Dienstag, 4.Juli

Grüße aus der Normandie
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Heute haben
Christian Fürchtegott Gellert * 1715
Nathaniel Hawthorne * 1804
Christiane Lavant * 1915
Neil Simon * 1927
Deon Meyer * 1958
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Auf dem Berge Sinai
wohnt der Schneider Kikriki.
seine Frau, die Margarete,
saß auf dem Balkon und nähte.
Fiel herab, fiel herab,
und das linke Bein brach ab.
kam der Doktor hergerannt
mit der Nadel in der Hand,
näht es an, näht es an,
daß sie wieder laufen kann.
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Im Englischen gibt es diese Romane schon. Teilweise auch als Taschenbuch. In Deutsch erscheinen sie im Laufe des Sommers. Ich freue mich schon, da die deutschen Vorab-Leseexemplare extrem gut waren.






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„Die erste Seite“
Heute abend, Dienstag, 4.Juli, 19 Uhr
liest Clemens Grote aus:
Franzobel: Einsteins Hirn
Percival Everett: God’s Country
Dorothy Gallagher: Und was ich Dir noch erzählen wollte
Ewald Frie: Ein Hof und elf Geschwister

Kommen, hinsitzen und zuhören.
Eintritt frei.

Dienstag, 4.August

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Heute haben
Christian Fürchtegott Gellert * 1715
Nathaniel Hawthorne * 1804
Christine Lavant * 1915
Neil Simon * 1927
Dean Meyer * 1958
Geburtstag
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Christian Fürchtegott Gellert
Der Kuckuck

Der Kuckuck sprach mit einem Star,
der aus der Stadt entflohen war.
„Was spricht man“, fing er an zu schrein,
Was spricht man in der Stadt von unsern Melodein?
Was spricht man von der Nachtigall?“
„Die ganze Stadt lobt ihre Lieder.“ –
„Und von der Lerche?“ rief er wieder.
„Die halbe Stadt lobt ihrer Stimme Schall.“
„Und von der Amsel?“ fuhr er fort.
„Auch diese lobt man hier und dort.“ –
„Ich muß dich doch noch etwas fragen:
Was“, rief er, „spricht man denn von mir,“
„Das“, sprach der Star, „das weiß ich nicht zu sagen;
denn keine Seele red′t von dir.“ –
„So will ich“, fuhr er fort, „mich an dem Undank rächen
und ewig von mir selber sprechen.“
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Alexander Haus 2019
copyright: André Wagner www.andrewagner.com

Thomas Harding: „Sommerhaus am See“
Ein Haus, vier Familien und 100 Jahre deutsche Geschichte
Mit Illustrationen von Britta Teckentrup
Ab 8 Jahren und für die ganze Familie
Jacoby&Stuart  € 15,00
und als gleichnamiger Roman von Thomas Harding
dtv € 14,90

Was für eine Entdeckung für mich. Ich halte das neuerschienene Bilderbuch von Britta Teckentrup in der Hand und bin begeistert und tief be/gerührt.
Der eigene, ruhige, der jeweiligen Situation angepasste Ton der Illustrationen sprachen mich sofort an.

Thomas Harding erzählt die Geschichte des Hauses:

Am Rand von Berlin, am Groß Glienicker See, steht ein Haus. Im Laufe vieler Jahre leben dort nacheinander die jüdische Familie Alexander, ein NSDAP-Mitglied mit Familie, ein Paar, das vor den Bombenangriffen aus der Stadt geflohen ist, sowie ein Stasi-Informant. Das Haus erlebt glückliche Zeiten, aber auch, wie über seinem Dach Flugzeuge am brennenden Himmel fliegen, wie Panzer vorbeirollen, wie auf seinem Grundstück eine Mauer gebaut und wieder abgerissen wird. Und immer wieder ist das Haus allein. Bis eines Tages der Autor dieses Buchs den Sandweg herunterspaziert und sieht, dass das Haus Hilfe braucht. Zusammen mit Menschen aus dem Ort macht er sich an die Arbeit.
Heute trägt das kleine Sommerhaus am See den Namen Alexander Haus und ist 2019 als ein Zentrum für Bildung und Versöhnung wiedereröffnet worden. Außerdem hat es Aufnahme in die Denkmalliste des Landes Brandenburg erhalten.

Danach war es um mich geschehen. Ich entdecke einen Filmtrailer zum Roman, blättere durch die Seite von https://alexanderhaus.org/, schaue mir ein Interview mit Thomas Harding an.

Die Geschichte mit Thomas Harding geht jedoch weiter und das ist das Faszinierende an Literatur. Auf unserem Büchertisch liegt seit Monaten ein Buch, um das ich immer herumstreiche:Future History 2050. Ein Buch aus der Zukunft mit gefundenen Briefen aus der Gegenwart. Sehr beeindruckend. Der „Grafiker“ (Der Autor selbst?) des Buches hat mitAus dem Papierkorb der Weltgeschichte“ fingierte nicht veröffentlichte Briefe in einem Buch zusammengefasst. Der Buchtitel taucht ganz beiläufig auch im „Future History 2050„-Buch auf.
Im Strudel der Bücher geht es immer weiter und wir finden kein Ende.
Gut so.

Donnerstag, 4.Juli

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Heute haben
Christian Fürchtegott Gellert * 1715
Nathaniel Hawthorne * 1804
Christine Lavant * 1915
Neil Simon * 1927
Dean Meyer * 1958
Geburtstag
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Christian Fürchtegott Gellert
Der Kuckuck

Der Kuckuck sprach mit einem Star,
der aus der Stadt entflohen war.
„Was spricht man“, fing er an zu schrein,
Was spricht man in der Stadt von unsern Melodein?
Was spricht man von der Nachtigall?“
„Die ganze Stadt lobt ihre Lieder.“ –
„Und von der Lerche?“ rief er wieder.
„Die halbe Stadt lobt ihrer Stimme Schall.“
„Und von der Amsel?“ fuhr er fort.
„Auch diese lobt man hier und dort.“ –
„Ich muß dich doch noch etwas fragen:
Was“, rief er, „spricht man denn von mir,“
„Das“, sprach der Star, „das weiß ich nicht zu sagen;
denn keine Seele red′t von dir.“ –
„So will ich“, fuhr er fort, „mich an dem Undank rächen
und ewig von mir selber sprechen.“
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0190759084120

Wolfgang Amadeus Mozart: „Klavierkonzerte Nr.11,15,27“
Fassung für Akkordeon & Orchester mit Viviane Chassot und der Camerata Bern
Sony Classical € 19,99

Mozart und kein Ende. Was soll denn noch alles kommen, frage ich mich.
Und dann höre ich in die neue Einspielung der Akkordeonistin Viviane Chassot und bin schwer ergriffen von der Schönheit dieser Musik. Mozarts Leichtigkeit und Schwermut finden sich in dieser Akkordeonfassung bestens aufgehoben. Vivian Chassot hat sich speziell das 27. und letzte Klavierkonzert herausgesucht, da es für sie einen Rückblick auf Mozarts Schaffen ist und gleichzeit ein Ausblick in Neues.
Neben den Großmeisterns Rameau und Haydn hat sie Musik des 20.Jahrhunderts eingespielt. Auch eine CD mit Akkordeon und Zither.

Mittwoch, 4.Juli

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Heute haben
Christian Fürchtegott Gellert * 1715
Nathaniel Hawthorne * 1804
Christine Lavant * 1915
Neil Simon * 1927
Dean Meyer * 1958
Geburtstag
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Christian Fürchtegott Gellert
Der Kuckuck

Der Kuckuck sprach mit einem Star,
der aus der Stadt entflohen war.
„Was spricht man“, fing er an zu schrein,
Was spricht man in der Stadt von unsern Melodein?
Was spricht man von der Nachtigall?“
„Die ganze Stadt lobt ihre Lieder.“ –
„Und von der Lerche?“ rief er wieder.
„Die halbe Stadt lobt ihrer Stimme Schall.“
„Und von der Amsel?“ fuhr er fort.
„Auch diese lobt man hier und dort.“ –
„Ich muß dich doch noch etwas fragen:
Was“, rief er, „spricht man denn von mir,“
„Das“, sprach der Star, „das weiß ich nicht zu sagen;
denn keine Seele red′t von dir.“ –
„So will ich“, fuhr er fort, „mich an dem Undank rächen
und ewig von mir selber sprechen.“
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Claudia Wiltschek empfiehlt:

9783423146142

Francois Garde:Was mit dem weißen Wilden geschah
Aus dem Französischen von Sylvia Spatz
dtv € 10,90

1843 wird der Matrose Narcisse Pelletrier, im Alter von 18 Jahren, von seinem Kapitän versehentlich an der australische Ostküste zurückgelassen. Nach anfänglichen Widerständen fügt er sich dem Leben mit den Aborigines, die ihn wohlgesonnen aufnehmen, nimmt deren Kultur an und ist schließlich einer von ihnen. Er ist nackt und tätowiert, spricht nur noch deren Sprache und hat seinen Namen vergessen. Nach 18 Jahren wird er von westlichen Forschern entdeckt und in „seine“ Kultur zurückgebracht.
So rätselhaft und fremd dem jungen Matrosen die Welt der Aborigies erschienen war, so rätselhaft und fremd ist ihm dann auch seine Heimatwelt. Der Forscher Oktave de Vallombron nimmt sich seiner an, und macht es sich zur Aufgabe, ihn in sein altes Leben, zu seiner Familie zurückzuführen, doch Narcisse Pelletrier öffnet sich seinem Retter nur widerwillig.
Eine spannende Robinsonade, die auf einer wahren Begebenheit beruht und uns auch eine ganz neue Perspektive auf die Gepflogenheiten des eigenen Kulturkreises eröffnet. Jetzt ist der, mit dem Prix Concourt ausgezeichnete Roman, als Taschenbuch erschienen, gut im Gepäck für Badesee, Meer oder mit auf die Insel, von der man / frau auch wieder weg kommt …..
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Hardy radelt. Hardy frühstückt.

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Mehr über seine Tour durch Russland und bis ans Nordkap erfahren Sie auf seinem Blog, dem Sie auch folgen können.

www.hardy-radelt-2018.tumblr.com

 

Samstag

Eine weitere Folge des „Kulturbuchhandlung Jastram“-Scrabbles.

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Heute haben
Christian Gottfried Gellert * 1769
Heinrich Heine * 1797
Friedrich Hebbel * 1863
Laurence van der Post * 1906
Robert Gernhardt * 1937
Geburtstag.

Heinrich Heine

Wie der Mond sich leuchtend dränget

Wie der Mond sich leuchtend dränget
Durch den dunkeln Wolkenflor,
Also taucht aus dunkeln Zeiten
Mir ein lichtes Bild hervor.

Saßen all auf dem Verdecke,
Fuhren stolz hinab den Rhein,
Und die sommergrünen Ufer
Glühn im Abendsonnenschein.

Sinnend saß ich zu den Füßen
Einer Dame, schön und hold;
In ihr liebes bleiches Antlitz
Spielt’ das rote Sonnengold.

Lauten klangen, Buben sangen,
Wunderbare Fröhlichkeit!
Und der Himmel wurde blauer,
Und die Seele wurde weit.

Märchenhaft vorüberzogen
Berg und Burgen, Wald und Au; –
Und das alles sah ich glänzen
In dem Aug der schönen Frau.

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Ein schneller Tipp nach einem langen Tag.
Achtung: Architekten aufgepasst!

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Matthias Gnehm: „Die kopierte Stadt“
Edition Hochpaterre € 33,00

Im neuen und achten Comic, äh Graphic Novel, erzählt uns der Autor eine wilde Geschichte um einen gescheiterten Architekten, der in China einen Freund besucht, der dort Retortenstädte plant und baut. Gigantische Wohnsiedlungen für 300.000 Menschen und nachgebaut nach dem Vorbild von Zürich. Alles geklont, bishin zur Inneneinrichtung der Hauptfigur, die identisch ist mit der in seiner Heimatstadt. Eine irre Idee, die Wirklichkeit zu werden droht. Eine Liebesgeschichte, die kein gutes Ende hat. Ein Machtkampf zwischen den verfeindeten Tykoonen. Und mittendrin unser Held, der nur benutzt wird. Alles herrlich mit Pastellkreide gezeichnet. So dass noch eine größere Diskrepanz zwischen der Erzählebene, der Wirklichkeit und den Gedanken aufkommt.
Matthias Gnehm hat einen Architektur-Comic veröffentlicht, der eine Komödie voller Verwechslungen, Täuschungen und Intrigen in einer Welt der globalisierten Architektur und des zügellosen Städtebaus ist.

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Das Beste vom Besten von 2014
Diesmal aus dem vergangenen März.

Ein Film für einen gemütlichen Samstagabend, wenn es drinnen warm und draußen kalt ist. Auf unserem Neuerscheinungstisch ist gerade die Taschenbuchausgabe der Romanvorlage gelandet.

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Silver Linings
von David O.Russell
DVD ab 12 Jahren € 9,99
Taschenbuch  € 9,99

Mein Wochenendfilm war wirklich eine Entdeckung. Lange stand er auf meiner Warteliste, bis es endlich geklappt hat. Und da ich mich mit SchauspielerInnen nicht so auskenne, habe ich erst später erfahren, wo die beiden Hauptdarsteller mitgespielt haben und woher ich so sie kenne.
Bradley Cooper spielte bei allen “Hangover”-Filmen mit und Jennifer Lawrence kennen wir aus den Panem-Filmen, die ich nicht gesehen habe, aber halt auch aus dem genialen Film “Winter’s Bone”, der auf einem hervorragenden Film beruht. Dazu kommt noch Robert deNiro, der wieder einen Familienvater spielen darf.
Patrick (Pat) hat seine Frau mit ihrem Lehrerkollegen unter der Dusche erwischt, rastet aus, wird gewahlttätig und landet in der Klapse. Acht Monate sitzt er da und der Film beginnt damit, dass seine Mutter ihn da herausholt. Nun will er alles besser machen und er behauptet dauernd, dass er vollkommen wieder in Ordnung sei. Wir merken schon zu Beginn, dass hinter diesem ernsten Thema eine starke Portion Humor lauert. Humor allerdings nicht auf eine platte Hangover-Art, sondern viel tiefer gehend. Pats Zuhause, in das er sich wieder einnistet, ist geprägt vom zwangsneurotischen Vater, der auf die lokale Football-Mannschaft wettet. Nicht gerade der richtige Nährboden für einen, der frisch aus der Anstalt kommt. Und was die Gewaltbereitschaft anbelangt: Der Vater hat Stadionverbot, weil er sich immer wieder mit Zuschauern angelegt hat. Pats Mutter ist zur Oberglucke geworden und überbehütet den zurückgekehrten Sohn. Auf seinen Joggingrunden begegnet Pat der jungen Tiffany, die ihn penetrant verfolgt, obwohl er nur in Ruhe gelassen werden und seine Frau zurückgewinnen will. Tiffany lässt jedoch nicht locker und bei einem Abendessen stellt sich heraus, dass auch sie einen Verlust hinter sich hat. Ihr Mann wurde bei einem Unfall tödlich verletzt. Tiffany hat dies durch viele Liebschaften kompensiert und kam in Folge dessen auch mit der Psychiatrie in Kontakt. Beide angeschlagen Typen treffen hier auf einander und es entstehen Wortgefechte, die ich schon lange nicht mehr in einem Film gesehen und gehört habe. Genauso laut und heftig und wild wie sie sind, brechen sie jedoch in der nächsten Sekunde wieder ab und kehren sich ins Gegegnteil. Tiffany erklärt sich nach mehreren Treffen bereit, Pat zu helfen und seiner Ex-Frau einen Brief zukommenzulassen, da er sich ihr nicht nähern darf. Im Gegenzug muss er ihr Partner bei einer Tanzveranstaltung sein. Ein Ding der Unmöglichkeit für Pat. Er hat für sich jedoch keine andere Chance.
So viel zur Grundidee des Filmes. Alle Charaktere sind enorm stark besetzt. Ich denke, dass so ein Film mit anderen Schauspielern vollkommen in die Hose gehen könnte. Hier bewegen sie sich immer hart an der Grenze von verrückt, irre, witzig, schräg und romatisch verliebt. “Silver Linings” (ich habe nicht gewusst, was das heisst. Pat benutzt jedoch öfter den Streifen am Horizont, den er für sich sieht) ist eine starke Komödie, ein Woody Allen-Film auf Starkstrom, der ohne die 21-jähre Jennifer Lawrence nur halb so viel wert wäre.

Trailer
Trailer in Englisch
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Unser „Soziales Cent-Schwein“ ist nicht mehr da. Wir finden es nicht mehr. Wir können es kaum glauben, dass es eventuell gestohlen worden ist.

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Nur gut, dass wir immer wieder das Schwein geleert haben und vor ca. einer Woche an die syrischen Flüchtlingen in Dornstadt € 500 überweisen konnten. Und das alles durch Ihre Hilfe. Vielen Dank.

Freitag

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Heute haben
Christian Fürchtegott Gellert * 1715
Nathaniel Hawthorne * 1804
Christine Lavant * 1915
Neil Simon * 1927
Dean Meyer * 1958
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Christian Fürchtegott Gellert
Der Kuckuck

Der Kuckuck sprach mit einem Star,
der aus der Stadt entflohen war.
„Was spricht man“, fing er an zu schrein,
„was spricht man in der Stadt von unsern Melodein?
Was spricht man von der Nachtigall?“
„Die ganze Stadt lobt ihre Lieder.“ –
„Und von der Lerche?“ rief er wieder.
„Die halbe Stadt lobt ihrer Stimme Schall.“
„Und von der Amsel?“ fuhr er fort.
„Auch diese lobt man hier und dort.“ –
„Ich muß dich doch noch etwas fragen:
Was“, rief er, „spricht man denn von mir,“
„Das“, sprach der Star, „das weiß ich nichtzu sagen;
denn keine Seele red’t von dir.“ –
„So will ich“, fuhr er fort, „mich an dem Undankrächen
und ewig von mir selber sprechen.“

Der gütige Besuch

Ein offner Kopf, ein muntrer Geist,
Kurz, einer von den feinen Leuten,
Die ihr Beruf zu Neuigkeiten
Nie denken, ewig reden heißt;
Die mit Gewalt es haben wollen,
Daß Kluge närrisch werden sollen;
Ein solcher Schwätzer trat herein,
Dem Dichter den Besuch zu geben.
»O!« rief er, »welch ein traurig Leben!
Wie? schlafen Sie denn nicht bei ihren Büchern ein?
So sind Sie denn so ganz allein,
Und müssen gar vor Langerweile lesen?
Ich dacht es wohl, drum kam ich so geschwind.«

»Ich bin«, sprach der Poet, »noch nie allein gewesen
Als seit der Zeit, da sie zugegen sind.«
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oTTO

Linde Otto: „Gertrud Laupheimer“
Leben und Überleben im Kleinen Lautertal
Edition Haus unterm Regenbogen, Heft 6
80 Seiten, € 9,80
Klemm & Oelschläger Verlag

Dieses Büchle ist natürlich für mich etwas ganz Besonderes.
Seit dreißig Jahren wohnen wir auf der Schwäbischen Alb in einem kleinen Dorf und wenn ich morgens auf dem Rad zur Arbeit fahre, rolle ich meistens die Steige zum Lautertal hinunter, durch Lautern, an der Kirche vorbei Richtung Ulm.
Und genau diese Kirche, dieses Lautern steht im Mittelpunkt der Aufzeichnung.
Linde Otto, 1934 geboren, lebt fast ihr ganzes Leben in Lautern im Haus neben der Kirche. Ihre früh gestorbene Mutter war Getrud Laupheimer und Linde Otto ein uneheliches Kind aus der Verbindung mit Adolf Otto, der der Mitbegründer der „Deutschen Gartenstadtgesellschaft“ war, mit der libertär-sozialistischen Kolonie „Neue Gemeinschaft“ verbunden, zu der auch die Anarchisten Gustav Landauer, Erich Mühsam, der Philosoph Martin Buber und die Schriftstellerin Else Lasker-Schüler gehörten.
Linde Otto schreibt, oder besser erzählt, die Geschichte ihrer Familie vor, während und nach dem Krieg und zeigt damit, dass es die einzelnen Familienmitglieder um die ganze Welt verstreut hat. Ihre Mutter war die erste Abiturienten in Ulm, sie selbst machte zwar kein Abi, hat jedoch später alles nachgeholt und längere Zeit in Ägypten gearbeitet.
Menschen, Natur, Architektur, Musik und Literatur durchzieht diesen Text und die einzelnen Biografien, bis hin zu Sophie de la Roche, die zur Familie der Grossmutter mütterlicherseits gehört hat.
Linde Otto lässt die Geschichte einer Familie, einer außergewöhnlichen Frau und eines kleinen Dorfes mit pädagogischen Experimenten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor unseren Augen Revue passieren. Die Geschichte vom Leben und Überleben im Kleinen Lautertal ist im besten Sinne „Oral History“, die von Gudrun Flock aufgearbeitet wurde, einer bewegten Zeit deutscher Geschichte.
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Hartmut Bögel hat es mal wieder geschafft und taucht zweimal in den gestrigen Tagesthemen auf.
„Hardy radelt und wie“
Weiter so und alles Gute.
tagesthemen
ab Minute 24