Mittwoch, 11.Januar


Heute haben
Helmut Zenker * 1949
Diana Gabaldon * 1952
Bert Papenfuß * 1956
Jasper Fforde * 1961
Katharina Hacker * 1967
Mathias Énard * 1972
Geburtstag
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Johann Wolfgang von Goethe
Sag ichs euch, geliebte Bäume

Sag ichs euch, geliebte Bäume?
Die ich ahndevoll gepflanzt,
Als die wunderbarsten Träume
Morgenrötlich mich umtanzt.
Ach, ihr wisst es, wie ich liebe,
Die so schön mich wiederliebt,
Die den reinsten meiner Triebe
Mir noch reiner wiedergibt.
Wachset wie aus meinem Herzen,
Treibet in die Luft hinein,
Denn ich grub viel Freud und Schmerzen
Unter eure Wurzeln ein.
Bringet Schatten, traget Früchte,
Neue Freude jeden Tag;
Nur dass ich sie dichte, dichte,
Dicht bei ihr genießen mag.
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Jetzt erst entdeckt:


Janina Hecht: „In diesen Sommern
C.H.Beck Verlag € 20,00

„Mein Vater, wie er ganz ruhig den Tag beginnt, nicht ausgeglichen, aber stabil. Nie schrie er am Beginn des Tages, er ging mit vorsichtigen Schritten, manchmal etwas Weiches in seinem Gesicht. Als hätte sich erst danach etwas verändert, als führten erst der Mittag und der Nachmittag in eine andere Richtung, und an jedem Morgen hätte es die Möglichkeit zu einem anderen Verlauf der Geschichte gegeben, die ich schreibe.“

Die 1983 bei Stuttgart geborene Autorin tastet sich leise und vorsichtig an „ihre“ Kindheit und Jugend heran. An die schönen Tage im Urlaub, das erste Fahren auf dem Rad, an die Sportsendungen im Fernseher mit dem Vater und das Blumenkübelbepflanzen mit der Mutter. Mit dabei ist meist ihr drei Jahre jüngerer Brüder. Diese Idylle wird durch die Gewaltausbrüche des Vaters gestört. Wenn er einen bestimmten Alkoholpegel überschritten hat, weiß niemand in der Familie, auf welche Art es dieses Mal wieder eskaliert.
In kurzen Kapiteln blättert Janina Hecht ihr „Tagebuch“ auf und nimmt uns mit auf eine Reise ins Erwachsen-, ins Unabhängigwerden mit.
Ein ruhiges Buch, das lange nachhallt.

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Lützenrath wird geräumt.
Hier geht es zum Liveticker des WDR:
https://www1.wdr.de/nachrichten/luetzerath-live-ticker-raeumung-garzweiler-tagebau-100.html
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Jury der „Sprachkritischen Aktion“
Klimaterroristen“ ist Unwort des Jahres 2022

Im Zuge der Protestaktionen von Klimaaktivisten ist unter anderem der Begriff „Klimaterroristen“ gefallen. Der Begriff wurde nun zum Unwort des Jahres 2022 gekürt. Die Aktivisten würden damit „kriminalisiert und diffamiert“, hieß es zur Begründung.

Der Begriff „Klimaterroristen“ wurde zum Unwort des Jahres 2022 gekürt. Das gab die sprachkritische „Unwort“-Aktion in Marburg bekannt. Der Ausdruck sei im öffentlichen Diskurs benutzt worden, um Aktivisten und deren Proteste für mehr Klimaschutz zu diskreditieren, begründete die Jury ihre Wahl.

Sie kritisierte die Verwendung des Begriffs, weil Aktivistinnen und Aktivisten mit Terroristen „gleichgesetzt und dadurch kriminalisiert und diffamiert werden“. Gewaltlose Protestformen zivilen Ungehorsams und demokratischen Widerstands würden so in den Kontext von Gewalt und Staatsfeindlichkeit gestellt, rügte die Jury. Zudem verschiebe der Begriff „den Fokus der Debatte von den berechtigten inhaltlichen Forderungen der Gruppe hin zum Umgang mit Protestierenden“. Der Ausdrucke zähle zu einer Reihe von weiteren Begriffen aus der öffentlichen Debatte, die Aktivistinnen und Aktivisten sowie deren Ziele diffamierten – unter anderem „Ökoterrorismus“ oder „Klima-RAF“.

Den kompletten Artikel gibt es auf tagesschau.de


Freitag, 30.Dezember


Nina Simone
Feel Good


It’s a new dawn
It’s a new day
It’s a new life
For me
And I’m feeling good
I’m feeling good
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Heute haben
Betty Paoli * 1814
Theodor Fontane * 1819
Rudyard Kipling * 1865
Georg v.d.Vring * 1889
Paul Bowles * 1910
Douglas Coupland * 1961
Lukas Bärfuss * 1971
Geburtstag
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Unser Buchtipp:

Andrea Wulff: „Fabelhafte Rebellen“
Die frühen Romantiker und die Erfindung des Ich
Aus dem Englischen von Andreas Wirthensohn
C.Bertelsmann Verlag € 30,00

Wir leiden im Moment ja sehr unter einer Ich-bezogenen Gesellschaft. Ich ich ich, in Verbindung mit einer Selbstoptimierung, steht im Mittelpunkt. Nichtmehr das Wissen der Anderen, der Fachleute zählt, sondern das eigene Ich steht im Mittelpunkt und entscheidet. Durch soziale Medien kann das ganz schön Fahrt aufnehmen.
Aber woher kommt unser Denken und Handeln um das eigene Ich?
Und warum ist das so wichtig?
Ende der 1790er Jahre gibt es in Jena eine Gruppe von Denkern und Dichtern, die das Ich in ihr Arbeiten aufnehmen. Goethe, Schiller, Novalis, Fichte, Schelling, Hegel, die Schlegel-Brüder und natürlich Alexander von Humboldt (über den Andrea Wulff ihren Bestseller geschrieben hat) und natürlich Caroline Schlegel, zählen dazu.
Andrea Wulff schreibt aber nicht nur über diesen Zirkel, sondern erklärt auch, warum wir bis heute zwischen den Gefahren der starken Ichbezogenheit und den aufregenden Möglichkeiten des freien Willens schwanken. Denn die Entscheidung zwischen persönlicher Erfüllung und zerstörerischem Egoismus, zwischen den Rechten des Einzelnen und unserer Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft und künftigen Generationen ist heute so schwierig wie damals.

Leseprobe

Samstag, 20.August

Heute haben
HP Lovecraft *1890
Salvatore Quasimodo * 1901
Robert Merle * 1908
Luciano De Crescenzo * 1928
Arno Surminski * 1934
und Lilli * 2020
Geburtstag
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„Übrigens ist der Regen keines Menschen Freund, aber wohl der Tiere, denn das Gras wächst schön, und die Biertrinker haben sich auch nicht zu beklagen, daß die Gerste nicht gerät.“
Johann Wolfgang von Goethe aus: Briefe an seine Tochter Ottilie, 12.Juli 1820
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Unser Buchtipp:

Giulia Caminito: „Das Wasser des Sees ist niemals süß
Aus dem Italienischen von Barbara Kleiner
Wagenbach Verlag € 26,00

Die italienische Autorin Giulia Caminito hat für mich einen der besten Romane des Jahres geschrieben. Das Buch hat eine so starke Erzählkraft, genauso wie die Haupterson, die wir nicht so schnell vergessen werden. Überhaupt sind hier Frauen die entscheidenden Personen. In der prekär, im Untergschoss wohnenden, Familie sitzt der Vater im Rollstuhl, der große Bruder ist nicht von ihm und verdrückt sich, so gut es geht und die beiden kleinen Zwillingsbrüder nerven nur. Zwischen drin die kleine Gaia (der Name wird nur einmal erwähnt) und ihre Mutter. Ein sozialer Aufstieg geschieht, als sie aus dem einen Zimmer in eine kleine Wohnung und dann, durch einen Wohnungstausch, aus Rom herauskommen und an den Lago di Bracciano ziehen.
Es ist ein Buch über soziale Schranken, über Standesdunkel, Hierachien und vielen Hoffnungen. Mittendrin das Mädchen, die nicht unbedingt sympatisch, aber voller Lebenswillen, voller Wut ist. Sie benutzt schon mal den Tennisschläger ihrer „Freundin“, um sie hart zu treffen. Sie ist das Mädchen mit dem riesigen Rummelplatz Plüschtier und dem alten Handy. Egal, wie sie sich auch anstrengt und gut in der Schule ist, sie wird immer wieder in ihre Schranken gewiesen. Auch wenn sie den Sprung an die Universität nach Rom schafft, muss sie doch (aus Geldmangel) zuhause wohnen bleiben und wird von ihren Dozenten abwertend behandelt.
Aber genug über die Inhalt, denn dieser großartige italienische Roman ist für alle, denen die vier Bücher von Elena Ferrante zu seicht waren (eine Elena taucht auch auf, ihr wird aber über mitgespielt) und die keine Autofiktion wie von Èdouard Louis oder Annie Ernaux brauchen. Es ist ein Roman, der unglaublich starke Bilder erzeugt, der nicht verkitscht, oder uns aufklären will. Ein Buch, in dem bis in die Nebenfiguren alles stimmig ist. Giulia Caminito ist ein Meisterwerk der Gegenwartsliteratur gelungen und wenn der nicht verfilmt wird, weiß ich auch nicht.

Auf deutsch ist ihr Vorgängerbuch „Ein Tag wird kommen“ lieferbar.
Wagenbach Verlag € 23,00
Als Taschenbuch ab Oktober € 14,00

Der Roman wird im Literarischen Quartett vorgestellt und diskutiert.
Gäste sind Vea Kaiser, Deniz Yücel und Adam Soboczynski.
Im TV-Programm: ZDF, 26.08.2022, 23:45 – 00:40
Verfügbarkeit: Video verfügbar ab 24.08.2022, 10:00

Montag, 8.August

Heute haben
Nina Berberowa * 1901
Jostein Gaarder * 1952
Birgit Vanderbeke * 1956
Ralf König * 1960
Geburtstag
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Johann Wolfgang von Goethe
Sommer

Der Sommer folgt. Es wachsen Tag und Hitze,
und von den Auen dränget uns die Glut;
doch dort am Wasserfall, am Felsensitze
erquickt ein Trunk, erfrischt ein Wort das Blut.

Der Donner rollt, schon kreuzen sich die Blitze,
die Höhle wölbt sich auf zur sichern Hut,
dem Tosen nach kracht schnell ein knatternd Schmettern;
doch Liebe lächelt unter Sturm und Wettern.
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Frisch ausgepackt:


Steffen Mensching: „Hausers Ausflug
Wallstein Verlag € 22,00

David Hauser hatte eine tolle Idee, mit der er viel Geld verdient: Seine Firma AIRDROP stellt sogenannte Rückführboxen her, in denen Asylbewerber, deren Aufenthaltsgenehmigung abgelehnt worden ist, mittels eigens hierfür entwickelter Flugzeuge in ihre Herkunftsregionen zurückbefördert werden.
Dass er nun selbst in so einer Box sitzt und irgendwo in einer wüstenähnlichen, unwirtlichen Gegend abgeworfen wird, versteht er nicht. Ist es ein Versehen? Will ihn jemand loswerden? Das ganze Programm hat ja viele Gegner, unter anderem auch sein Vater. Aber wer kommt auf so eine Idee? Er trägt eine ihm fremde Kleidung, er hat einen arabischen Pass in der Tasche. Klar wird ihm auf jeden Fall sehr bald, dass die Nahrung, die er in der Box vorfindet, nicht lange anhalten wird. Doch es kommt noch schlimmer. Kaum kann er sich aus der Box befreien, wird er angegriffen und gefesselt. Der Angreifen spricht nicht und nimmt ihn mit in eine Höhle. Steckt hinter allem eine großangelegte Entführung? Geht es um Lösegeld?
Ein spannender Roman, der u.a. ein brandaktuelles Thema aufgreift und unsere Abschiedepraktiken auf literarische Weise hinterleuchtet.

Aus einem Interview mit dem Steffen Mensching:

Wie ist überhaupt die Idee dazu entstanden? 

Steffen Mensching: Mich beschäftigt schon lange die weit verbreitete Illusion, unser Leben würde sich in sicheren Bahnen bewegen, alles wäre planbar, berechenbar, solange man nur über die notwendigen finanziellen Mittel verfügt. Das Leben ist aber eher eine ständige Gefahrenkonstellation. Der Auslöser für die konkrete Story war ein zweistündiger Flug von Wien nach Tirana. Ich saß in der Maschine in der letzten Reihe neben einem Albaner, der während des Fluges keinen Blick mit mir wechselte, ganz zu schweigen von Worten. Als wir in Tirana landeten, blieb die Maschine auf dem Rollfeld stehen, ein Polizeiauto mit Blaulicht raste heran und ein Mann wurde in Handschellen aus dem Flugzeug begleitet: mein Sitznachbar. Er wurde abgeschoben und flog ins Gefängnis, ich hingegen in den Urlaub.

Freitag, 17.Juni

Heute haben
Ferdinand Freilingrath * 1810
James Weldon Johnson * 1871
Felix Hartlaub * 1913
Hanna Johansen * 1939
Peter Rosei * 1946
Franz Böni * 1952
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Johann Wolfgang von Goethe
Nachtgedanken


Euch bedaur’ ich, unglücksel’ge Sterne,
Die ihr schön seyd und so herrlich scheinet,
Dem bedrängten Schiffer gerne leuchtet,
Unbelohnt von Göttern und von Menschen.
Denn ihr liebt nicht, kanntet nie die Liebe!
Unaufhaltsam führen ew’ge Stunden
Eure Reihen durch den weiten Himmel.
Welche Reise habt ihr schon vollendet,
Seit ich weilend in dem Arm der Liebsten
Euer und der Mitternacht vergessen!
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Zum 90.Geburtstag von Albert Cüppers heute ein Doppelbild des Monats:

Lieber Albert,
vielen Dank für Deine Bilder, die ich bei uns im Buchladen ausstellen und hier auf den Blogs veröffentlichen kann.
Alle vorgestellten Bilder auf https://albertcuepper.wordpress.com
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Freitag, 17. Juni 2022, 19:30 Uhr, Stadtbibliothek Ulm
Der Lyriker José F. A. Oliver, u. a. ausgezeichnet mit dem Basler Lyrikpreis 2015 und dem Heinrich-Böll-Preis 2021, liest aus seinem Gedichtband „wundgewähr“.
Moderation: Christine Langer
Die Lesung findet im Rahmen des Literatursommers Baden-Württemberg statt, der in Form des Ulmer Lyriksommers die Veranstaltungsreihe „Wandelmut – Lyrik ohne Grenzen“ präsentiert.
Gefördert von der Baden-Württemberg-Stiftung.
Eintritt frei.
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Rekordtemperaturen in Europa
Hitzewelle nähert sich Deutschland

Große Teile Südwesteuropas leiden unter einer massiven Hitzewelle. Italien, Frankreich und Spanien melden steigende Temperaturen. Am Wochenende werden auch in Süddeutschland bis zu 38 Grad erwartet.
Es ist die die früheste Hitzeperiode in einem Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Frankreich: Das Land leidet bereits seit Dienstag unter der aus Nordafrika kommenden Hitzewelle. Am Mittwoch waren im Süden des Landes bereits Temperaturen zwischen 30 und 35 Grad gemessen worden, am Samstag sollen es über 40 Grad sein.

Die Zunahme der Hitzewellen ist laut Wissenschaftlern eine direkte Folge der globalen Erwärmung. Dabei nehmen sowohl Intensität als auch Dauer und Häufigkeit dieser Phänomene zu.

Der komplette Bericht hier auf tagesschau.de
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Hardy on Tour

Tag 21
132 km von Lea bei Preston über Garstang und Kirkby Lonsdale bis kurz vor Penrith

Was für ein wunderschöner Radeltag in Mittelengland bei angenehmen 22 Grad und einem Sonnen-Wolken Gemisch.
Bevor ich gestartet bin hab ich auf dem Spielplatz, neben dem ich gezeltet hatte, noch Müll aufgesammelt und sauber gemacht. Es war eindeutig nötig und quasi mein Dankeschön für die ruhige Übernachtung dort. 
Im schönen Städtchen Garstang gönnte ich mir nach 25 km einen Milchkaffee. Auch England ist absolutes Kaffeeland, Überall bekommt man das schwarze Gebräu in allen Variationen.
Ab dann wurde es wieder hügelig, die Landschaft geschwungen und im satten Grün in vollem Saft. Schafweiden überall, durchzogen von diesen uralten markanten Steinmauern, wo man sich immer fragt, wer die wohl in mühevoller Handarbeit aufgebaut haben mag.. Dazu schöne Anwesen und Dörfer mit allerlei Blumen und blühenden Sträuchern, malerisch britisch. Die schmalen asphaltierten Straßen, ein sich wiederholendes Auf und Ab mit tollkühnen Abfahrten und strammen Anstiegen mit verboten steilen Rampen drin.
Ein Augenschmaus die Landschaft, wenn man die Blicke in die Ferne lenkte. 
Mein Tagesziel war eine Farm mit Campmöglichkeit. Schließlich sollte mal wieder die Wäsche gewaschen werden und zudem brauchte ich Strom um Handy, Navi und die Powerbank aufzuladen. Eine Dusche nach 3 Tagen Ganzkörperpflege mit Babypflegetüchern wäre auch kein Fehler. All das bekam ich dann auch auf dem alten, entlegenen Hof bei Julia und Jim, dazu noch frische Eier und ein Stück Schokokuchen. Ein Glas Honig von Jim’s Bienen kaufte ich mir auch. Ganz fein zu all der Milch, die ich ja so gern trinke. Jim kannte diese Variation gar nicht und wird es testen. 
Ach ja, nur ganz kurz hab ich mir die gute Laune heut verderben lassen, als bei Kilometer 72 mal wieder eine Speiche gebrochen ist. Den Termin morgen früh 9:00 Uhr im Fahrradladen in Penrieth hab ich gleich unterwegs noch fix gemacht.

Die beiden schöne kleine Städte Garstang und Kirkby Londale

Dazu nette Begegnungen.
Jason ist mit Pferdegespann, Hund und zugelaufenem Huhn unterwegs.
Und Herman und Gerry aus den Niederlanden touren mit ihren Rädern quer durch’s Land.

Der von Jim und Julia übernommene alte Hof, auf dem ich heute übernachte.

Dienstag, 22.März

Heute haben
Albrecht Goes * 1908
Michael Hamburger * 1924
Wolfgang Bächler * 1925
Eveline Hasler * 1933
Bruno Ganz * 1941
André Heller * 1947
Geburtstag.
Heute, im Jahre 1832, ist Goethe gestorben.
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Johann Wolfgang von Goethe
Lebensregel

Willst du dir ein hübsch Leben zimmern,
Musst dich ums Vergangne nicht bekümmern;
Das Wenigste muss dich verdrießen;

Musst stets die Gegenwart genießen,
Besonders keinen Menschen hassen
Und die Zukunft Gott überlassen.
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Claudia Wiltschek empfiehlt:


Anna Lott: „Kralle & Co
Agentur der fiesen Viecher
dtv € 14,00
Kinderbuch ab 8 Jahren

Kralle, der Hund, Peter Brockschneider, das Lama, Miss Mjuu, die mausgraue Katze und Doktor Fritten, das Meerschweinchen fristen ein eingesperrtes, langweiliges Leben. Bis auf den Tag, als Kralle die mutige Idee hat, endlich auszubrechen. Es beginnt eine wilde Flucht durch Höhlen, Wäldern und Gestrüpp. Erschöpft stehen sie plötzlich vor einem alten Gemäuer, das sich als stillgelegtes Schwimmbad entpuppt und in dem ehemalige Bademeister grimmig seine Tage verbringt.
Eine geniale Idee rettet sie alle aus ihrer misslichen Lage: Eine Agentur, die Tiere an Kinder vermittelt , die sich hartnäckig ein Haustier wünschen, die Eltern aber überhaupt nicht (tja sowas gibt’s).
Der Plan ist, den Kinder das gewünschte Tier so zu vermiesen, dass sie froh sind, wenn es wieder weg ist. Das Telefon steht nicht mehr still und ein Auftrag folgt dem Nächsten.
Ein toller witziger Lesespass, mal nicht nur mit niedlichen Tierchen.

Leseprobe

Mittwoch, 5.Januar


Die aktuellen Corona-Bestimmungen schreiben vor:
2 G im Buchladen und das Tragen einer FFP2 Maske.
Bitte zeigen Sie uns Ihren digitalen Impfausweis und Ihre Identkarte.
Danke!!!
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Am Samstag, den 8.Januar haben wir ganztätig wegen Inventur geschlossen.
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Heute haben
Paula Ludwig * 1900
Fred Wander * 1917
Friedrich Dürrenmatt * 1921
Juan Goytisolo * 1931
Umberto Eco * 1932
Geburststag
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Johann Wolfgang Goethe
Ein großer Teich war zugefroren

Ein großer Teich war zugefroren;
Die Fröschlein in der Tiefe verloren,
Durften nicht ferner quaken noch springen,
Versprachen sich aber, im halben Traum,
Fänden sie nur da oben Raum,
Wie Nachtigallen wollten sie singen.
Der Tauwind kam, das Eis zerschmolz,
Nun ruderten sie und landeten stolz
Und saßen am Ufer weit und breit
Und quakten wie vor alter Zeit.
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Thomas Tidholm: „Die Eisreise
Illustrationen: Anna-Clara Tidholm

Aus dem Schwedischen von Anu Stohner
dtv / Reihe Hanser € 14,95
Bilderbuch ab 6 Jahren

„Den Polarfahrern Fridtjof Nansen und Ernest Shackleton gewidmet“

Eines Tages im Frühjahr gehen Ida, Max und Jock zum Vogelbach. Jock glaubt, am Ufer Spuren von Ottern gesehen zu haben, und die drei treten aufs Eis, um sie zu suchen. Da hören sie plötzlich ein Knacken. Und bevor sie wieder zurück an Land springen können, löst sich die Eisscholle und beginnt sich zu bewegen. Die drei Kinder treiben vom Ufer weg, immer weiter den Fluß entlang, bis ins offene Meer. Dorthin, wo das ewige Eis ist. An eine baldige Rückkehr ist nicht denken. So heisst es erst einmal eine Übernachtungsmöglichkeit zu suchen. Später finden sie sogar eine verlassene Hütte, in der wohl vor langer Zeit Forscher gelebt haben mussten. Hier erleben die drei Kinder Abenteuer in Sturm und Kälte, mit Pinguinen und der Leckerei „Fischbällchen“, die sie, in Dosen abgefüllt, finden.
Das Heimweh wird zu groß. So machen sie sich, mit einem kleinen Boot, auf den Heimweg, durch einen großen Sturm, bis zum Fluß, weiter zum Bach, bis sie wieder am Ausgangspunkt angelangt sind. Die Zeit ist wie im Flug vergangen. Es ist wieder Frühling, der Schnee geschmolzen. Max und Jock verabschieden sich und Ida gibt dem kleinen gebastelten Boot einen Schubs.
Ein tolles Abenteuerbilderbuch (zum Vorlesen).

Donnerstag, 9.Dezember

Anke Raum
und ihr neuntes Küken

Heute haben
John Milton * 1608
Ödön von Horvath * 1901
Wolfgang Hildesheimer * 1916
Abraham B. Jeshoschua * 1936
Hape Kerkeling * 1964
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„Sie werden schon sehen, daß jede Epoche die Epidemie hat, die sie verdient.
Jeder Zeit ihre Pest.“
Ödön von Horvath
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Ein sonniger Tipp aus dem tiefsten Winter:


Golo Maurer: „Heimreisen
Goethe, Italien und die Suche der Deutschen nach sich selbst
Rowohlt Verlag € 28,00

Oh, wer träumt in diesen grauen Tagen und komischen Zeiten nicht von sonnigen Tagen im Süden. Goethe hat es uns vorgemacht:

„O, wie fühl‘ ich in Rom mich so froh! gedenk‘ ich der Zeiten,
Da mich ein graulicher Tag hinten im Norden umfing,
Trübe der Himmel und schwer auf meine Scheitel sich senkte,
Farb‘- und gestaltlos die Welt um den Ermatteten lag,
Und ich über mein Ich, des unbefriedigten Geistes
Düstre Wege zu spähn, still in Betrachtung versank.
Nun umleuchtet der Glanz des helleren Aethers die Stirne;
…..“

… und seine Midlifekrise auf diese Art bewältigt.
Er war somit Vorbereiter für Generationen nach ihm. Karl Friedrich Schinkel reiste im frühen, Richard Wagner im späten 19. Jahrhundert nach Italien, die Brüder Mann, Walter Benjamin, Sigmund Freud, der sich einen «Italienpilger» nannte, bis zu uns, die wir träumen und hoffen, bald wieder in die Ewige Stadt zu reisen und ihre Kunstwerke betrachten zu können.

Schauen Sie in der Leseprobe auf das Inhaltsverzeichnis und Sie werden merken, wie detaillreich Golo Maurer dem Phänomen nachgegangen ist.

Samstag, 28.August


Heute haben
Johann Wolfgang Goethe * 1749
Ernst Weiß * 1884
Liam O´Flaherty * 1896
Janet Frame * 1924
Jurij Trifonow * 1925
Arkadi Strugatzki * 1925
Mian Mian * 1970
Geburtstag
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Johann Wolfgang Goethe
Dem aufgehenden Vollmonde

Willst du mich sogleich verlassen?
Warst im Augenblick so nah!
Dich umfinstern Wolkenmassen,
Und nun bist du gar nicht da.

Doch du fühlst, wie ich betrübt bin,
Blickt dein Rand herauf als Stern!
Zeugest mir, daß ich geliebt bin,
Sei das Liebchen noch so fern.

So hinan denn! hell und heller,
Reiner Bahn, in voller Pracht!
Schlägt mein Herz auch schmerzlich schneller,
Überselig ist die Nacht.
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Unser Sachbuchtipp:


Ina Schmidt: „Die Kraft der Verantwortung
Über eine Haltung mit Zukunft
Edition Körber € 20,00

Verantwortung zu übernehmen, hören oft. Aber was ist das eigentlich: Verantwortung? Wo kommt das her? Was bedeutet Verantwortung?
Die Philosophin zeigt uns Schritt für Schritt, mit Hilfe alter und neuer Philosoph:innen, wie wichtig Verantwortung für uns selbst, unsere Nächsten und unsere Gemeinschaft ist. Es kann schwer sein, Verantwortung zu übernehmen, aber auch eine große Hilfe gegen unser Unbehagen und Überforderung sein.
Ob das nun im kleinen Rahmen geschieht, oder ob wir Veranwortung auch global (z.B. beim Klimawandel) sehen, zeigt Ina Schmidt an vielen Beispielen. Kritisches Denken und Tatkraft gehören zusammen. Ziele verfolgen, auch wenn sie am Ende nicht umgesetzt werden können, gehört dazu.
Und wenn Verantwortung als Sorge um Andere zu sehen ist, dann kann unsere Zukunft gelingen.

Leseprobe

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1. Welches Buch lesen Sie gerade?
2. Welches Buch empfehlen Sie unbedingt?
3. Welches Buch wollen Sie schon immer mal (wieder) lesen

Petra Elsner (Künstlerin in der Schorfheide) empfiehlt:

1. „Allerseelen“ von Cees Nooteboom
2. „Wer wir waren“ von Roger Willemsen.
3. „Mit der Reife wird man immer jünger“ von Hermann Hesse

Vielen Dank !!!


Mittwoch, 14.Juli

Heute haben
Issac B.Singer * 1904
Natalia Ginzburg * 1916
Polina Daschkowa * 1960
Geburtstag
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Faust. Was bin ich denn, wenn es nicht möglicht ist
Der Menschheit Krone zu erringen,
Nach der sich alle Sinne dringen?
Mephistopheles. Du bist am Ende – was du bist.
Setz der Perücken auf von Millionen Locken,
Setz deinen Fuß auf ellenhohen Socken,
Du bleibst doch immer was du bist.

Goethe: „Faust“ Studierzimmer II
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Unser Buchtipp:


Ilia Vasella: „Windstill
Dörlemann Verlag € 22,00

Irgendwo in Südfrankreich, in einem alten Schloss, verbringen eine bunte Schar von Gästen (alte und junge) ihre Ferientage. Es ist Sommer, es ist heiß und lähmend. Die Gäste trinken und essen gemeinsam, lernen sich kennen und gehen ihrer eigenen Wege. Truman Capote schreibt in seinem Buch „Sommerdiebe“, dass die Menschen in der Hitze in New York auf den Wiesen des Central Parks, wie erschossen da liegen. So stelle ich mir das auch vor.
Nur, dass es hier tatsächlich passiert. Eine junge Frau, Marie“ stolpert beim Wäscheaufhängen, schlägt sich den Kopf an. „Marie ist auf der Stelle tot“, schreibt Ilia Vasella.
Was jetzt passiert, ist wie durchschüttelt werden in einer Schneekugel. Nichts ist mehr wie vorhin. Die eigenen Leben und Lebensgemeinschaften werden hinterfragt. Freundschaften werden neu geschlossen und Beziehungen werden endgültig getrennt.
In dieser existenziellen Dramatik bewahrt die Autorin Gelassenheit, lässt ihre Figuren mit einer Ruhe, Stille und auch Leichtigkeit auf der Bühne, rund im die aufgebahrte Marie, agieren.
Ein schwebendes Sommerbuch mit Tod und viel Leben.

Leseprobe
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Umgang mit Klimawandel
Reden wir doch mal über Armin Laschet

Eine Kolumne von Christian Stöcker

Selbst die Union befasst sich aktuell lieber mit der Kanzlerkandidatin der Grünen als mit Armin Laschet. Dabei sagt der oft faszinierende Dinge – vor allem zu seiner Klimapolitik.

Der Spiegel vom 11.07.2021, 13.36 Uhr
Hier geht es zum Spiegel-Artikel