Dienstag

An diesem ersten Dienstag im Monat haben
Ludwig Börne * 1786
Sigmund Freud * 1856
Rabindranath Tagore * 1861
Christian Morgenstern * 1871
Harry Edmund Martinson * 1904 (Nobelpreis 1974)
Yasushi Inoue* 1907
Erich Fried * 1921
Franz Mon * 1926
und
George Clooney * 1961
Geburtstag.
Da ist ja was geboten.
_______________________

Ludwig Börne

Armut ist eine Sandbank, Reichtum ein Felsen im Meer des Lebens. Die Glücklichen schiffen hindurch.

Klugheit ist oft lästig wie ein Nachtlicht im Schlafzimmer.
_______________________

Christian Morgenstern
Begegnung

Wir saßen an zwei Tischen – wo? – im All …
Was Schenke, Stadt, Land, Stern – was tut´ s dazu!
Wir saßen irgendwo im Reich des Lebens …
Wir saßen an zwei Tischen, hier und dort.

Und meine Seele brannte: Fremdes Mädchen,
wenn ich in deine Augen dichten dürfte –
wenn dieser königliche Mund mich lohnte –
und diese königliche Hand mich krönte –

Und deine Seele brannte: Fremder Jüngling,
wer bist du, dass du mich so tief erregtest –
dass ich die Knie dir umfassen möchte –
und sagen nichts als: Liebster, Liebster, Liebster -!

Und unsre Seelen schlugen fast zusammen.
Doch jeder blieb an seinem starren Tisch –
und stand zuletzt mit denen um ihn auf –
und ging hinaus – und sahn uns nimmermehr.
____________________

reihe-14-vierhandig_397_619

Silvia Trummer: „Vierhändig“

Ein Mosaik
Wolfbach Verlag € 18,00

CIMG0325

Mit diesem Büchlein stelle ich Ihnen etwas ganz Besonderes vor.
Silvia Trummer hat zusammen mit Christel Müller vor zwei Jahren unsere Jahresgabe gestaltet. Es war dieses kurze Gedicht mit dem roten Faden, das man ausgeklappt an die Wand hängen konnte. Jetzt kommt sie mit einem Mosaik daher. Ein Mosaik an Erinnerungstexten und Gedichten aus Ihrer Kindheit und dem Leben bei der Großmutter und Alma der Magd. Es ist das alte Haus, das noch immer voller Erinnerungen steckt und die erst jetzt im Alter bei der Autorin herauskommen. Es brauchte für die Schweizerin Silvia Trummer selbst ein langes Leben, um diese Seiten füllen zukönnen.

CIMG0326

Beim Lesen kommen wir uns auch vor, als wenn wir ein Mosaik von ganz Nahem betrachten würden und erst beim Zurücktreten den vollen Glanz des Kunstwerken erkennen. Oder wie bei einem Puzzle, das sich so langsam zu einem Ganzen formt.

CIMG0327

Die Großmutter war eine Frau, die nichts erzählte. Für ein Kind schwer zu durchschauen war und sich plötzlich ans Klavier setzte und sich quer durch die Lektüre spielte. Auch vierhändig, wenn die Gelegenheit da war. Es gab einen Gast im Haus, der für längere Zeiträume einfach da war. Es gab Alma, die Magd, die tief religiös, sich um alles im Hause kümmerte, nichts wegwerfen konnte, jeden Wollerest für eine andere Strickarbeit aufbewahrte. Wir erfahren viel über den Alltag in diesem Haus, über das Radfahren, die Jahreszeiten,über Feste und Spiele im Garten.  Und so ganz langsam tauchen wir mit Silvia Trummer immer tiefer ein in das Leben der beiden Frauen. Ein Leben, das vergangen ist, aber auch ein Leben, das es so nicht mehr gibt. Wir stellen heute abend das Buch „Theoda“ von Corinna Bille vor. Auch das ist ein Erinnerungsbuch über eine Zeit im Wallis, die es so in dieser Form nicht mehr gibt.
Silvia Trummer spinnt feine Zeilen zu einem Netz zusammen, das leicht im Wind hängt. Irgendwo in einer Ecke ihres Gedankengebäudes. Es ist die besondere Sprache der Autorin, sowohl in den Gedichten, als auch in den fast 70 kurzen Textpassagen, das das schmale Büchlein ausmacht und die sie dafür braucht, bis sowohl die Großmutter, als auch Alma gestorben sind und nur noch das Haus übrigbleibt.
__________________

Heute abend um 19 Uhr liest Clemens Grote wieder aus vier neuen Büchern vor.
Wir beginnen pünktlich.

Mittwoch

Heute haben
Victor Hugo * 1802
Hermann Lenz * 1913
Johnny Cash * 1932
Michel Houellebecq * 1958
Geburtstag
_____________________

Gravity

Gravity
Regie: Alfonso Cuarón
Mit Sandra Bullock und ein wenig George Clooney
DVD € 15,99 ab 12 Jahren

Nach dem Wim Wenders Film: „pina“ war dies der zweite Film, den ich mit einer 3D-Brille angeschaut habe. Nun weiß ich nicht, wie der ohne ist. Auf der großen Leinwand im Kino war es auf jeden Fall überwältigend. Dazu noch ein paar 3D-Effekte, die überhaupt nicht aufdringlich waren. Insgesamt ein perfekter Kinonachmittag. Diese Weltraumbilder sind schon gigantisch, wohlwissend, dass dies natürlich alles im Studio gemacht worden ist. Egal! Da lasse ich mich gerne reinlegen und verführen. Bemerkenswert auch, dass es einen Hollywoodfilm gibt, der mit 1,5 Darstellern auskommt. Gut, die beiden haben es schon drauf. George Clooney als Weltraum-Cowboy Matt Kowalsky und Sandra Bullock als die Medizintechnikerin geben schon was her. Und trotzdem. Dass der Film seine Spannung hält, auch wenn nach der Hälfte des Filmes nur noch Sandra Bullock zu sehen ist, ist schon große Klasse. Das hat der Harry Potter-Regisseur Alfonso Cuarón prima hinbekommen.
Während ich dies schreibe, fällt mir ein, dass ich den Film ja schon auf dem Blog vorgestellt hatte, als er aktuell im Kino lief. Nun gibt es ihn auf DVD und auf Blu-ray und sicherlich auch in 3D. Allein, ein großer Bildschirm ist hier schon von Vorteil. Das Anschauen auf dem iPad sicherlich nicht so prickelnd.
Zur Handlung:
Kowalsky kurvt mit seinem Düsensitz rund ims Shuttle, während Dr.Ryan Stone (Bullock) etwas unbeholfen am Gehäuse herumschraubt. Kowalsky spielt den Coolen, hört Westernmusik und träumt davon, sich zur Ruhe zusetzen, wenn dieser Spaziergang zu Ende ist. Für Dr.Stone ist mit diesem ersten Flug ins All ein Traum in Erfüllung gegangen. Traumhaft schöne Weltraumbilder mit lockerer Musik und noch lockeren Sprüchen bietet uns diese Eingangszene. Doch das ändert sich sehr schnell, als ein Meteoritenschauer (eigentlich Weltraummüll) an ihnen vorbeisaust und ihr Shuttle zerstört. Die beiden werden weggeschleudert, finden wieder zueinander, werden dann jedoch getrennt. Nun ist die gute Dr.Stone auf sich alleine gestellt. Und die folgende Stunde, mit einer schwebenden Sandra Bullock, ist einfach großes Kino (obwohl alles getrickst ist).
Wir haben uns nach dem Film länger darüber unterhalten, ob das alles so sein kann, wie uns der Film gezeigt hat. Ist dies überhaupt möglich? Und warum kann das in der Schwerelosigkeit funktionieren? Die FAZ hat dann einen Fehlerkatalog aufgelistet, der eigentlich ganz kurz war und dem Film nicht geschadet hat. Im Gegenteil, wir haben uns danach nochmals über einzelene Szenen unterhalten.
Sie merken schon, dem Buchhändler hat dieser Weltraumausflug schwer imponiert. Einmal schwerelos durch den Alltag. Nicht schlecht. Obwohl ich auf die Abenteuer dort oben sehr gerne verzichten kann.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=VNUMREIIM_8]

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=f46GwvQHmOs]

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=ny2E0BY5s-0]

Und hier noch ein Filmchen darüber, wie er gemacht worden ist

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=uJEkPq1WA3g]
________________________

Genug im Weltall herumgeturnt.
Wir werden wieder bodenständig.
Nächsten Dienstag, es ist der Faschingsdienstag, gibt es wieder eine „Erste Seite“ in unserer Buchhandlung. Diesmal liest Clemens Grote aus den fünf Büchern, die in der Endauswahl zum Leipziger Buchpreis stehen und wir entscheiden vorab schon mal, wer den Preis bekommen soll.
Dienstag, 4.3. um 19 Uhr
Eintritt frei
_________________________