurora; Dreaming; Polar; Skyline; Nocturnal) passt irgendwie zur gestrigen Stimmung in der Stadt.
Gjeilos Solo-Klavier-Stücke strahlen eine Ruhe aus, die gut tut und mich beruhigt.
Genießen Sie die Musik auf den Videos.

 

Donnerstag, 25.April

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Heute haben
Claude Mariac * 1914
Albert Uderzo * 1927
Elfriede Czurda * 1946
Geburtstag
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Christian Friedrich Hebbel
Ein Bild aus Reichenau

Auf einer Blume, rot und brennend, saß
Ein Schmetterling, der ihren Honig sog
Und sich in seiner Wollust so vergaß,
Daß er vor mir nicht einmal weiter flog.

Ich wollte sehn, wie süß die Blume war,
Und brach sie ab: er blieb an seinem Ort;
Ich flocht sie der Geliebten in das Haar:
Er sog, wie aufgelöst in Wonne, fort!
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Daniel Schreiber: „Zuhause“
Die Suche nach dem Ort, an dem wir leben wollen
Suhrkamp Verlag € 10,00

Ist Zuhause nun Heimat, oder Heimat immer ein Zuhause?
Wo sind wir daheim, wo wohnen wir, wo fühlen wir uns wohl und sind unsere Wurzeln?
Suchen wir nach dem perfekten Ort, oder gibt es den nur im Kopf?
Warum reisen wir um die Welt und hängen an vergangenen Momenten?

Daniel Schreiber berichtet über sich, sein Leben, seine Lieben, seine Reisen und seine Wohnorte. Einerseits sehr persönlich, andererseits läßt er uns in sein Bücherregal schauen, aus dem ihm Zitate von Philosophen, Soziologen, Psychologen entgegenfliegen. Mit leichter Hand nimmt er uns mit auf seine eigene Reise durch die letzten Jahre, durch letzte Wohnstätten und Urlaubsorte.
Er beginnt jedoch mit dem Leben seiner Urgroßmutter, von der nichts erhalten ist, außer einem Pflaumenmusrezept, die mehrfach vertrieben worden ist und als einzige aus ihrer Familie, aus ihrem Bekanntenkreis, diese verschiedenen Massaker überlebt hat. Ein glückliches Leben? Heimat? Zuhause?
Früher war Zuhause der Ort, von dem man kam – und heute?
Wo gehören wir hin? Was ist unser Zuhause in einer Zeit, in der sich immer weniger Menschen sinnstiftend dem Ort verbunden fühlen, an dem sie geboren wurden? In seinem persönlichen Essay beschreibt Daniel Schreiber den Umschwung eines kollektiven Gefühls: Zuhause ist nichts Gegebenes mehr, sondern ein Ort, nach dem wir uns sehnen, zu dem wir suchend aufbrechen.
Schreiber hängt an New York und London und hadert mit Berlin und weiß nicht warum. Er zitiert den Franzosen Didier Eribon und sein Buch „Rückkehr nach Reims“, um besser mit seiner Situation klar zukommen. Er erwähnt, im Zusammenhang mit seinen langen Spaziergängen durch die Städte, Roland Barthes und sein Buch „Das Reich der Zeichen“ und den chinesisch-amerikanischen Anthropologen Yi-Fu Tuan, der schreibt: „Sich zu Hause zu fühlen ist ein Prozeß, der in aller Regel Zeit brauche, sehr viel Zeit.“ Ein Ort sei erst einmal nur ein Ort, egal ob man dort hineingeboren wurde, oder dort hingezogen sei.
Und diese Zeit mit Schreiber können wir locker investieren, denn er unterhält uns auf 130 Seiten gekonnt und hinterläßt immer wieder kleine Pickser, über die wir nachdenken können.

Leseprobe

Dienstag, 18.September

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Heute haben
Truman Capote * 1924
Élie Wiesel * 1928
Dorothee Sölle * 1929
Jurek Becker * 1937
und Cecelia Ahern * 1981
Geburtstag.
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Friedrich Hebbel
Der heilige Wein

Es schlichen zwei schlimme Gesellen
sich in die Kapelle hinein:
in Kannen, in goldnen, geweihten,
stand dort der heilige Wein.

Da spricht der eine mit Lachen
zum andern in sündigem Mut:
„Komm, willst du dich mit mir berauschen
in Christi eigenem Blut?“

Der andere greift nach der Kanne
und setzt sie flugs an den Mund;
sie trinken und trinken und trinken,
doch kommen sie nicht auf den Grund.

Sie trinken und trinken und trinken
und treiben viel frostigen Scherz,
doch steigt keine Glut auf die Wangen,
doch flammt keine Lust durch das Herz.

Sie trinken und trinken und trinken,
die Kanne bleibt voll, wie sie war,
da packt sie ein innersten Grausen,
sie stürzen hin zum Altar.

Sie rufen: „Er blutet aufs neue,
wer stillt des Blutes Lauf!
Er zeigt uns die offenen Wunden,
o weh uns, wir rissen sie auf!“

Nun schauen sie ewig den Heiland,
ein blasses, blutendes Bild;
er blickt sie an, nicht finster,
ach, so unendlich mild“
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9783455003468

Mimi Beaven, Anja Dunk, Jen Goss:Einmachen
Tempo bei Hoffmann & Campe € 12,00

In der Taschenbuchreihe „Do“, in der schon Titel wie Anpflanzen, Imkern, Erzählen, Bestimmen, Design, … erschienen sind, können wir jetzt das Einmach-Buch dringend gebrauchen. Die Bäume hängen voll mit Zwetschgen, Birnen und kleinen Äpfeln. Wohin damit? Vor dem Laden haben wir immer wieder Tüten mit Zwetschgen verschenkt, zu Hause Marmelade gekocht, Mus im Backofen gebrutzelt und zum ersten Mal Birnen eingemacht. Da kommt mir das kleine Buch gerade recht. Die Rezepte sind einfach, vielfältig und ohne Firlefanz.
Hier lernen wir zuerst etwas über die Grundlagen und Methoden des Einmachens. Gerade auch über Handwerkzeug und Zutaten, die man zu Anfang braucht. Es folgt ein Kapitel über: Zucker Essig, Alkohol, Öl und Salz, die besten Haltbarmacher der Natur.
Und los geht’s. Über 100 Rezepte mit einer wunderbaren Bandbreite, von Rhabarberkompott mit Orange und Kardamom, Strudel mit Apfelfüllung, Grünem Tomaten Chutney bis Erdbeer Gin Fizz.
Das Buch passt in jedes Küchenregal und sieht wahrscheinlich nach kurzer Zeit komplett Zerlesen aus mit vielen Eselsohren und Einlegezettelchen. Gut so.
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Heute haben liest Clemens Grote aus den sechs Bücher der Shortlist zum Deutschen Buchpreis vor.
María Cecilia Barbetta: Nachtleuchten
Maxim Biller: Sechs Koffer
Nino Haratischwili: Die Katze und der General
Inger-Maria Mahlke: Archipel
Susanne Röckel: Der Vogelgott
Stephan Thome: Gott der Barbaren

Der Beginn ist pünktlich um 19 Uhr.
Der Eintritt ist frei.
Bitte viel gute Laune für die Abstimmung mitbringen.