Dienstag, 26.Juli

Foto: Margit

Heute haben
Karoline von Günderrode * 1806
George Bernard Shaw * 1856
André Maurois * 1885
Aldous Huxley * 1894
Robert von Ranke-Graves * 1895
Ana Maria Matute * 1926
Geburtstag
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Karoline von Günderrode
Liebst du das das Dunkel

Liebst du das Dunkel
Tauigter Nächte?
Graut dir der Morgen,
Starrst du ins Spätrot,
Seufzest beim Mahle,
Stößest den Becher
Weg von den Lippen?
Liebst du nicht Jagdlust,
Reizet dich Ruhm nicht,
Schlachtgetümmel?
Welken die Blumen
Schneller am Busen,
Drängt sich das Blut dir
Pochend zum Herzen?
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Jetzt als Taschenbuch:


Alem Grabovac:Das achte Kind
Hanser Verlag € 12,00

Alem Grabovac arbeitet als Journalist und hätte genauso ein Sachbuch schreiben können über die Eingliederung (oder nicht Eingliederung) von Gastarbeitern in Deutschland. Er sagt, dass auf diesem Gebiet noch nicht viel aufgearbeitet worden ist. Alem Grabovac hat sich jedoch für einem Roman entschieden, bei dem Orte und Namen zum größten Teil original übernommen worden sind.
Seine Mutter arbeitet als Gastarbeiterin in einer Schokoladenfabrik, sein Vater, ein Kleinganove, der viel trinkt, beklaut seine Frau im Krankenhaus, vor der Geburt des Autors, so dass sie zu Fuß nach Hause laufen muss. So der Einstieg. Alem wird zu einem deutschen Pflegefamilie gebracht und ist dort das achte, nach sieben eigenen Kindern. Der Pflegevater ist ein ewig gestriger Nazi. Seine Mutter heiratet wieder, wobei das Verhältnis zu seinem Stiefvater sehr schlecht ist, da er immer wieder brutal zu ihm ist.
Dies klingt alles sehr hart und doch schafft es der Autor eine gute Geschichte daraus zu machen. Ein Mann, der sich auf die Suche nach seiner Identität, nach den Biografien der Erwachsenen in seinem Umfeld macht. Dabei hilft ihm seine unverblümte Sprache und ohne zu werten.
Gelungen.

Von der Hanser-Seite übernommen:
5 Fragen an Alem Grabovac

Herr Grabovac, worum geht es in Ihrem Roman Das achte Kind?
Um Bauern, Diebe, Fabrikarbeiterinnen, Tito, Nationalsozialisten, drei Väter, zwei Familien und das ganze schräge Inventar aus dem kurzen 20. Jahrhundert mit all seinen großen und kleinen Erzählungen, die sich schicksalhaft in die Biografien der Protagonisten eingeschrieben haben.

Die Geschichte hängt sich weitgehend an Ihrer Biografie auf. Wie war der Schreibprozess für Sie?
Zunächst: Was kommt hinein, was lasse ich weg, wie ordne ich alles an und was muss ich erfinden, um die Realität glaubhaft und spannend zu erzählen. Es handelt sich um eine Autofiktion, eine Autobiografie, in die fiktionale Handlungsebenen verwoben sind. Und dann habe ich das alles so schlicht und kristallklar wie nur möglich aufgeschrieben. Die Sprache sollte, ganz ohne poetologische Ornamentik, geräuschlos und zugleich lebendig hinter der Handlung verschwinden.

Hätten Sie Ihrer Romanfigur Alem lieber ein anderes Heranwachsen gewünscht?
Ach, das überlasse ich meinem kleinen Sohn, der liebevoll und behütet aufwächst und dann irgendwann so seine Probleme damit haben wird.

Maxim Biller bezeichnet Das achte Kind als Bildungsroman. Was meint er damit?
Zwei Dinge, vermute ich. Einerseits die noch nicht auserzählte Migrationsgeschichte der BRD und andererseits ein Fortwirken der nationalsozialistischen Ideologie, die in vielen Familien unter den Teppich gekehrt wurde. Mein deutscher Vater war zum Beispiel ein Wehrmachtssoldat, der die Juden gehasst hat. Für ihn war, wie für so viele andere Deutsche, der 8. Mai 1945 ganz bestimmt kein Tag der Befreiung.

Ist Das achte Kind auch eine Geschichte des Loslassens und Verzeihens?
Nein, das Loslassen und Verzeihen hatte schon lange vor dem Schreiben stattgefunden. Ich habe versucht, die Geschichte ungeschönt und wertfrei zu erzählen. Ganz allein der Leser oder die Leserin sollen entscheiden, welche Schlussfolgerungen sie aus alledem ziehen.

Leseprobeb

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Hardy on Tour
Ein Nachklapp

Auf der Seite des Fanclub Nationalmannschaft findet sich dieser Artikel über Hartmut Bögel.

5000-Kilometer-Radtour zur Frauen-EM

Während unsere DFB-Frauen bei der Europameisterschaft in England um den Titel spielen, findet zeitgleich die Tour de France statt. In 21 Etappen durch vier Länder legen die Fahrer auf ihrem Rad knapp 3500 Kilometer zurück. Wer aber glaubt, dass diese Leistung nicht mehr zu toppen ist, hat die Rechnung ohne unser Fan-Club-Mitglied Hartmut Bögel gemacht. Mehr als 5000 Kilometer legte der 55-Jährige auf seinem Fahrrad zurück, um unsere Nationalmannschaft bei ihren beiden Vorrundenspielen in Brentford zu unterstützen.

Dafür hat sich Hartmut bereits frühzeitig auf den Weg gemacht: Während die meisten Spielerinnen unseres Teams noch ihren wohlverdienten Urlaub vor der Europameisterschaft genossen, schwang er sich am 27. Mai auf seinen Drahtesel und radelte los. „Von Anfang an war es mein Ziel, zum ersten Spiel unserer Nationalmannschaft gegen Dänemark in Brentford anzukommen“, sagt der Mann aus Ulm. Doch auf seiner Reise musste er einige Hürden überwinden, um sich seinen Traum zu erfüllen.

Spieltag als größtes Highlight der Reise

So hatte der 55-Jährige immer wieder mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen. „Mittlerweile ist mir schon die zehnte Speiche krachend gebrochen“, schildert unser Fan-Club-Mitglied. Doch damit nicht genug: In einer Nacht habe er beim Schlafen tierischen Besuch bekommen, ohne es überhaupt zu bemerken. „Am nächsten Morgen lagen meine Sachen wild verteilt auf dem Boden herum. Das nennt man dann wohl gesunden Schlaf“, sagt Hartmut und lacht. Immerhin war sein Deutschland-Trikot unversehrt geblieben.

Doch allen Widrigkeiten zum Trotz: Innerhalb von sechs Wochen fuhr „Hardy“, wie ihn fast jeder nennt, von der Alb bis nach London. Dabei wählte er jedoch nicht den direkten Weg zum Spiel in Brentford, sondern fuhr zusätzlich noch die bekannte „End-to-End-Tour“ bis an den nordöstlichsten Punkt Schottlands John O’Groats.

Als wohl größtes Highlight der Reise bezeichnet Hardy aber nicht etwa die legendäre Strecke quer durch Großbritannien oder die Sightseeing-Tour durch London mit dem Fahrrad, sondern den gemeinsamen Tag mit den deutschen Fans beim Auftakt in die Europameisterschaft. „Die Atmosphäre war einfach die ganze Zeit über besonders. Vom Wow-Effekt beim Erreichen des Stadions über die zahlreichen Begegnungen mit anderen Fans bis zum Fußball-Fest unserer Mannschaft am Abend – was für ein toller Tag!“

Gutes Gefühl wie 2014 in Brasilien

Es war nicht das erste Mal, dass Hartmut bei einem großen Turnier mit seinem Fahrrad dabei war. Bereits bei den Weltmeisterschafen der Männer 2014 und 2018 radelte er nach Brasilien und Russland, um unser DFB-Team zu unterstützen. „Die Radtouren zu Großereignissen unserer Nationalmannschaften sind für mich die perfekte Möglichkeit, meine beiden größten Leidenschaften zu verbinden: Fußball und Radfahren“, hält Hardy fest. Mit der Weltmeisterschaft 2026 in den USA steht auch bereits das nächste Ziel für den 55-Jährigen fest. „Eine Radtour durch Amerika fehlt noch auf meiner Liste“, lächelt er.

Doch zunächst heißt es, zeitnah wieder zuhause anzukommen – immerhin will er die Halbfinalspiele und das Finale wieder in der Heimat verfolgen. Dass unsere Mannschaft dann ebenfalls noch um den EM-Titel spielt, ist für unser Fan-Club-Mitglied klar: „Mein gutes Gefühl hat mich schon bei der WM 2014 in Brasilien nicht getäuscht, weshalb ich sehr optimistisch bin, dass unsere Mädels am Ende den Pokal in die Höhe stemmen können.“

[rd]

Montag, 25, Juli

Heute haben
Max Dautehndey * 1867
Elias Canetti * 1905
Felix Ingold * 1942
Geburtstag
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„Ich begriff, dass Menschen zwar zueinander sprechen, aber sich nicht verstehen, dass ihre Wörter Stöße sind, die an den Worten der anderen abprallen, dass es keine größere Illusion gibt als die Meinung, Sprache sei ein Mittel der Kommunikation zwischen Menschen.“
Elias Canetti
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Morgen, Dienstag, 26.Juli ab 19 Uhr bei uns in der Buchhandlung:
Helmut Gotschy liest aus seinem Ulmkrimi: „Tod beim Fischerstechen“
Eintritt frei
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Die Graphic Novel zum gleichnamigen Film von Doris Dörrie, der allerdings erst am Ende des Sommers in die Kinos kommt.


Paulina Stulin. „Freibad
Jaja Verlag Verlag € 29,00

Es ist Sommer und sehr heiß im einzigen Frauenfreibad Deutschlands. Dort badet frau oben ohne, im Bikini, Badeanzug oder Burkini. Jede folgt dabei anderen Regeln. Das führt immer wieder zu Reibereien, die die überforderte Bademeisterin nicht so ganz im Griff hat. Als dann auch noch eine Gruppe komplett verhüllter Frauen das Frauenbad begeistert für sich entdeckt, fliegen buchstäblich die Fetzen: Wem gehört das Bad und wer bestimmt die Regeln? Wem gehört der weibliche Körper? Und wann ist denn überhaupt eine Frau eine Frau? Die Bademeisterin kündigt entnervt. Als dann aber als Nachfolge ausgerechnet ein Mann als Bademeister angestellt wird, eskaliert die Situation in unvorhersehbare Richtungen.
Wo gibt es denn so etwas: Doris Dörrie dreht einen Film und bevor er in die Kinos kommt, erscheint schon die Graphic Novel dazu.
Perfekt für uns, denn das ist die ideale Lektüre für’s Freibad, für den Baggersee, oder einfach auch so. Sowieso. Eine herrlich bunte Lektüre, bei der die Fetzen fliegen, die uns zum Lachen und zum Nachdenken bringt. Und Lust auf den Film im Kino macht.

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Hardy on Tour
Tag 59

100 km von Oberhomberg über Bad Saulgau und Munderkingen nach Hause auf die Alb

Was war das für ein schöner Sonntagmorgen nach dem Gewitter und all dem Regen am späten Abend. Die Sonne war gerade am Aufgehen, als ich aus dem Zelt krabbelte und meinen Blick weit über’s verschlafene Deggenhauser Tal schweifen ließ. Heiße Milch, Schwarztee und Himbeerroulade zum Frühstück – besser geht es kaum.
Doch geht es doch: eine Tasse Kaffee bekomme ich genüber meines Zeltplatzes in der ganz neu renovierten Gaststätte „zur Linde“ etwas später dann auch noch spendiert.
Ein wahrlich guter Start also für meinen letzten Radeltag dieser Tour. Und die Landschaft tat ihr Bestes dazu. Über idyllische ruhige kleine Sträßchen ging es Richtung Bad Saulgau durchs Oberland und weiter über Bad Buchau bis Munderkingen. Beim sehr schönen Badesee in Volkersheim legte ich eine ausgiebige Pause ein und von dort waren es dann noch 35 km bis Wippingen. Vom Blautal hoch die Heusteige wurde nochmal so richtig geschwitzt und zur Belohnung gab’s dann saures Radler und Pommes beim Waldfest vom Schützenverein. Perfektes Timing zum Ankommen also.
Nach über 6500 km auf dem Fahrrad bin ich wohlbehalten zu Hause angekommen. Wahrhaftig ein Grund, von Herzen dankbar zu sein. Ich durfte mich auch auf dieser Tour „von guten Möchten wunderbar geborgen wissen“ – ein großes Geschenk.
Um ein bisschen was zurückzugeben werde ich an das Projekt „we give“ hier in Blaustein etwas spenden.
Um so weit Fahrrad zu fahren braucht es neben der Ausdauer auch den langen Atem und für das nachhaltige Ausbildungsprojekt das „we give“ in Ghana aufbaut, braucht es davon noch viel viel mehr und dieses Engagement bewundere ich sehr.

Danke möchte ich auch Allen sagen, die meine Tour möglich gemacht und mich unterstützt haben. Danke für all die reichlichen Begegnungen unterwegs und Danke an Alle, die mich auf diesem Blog hier begleitet haben.
Zu guter Letzt ein besonderes Dankeschön an Samy, der diesen Blog erst möglich gemacht und ihn täglich gepflegt hat.
Alles Gute wünscht
Hardy

Sonntag, 24.Juli

Susanne R. hat den perfekten Platz für Janosch: „Ich liebe eine Tigerente“ gefunden.

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Alexandre Dumas d.Ä. 1802
Frank Wedekind * 1864
Hermann Kasack * 1896
Zelda Fitzgerald * 1900
haben heute Geburtstag
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Joseph von Eichendorff
Es war, als hätt der Himmel

Es war, als hätt der Himmel
die Erde still geküsst,
dass sie im Blütenschimmer
von ihm nun träumen müsst.

Die Luft ging durch die Felder,
die Ähren wogten sacht,
es rauschten leis‘ die Wälder,
so sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande,
als flöge sie nach Haus.
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Hardy on Tour
Tag 58

84 km von kurz hinter Blumberg über Hilzingen und Singen nach Konstanz und am Abend noch nach Oberhomberg im Deggenhausertal

Ich sitze im Gewitterregen unter dem  Lindenbaum bei der kleinen Kirche in Oberhomberg, ein kleines Dörfchen oberhalb vom Deggenhausertal. Der Baum schenkt so leidlich Schutz vorm Regen, der mich völlig überrascht hat. Das Zelt steht unweit auf einem Grillplatz. Auch das im Gewitter beim letzten Licht der Dämmerung noch hastig aufgebaut und eh noch naß vom Regen in der Frühe. Aber was soll’s, es ist nicht kalt und zudem mein letzter Abend auf Tour und der darf schließlich auch irgendwie ganz besonders sein, um einen würdigen Rahmen meiner Reise zu bieten.
Mein Tag war ganz besonders und doch schnell erzählt. Den Gewitterregen am frühen Morgen im Zelt abgewartet und dann bei fast mystischer Stimmung durch den Nebelregendunst nach Hilzingen geradelt, wo ich bei Gaby und Joachim (Jonas Großeltern väterlicher Seite aus) zum spontanen Frühstück empfangen wurde. Von dort dann noch 35 km bis nach Konstanz um Jule und Enkelchen Jona zu besuchen (Phil hatte leider Dienste) und mich verwöhnen zu lassen, mit allem was ich so besonders mag: Fetakäse und Salat, Oliven und Hirtenschmaus, dazu Erdbeeren und Jules schon legendäre Bisquitrolle, diesmal mit Himbeeren gefüllt.
Es war schon auch ein besonderer Moment Jona nach über 2 Monaten wieder zu sehn. Schön, einfach den Tag zusammen zu verbringen. Danke.
Am Abend wollte ich dann noch unbedingt den Anstieg hoch im Deggenhausertal hinter mich bringen. 2 km bei meist 15 % Steigung geht’s da hinauf und ich kam nochmal so richtig in’s Schwitzen und kämpfte mich im Wiegeschritt bergauf. Tja und dann kam das Gewitter und zugleich der schöne Platz in dem abgelegenen Örtchen Oberhomberg, wo es neben Grillplatz und Kirchlein auch eine gute Gaststätte gibt, die noch ein wohlverdientes Bierchen für mich hatte, das ich nun unterm Lindenbaum im strömenden Gewitterregen ziemlich durchnässt und ein bisschen in sentimentaler Stimmung genieße. Morgen noch um die 100 km bis Wippingen.