Mittwoch, 17.März

Die Kornkreise sind zurück
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Heute haben
Siegfried Lenz * 1926
Hans Wollschläger * 1935
Geburtstag
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Johann Wolfgang von Goethe
März

Es ist ein Schnee gefallen,
Denn es ist noch nicht Zeit,
Dass von den Blümlein allen,
Dass von den Blümlein allen
Wir werden hoch erfreut.

Der Sonnenblick betrüget
Mit mildem, falschem Schein,
Die Schwalbe selber lüget,
Die Schwalbe selber lüget,
Warum? Sie kommt allein.

Sollt ich mich einzeln freuen,
Wenn auch der Frühling nah?
Doch kommen wir zu zweien,
Doch kommen wir zu zweien,
Gleich ist der Sommer da.
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Etwas für die Ohren (und die Augen):


Hope@home
Daniel Hope & Gäste
Deutsche Grammophon € 19,99

Was für eine grandiose Idee.
Daniel Hope musizierte während des Lockdowns mit unterschiedlichen MusikerInnen. Er lud sie zu sich in sein Wohnzimmer ein und alle kamen. Rapper, Jazz-Trompeter und Tangospieler. Freunde aus der klassichen Musik – alle waren in seinem Wohnzimmer. Hope wollte weg von der Handy-Qualität und hat sich mit Arte zusammengetan. Gemeinsam haben sie ein professionelles Tonstudio geschaffen. Einen Raum, in dem sich seine Gäste wohlfühlten. Daraus wurde eine Serie, die Sie auf der Mediathek des Senders anschauen können. Hören können Sie einen kleinen Querschnitt auf dieser CD.
Klassische Musik, Volkslieder, Filmmusik, Schlager und Jazz – Hope setzt musikalisch keine Grenzen.
Herausgekommen ist authentische Musik für ruhige Stunden in bester Qualität und hochkarätigen InterpretInnen.
Gut gemacht Daniel Hope.
Auf Arte geht Daniel Hopes Idee mit einer Reise durch Europa weiter. Schauen Sie auf der Mediathek.

Montag, 1.März

Trotz Corona: Dieses Hotel hat geöffnet.

Heute haben
Giorgos Seferis * 1900
Ralph Ellison * 1914
Franz Hohler * 1943
Delphine de Vigan * 1966
Franzobel * 1967
Geburtstag
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März
Gedichte
Herausgegeben von Evelyne Polt-Heinzl und Christine Schmidjell
Reclam Verlag € 5,00

Johann Wolfgang Goethe
Der Musensohn

Durch Feld und Wald zu schweifen,
Mein Liedchen wegzupfeifen,
So gehts von Ort zu Ort!
Und nach dem Takte reget,
Und nach dem Maß beweget
Sich alles an mir fort.

Ich kann sie kaum erwarten,
Die erste Blum im Garten,
Die erste Blüt am Baum.
Sie grüßen meine Lieder,
Und kommt der Winter wieder,
Sing ich noch jenen Traum.

Ich sing ihn in der Weite,
Auf Eises Läng und Breite,
Da blüht der Winter schön,!
Auch diese Blüte schwindet,
Und neue Freude findet
Sich auf bebauten Höhn.

Denn wie ich bei der Linde
Das junge Völkchen finde,
Sogleich erreg ich sie.
Der stumpfe Bursche bläht sich,
Das steife Mädchen dreht sich
Nach meiner Melodie.

Ihr gebt den Sohlen Flügel
Und treibt durch Tal und Hügel
Den Liebling weit von Haus.
Ihr lieben holden Musen,
Wann ruh ich ihr am Busen
Auch endlich wieder aus?

Der Februar hatte es in sich. Viel Schnee und Kälte, aber auch schon warme Tage. Gestern konnte man an windstillen Orten im Pulli sitzen und drei Meter weiter pfiff der kalte Ostwind vorbei. Schaun wir mal, was der März bringt. Politisch wird es zumindest in Baden-Württemberg spannend.

So nennen die beiden Herausgeberinnen ihr erstes Kapitel auch gleich
Der Frühling wird kommen.
Danach kommen:
Grossstadtfrühling
Im Märzen
Dunkler Frühling
Frühling manchmal trügerisch
Blumengrüße

Friedrich Rückert
Ich hab’ in mich gesogen

Ich hab’ in mich gesogen,
Den Frühling treu und lieb,
Daß er, der Welt entflogen,
Hier in der Brust mir blieb.

Hier sind die blauen Lüfte,
Hier sind die grünen Au’n,
Die Blumen hier, die Düfte,
Der blühende Rosenzaun.

Und hier am Busen lehnet
Mit süßem Liebes-Ach,
Die Liebste, die sich sehnet
Den Frühlingswonnen nach.

Sie lehnt sich an zu lauschen
Und hört in stiller Lust
Die Frühlingsströme rauschen
In ihres Dichters Brust.

Da quellen auf die Lieder
Und strömen über sie
Den vollsten Frühling nieder,
Den mir der Gott verlieh.

Und wie sie, davon trunken,
Umblicket rings im Raum,
Blüht auch von ihren Funken
Die Welt, ein Frühlingstraum.

Adelbert von Chamisso
Märzveilchen

Der Himmel wölbt sich rein und blau;
Der Reif stellt Blumen aus zur Schau.

Am Fenster prangt ein flimmernder Flor,
Ein Jüngling steht ihn betrachtend davor.

Und hinter den Blumen blühet noch gar
Ein blaues, ein lächelndes Augenpaar.

Märzveilchen, wie jener noch keine gesehn!
Der Reif wird angehaucht zergehn.

Eisblumen fangen zu schmelzen an –
Und Gott sei gnädig dem jungen Mann!

Ludwig Uhland
Frühlingsglaube

Die linden Lüfte sind erwacht,
Sie säuseln und weben Tag und Nacht,
Sie schaffen an allen Enden.
O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun, armes Herze, sei nicht bang!
Nun muß sich alles, alles wenden.

Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
Man weiß nicht, was noch werden mag,
Das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste, tiefste Tal:
Nun, armes Herz, vergiß der Qual!
Nun muß sich alles, alles wenden.

Freitag, 5.Februar

Heute haben
Joris-Karl Huysmans * 1848
George Saiko * 1892
Henriette Hardenberg * 1894
William Burroughs * 1914
Richard Yates * 1926
Sandra Paretti * 1935
Inka Parei * 1967
Terézia Mora * 1971
Geburtstag
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Johann Wolfgang Goethe
Ein großer Teich war zugefroren

Ein großer Teich war zugefroren;
Die Fröschlein in der Tiefe verloren,
Durften nicht ferner quaken noch springen,
Versprachen sich aber, im halben Traum,
Fänden sie nur da oben Raum,
Wie Nachtigallen wollten sie singen.
Der Tauwind kam, das Eis zerschmolz,
Nun ruderten sie und landeten stolz
Und saßen am Ufer weit und breit
Und quakten wie vor alter Zeit.
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Neue Taschenbücher, frisch ausgepackt:

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Susanne Link empfiehlt:


Mirko Bonne: „Seeland Schneeland
Schöffling Verlag € 24,00

Lange habe ich gewartet auf Mirko Bonnes neuesten Roman und es hat sich gelohnt.
Ein langes freies Wochenende ist gefüllt mit dieser prall erzählten Geschichte, die im Februar/März 1921 spielt.
Eine junge Waliserin, die nach Amerika auswandern möchte und recht spontan ihre Heimatstadt Newport („wir sagen Casnewydd“) verlässt. Ein junger Mann, der mit der Shackleton im Eis war. Ein amerikanischer Millionär, der ohne Gin nicht leben/überleben kann Ein ehemals deutsches Schiff und ein gigantischer Schneesturm sind die Protagonisten dieser mitreißenden und doch oft stillen Geschichte, die mich an die Hand genommen hat und mir das Leben vor fast genau einhundert Jahren aufzeigt. So verzweifelt und leer es auch zu sein scheint, es geht weiter und bleibt doch offen.
Absolut lesenswert.

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