Dienstag, 11.Februar

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Heute haben
Karoline Günderrode * 1780
ElseLasker-Schüler * 1869
Georg Hirschfeld * 1873
Irène Némirowsky * 1903
Maryse Condé * 1937
Frank Schulz * 1957
Geburtstag
und es ist der Todestag von Sylvia Plath (+ 1963)
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Karoline von Günderrode
Der Luftschiffer

Gefahren bin ich im schwankenden Kahne
Auf dem blaulichen Oceane,
Der die leuchtenden Sterne umfließt,
Habe die himmlischen Mächte begrüßt.
War in ihrer Betrachtung versunken,
Habe den ewigen Aether getrunken,
Habe dem Irdischen ganz mich entwandt,
Droben die Schriften der Sterne erkannt
Und in ihrem Kreisen und Drehen
Bildlich den heiligen Rhythmus gesehen,
Der gewaltig auch jeglichen Klang
Reißt zu des Wohllauts wogendem Drang.
Aber ach! es ziehet mich hernieder,
Nebel überschleiert meinen Blick,
Und der Erde Grenzen seh’ ich wieder,
Wolken treiben mich zurück.
Wehe! das Gesetz der Schwere
Es behauptet nur sein Recht,
Keiner darf sich ihm entziehen
Von dem irdischen Geschlecht.
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Emilia Wiltschek (14 Jahre) empfiehlt:

9783836960571

Cornelia Franz: „Wie ich Einstein das Leben rettete“
Mit Illustrationen von Petra Baan
Kinderbuch ab 10 Jahren
Gerstenberg Verlag € 14,00

Als Emily plötzlich kurz vor Mitternacht ihres zwölften Geburtstages (die Nacht auf den 29. Februar) im Jahre 1913 aufwacht, ist sie geschockt. Wie ist sie hierher gekommen? Und vor allem, wie kommt sie hier wieder weg? Doch zum Glück findet sie zwei Jungen, denen genau dasselbe passiert ist. Sie heißen Malik und Lorenzo und kommen aus dem Jahr 2016. Doch im Jahre 1913 befinden sie sich schon ein wenig länger als Emily. Jedesmal wenn das Schiff in New York (dem Ziel) anlegt, bricht ein Feuer aus und die beiden schaffen es nie rechtzeitig von Bord und werden wieder zurück an den Anfang der Reise geschickt. Wie kommen die drei aus dieser schier endlos dauernden Zeitschleife? Und wieder zurück in ihr Jahrzehnt? Zum Glück finden sie Freunde in der Vergangenheit, die ihnen helfen. Und noch viel besser: der wohl berühmteste Wissenschaftler der Welt ist auch in New York. Doch kann er den dreien tatsächlich helfen?
Ein spannendes Buch erzählt aus verschiedenen Sichtweisen. Tolle Protagonisten und eine sehr schöne Geschichte.

Donnerstag, 11.Februar

Heute haben
Karoline Günderrode * 1780
ElseLasker-Schüler * 1869
Georg Hirschfeld * 1873
Irène Némirowsky * 1903
Maryse Condé * 1937
Frank Schulz * 1957
Geburtstag
und es ist der Todestag von Sylvia Plath (+ 1963)

Karoline von Günderrode
Der Luftschiffer

Gefahren bin ich im schwankenden Kahne
Auf dem blaulichen Oceane,
Der die leuchtenden Sterne umfließt,
Habe die himmlischen Mächte begrüßt.
War in ihrer Betrachtung versunken,
Habe den ewigen Aether getrunken,
Habe dem Irdischen ganz mich entwandt,
Droben die Schriften der Sterne erkannt
Und in ihrem Kreisen und Drehen
Bildlich den heiligen Rhythmus gesehen,
Der gewaltig auch jeglichen Klang
Reißt zu des Wohllauts wogendem Drang.
Aber ach! es ziehet mich hernieder,
Nebel überschleiert meinen Blick,
Und der Erde Grenzen seh’ ich wieder,
Wolken treiben mich zurück.
Wehe! das Gesetz der Schwere
Es behauptet nur sein Recht,
Keiner darf sich ihm entziehen
Von dem irdischen Geschlecht.

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Jan Wagner:Selbstporträt mit Bienenschwarm
Ausgewählte Gedichte 2001- 2015
Hanser Verlag € 19,90

„Das ist schlicht großartige Poesie.“
Christian Metz, F.A.Z.

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Ein Auswahlband als Selbstporträt: Jan Wagner zeigt das Beste aus anderthalb Jahrzehnten poetischen Schaffens. Schon im Debütband mit dem hochfliegenden Titel „Probebohrung im Himmel“ war all das da, was Jan Wagners Gedichte auszeichnet: Eleganz und Witz, Virtuosität und Lust am Spiel, Neugier und Hingabe, Präzision und kühle Sinnlichkeit. Sechs Gedichtbände später hat Jan Wagners Dichtung an Intensität und Reichweite gewonnen – mit mehr Preisen, aber auch mit mehr Lesern kann kaum ein Lyriker aufwarten. Das ist wunderbar, aber kein Wunder: Seite für Seite vermittelt dieser vom Autor selbst arrangierte Auswahlband, was ein gelungenes Gedicht vermag und warum wir alle mehr Lyrik lesen sollten.
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Das Buch ist wunderschön gestaltet und hergestaltet. Allein schon der weiche Leineneinband liegt so sanft in der Hand, dass es eine wahre Freude ist. Ansonsten lasse ich die Gedichte von Jan Wagner für sich sprechen und veröffentliche hier ein paar, die Sie auch auf der Leseprobe des Verlages finden können.

champignons

wir trafen sie im wald auf einer lichtung:
zwei expeditionen durch die dämmerung,
die sich stumm betrachteten. zwischen uns nervös
das telegraphensummen des stechmückenschwarms.

meine großmutter war berühmt für ihr rezept
der champignons farcis. sie schloß es in
ihr grab. alles was gut ist, sagte sie,
füllt man mit wenig mehr als mit sich selbst.

später in der küche hielten wir
die pilze ans ohr und drehten an den stielen –
wartend auf das leise knacken im innern,
suchend nach der richtigen kombination

nature morte

ein großer fisch, gebettet auf eine zeitung,
ein tisch aus holz in einer hütte in
der normandie. ganz still, ganz warm – die luft
strickt wollene socken. du kannst ihn berühren oder
auch nicht, seine silbrigen schuppen gleich langen reihen
von noten einer kühlen symphonie. sein kopf
ist ab, sonst könnte er, gesetzt den fall,
daß fische lesen können, lesen,
was über seiner rückenflosse steht
und ihm souffliert: »was tun sie, diese leute?«
das licht entzieht sich leise, das papier
nimmt tropfenweise meere in sich auf.
au fond de l’image drischt der atlantik dröhnend
die jüngsten vermißtenanzeigen in den strand.

fish & chips
 
»wir möchten sie zurückversetzen in
king edwards zeit«, stand in der karte:
hoch über unseren köpfen an der decke
 
der prunkvolle angelhaken des kronleuchters.
wir sahen in den schweren stumpfen spiegeln
das essen kälter werden. und gefrieren.
 
draußen fiel der erste schnee, wir waren
die allerletzten, späten gäste. plötzlich
das kichern der bedienung aus der küche –
 
wie jonas aus dem inneren des wals.
 
gaststuben in der provinz
 
hinter dem tresen gegenüber der tür
das eingerahmte foto der fußballmannschaft:
lächelnde helden, die sich die rostenden nägel
im rücken ihrer trikots nicht anmerken lassen.
Für alle Fenchel LiebhaberInnen:
fenchel
 
knollen vor einem gemüseladen im winter –
wie bleiche herzen, sagtest du, gedrängt
in einer kiste, wärme suchend – so daß wir
sie mit uns nahmen und nach hause trugen,
wo feuer im kamin entzündet war,
wo kerzen auf dem tisch entzündet waren,
und ihnen halfen aus ihrer dünnen haut,
die strünke kappten, die zitternden blätter entfernten
und sie zu feinen weißen flocken hackten,
wartend, bis das wasser kochte,
die fensterscheibe blind war vom dampf
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Zora del Buono liest bei uns in der Buchhandlung.
Donnerstag, den 18.Februar ab 19 Uhr
Eintritt € 10,00

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Zora del Buono: „Hundert Tage Amerika“
Begegnungen zwischen Neufundland und Key West

Sie ist ein Querschnitt durch die nordamerikanische Gesellschaft: die Atlantikküste – mit Puritanern und Quäkern im Norden, jüdischem Leben in den Großstädten, Chinatown und Little Havanna, aber auch unbekannteren Mikrokosmen wie Little Haiti in Miami. Von Juli bis Oktober hat sich Zora del Buono mit ihrem Hund Lino im Gepäck auf eine Reise entlang der Küste begeben, vom kühlen, weiten Neufundland bis in den schwülen, überdrehten Irrsinn Floridas. Sie lässt die Menschen ihre von der Einwanderung geprägten Lebensgeschichten erzählen: Hummerfischer, moderne Wikinger, Immigrationsforscher, Leute, die per Green-Card-Los ins Land kamen und solche, die vor Kriegen flüchteten wie die Boatpeople aus Vietnam.

Mit dem Blick der Europäerin erschließt die Autorin sich und dem Leser die ungeheure Vielfalt der Ostküste und fragt: Ab wann ist man eigentlich Amerikaner? Was bedeuten historische Erfahrungen von Walfang bis Woodstock für das heutige Zusammenleben? Die Antworten, die ihr unterwegs begegnen, setzt del Buono in Bezug zu Europa und verwebt Porträts, Skizzen, historische Zitate und aktuelle Notizen zu einer atmosphärisch dichten Reisereportage.

itb book award für „Hundert Tage Amerika“

Die Reisereportage von mare-Autorin Zora del Buono wurde Ende Januar mit dem ITB Berlin BuchAward 2012 in der Kategorie „Das literarische Reisebuch“ geehrt. Die ITB-BuchAward-Jury lobte die „atmosphärisch dichte und kenntnisreiche Erzählweise“ in Zora del Buonos Bericht über ihre Reise entlang der nordamerikanischen Ostküste, der bei mare im Herbst 2011 erschienen ist.

Mittwoch

Heute haben
Karoline von Günderode * 1780
Else Lasker-Schüler * 1869
Georg Hirschfeld * 1873
Maryse Condé * 1937
Frank Schulz * 1957
Geburtstag
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„Still“
Regie: Matti Bauer
Deutschland 2013
DVD € 15,99
Mit deutschen (!) und englischen Untertiteln

Ja wirklich. Ein deutscher Film mit deutschen Untertiteln. Denn, wenn die hier ihr richtiges Bayerisch auspacken, dann wird es schwierig.
Über fünf Jahre hinweg hat der Filmemacher Matti Bauer die junge Bäuerin Uschi begleitet. Dabei zeigt er, wie die Frau trotz widriger Umstände an ihrem Traum von einem selbstbestimmten Leben festhält. In beeindruckenden Schwarzweißbildern und mit einer fast meditativen Ruhe (es gibt keine Musik im Hintergrund) gibt er seiner sympathischen Protagonistin viel Raum zur Entfaltung – und letztlich lebt der Film auch von ihrem ansteckenden Optimismus. Ein warmherziges Porträt über ein Leben, das unserer Zeit völlig entrückt zu sein scheint und gerade daraus seinen Reiz bezieht.

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(Bildrecht: Matti Bauer)

Eine junge Frau verlässt den Hof der Eltern und geht auf eine Alm in den Bergen. Abgeschieden von der Welt im Tal führt sie ein einfaches, aber freies Leben, gebunden nur an den Rhythmus, den die Tiere ihr vorgeben. Sie hat schon einiges von der Welt gesehen; war in Thailand und mehrfach in Südamerika und hat ein so sympatisches Lachen, dass es einem beim Zuschauen die harte Arbeit vergessen lässt. Nicht nur ist sie für die Kühe rund um die Uhr da, sie nimmt auch noch eine Ziege mit hoch und lernt nebenbei für verschiedene Prüfungen. Uschi melkt, buttert und macht Käse. Sie ist eins mit sich und den Tieren, für die sie Verantwortung übernommen hat. Egal welches Wetter herrscht, sie ist bei ihren Tieren und kann sich vielleicht auch gar nichts anderes vorstellen. Einen Almsommer lang kann die selbstbewusste Sennerin vergessen, dass die Zukunft des Hofes der Eltern ungeklärt ist. Sie ist das einzige Kind und die Eltern sind schon alt und denken an eine Übergabe. Doch im nächsten Winter ist Uschi schwanger, der Freund weg und der Almsommer in weite Ferne gerückt. Auf dem Hof beginnt ein zähes Ringen zwischen Uschi und ihren Eltern um die Übergabe des Betriebs.

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(Bildrecht: Matti Bauer)

Matti Bauer schafft es mit seiner diskreten Kamera und seiner Stimme aus dem Off ein sehr nahes, persönliches Bild dieser jungen Frau zu zeigen, die ungebunden bleiben will. Trotz des Kindes (es kommen noch ein paar dazu, sagt der Nachspann) will sie selbst entscheiden, wohin ihr Weg gehen soll. Sie möchte sich nichts aufdrängen lassen und lieber spontan auf veränderte Situationen reagieren.
Ich hoffe, Uschi geht es immer noch gut mit dem Weg, den sie eingeschlagen hat.
In den 80 Minuten ist sie mir richtig ans Herz gewachsen.

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Ich möchte Sie auf die kommenden Veranstaltungen bei uns in der Buchhandlung
aufmerksam machen.

Freitag, 13.Februar um 19 Uhr
Tobias Wahren: „Kopf an Kopf
Der „Ulmer“ Tobias Wahren liest
aus seinem dritten Roman

Tobias Wahren kennen wir als Leiter unzähliger Chöre hier in Ulm, als
Klavierspieler (demnächst im Stadthaus) und Mitspieler bei „Trias“. Dass er
einen Abend schmeiseen kann, wissen wir. Lassen Sie sich das nicht entgehen.
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Montag, 16.Februar um 19 Uhr
„Literalotto
Spaß mit Literatur
Mit Florian Arnold

Leider gibt es kein „Chaos-Lesen“ mehr – „Literalotto“ sorgt für Ersatz.
Rätseln, gewinnen, zuhören und mitreden. Ein Ehrengast und das spontane Gedicht.
Alles an einem Abend, in einer Stunde.
Eine Weltneuheit, das gab es noch nie. Auch wir haben keine Ahnung, wie das
wird. Auf jeden Fall lustig.
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Mittwoch, 25.Februar um 19 Uhr
Der Manesse Verlag stellt sich vor

Da bin ich selbst sehr gespannt und habe schon ein paar Fragen an den
Verlagsleiter Herrn Lauinger.
Mit den Manesse-Büchern sind wir alle aufgewachsen. Und es gibt sie immer noch.
Es geht um Henry James, alte chinesische Geschichten, um Natur und kleine,
dicke, große, schöne Bücher.
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Alle Veranstaltungen haben freien Eintritt.
Wir beginnen pünktlich um 19 Uhr
und freuen uns auf Ihr/Euer Kommen, denn ohne Zuschauer funktioniert das nicht.
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Mehr aus der Jastram-Welt finden Sie auch auf unseren anderen Internetseiten.

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