Mittwoch, 27.September

Heute haben
Grazia Deledda * (Nobelpreis 1926)
Franz Hodjak * 1944
Irvine Welsh * 1958
Wolfgang Hermann * 1961
Tanja Kinkel * 1969
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Der Nebel ist der Weichzeichner der Natur
Unbekannt
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Unser Buchtipp:

Feurat Alani: „Der Geschmack von Aprikoseneis“
Le parfum d’Irak

Mit Illustrationen von Léonard Cohen
Aus dem Französischen von Annette von der Weppen
Karl Rauch Verlag € 24,00

Ein Roman in 1.000 Tweets. Jeder Beitrag hat 140 Zeichen. Also 140.000 Zeichen für die Erinnerungen des irakischen Autors und Journalisten Feurat Alani. Er zeigt uns sein Land, wie er es als Kind erlebt hat, wie der Irak sich im Laufe der Zeit, durch Kriege und Terror unwiderbringlich verändert hat. Aber er erinnert sich auch an seine erste Liebe und verbindet es mit dem Geschmack von Aprikoseneis. Überhaupt erwarten uns in diesen Beiträgen eine Vielzahl von (unbekannten) Düften und Gerüchen.
Was im ersten Moment als schwierig zu lesen aussieht, entwickelt eine Dynamik. Jeder Tweet eröffnet eine neue Sichtweise, ein Erinnerungsgedanke und Bilder, die wir selbst im Kopf haben.
Durch die Zeichnungen von Léonard Cohen verwandelt sich das Ganze fast zu einem Kunstwerk.
Eines, das sich über Jahre hinzieht und uns sowohl ein ganzes Land, als auch einen einzelnen Menschen näherbringt.
Ausgezeichnet mit dem renommiertesten Journalistenpreis Frankreichs, dem Prix Albert Londres 2019.


In der Leseprobe können Sie die Texte auch richtig lesen und nicht nur erahnen.
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Alexander Granachs Autobiographie
Da geht ein Mensch!


Eine musikalische Lesung mit Berit Fromme – Dörfler
Rezitation und Dramaturgie, Gesang, Percussion, Gitarre, Akkordeon, Rav, Hang, Shruti, Cajon.
In diesem Programm kommt der, um die Jahrhundertwende in Ostgalizien geborene, Alexander Granach, auf die Bühne. Er hat zwei Weltkriege überlebt. Seine Heimat wurde vernichtet.
Als Jude wurde er verfolgt, als Schauspieler von Stalin verhaftet, im Amerikanischen Exil starb er nach einer Blinddarmoperation. Seine Leidenschaft Schauspieler zu werden, das Menschliche zu verkörpern und das Leben zu preisen, hat ihn besonders gemacht. Seine Autobiographie macht Hoffnung, dass der Krieg und deren Betreiber durch eine innere Haltung besiegt werden können!

Eintritt: 15 € regulär / 12 € ermäßigt / 5 € Studenten/Schüler
Spielort: akademietheater ulm – blackBox – Zinglerstrasse 35, 89075 Ulm
Spieltermin: 14.10.2023 – 20 Uhr


Über die Künstlerin:
Berit Fromme – Dörfler

Die Wahlbayerin wurde im 64 in Dillenburg geboren; Staatsexamen in Klavier, Gesang und Germanistik an der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt, Diplom Sprecherziehung/Schauspiel an der staatlichen Hochschule für Musik und darstellenden Kunst Stuttgart. Bis 1999 war sie Altistin des Rundfunk – Vocalensembles Frankfurt unter der Leitung von Ralf Otto. Das Engagement an die Akademie der für darstellende kunst Ulm adk-ulm für das Fach Gesang und Sprechbildung, schloss eine Lehrtätigkeit an der kasachischen staatlichen Schauspielschule und dem deutschen Theater Alma Ata/ Kasachstan, für fünf Jahre, mit ein.
Lehraufträge seitdem u.a. an der akademie für darstellende kunst ulm adk-ulm, Medien Akademie München, Theater Werk München, Schauspiel München,  Akademie Bayrischer Genossenschaften Beilngries, Gastengagements u.a. am Theaterhaus Stuttgart, Theater Nürnberg, Theatre Capucine / Luxembourg.

Freitag

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Heute haben
Grazia Deledda * 1871
T.S.Eliot * 1888
Ernst Schnabel * 1913
Minette Walters * 1949
Jane Smiley * 1949
Geburtstag.
Aber auch Martin Heidegger, George Gershwin und Michael Ballack.
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Und heute gibt es noch mehr Musik:

bollani

Stefano Bollani: „Joy In Spite Of Everything“
Mit Jesper Bodilsen, Morten Lund, Bill Frisell, Mark Turner
ECM CD € 19,99

Wer Stefano Bollani einmal erlebt hat, wird ihn nicht mehr vergessen. Ein Virtuose an den Tasten, der oft den Clown gibt, das sich wohl aus seiner unbändigen Lust am Spielen ergibt. In allen Stilrichtungen fühlt er sich zuhause. Ob Solo, mit zwei Klavieren, Klavier und Trompete (mit Enrico Rava), oder mit seinen dänischen Mitspielern im Trio … Bollani zeigt immer sein großes Können.
Im Ulmer Stadthaus wirbelte er über die Tasten. Und gab der deutlich ältere Rava mit seinem klaren Trompetenton den ruhigen abgeklärten Part, so sprang Bollani förmlich beim letzten Akkord vom Klavier und stieß den Hocker drei Meter hinter sich. Als improvisierender Solist spielt er deutlich verzwickter als der große Meister Jarrett und überzeugt trotzdem mit seiner enormen Leichtigkeit.
Auf seinem neuen Album „Joy in Spite of Everything“, mit neuen Eigenkompositionen, hat er zu seinen dänischen Freunden Jesper Bodilsen am Bass und Morten Lund am Schlagzeug gleich noch zwei Amerikaner dazugeholt, die ihre Platten auch beim Label ECM haben: Bill Frisell an der Gitarre und Mark Turner am Saxofon.
Mit Hilfe dieser Band spielte Bollani sein lockerstes, sein amerikanischtes Jazz-Album ein. Immer wieder meinen wir Anklänge an große Hits zu hören, die jedoch nach kürzester Zeit wieder verschwinden. Die Musik fließt, ist voller Harmonie und doch blitzen immer wieder Bluenotes auf, ein paar schräge Töne, die sich dann wieder in das Musikgefüge anpassen. Bill Frisell, dessen letzte CD ich hier auch vorgestellt habe, hält sich zurück, spielt seinen typischen Sound und zusammen mit Mark Turner ist das eine ganz runde Sache geworden.
Es ist die Freude, die es trotz der Widrigkeiten des Alltages sich durchsetzt, wie der Albumtitel andeutet.

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