Mittwoch, 22.Juni

Mittsommernacht


Heute haben
Wilhelm von Humboldt * 1767
Wilhelm Heinse * 1803
Erich Maria Remarque * 1898
Anne Morrow Lindbergh * 1906
Francois Lelord * 1953
Dan Brown * 1964
Melinda Nadj Abonji * 1968
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Daß die Menschen immer mehr sein wollen als sie sind,
ist eine der stärksten Quellen unseres Elends.

Wilhelm Heinse
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Sofortige Einstellung des Verfahrens gegen Tsitsi Dangarembga und Julie Barnes!

Am kommenden Montag, den 27. Juni 2022, entscheidet das Antikorruptionsgericht in Harare (Simbabwe) darüber, ob das Verfahren gegen die Schriftstellerin Tsitsi Dangarembga und die Journalistin Julie Barnes eingestellt wird oder ob Haftbefehle ausgestellt werden. Die Anklage gegen Barnes und die Friedenspreisträgerin des Deutschen Buchhandels von 2021 lautet auf Teilnahme an einer Versammlung mit der Absicht, zu öffentlicher Gewalt, Landfriedensbruch und Bigotterie aufzurufen. Zudem sollen sie gegen die geltenden Coronamaßnahmen verstoßen haben.
Mehr Informationen auf der Seite „Friedenspreis des Deutschen Buchhandels
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Ein ganz besonderer Bildband:


Herman Seidl: „Warten auf Godeau
30 Jahre am Straßenrand der Tour de France
DuMont Verlag € 20,00

In Frankreich ist die Tour immer noch eines DER Ereignisse des Jahres. Da wird hingepilgert, werde Feste organisiert und alle warten auf die wenigen Minuten oder Sekunden, wenn die Radler vorbeirasen. Oder wenn es an den Berganstiegen eng zugeht und die Radler durch Menschenmassen mit viel Gebrüll hochgetrieben werden. Dies kann auch am Fernseher angeschaut werden. Alles ganz nah und aus alles Blickwinkeln.
Herman Seidl hat seit 30 Jahren Fotos von der Tour geschossen. Allerdings, und jetzt kommt’s, es sind keine Rennradler darauf zu sehen. Ihn interssieren die Menschen, die auf das Peloton warten. Manchmal fängt er die Sekunden bevor ein, machmal auch die Ruhe vor dem Sturm.
Großartig.
Ein kleine Geschichte vorneweg: Samuel Beckett war mit dem Rennradler Godeau befreundet und stand wohl auch einmal am Straßenrand. Als dann das Feld vorbeigerast ist und alle immer noch gespannt geschaut haben, fragte Beckett, auf wen sie denn noch warten würden. „Auf Godeau“, kam ihm dann entgegen.
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otl aicher 100


„natürlich ist ein auto auch ein zeichen“ 
Otl Aichers Kritik am Auto – Retrospektive und Diskussion

Samstag, 25.06.2022, 19 Uhr
HfG Ulm, Mensa, Am Hochsträß 8, 89081 Ulm

Gesprächsabend
Dr. Martin Mäntele, Begrüßung
Florian Aicher, Einführung
Podiumsdiskussion mit Peter Wouda, Prof. Lutz Fügener, Prof. Dr.-Ing. Gebhard Wulfhorst
Moderation: Florian Aicher und Thomas Edelmann

Bitte melden Sie Ihre Teilnahme direkt über den nachfolgenden Link beim IDZ an: https://idz.de/de/16538935427384731/show/events/register.at3406.html
Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des IDZ:
https://idz.de/de/events.html#68_2022-06-01
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Hardy on Tour

Tag 26
118 km von Aviemore über Inverness nach Alness

Ich sitze im kleinen Stadtpark von Alness und lausche der Dudelsackmusik von gegenüber. Dort ist wohl der Proberaum bzw. -garten, denn die Musiker spielen natürlich draußen. Für mich klingt das sehr stimmungs- und sehnsuchtsvoll. Besser geht’s doch nicht. Denke, ich kann hier dann nachher auch das Zelt aufbauen. Müde bin ich jedenfalls schon mal, obwohl ich lange geschlafen hab letzte Nacht, umsäuselt vom sanften trommeln der Regentropfen auf die Zeltplane.
Der Tag selbst dann blieb trocken und trotz grauem Himmel war es recht mild und sehr angenehm auf dem Fahrrad. 
Die Route verlief einige Zeit recht unspektakulär auf rauhem Asphalt neben der Fernstraße entlang und viele Kilometer durch einen einsamen alten Kiefernwald hindurch, in dem es richtig gut geduftet und das Radfahren wahre Glücksgefühle ausgelöst hat.
In Inverness gönnte ich mir zur langen Rast ein feines Eis, bevor es am Stadion vorbei über die große Kessock Brücke weiter nach Dingwall ging, wo dann noch zwei längere Anstiege den Fahrradtag abgerundet haben. Einen Abstecher machte ich auch zu den Clava Cairns, einer Bestattungsanlage aus dem Bronzezeitalter. 
Verwundert war ich über die zweisprachigen Straßenschilder, die seit gestern zu sehen sind. Schottisch-gälisch ist da  hinzugekommen.
Auch einige nette Begegnungen gab es heute wieder mit anderen Radfahrern. Mit David aus Kanada habe ich in einem kleinen Cafe zusammen gefrühstückt und Ricky aus Australien, unterwegs mit einem Bromptonklapprad, traf ich entlang der Strecke. Und der junge Mann mit dem Hündchen im Rucksack radelt auf diese Weise täglich seine 150 km. 
Die Speiche hat auch heute gehalten. Meine Strategie ist nun jeden Morgen die Spannung der Speichen zu checken und alle Speichen, die sich bewegen lassen werden angezogen, um zu versuchen, daß überall zumindest annähernd dieselbe Spannung vorhanden ist.
Mal sehen, wie lange das Erfolg hat.