Dienstag, 23.Juli

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Heute haben
Raymond Chandler * 1888
Elio Vittorini * 1908
Hubert Selby * 1928
Alex Capus * 1961
Kai Meyer * 1969
Thea Dorn * 1970
Geburtstag.
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Heute auf dem Gedichtekalender:

Max Herrmann-Neiße
Heimatlos

Wir ohne Heimat irren so verloren
und sinnlos durch der Fremde Labyrinth.
Die Eingebornen plaudern vor den Toren
vertraut im abendlichen Sommerwind.

Er macht den Fenstervorhang flüchtig wehen
und läßt uns in die lang entbehrte Ruh
des sichren Friedens einer Stube sehen
und schließt sie vor uns grausam wieder zu.

Die herrenlosen Katzen in den Gassen,
die Bettler, nächtigend im nassen Gras,
sind nicht so ausgestoßen und verlassen
wie jeder, der ein Heimatglück besaß

und hat es ohne seine Schuld verloren
und irrt jetzt durch der Fremde Labyrinth.
Die Eingebornen träumen vor den Toren
und wissen nicht, daß wir ihr Schatten sind
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Susanne Link empfiehlt:

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Andrea Liebers & Susanne Göhlich; „Das Schulschwein“
Hammer Verlag € 9,90
ab 6 Jahren

Zum Vorlesen wunderbar geeignet und zum Selberlesen mit größeren Buchstaben ab 2.Klasse einfach herrlich.
Laila möchte neben Finn sitzen. Finn findet das in Ordnung, doch Mehmet stört das und wer versöhnt die drei und bringt einen superschnellen Klassenzusammenhalt? Miss Piggy!
Eine munter Schulgeschichte, die Lust macht auf mehr.

Donnerstag, 28.März

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Heute haben
Maxim Gorki * 1868
Bohumil Hrabal * 1914
Marianne Fredrikssen * 1927
Mario Vargas Llosa * 1936
Tilman Röhrig * 1945
Geburtstag
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Heute auf dem Gedichtekalender:

Georg Trakl
Im Frühling

Leise sank von dunklen Schritten der Schnee,
Im Schatten des Baums
Heben die rosigen Lider Liebende.

Immmer folgt den dunklen Rufen der Schiffer
Stern und Nacht;
Und die Ruder schlagen leise im Takt.

Balde an verfallener Mauer blühen
Die Veilchen,
Ergrünt so stille die Schläfe des Einsamen.
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Unser Tagestipp:

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Nadia Budde: „Krake beim Schneider“
Tierische Zweiteiler
Hammer Verlag € 15,00
Pappbilderbuch für Kinder ab 5 Jahren
und auch für Jungs ab 60.

Mensch Frau Budde, das Buch ist ja der Knaller.
Diese Zweizeiler sind zum Brüllen gut und zum Verwundern schräg.
Was habe ich mich amüsiert.
Zwei Bilder und ein knackiger Zweizeiler – mehr braucht Nadia Budde nicht.
Die Krake geht zum Schneider. Na klar bekommt sie dann zwei Kleider.
„Krake beim Schneider. Zwei neue Kleider“

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So sehen wir es schon auf dem Buchumschlag vorne und hinten.
Aber wenn das etwas zu große Känguru endlich den Beutel der Mutter verlassen soll und sich dafür in der Einkaufstasche derselben verkriecht, heisst das bei Frau Budde:
„Beutel leer. Tasche schwer“.
Oder der streikende Kuckuck in der Uhr:
„Zwanzig Uhr. Kuckuck bleibt stur“.

Um so schräger die Tiere sind (Nacktschnecken beim sonnen), um so mehr merken wir, dass es eigentlich um uns Menschen und unsere Macken geht.
Herrlich.

Was machen vier Biber an Weihnachten?
„Lied gesungen. Abend gelungen“
Und sie liegen sauglücklich auf dem Boden und pennen.